Staatsverschuldung US-Defizit steigt auf mehr als 15 Billionen

Die Bestnote AAA wurde den USA bereits im August von Standard & Poor's entzogen. Seither hat sich nichts verbessert: Die US-Staatsverschuldung hat einen neuen Höchstwert erreicht.

Ein mit Brettern vernageltes Haus steht neben einem bewohnten in der US-Stadt Detroit

Ein mit Brettern vernageltes Haus steht neben einem bewohnten in der US-Stadt Detroit

In den USA sind die Staatsschulden erstmals über die 15-Billion-Dollar-Grenze gestiegen – das sind 11,11 Billionen Euro. Der Betrag entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA und war vom Weißen Haus für das gesamte Jahr 2011 einkalkuliert worden. Zum Vergleich zur Krise in der Euro-Zone: Die Staatsschulden Italiens belaufen sich auf rund 1,8 Billionen Euro.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums stiegen die Schulden bereits am Dienstag über die 15-Billionen-Marke. Damit lagen sie um 55,8 Milliarden Dollar höher als am Vortag. Nach der inoffiziellen Debtclock (Schuldenuhr) kletterten die Schulden allerdings erst in der Nacht zum Donnerstag über die Marke. Anfang August beliefen sich die Schulden noch auf 14,3 Billionen Dollar. Wegen der hohen Staatsverschuldung hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's im August den USA die Bestnote AAA für ihre Kreditwürdigkeit entzogen.

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Republikaner und Demokraten suchen Einigung

Die neuen Zahlen kommen in einer innenpolitisch kritischen Zeit: Im US-Kongress bemüht sich derzeit eine Kommission aus Republikanern und Demokraten, einen Weg aus der Schuldenfalle zu finden. Bis zum 23. November soll das Komitee Einsparungen in Höhe von zwischen 1,2 und 1,5 Billionen Dollar für die nächsten zehn Jahre erarbeiten. Sollte es keine Einigung geben, würden automatisch noch schmerzhaftere Einsparungen in Kraft treten.

Das Super-Komitee war im Sommer einberufen worden, nachdem die USA knapp einer Staatspleite entkommen waren. Erst in letzter Minute konnten sich die Regierung und Opposition auf eine Erhöhung des staatlichen Schuldenlimits einigen.

Bei den Republikanern rief der Schuldenrekord Empörung hervor. Sie machten die Regierung von Präsident Barack Obama für die hohe Verschuldung verantwortlich. "Die Zahl markiert einen schändlichen Tag in der amerikanischen Geschichte", erklärte Haushaltsexperte Paul Ryan über Twitter. Der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012, Rick Perry, verurteilte "die sozialistische Politik Obamas, die das Land ruiniert". Der oberste Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sagte, die USA glichen zunehmend dem hochverschuldeten Griechenland.

 
Leser-Kommentare
  1. Erst verweigern sie Obama Sparpakete und Steuererhöhungen; jetzt hacken sie auf den Staatsschulden herum. Habe ich vergessen, dass die Steuererhöhungen hauptsächlich Steuernachlässe für Reiche waren, die sein Amtsvorgänger eingeführt hat?

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  2. ob in den USA oder/und in Europa. Die 99% von uns werden es am Ende erzwingen. Das Schuldgeldsystem wackelt und zwar jeden Tag ein bisschen mehr. Alles was die Politik seine Buergern zu verkaufen versucht, ist still zu halten, zu glauben und zu zahlen, zahlen, zahlen. Das geht schief, gewaltig schief. Das Einzige, was gewiss ist, dass es am Ende nur Verlierer gibt.

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    Die 15 Billionen der USA sind nur wenig Trost für Europas 19 Billioen Schulden.

    Die 15 Billionen der USA sind nur wenig Trost für Europas 19 Billioen Schulden.

    • uewe
    • 17.11.2011 um 21:08 Uhr

    aber er kommt auf Grund von Fundamentaldaten und nicht auf Grund der selbsternannten 99%.
    Die selbsternannten 99% sind höchstens 10% und dazu lassen sie sich noch vor den Karren der Politik spannen.

    Da sind mir die Piraten deutlich lieber, die glauben wenigstens nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

  3. Das Getöse der "Märkte" und der Rating-Companies über die Schuldenkrise übertönt leider die vielen hoffnungsvollen Vorschläge zur grundlegenden Verbesserung der Zustände.
    Eine 180-Grad-Wende ist meiner Ansicht nach alternativlos, je früher, desto friedvoller.
    Alle Medien sollten den "Neuen Denkern" mehr Raum zur Veröffentlichung ihrer Ideen bieten - den Menschen zuliebe.

  4. Warum tut ihr euch mit den Begriffen nur so schwer? Meint ihr jetzt "Defizit", wie in der Überschrift, oder Schulden, wie im ersten Satz des Artikels? Und außerdem: Meint ihr mit "Billion" die Ami-Billion (10hoch9), auf deutsch die Milliarde, oder die deutsche Billion (10hoch12)?

    Schätze, dass das US-Defizit* ungefähr bei etwa -1,3 (US)Trillionen** USD, also -1,3 (D)Billionen USD liegen wird.
    ___
    * Revenues minus expenditures
    **1(US)Trillion=1(D)Billion=1x10hoch12

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    Redaktion

    Lieber XDenker,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Meldung in unserem Text meint tatsächlich nicht das Defizit, sondern die gesamtstaaliche Verschuldung. Wir haben das geändert.
    Zu ihrer zweiten Anmerkung: Gemeint sind deutschen Billionen, also englische trillions.

    Bestes vom News Desk,

    Christian Bangel

    Redaktion

    Lieber XDenker,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Meldung in unserem Text meint tatsächlich nicht das Defizit, sondern die gesamtstaaliche Verschuldung. Wir haben das geändert.
    Zu ihrer zweiten Anmerkung: Gemeint sind deutschen Billionen, also englische trillions.

    Bestes vom News Desk,

    Christian Bangel

  5. Ein Schaubild hier: http://www.staatsverschul... zeigt, auf welchem Weg sich die USA befinden.

    Die Folgen werden sich erst noch in naher Zukunft so richtig zeigen.

  6. Redaktion
    7. Fehler

    Lieber XDenker,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Meldung in unserem Text meint tatsächlich nicht das Defizit, sondern die gesamtstaaliche Verschuldung. Wir haben das geändert.
    Zu ihrer zweiten Anmerkung: Gemeint sind deutschen Billionen, also englische trillions.

    Bestes vom News Desk,

    Christian Bangel

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    Antwort auf "Ach du liebe ZEIT"
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    Müßte es dann in der Headline nicht heißen: US-Schulden steigen auf mehr als 15 Billionen?

    Müßte es dann in der Headline nicht heißen: US-Schulden steigen auf mehr als 15 Billionen?

  7. Müßte es dann in der Headline nicht heißen: US-Schulden steigen auf mehr als 15 Billionen?

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