Das griechische Finanzministerium hat den Abgeordneten des Parlaments zwei Listen mit 2.495 Namen von Bürgern vorgelegt, die Geld ins Ausland brachten oder dem Staat große Summen schulden. Darunter seien auch 40 Menschen, die jeweils mehr als 100 Millionen Euro vorenthalten.

Einer davon habe ein jährliches Einkommen von 42.000 Euro angemeldet, hatte im Ausland aber Geldeinlagen in Höhe von 104 Millionen Euro. Ein Unternehmer schuldet dem Staat 636 Millionen Euro. Abgeordnete sagten, auf den Listen stünden Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten – Ärzte ebenso wie Klempner und Finanzbeamte. 18 Personen erhielten sogar Arbeitslosenunterstützung und hatten im Ausland jeweils Geldeinlagen zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Euro.

Einsicht in die Listen haben nach Angaben des Finanzministeriums nur Abgeordnete. Sie dürfen sie aber nicht fotografieren oder Notizen machen. Die Datenschutzbehörde habe dies bisher nicht genehmigt, hieß es. Namen wurden bisher nicht bekannt.

Finanzminister Evangelos Venizelos hatte angekündigt, auch die Namen zu veröffentlichen. Dies "wird bald geschehen", sagte ein enger Mitarbeiter. Griechische Medien veröffentlichten Fotos der Listen, bei denen aber die Nachnamen der Steuersünder geschwärzt waren.

Streiks und Proteste gehen weiter

Griechenland muss hart sparen, um seine Staatsschulden zu senken. Dagegen protestieren die Bürger seit Monaten. Ein Generalstreik legte den zweiten Tag in Folge das öffentliche Leben in weiten Teilen des Landes lahm. Vor allem die Verwaltung arbeitet nicht, in Athen stehen Busse und die U-Bahnen. Auch Schulen und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Ärzte behandeln nur Notfälle. Der Flugverkehr hat sich dagegen weitgehend normalisiert.

Seit dem frühen Morgen ziehen Demonstranten durch die Hauptstadt. Vor dem Parlament versammelten sich Tausende. Die Polizei entsandte ein Großaufgebot, nachdem gestern bei Zusammenstößen mit jugendlichen Demonstranten mehrere Menschen verletzt worden waren.