Frauen und WirtschaftHer mit der Quote

Nie war es so einfach, eine Frauenquote für Führungsjobs in Unternehmen einzuführen. Aber Familienministerin Schröder traut sich nicht. Kommentar von 

Vielleicht sollte sich Familienministerin Kristina Schröder noch einmal versichern, welches Parteibuch sie eigentlich besitzt. Man hört, sie sei Mitglied der CDU. Das ist jene konservative Partei, die eine Bundeskanzlerin stellt und drei (gemeinsam mit der CSU sogar vier) Ministerinnen. Die ein Frauen-Quorum von 33 Prozent für alle parteiinternen Wahlen beschlossen hat. Deren bayerische Schwesternpartei alle Ämter oberhalb der Orts- und Kreisverbandsebene zu 40 Prozent mit Frauen besetzt.

Ausgerechnet eine Ministerin, die solche Parteien im Rücken hat, scheut sich, eine gesetzliche Frauenquote für die Führungsgremien börsennotierter Unternehmen einzuführen?

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Nie war die Zeit reifer für eine solche Entscheidung. Wissenschaftlich ist alles belegt: Vom Nutzen führender Frauen für die Unternehmenskultur über das sträflich ungenutzte Potenzial hoch gebildeter Arbeitskräfte, welches Frauen repräsentieren, bis zur Qualitäts- und Leistungssteigerung bei männlichen Führungskräften, die mit Frauen zusammenarbeiten müssen.

Selten gab es auch so gute Vorbilder: Das Beispiel Norwegen zeigt, welchen Erfolg man mit der Quote haben kann, und auch, wie genau man es machen muss, damit die Sache funktioniert. Und in den Niederlanden, in Spanien, in Brüssel: Überall gibt es Mitstreiter.

Doch was tut Frau Schröder? Sie will die Angelegenheit abermals der Wirtschaft und einer Selbstverpflichtung überlassen. Die gibt es seit zehn Jahren und hat nichts gebracht.

Was nicht verwundert, denn auf diese Weise überlässt man das Problem Menschen wie Daimler-Chef Dieter Zetsche . Dem ist jüngst ein großartiges Hindernis für jederart Quote eingefallen: "Wohin soll ich all die Männer aussortieren?", fragte er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung . "Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?" Hübsch auch, was Gabriele Sons, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall beizutragen hat: "Es besteht die Gefahr, dass Frauen in ihrer Vorstandsposition, die sie nur aufgrund der Quote besetzen, scheitern."

Ja, man wird darüber nachdenken müssen, ob jeder Mann für den Posten geeignet ist, auf dem er sitzt. Ja, es wird Frauen geben, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. So ist das in der Marktwirtschaft.

Aber genauso gilt, dass Fortschritt manchmal erzwungen werden muss, wo Systeme verkrusten . Vielleicht sollte einmal jemand die deutschen Industriekapitäne mit Indra Nooyi bekannt machen. Sie leitet den Pepsi-Konzern. Oder mit Meg Whitman, die gerade Hewlett-Packard retten soll. Oder mit der Kraft-Chefin Irene Rosenfeld. Dann könnte auch das Gerede vom weiblichen Desinteresse an Führungsaufgaben endlich aufhören.

Kristina Schröder sei geraten, sich selbst endlich ernst zu nehmen. Eine Ministerin, die inmitten ihrer Amtszeit Mutter wird und selbstverständlich ihren Leitungsjob weiterführt, müsste eigentlich ein großartiges Vorbild für alle Frauen im Land sein – und für viele Männer ebenso.

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Leserkommentare
  1. Damit eine verbesserte Einstiegsmöglichkeit für 0,001% der Frauen in Deutschland ermöglicht wird. Denn nur durch eine solch gerechte Quoteneinführung, kann die Lage der Frau in der Arbeitswelt spürbar verbessert werden.

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    • JD
    • 17. Oktober 2011 19:18 Uhr

    Entschuldigung Freiheitsgeist, dass ich ihren Kommentar missbrauche aber ich muss Karsten Polke-Majewski jetzt einfach mal ernsthaft fragen?

