Keystone XL Obamas Pipeline-Dilemma
Umweltschützer wehren sich gegen das gigantische Pipeline-Projekt Keystone XL, das Öl aus Kanada in die USA bringen soll. Der US-Präsident muss über den Bau entscheiden.
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

Ende August demonstrierte unter anderem die US-Schauspielerin Daryl Hannah (Blade Runner, Magnolien aus Stahl) vor dem Weißen Haus gegen den Pipeline-Bau.
Diese Pipeline wird Amerika spalten. Keystone XL soll in dem kleinen Kaff Hardisty in der kanadischen Provinz Alberta starten, neben Montana vier weitere US-Bundesstaaten kreuzen und in Texas enden. Insgesamt wird sie mehr als 2.600 Kilometer lang sein, das entspricht etwa der Strecke Berlin-Lissabon. Sie ist ein gigantisches Infrastruktur-Vorhaben, das derzeit größte Energieprojekt in den USA.
Rund 700.000 Barrel Rohöl aus Teersanden soll Keystone XL täglich zu den Raffinerien am Golf von Mexiko transportieren. Mehr als sieben Milliarden US-Dollar will der kanadische Pipeline-Betreiber Transcanada investieren. Die Rohre werden einen Durchmesser von fast einem Meter haben.
Es soll eine Win-win-Situation für Kanada und die USA sein: Zurzeit fehlen Kanada Abtransport-Kapazitäten für das Rohöl aus Teersanden. Und in den USA sind die Raffinerien am Golf von Mexiko nicht ausgelastet, da es zu wenige Pipelines vom Ölzentrum in Cushing/Oklahoma, wo das Erdöl in großen Mengen aus Kanada anlandet, gen Süden gibt.
Keystone XL aber spaltet Amerika nicht nur geographisch, sondern auch politisch. Denn während Befürworter die Pipeline als Jobmaschine preisen, welche die Abhängigkeit von Erdölimporten aus dem Nahen Osten mindert, warnen Gegner vor Umweltrisiken und Klimafolgen.
In den vergangenen Wochen protestierten Zehntausende in den USA gegen den Bau. Ende August eskalierten die Proteste in Washington, als die Polizei rund 1.000 Demonstranten verhaftete, darunter den Chefklimaforscher der Nasa, James Hansen, und die Schauspielerin Daryl Hannah. In mehreren Leitartikeln hat sich inzwischen sogar die New York Times gegen den Pipeline-Bau ausgesprochen, ein ungewöhnlicher Akt. Selbst Nobelpreisträger wie der Dalai Lama und Desmond Tutu fordern ihr Aus.
Da die Pipeline die Staatengrenze USA-Kanada kreuzen soll, muss US-Außenministerin Hillary Clinton sie im Auftrag von Obama genehmigen. Zurzeit sind die Energiereferenten im State Department daher vor allem mit einer Frage beschäftigt: Ist Keystone XL im nationalen Interesse der USA? Ende des Jahres will die Regierung eine Entscheidung fällen, der Kongress muss nicht beteiligt werden.
"Es ist die wichtigste politische Entscheidung, die Obama bis zu den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr noch treffen wird", sagt Bill McKibben, US-Umweltaktivist und Mitgründer des weltweiten Klimaschutznetzwerks 350.org. "Genehmigt er den Bau, werden die Menschen die Hoffnung verlieren, dass sich die USA jemals für das Klima verantwortlich fühlen."
- Datum 07.10.2011 - 09:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das Öl wird zuerst von Canada nach Texas gepumt, und der fertige Sprit dann wieder quer durch die USA gekarrt.
Man könnte das Öl auch im Norden der USA raffinieren, dann wären die Wege viel kürzer.
Und eine Rafinerie kostet auch nicht mehr als eine lange Leitung.
Die ist wohl nicht mehr Werbewirksam
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