Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Arbeit der einflussreichen Rating-Agenturen kritisiert. Den Wächtern über die Kreditwürdigkeit unterliefen mitunter Fehler in der Methodik, aber auch bei der internen Kontrolle des Rating-Prozesses und der Bewältigung von Interessenkonflikten. Das geht aus dem ersten Jahresbericht der Aufsicht zu zehn Rating-Agenturen hervor. Zwar räumte die SEC darin ein, dass es bereits einige Verbesserungen gegeben habe, dennoch erwarte sie, dass die Agenturen die Bedenken ernst nähmen und rechtzeitig darauf reagierten.

Rating-Agenturen bewerten die Bonität von Staaten und Unternehmen sowie die Ausfallwahrscheinlichkeit von Wertpapieren. Viele Investoren vertrauen ihrem Urteil nahezu blind. Politiker und Finanzaufseher hatten die Rating-Agenturen immer wieder kritisiert. Sie hätten die Zeichen für den Niedergang des US-Immobilienmarktes ignoriert. Versuche, die Rating-Agenturen für ihre Fehleinschätzungen zur Rechenschaft zu ziehen, scheiterten bislang.

Die Agenturen vertreten hingegen den Standpunkt, sie hätten Meinungen abgegeben und keine Kaufempfehlungen ausgesprochen. Erst jüngst waren die Rating-Agenturen wieder in die Kritik geraten, weil sie in der Schuldenkrise in Europa und den USA die Kreditwürdigkeit von Ländern herabstuften. Das verteuert für die betroffenen Staaten die Aufnahme neuer Kredite.