    Was bitteschön geht bei ihnen als investigativem Geist vor, dass Sie als eigentlich seriöser Journalist es fertig bringen zu schreiben, "Meg Whiteman" müsse "den Konzern HP retten"?

    Das kommt fast schon Rufmord gleich und stimmt in keinster Weise mit real existierenden Fakten überein. Informieren statt wiederkäuen bitte!

    Genauso auch die Nennung eines einzelnen Beispieles (Indra Nooyi) um dadurch eine einheitliche These aufzustellen. Das lernt man bereits während des Gymnasiums, dass so etwas als nicht representativ gilt. Der ganze Artikel ist populistisch geschrieben. Meine Güte!

    Ich würde mir ein wenig mehr von Reportern der Zeit wünschen, deren Berichte ich im Normalfall recht gerne lese.

  2. ist doch diejenige Abgeordnete, die sich ihre Doktorarbeit in weiten Teilen hat schreiben und die dazu nötigen Arbeiten von anderen hat erledigen lassen. Wie kommt man jetzt zu der Annahme, Fr. Dr. Schröder würde in Ausübung ihres Mandats nun anders vorgehen und die Dinge selbst in die Hand nehmen?

    Hierbei handelt es sich um eine Unterstellung, die nicht unterlegbar ist. Die Redaktion/mak

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    Sie schreiben "Hierbei handelt es sich um eine Unterstellung, die nicht unterlegbar ist. Die Redaktion/mak"

    Zunächst einmal ist die Behauptung, die Unterstellung sei "nicht unterlegbar", etwas verwirrend. Die Frage ist, ob sie faktisch "unterlegt" bzw. belegt ist, was Sie sicher meinen.
    Hierzu würde ich Ihnen empfehlen sich die entsprechenden Äußerungen von Fr. Dr. Schröder, dem Doktorvater, der Universität, des Anwalts durchzulesen. Dort werden Sie genau das lesen, was ich geschrieben hatte: Fr. Dr. Schröder ließ sich beim Schreiben ihrer Doktorarbeit helfen. Lesen Sie dazu z.B. hier: http://www.fr-online.de/p...
    Wo Zuarbeiten von Hilfskräften eingeräumt wurden.

    Nun frage ich mich, wie Sie, Herr/Frau Redaktion/mak eigentlich zu der Aussage kommen, es handele sich dabei um eine "Unterstellung"?

    Vielleicht ist ja Frau Schröder auch nur "Systemrelevant" wie die ganze Politische Elite? Heutzutage braucht man doch mehr Beziehungen und Bekannte, ein gutes soziales Netzwerk, um etwas zu erreichen, Karierre zu machen! Das sind nicht meine Worte, sondern die von Frau Ch.Lagarde-IWF. Und wo gibt es denn heute noch wahre Politgrößen mit Charackter?! Das ist eine seltene Spezies geworden, leider.

  3. So wie Frau Schröder bei Karstadt.
    Nur frage ich mich was die dort leistet?

  4. Diese Frage stelle ich mir auch, seit sie auf der politischen Bühne aufgekreuzt ist. Würde ihr gerne mal 5 Tage bei der "Arbeit" über die Schulter schauen...

    • ThorHa
    • 17. Oktober 2011 16:39 Uhr

    wenn in ingenieurlastigen Unternehmen maximal 15% der für Vorstandsposten überhaupt in Frage kommenden Beschäftigten weiblich sind, sie aber 30% der Vorstandsposten bekommen sollen? Entsprechende Verhältnisse gelten für einen guten Teil der deutschen Industrie, Frauen wollen nun mal nicht Ingenieur werden.
    Eine entsprechend definierte Quote dürfte - dann auf Klage eines Mannes - vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen offenkundiger Diskriminierung sofort kassiert werden.
    Die inzwischen ausserhalb der ZEIT offen diskutierte Frage, ob Frauen überhaupt in Vorstandspositionen wollen (samt dem damit verbundenen Verlust an Privatleben) stelle ich hier besser gar nicht erst.
    Ach so - ich bin für eine Quote. Vorübergehend, am besten befristet. Nur nicht für eine starre, für alle gleichermassen verbindliche.
    Um am Ende eine einfache Frage zu stellen: Frauen stellen mehr als 50% der Wähler. Mehr als 50% der Konsumenten. Wann hören Frauen und Frauenversteher endlich auf, besondere Schutzräumen für Frauen zu verlangen? Können oder wollen Frauen nicht kämpfen?

