Die neue Zuspitzung der Krise lässt sich sehr exakt messen. Sie beträgt genau 0,701 Prozentpunkte. Es ist diese Zinsdifferenz, mit der die Manager des Rettungsschirms EFSF in diesen Tagen umgehen müssen. Weil die Zinsen der EFSF-Anleihen derart gestiegen sind, zweifeln Ökonomen bereits daran, ob der Fonds tatsächlich über so viel mehr Feuerkraft verfügt, wenn die Details über die neue Ausgestaltung ausgehandelt sind. 

Schon Ende November soll der Fonds nicht mehr nur über 440 Milliarden Euro verfügen, sondern de facto Anleihen im Umfang von einer Billion Euro absichern können.

Bisher hat der EFSF erst Anleihen von 16 Milliarden Euro begeben. Man sollte also denken, dass noch eine Menge Platz ist unterm Schirm. Nur: Seit der ersten Verkaufsrunde im Januar ist die Arbeit für Klaus Regling, den Chef des Rettungsfonds, ungleich komplizierter geworden. Anfangs ging es um die Stabilisierung von Griechenland, Portugal und Irland. Wie schwierig allein diese Aufgabe werden kann, zeigte sich Ende vergangener Woche. Als Regierungschef Papandreou eine Volksabstimmung ins Gespräch brachte, vertagte der EFSF die Platzierung einer Anleihe kurzfristig auf diesen Montag. Geholfen hat es wenig.

Noch im Januar konnte Reglings Truppe eine Anleihe über fünf Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 2,89 Prozent am Markt platzieren. In dieser Woche waren für drei Milliarden bereits 3,591 Prozent fällig. Die Investoren schreckt zweierlei ab – zum einen die ökonomischen Unsicherheiten in der Euro-Zone, dann aber auch die zunehmende Komplexität des Rettungsfonds selbst. Schon seit Wochen überlegen Finanzexperten der beteiligten Euro-Länder, wie die Wirkung erhöht werden kann, von Hebelung ist die Rede, doch so recht versteht niemand, wie das im Detail geschehen soll, ohne die Glaubwürdigkeit und das Top-Rating des Schirms nicht zu gefährden.

Doch das ist schon geschehen. Vor allem asiatische Investoren zögerten zuletzt vor neuen Käufen. Sie sind es aber in erster Linie, die dauerhaft investieren könnten. Und in dieser angespannten Phase wackelt auch noch der erste Riese der Euro-Zone – Italien.