Die französischen Banken können Verluste durch Abschreibungen auf griechische Schulden problemlos verkraften, schätzt Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer. In einem Interview mit dem französischen Radiosender RFI und dem Fernsehsender TVMonde sagte Noyer, dass die Geldhäuser in der Lage seien, ihre Kapitalreserven ohne öffentliche Gelder aufzustocken.

"Griechenland ist kein Problem für die französischen Banken", sagte Noyer. Die französischen Kreditinstitute hätten griechische Schuldenpapiere im Volumen von acht Milliarden Euro in ihren Büchern. Im ersten Halbjahr hätten sie demgegenüber Gewinne von elf Milliarden Euro verbucht.

Noyer will einen stärkeren Schuldenerlass jedoch nicht verbindlich vorschreiben. "Das muss eine freiwillige Bemühung bleiben", zitiert die französische Nachrichtenagentur AFP Noyer. Allerdings sei ein stärkerer Schnitt als die bisher beschlossenen 21 Prozent "an dem Punkt, an dem wir angekommen sind, wahrscheinlich nötig". Einen kompletten Schuldenerlass für Italien, Spanien, Irland oder Portugal schließe er aus.