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    Redaktion

    Sehr geehrte(r) ThorHa,

    Moralische Appelle wie "Können oder wollen Frauen nicht kämpfen" helfen hier meiner Ansicht nach nur bedingt weiter. Das Problem, welches sich stellt, hat meine Kollegin Wenke Husmann sehr gut erklärt (http://www.zeit.de/karrie...). Sie schreibt: "Im oberen Management herrschen Denkmuster und Strukturen, die dazu führen, dass Frauen wenig zugetraut wird und sie außen vor bleiben." Hier hat sich ein geschlossenes System herausgebildet, das einen Impuls von außen braucht, um sich zu verändern. Die Quote kann ein solcher Impuls sein.

    Viele Grüße
    Karsten Polke-Majewski

    Redaktion

    Hallo ThorHa,

    es ist ein bisschen zu kurz gedacht, dass Frauen in "ingenieurslastigen Unternehmen" nicht zum Zuge kommen, schlicht weil sie fehlten. So einfach ist es leider nicht. Wenn Sie sich den Frauenanteil der Belegschaften in den DAX-Konzernen ansehen, werden sie feststellen, dass die These Frauen fehlten eben in den klassischen Männerdomänen und seien deswegen unterrepräsentiert - nicht haltbar ist. Auch in Konzernen, die einen hohen Frauenanteil haben, kommen Frauen kaum in Führungspositionen. Die Wirkweisen sind hinreichend beschrieben worden. Schauen Sie sich gerne dazu noch mal die Studie von Carsten Wippermann über die Wirkung der "gläsernen Decke" an. (http://www.zeit.de/karrie...)

    mit freundlichen Grüßen,

    Tina Groll

    "Eine entsprechend definierte Quote dürfte - dann auf Klage eines Mannes - vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen offenkundiger Diskriminierung sofort kassiert werden."

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Ihr Vertrauen in die Justiz vollkommen ungerechtfertigt ist. Wenn ein Mann gegen Diskriminierung klagt, werden Ihnen die Richter schon klar machen warum das nicht so ist; bei einer Frau natürlich nicht. Alles schon hundertfach erlebt.

    • CFY
    • 18. Oktober 2011 14:12 Uhr

    Sehr geehrte(r) TorHa,

    ich bin voll und ganz Ihrer Meinung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich in meinem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen unter 100 Studenten nur 15 Frauen befinden. Bei sämtlichen technischen Studiengängen ist der kleinste Prozentsatz von Frauen belegt ! In Studiengängen wie Tourismus, BWL, linguistischen Studiengängen etc. hingegen sind über 80% Studentinnen.
    Solch eine Quote kann nur als gerecht bezeichnet werden, sollte bewiesen werden, dass Frauen intelligenter und erfolgreicher studieren als Männer.

    Abgesehen davon nimmt die Qualität mancher Artikel auf zeit.de stark ab. Die objektive Herangehensweise an Themen wie dieses, ist einer einseitigen, polemischen und zum Teil beleidigenden Art gewichen.

    Viele Grüße,
    CFY

    • Afa81
    • 18. Oktober 2011 15:42 Uhr

    In den Vorstand gehören sich Leute, die sich dahin hochgearbeitet haben.
    Dazu braucht man Ellenbogen und muss u.U. auch mal etwas Arschloch sein.
    Das können Frauen genauso gut wie Männer. Ich sehe jetzt jedoch eine
    Gefahr, dass Frauen in diesen Positionen nicht so ernst genommen werden,
    da sie ja lediglich dort sitzen, um eine Quote zu erfüllen. Ob es so ist, ist
    eine andere Frage aber es könnte von vielen so gesehen werden.
    Einem Unternehmen jedoch vorzuschreiben, wer im Vorstand sitzt und
    wer nicht, das ist schon ein sehr intimer Eingriff in die Unternehmensstruktur.

