Die deutschen Behörden prüfen nach Informationen des Handelsblatts, ob sie drei weitere CDs mit Steuerdaten kaufen. Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf vier "voneinander unabhängige Quellen". Welche Banken aus welchen Staaten betroffen sein könnten, blieb zunächst offen. Die Qualität der Daten müsse erst geprüft werden, bevor die Behörden entscheiden, ob sie die CD kaufen.

Den Behörden werden dem Bericht zufolge fortlaufend neue Datenträger angeboten. "Der Datenfluss ist ungebrochen", wird ein Insider zitiert. Allerdings gibt es bei den Verkaufsangeboten immer wieder falsche Angaben. Ein Landesfinanzminister sagte: "Es sind zahlreiche Trittbrettfahrer unterwegs." So lehnte ein SPD-geführtes Landesfinanzministerium in der Vergangenheit in zwei Fällen einen Kauf von Datenträgern ab. Der Minister sagte dem Handelsblatt, im Durchschnitt dauere es etwa ein Jahr, bis bei CD-Angeboten eine Entscheidung für oder gegen einen Kauf falle.

Baden-Württemberg will künftig Steuer-CDs kaufen

Dem Bericht zufolge will künftig auch das Land Baden-Württemberg CDs ankaufen, um Steuersünder zu überführen. Jedem Steuersünder müsse "klar sein, dass es ein Entdeckungsrisiko gibt", sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Unter einer CDU-geführten Regierung hatte das Land in der Vergangenheit den Kauf solcher Daten abgelehnt.

Das Bundesfinanzministerium hatte erst am Freitag den erneuten Ankauf von Daten deutscher Steuersünder bestätigt. Demnach kaufte Nordrhein-Westfalen in Abstimmung mit der Bundesregierung eine Steuer-CD. Auf dieser sei Material zu etwa 3.000 Bankkunden, die Geld in Luxemburg deponiert hätten. Betroffen seien Kunden der Großbank HSBC in Luxemburg. Die Untersuchungen liefen bereits.