Die Rating-Agentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Italiens um drei Stufen von Aa2 auf A2 herunter. Die Agentur begründete die Absenkung des Ratings mit wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten. Das Vertrauen der Märkte sei erschüttert und die italienische Wirtschaft stehe vor großen strukturellen Herausforderungen. Das Risiko, dass Italien seine Haushaltsziele nicht erreichen kann, sei gestiegen und die staatlichen Reformbemühungen hätten gerade erst begonnen. Moody's warnte zudem vor weiteren Herabstufungen, indem die Agentur das Rating mit einem negativen Ausblick versah.

Moody's hatte das Rating im Juni auf die Überprüfungsliste gesetzt und die Herabstufung bereits im September angedroht. Mitte September hatte auch die US-Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, der Schritt sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – daran gemessen ist in der Euro-Zone nur Griechenland höher verschuldet. Für dieses Jahr erwartet die italienische Regierung ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. 2013 wird ein ausgeglichener Haushalt angestrebt. Wegen seiner enormen Schulden muss Italien Anlegern historisch hohe Zinsen zahlen.