    Und noch etwas: "Eine Ministerin, die inmitten ihrer Amtszeit Mutter wird
    und selbstverständlich ihren Leitungsjob weiterführt, müsste eigentlich ein
    großartiges Vorbild für alle Frauen im Land sein – und für viele Männer ebenso."

    Das ist Unsinn. Mutter werden ist keine Leistung. So gut wie jeder weiß,
    dass das in der Regel ein sehr angenehmes Unterfangen ist.
    Ein Vorbild ist Christina Schröder erst, wenn sie eine gute Mutter ist und
    es schafft neben dem Beruf ihre Kinder großzuziehen. Wenn sie jedoch
    ständig auf Dienstreise ist und ein Kindermädchen oder der Mann diese
    Erziehung übernimmt ist das vielleicht in Ordnung, aber keine vorbildliche
    Leistung. Das ist dann nichts anderes als das, was jeder Mann in einer
    solchen Position macht.

  5. Was hackt man denn nun auf der Familienministerin wieder herum?
    Gibt's nichts Wichtigeres bei den ganzen Problemen als die Frauenquote?

    ==> Drupi

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    @Drupi-Dino: sehe ich ganz genauso. So wenig ich allgemein von der Arbeit der Familienministerin begeistert bin, so sehr denke ich doch, dass sie in diesem Fall richtig gehandelt hat.

    Was soll eine Frauenquote bringen, wenn es nicht genug Frauen gibt, die in entsprechende Positionen WOLLEN? Ich kenne genügend Frauen, die keine gehobenen Positionen anstreben. Siehe hierzu auch das vom Autor zitierte Beispiel Norwegen: "In Norwegen, in dem Staat, der als erster eine verbindliche Quote von durchschnittlich 40 Prozent für die Leitungsgremien von Unternehmen eingeführt hat, teilt sich eine Elite von nur rund 70 Topmanagerinnen mehr als 300 der auf Frauen entfallenden Führungsposten. Jede dieser Frauen hat also im Durchschnitt vier Mandate inne." (Artikel aus der Zeit vom 17.2.11 http://www.zeit.de/2011/0...) Ist das also Gerechtigkeit?

    Eine Frau.

  6. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen und üben Sie sachliche, respektvolle Kritik. Danke. Die Redaktion/vn

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/vn

  7. Redaktion

    Sehr geehrte(r) ThorHa,

    Moralische Appelle wie "Können oder wollen Frauen nicht kämpfen" helfen hier meiner Ansicht nach nur bedingt weiter. Das Problem, welches sich stellt, hat meine Kollegin Wenke Husmann sehr gut erklärt (http://www.zeit.de/karrie...). Sie schreibt: "Im oberen Management herrschen Denkmuster und Strukturen, die dazu führen, dass Frauen wenig zugetraut wird und sie außen vor bleiben." Hier hat sich ein geschlossenes System herausgebildet, das einen Impuls von außen braucht, um sich zu verändern. Die Quote kann ein solcher Impuls sein.

    Viele Grüße
    Karsten Polke-Majewski

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • pnk
    • 17. Oktober 2011 16:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Polke-Majewski,

    ich bin Anfang 20, werde bald mein Studium als Ingenieur abschliessen. In einer durchschnittlichen Vorlesung sitzen maximal 20% Frauen (typisch ist eher die Hälfte).
    Eine Frauenquote von 30% bedeutet für mich, dass ich alleine aufgrund meines Geschlechtes auf dem beruflichen Abstellgleis lande. Können Sie mir erklären, warum ich für die (möglichen) Sünden meiner Grossväter büssen soll?
    Dazu bin ich nicht bereit, und notfalls klage ich mich auch bis nach Strassburg. Darauf können Sie wetten.

    "...Hier hat sich ein geschlossenes System herausgebildet, das einen Impuls von außen braucht, um sich zu verändern..."

    Eine generelle Frauenquote führt hingegen automatisch zu einer Abwertung der Persönlichkeit, die eine Position besetzt; nämlich die, dass die Stelle nur zur Einhaltung von Quotenvorgaben besetzt ...oder sogar nur zur Bildung eines vorgegebenen Verhältnisses geschaffen wurde!

    Das ist das Schlechteste, was der Frauenbewegung passieren kann: Lückenbüßer für die Quoten zu sein!

