BundesagenturErholung am Arbeitsmarkt verlangsamt sich

Ein Großteil der üblichen Herbst-Belebung hat bereits im September stattgefunden. Dennoch sieht die Bundesagentur den Arbeitsmarkt im Oktober in guter Verfassung. von dpa

Bundesarbeitsministerium Ursula von Leyen (CDU)

Bundesarbeitsministerium Ursula von Leyen (CDU)  |  © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober zwar gesunken, doch der Rückgang fiel schwächer als sonst in diesem Monat üblich aus. Erstmals seit Februar 2010 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) saisonbereinigt sogar wieder einen Anstieg der Erwerbslosigkeit. Im Vergleich zum September wuchs die Zahl der Arbeitslosen um 10.000, wenn man jahreszeitliche Einflüsse berücksichtigt.

Wie die Nürnberger Behörde mitteilte, waren im Oktober 2,74 Millionen Arbeitslose registriert. Das waren 59.000 weniger als im September und 204.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Üblich war in den vergangenen Jahren im Oktober ein stärkerer Rückgang.

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Ein Großteil der Herbstbelebung habe sich vermutlich auf den September konzentriert, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich alles in allem fortgesetzt." Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wachse weiter und die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch. Noch niedriger war die (nicht saisonbereinigte) Zahl der Arbeitslosen in einem Oktober zuletzt 1991.

Besonders gesucht sind Fachleute in den Bereichen Metall, Elektro, Maschinenbau, Verkehr, Logistik und Handel. Allerdings entwickeln sich die Stellenmeldungen mittlerweile moderater als noch vor einem Jahr. Der größte Arbeitskräftebedarf besteht weiter bei der Zeitarbeit: Mehr als jede dritte freie Stelle gab es im Oktober in dieser Branche.

Die Banken rechnen nicht mit einer Jobkrise, dämpfen aber die Erwartungen. Commerzbank-Volkswirt Tuchtfeld hält 2012 wieder einen leichten saisonbereinigten Anstieg der Arbeitslosigkeit für möglich: "Im Prinzip spürt man auf dem Arbeitsmarkt weiterhin die konjunkturelle Grunddynamik. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass die Fortschritte in Zukunft nicht mehr so groß ausfallen werden." Mit der Schaffung von deutlich weniger Arbeitsplätzen als in der zurückliegenden Boomphase rechnet Alexander Koch von der HypoVereinsbank: "Ich sehe aber im Moment noch keine Trendwende am Arbeitsmarkt", denn Deutschland erlebe derzeit nur eine leichte konjunkturelle Schwächephase.

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Leserkommentare
  1. Der Bericht beinhaltet eigentlich durchweg Positives. Warum deutet dann die Überschrift das Gegenteil an? Kann denn nicht einmal die Zeit dem unsäglichen Drang widerstehen nur noch Meldungen mit unterschwelligem Weltuntergangsraunen verbreiten zu müssen?

    2 Leserempfehlungen
    • bigbull
    • 02. November 2011 16:51 Uhr

    Mit nicht korrekt bezahlter Arbeitskraft noch Werbung zu
    machen ist so, als ob ich mir einen Früchtejoghurt ohne
    Früchte kaufe.

    • MeÖz
    • 02. November 2011 20:16 Uhr

    Erwerbsarmut und Prekarisierung schreiten nett voran. Die Klasse der aufstockenden Working Poor liegt bei 1,3 Mio.
    Und das Sahnehäubchen : 1/5 der Erwerbsfähigen arbeiten im Niedriglohnsektor. Ist das nicht Toll!

    Endlich sind wir in Sachen Wettbewerbsfähigkeit auf Platz - unberührt, aber arm.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Arbeit | Arbeitslose | Arbeitslosenquote | Arbeitslosigkeit | Arbeitsmarkt | Bank
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