Die Bundesrepublik hat nach einer Bilanzkorrektur bei der Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) schlagartig rund 55,5 Milliarden Euro weniger Schulden. Das Finanzministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht von stern.de.

Die FMS Wertmanagement, wie die Bad Bank der HRE heißt, hatte bereits rückwirkend ihre Bilanz für 2010 korrigiert und 24,5 Milliarden weniger Schulden ausgewiesen als zuvor genannt. In der Bilanz für 2011 sollen noch einmal 31 Milliarden hinzukommen. Zusammengerechnet ergibt die Korrektur also, dass FMS 55,5 Milliarden Euro weniger Schulden hat. Die Verbindlichkeiten der FMS fließen gemäß EU-Vertrag direkt in die Berechnung der deutschen Staatsschulden ein.

Über die Bilanzkorrektur der FMS sei das Ministerium in der vergangenen Woche informiert worden. Die Begründung für die Korrektur wurde vom Ministerium als "plausibel" eingestuft. "Offenbar handelt es sich um fehlerhafte Doppelbuchungen", hieß es dort. Die genauen Ursachen müssten noch geklärt werden. Ungeachtet dessen "begrüßt die Bundesregierung grundsätzlich jede Reduzierung des Maastricht-Schuldenstandes", hieß es weiter.

Nach der Korrektur falle die deutsche Schuldenquote für 2010 mit 83,2 Prozent um einen Punkt niedriger aus als noch im September der EU-Kommission übermittelt. Und für 2011 sei nun mit einem gesamtstaatlichen Schuldenstand von 81,1 Prozent zu rechnen – 2,6 Punkte weniger als in der letzten Maastricht-Mitteilung an Brüssel erwartet.

Allerdings könnte sich die Verringerung der Schulden im Zuge der Neuberechnung schnell wieder erübrigen: Der beabsichtigte Schuldenschnitt für Griechenland könnte die Bank weitere Milliarden kosten. Wie hart der beschlossene Schuldenschnitt für das angeschlagene Land die FMS Wertmanagement treffen wird, ist noch offen.