    Grüße aus Berlin ==> Drupi

    Einen solchen Eingriff in die Privatautonomie würde ich mir auch dreimal überlegen.
    In letzter Zeit hat die Bevormundung der Bürger, die Abnahme der Entscheidung, was gut oder schlecht ist für den Einzelnen, sowieso Überhand genommen.
    Wer die Stärken oder Vorteile eines Menschen nicht nutzen will muss eben darauf verzichten, aber ihn dazu zwingen finde ich einer Staatsform, die einmal von Bürgerrechten geprägt war, nicht würdig.
    Schade, dass die Zeit nunmehr auch in diese Bevormundungsschiene verfällt.

    "...Einen solchen Eingriff in die Privatautonomie würde ich mir auch dreimal überlegen.
    In letzter Zeit hat die Bevormundung der Bürger, die Abnahme der Entscheidung, was gut oder schlecht ist für den Einzelnen, sowieso Überhand genommen.
    Wer die Stärken oder Vorteile eines Menschen nicht nutzen will muss eben darauf verzichten, aber ihn dazu zwingen finde ich einer Staatsform, die einmal von Bürgerrechten geprägt war, nicht würdig.
    Schade, dass die Zeit nunmehr auch in diese Bevormundungsschiene verfällt..."

    Das liegt daran, dass die Sozialdemokraten ebenfalls eine Wendung vollzogen haben, in der die staatliche Lenkung zu Gunsten von Minderheiten oder Diskriminierten vor die Rechte des Einzelnen auf freie Entscheidung gestellt wird im Sinne des Allgemeinwohls.

    Dass diese Politik im Gegenzug langfristig die Unfreiheit hervorruft, wird im Fokus der Kurzfristigkeit der Entscheidungsnotwendigkeiten in den Hintergrund gedrängt. Da ist der liberale Standpunkt der Selbstauflage der Industrie mir weit sympathischer, weil er die Wertstellungen von Frauen in Führungsetagen generell wertneutral hält und nicht diejenigen Frauen, die leistungsbezogen ihre Topp-Positionen erkämpft haben, mit allen über einen Kamm geschoren werden, die nur Quoten-Lückenbüßer sind.

    Es geht um die Wertstellung als Arbeitskraft - nicht um Geschlechterverhältnisse. nsonsten ist es betriebs- und volkswirtschaftlicher Blödsinn.

    Eine Stellungnahme der Redaktion würde mich freuen!

    ===> Drupi

    • Allora
    • 17. Oktober 2011 17:59 Uhr

    ... ist zunächst einmal nur eine unbewiesene Behauptung.

    Im Übrigen ist eine gesetzliche Quote für die Privatwirtschaft wahrscheinlich verfassungswidrig. Und planwirtschaftlich.

    Damen?

    Kann ja wohl nicht sein. Zwei Ministerinnen, eine davon für Familie, die Andere für die Arbeitgeber zuständig und zusammen im Bereich von ca 20 Millionen Frauen, kämpfen nun für das bessere Wohlergehen von ca 130 Frauen? Der Anteil ist ja noch weit unter einem hundertstel Promill?!!!!!

    Frauen die einen Konzern leiten können setzen sich auch ohne Quote durch.
    Und diese ständigen Verweise auf Dänemark und Norwegen sind ja wohl abstrus. Allein die Größenordnung passt nicht.

    Das Geschrei um den EURO ist ja schon quälend und ermüdend. Und jetzt auch noch die Quotenfrauen?? Für den DAX???

    Dann lieber weiter mit EURO Debatten.

    • Timo K
    • 17. Oktober 2011 20:11 Uhr

    Jetzt müssen wir, denen oben beim kämpfen helfen.

    Stimmt, die Frage, ob die da nicht kämpfen können, oder wollen, die ist unerheblich.

    Erheblich ist aber die Frage, was haben 99% der restlichen Bürger davon?

    Mir sind die Töchter und Schwestern derer, die ihre Krisen auf unseren Rücken ausbaden, nämlich sch***egal.

    Und auch der Feminismus, der hätte ganz andere Probleme, als dieses.
    Ein abstrahlen nach unten, das brauchen wir uns nicht erwarten, denn unterhalb der gläsernen Decke ist doch eh alles rosig und Frauen erobern und erobern, wie es so schön im gegenderten Neusprech dann heißt.

    pS. Ich verlange ein Lob von den Moderatoren, für die vielen verkniffenen Kraftausdrücke und nicht geschriebenen Sätze, für welche ansonsten ein Anwalt hätte bemüht werden müssen.

    • wauzi
    • 17. Oktober 2011 20:20 Uhr

    funktionieren gut.
    jeder zieht seine protege(e)s heran.
    warum soll man qua quote männlichen filz ( und so nennt man gemeinhin strukturen in den oberen führungsebenen)
    durch weiblichen austauschen?
    das sind maßnahmen, die meiner meinung nach keinerlei signalwirkung haben.

    • ThorHa
    • 17. Oktober 2011 20:43 Uhr

    Ich misstraue Managern wie Politikern, die behaupten, ihnen ginge es nicht um macht. Sie werden meist ebenso erfolglose wie ineffiziente Manager und Politiker sein, vom Ergebnis her gedacht.
    Dass man um Macht kämpfen muss, sollte bekannt sein. Frauen dagegen möchten die Macht auf dem Silbertablett serviert, durch eine Quote. Ganz egoistisch gefragt - warum sollte ich als Mann eigentlich dafür sein? Meine Chancen werden sich dadurch verschlechtern - und die angeblich "sozialere" Änderung der Firmenkultur will ich nicht einmal geschenkt. Noch mehr Wischi-Waschi statt klarer Vorgaben, sauberer Prozesse, direkter Rückmeldung und leistungsgerechter Einstufung? Nein, danke :-).

    "...Jetzt müssen wir, denen oben beim kämpfen helfen.

    Stimmt, die Frage, ob die da nicht kämpfen können, oder wollen, die ist unerheblich..."

    Korrekt, Timo K.
    Jemand -ob Mann oder Frau- der/die es nicht aus eigener Kraft schafft bis ganz nach oben zu kommen, der wird sich dann da auch nicht durchsetzen können.

    Fazit:
    Frauen, die eine Quotenregelung brauchen, um in die Führungsebene der Wirtschaft zu gelangen, werden dann andere "Quoten" benötigen, um sich mit ihrer Arbeit dort durchsetzen zu können. Genau das verlangt die Wirtschaft insbesondere in der jetzigen prekären Situation jedoch nicht. Hier sind (neben den fachlichen) persönliche Qualifikationen gefragt, die Führungsstil und Durchsetzungsvermögen widerspiegeln. Nur unter diesen Voraussetzungen ist jemand für die Vorstandsarbeit geeignet und teamfähig. Dabei ist es schlecht vorstellbar, dass Unternehmen hier mehr auf das Geschlecht, als auf die Qualifikation achten. Und hier gibt es auch keine Ablehnung einer Bewerberin wegen Überqualifikation, sondern hier regiert ausschliesslich die Frage, ob jemand geeignet ist für eine Leitungsfunktion oder nicht.

    Im Übrigen ist es realitätsfremd, eine feste Quote immer einhalten zu müssen:
    Wenn für die Stelle einer Frau, die aus der Chefetage ausscheidet, nur ein geeigneter männlicher Nachfolger da wäre ...würde dann eine unqualifizierte Frau eingesetzt, und der qualifizierte Mann bleibt draußen?

    Lächerlich!

    aus Berlin ==> Drupi

    ...sondern ein Regelwerk ! Der/die Verfasser stellen sich mit Ihrer Wortwahl selber ein Bein :
    "...bis zur Qualitäts- und Leistungssteigerung bei männlichen Führungskräften, die mit Frauen zusammenarbeiten müssen."
    Aha ! So geht das ! Wenn eine Frau dabei ist, wird gleich alles besser ! Interessant ! Insbesondere wie man eine "Qualitäts- und Leistungssteigerung" im Vorstand eines Dax-Konzerns feststellt hat.Die benutzen keine Stechuhr und Konzepte werden auch nicht (nur) von einer Person erstellt. Ich glaube gerne, dass es unter den männlichen Vorständen richtige Flaschen gibt, aber das Gleiche gilt auch für Frauen.Oder meinen sie etwa, dass es am fehlenden Y-Chromosom liegt, dass Frauen besser sind ?
    Ich meine, das wäre ja Sexismus pur, oder nicht ?

    • pnk
    • 18. Oktober 2011 12:44 Uhr

    Ich warte übrigens immer noch auf ein Statement, werter Herr Polke-Majewski.

    In einer Gesellschaft, wo immer noch konservative Politik (CDU) betrieben wird, werden Männer sich nur langsam auf Frauen zu bewegen. Diese von Männern dominierende Gesellschaft betrachtet eine Frau immer noch nicht als gleichberechtigten Partner. Man schaue sich doch nur die Stellung der Frau in der Öffentlichkeit an. Da wird die Frau doch mehr als Sexobjekt dargestellt. Frauen werden als eine "Zierde" des Mannes betrachtet. In der BRD wurden all die Jahre konservative Ansichten und Werte innerhalb der Familie vermittelt. Deswegen wurde ja auch immer wieder die CDU gewählt(?) Frauen sind hier noch lange nicht emanzipiert. Und ich habe den Vergleich, da ich in der DDR großgeworden bin. Für mich, und auch für viele andere Frauen aus der DDR, bedeutet diese Gesellschaft einen ziemlichen Rückschritt was die Emanzipation der Frauen angeht. Und mit Emanzipation meine ich die Gleichberechtigung der Frau im Beruf und Partnerschaft. Z.Bsp. für die gleiche Arbeit das gleiche Gehalt zu bekommen war in der DDR gang und gebe. In der BRD gibt es immer noch diese Unterschiede! Frauen werden grundsätzlich schlechter bezahlt, was ja auch mit Anerkennung zu tun hat.

    In der DDR war zwar auch eine Frauen Quote politisch verordnet. Nur hatten wir eben auch ganz andere Bedingungen und Voraussetzungen um diese Ouote zu "erfüllen". Es gab auch ein anderes Wertesystem! Diese Voraussetzungen müssen hier noch erst geschaffen werden. Mit einer Quote alleine löst man dieses Problem jedenfalls nicht!

    • Krips
    • 19. Oktober 2011 12:38 Uhr

    Zitat:
    "8. Wollen Frauen nicht kämpfen?

    Sehr geehrte(r) ThorHa,

    Moralische Appelle wie "Können oder wollen Frauen nicht kämpfen" helfen hier meiner Ansicht nach nur bedingt weiter. Das Problem, welches sich stellt, hat meine Kollegin Wenke Husmann sehr gut erklärt (http://www.zeit.de/karrie...). Sie schreibt: "Im oberen Management herrschen Denkmuster und Strukturen, die dazu führen, dass Frauen wenig zugetraut wird und sie außen vor bleiben." Hier hat sich ein geschlossenes System herausgebildet, das einen Impuls von außen braucht, um sich zu verändern. Die Quote kann ein solcher Impuls sein.

    Viele Grüße
    Karsten Polke-Majewski"
    Zitat Ende

    Ihre Erfahrungen in Ehren, aber Susan Pinker kommt in ihrem Buch "Das Geschlechterparadox" aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen zu einem anderen Ergebnis. Demnach wollen tatsächlich nur ganz wenige Frauen in die obersten Ränge aufsteigen, weil sie viel seltener als Männer bereit sind, dafür weitgehend auf ihr Privat- und Familienleben zu verzichten. Die meisten Betriebe wären dagegen durchaus bereit, Frauen auch in obersten Führungspositionen einzusetzen.

    Darum ist mir leider nicht klar, was die Quote als "Anstoß von außen" denn nun ändern soll, denn damit wird der Hebel an der völlig falschen Stelle angesetzt und Eulen nach Athen getragen. Aussichtsreicher wäre m.E. ein Modell, das Beruf und Familie GUNRDSÄTZLICH und GESCHLECHTERUNABHÄNGIG besser vereinbar macht. Sowas kann ich aber leider nirgends erkennen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Kristina Schröder | CDU | CSU | Dieter Zetsche | Führungskraft | Hewlett-Packard
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