Euro-Krise Die Griechen fürchten die Drachme
Aus schierer Geldnot und Angst vor einer Rückkehr der Drachme ziehen die Griechen ihr Geld ab. Die Folge: Die Banken haben große Liquiditätsprobleme.
"Ich möchte mein Geld abheben", sagt Theodoros R. Die Kundenberaterin der Marfin Egnatia Bank im Athener Vorort Glyfada wirft einen kurzen Blick zur Decke, als wollte sie sagen: Schon wieder einer! Eine Termineinlage von 30.000 Euro hat Theodoros R. bei der Bank. Fällig wird das Geld erst in vier Monaten, aber er möchte es jetzt. "Sind Sie unzufrieden mit uns?", fragt die Beraterin. "Nein", sagt der 38-jährige Grieche, "ich möchte nur nicht eines Morgens aufwachen und Drachmen auf dem Konto haben."
Die Bankangestellte versucht, den besorgten Kunden zu beruhigen: Ein Ausscheiden aus der Euro-Zone stehe doch gar nicht zur Debatte, außerdem würden bei vorzeitiger Kündigung des Geldes Strafzinsen fällig, warnt sie. Doch der Kunde besteht auf seinem Geld, "und zwar in bar". Die Beraterin muss passen: So viel Geld habe man nicht im Tresor, frühestens "in ein paar Tagen" könne der Kunde sein Geld bekommen. Unverrichteter Dinge verlässt Theodoros R. die Filiale.
So ergeht es jetzt vielen Griechen: Sie blitzen bei den Banken ab, wenn sie größere Beträge abheben wollen. Die Institute kämpfen um jeden Euro. Für Termineinlagen zahlen manche Athener Banken fünf Prozent Zinsen und mehr. So versuchen sie, einen Aderlass zu stoppen, der ihre Existenz bedroht. Der von vielen schon lange befürchtete plötzliche Ansturm auf die griechischen Banken ist zwar bisher ausgeblieben. Aber im Zeitalter des E-Banking muss man nicht mehr vor den Schaltern anstehen.
Der Bank Run (viele Anleger versuchen, zeitnah ihr Geld abzuheben) ist längst im Gange – unsichtbar, aber abzulesen in den Statistiken der griechischen Zentralbank. Danach sind Einlagen der Geschäftsbanken seit Ende 2009 von 237,5 Milliarden Euro auf 183,2 Milliarden Ende September 2011 zusammengeschmolzen – ein Rückgang von 54,3 Milliarden oder 23 Prozent. Die Hälfte davon floss seit Januar 2011 ab. Allein im September gingen die Einlagen um 5,46 Milliarden zurück. Noch nie seit Beginn der Schuldenkrise ist in einem einzigen Monat so viel Geld abgeflossen. Neuere Zahlen hat die Zentralbank noch nicht veröffentlicht. Aber nach Angaben aus Bankenkreisen hat sich der Schwund im Oktober und Anfang November sogar noch beschleunigt, nachdem der inzwischen abgelöste Premier Giorgos Papandreou mit unbedachtem Gerede über eine Volksabstimmung die Angst vor einer Rückkehr Griechenlands zur Drachme schürte.
Aktuell dürften die Einlagen der griechischen Geschäftsbanken deutlich unter 180 Milliarden Euro liegen. Dem stehen ausgereichte Kredite von 253 Milliarden Euro gegenüber. Schon das zeigt: Die griechischen Banken sind mit massiven Liquiditätsproblemen konfrontiert. Das Thema stand auch im Mittelpunkt einer Krisensitzung, zu der Griechenlands Zentralbankchef Giorgos Provopoulos am vergangenen Freitag mit den Vorstandschefs der großen Geschäftsbanken zusammentraf.
- Datum 14.11.2011 - 15:29 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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....ziehen die Griechen ihr Geld ab. Die Folge: Die Banken haben große Liquiditätsprobleme."
Ich denke es ist mehr, weil niemand genau weiß, wie die Banken den 50% Schnitt der Staatspapiere verkraften sollen. Mehrere von ihnen sind sicherlich faktisch bankrott aber keiner weiß so genau welche. Da sind die Entscheidungen der Europäer verantwortlich.
...es ist vollkommen logisch Devisen zu sichern, solange man noch welche hat. Target2 spricht Bände:
http://www.querschuesse.d...
vermutlich haben auch die Italiener längst begonnen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
Die gr. Banken sind längst pleite, müssten die Forderungen aus target2 zeitnah verrechnet werden (wie eigentlich vorgesehen), dann wäre sofort Schluß, bzw. stände eine teure Bankenrettung an...
...es ist vollkommen logisch Devisen zu sichern, solange man noch welche hat. Target2 spricht Bände:
http://www.querschuesse.d...
vermutlich haben auch die Italiener längst begonnen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
Die gr. Banken sind längst pleite, müssten die Forderungen aus target2 zeitnah verrechnet werden (wie eigentlich vorgesehen), dann wäre sofort Schluß, bzw. stände eine teure Bankenrettung an...
...die drachme nicht passt, kann gern das land verlassen.
kleinbuergerliches denken...nicht der rede wert.
in der schweiz?!
irgendwo las ich vor kurzem, dass in der schweiz 220.000.000.000 € von 'privaten griechen' gebunkert sind.
fragen wir uns nicht alle:
wo kommt bloß dieser 'reichtum' bloß her????
=> sind DIESE euros nicht evt. die 'verschuldungsgewinn-euros'?????
Weder muss Griechenland die Drachme fürchten, noch die Eurozone verlassen - man muss beides kombinieren!
... die Griechen fürchten, dass sie bei einem Zwangsumtausch in Drachme Geld verlieren. Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Wer seine eigenen Euro rechtzeitig in Sicherheit bringt, mag sogar eine Drachme herbeiwünschen, weil er sie dann mit seinen geretteten Euro billig kriegen kann.
Stellen wir uns doch mal vor, dass man seinen Lohn oder Rente von 1000 Euro in Ein-Euro-Münzen auf einen Stapel stellt. So bekommt man eine Geldrolle von ca. 2,33 m.
Stelle man sich doch weiter vor die 1000 Euro jetzt mal 1000.000 zu multiplizieren, dann ist das eine Geldrolle mit 2330 km Länge und eine Mrd. wert. So, jetzt nehmen wir diese Geldrolle mal 400 (weil wir ja 400 Mrd. für Griechenland "spenden" sollen)...
Tja, dann reicht diese Euroschlange ca. 2,7 mal bis zum Mond oder ca. 23 mal um die Erde... Was ein Reichtum - aber nein - alles verpufft in schwarzen Löchern - ganz legal und von ganz oben beschlossen.
Aber um das dann zu finanzieren, wollen sie irgendwelche Steuern erhöhen oder senken und Freibeträge ändern...
Wir sind doch so dermaßen hinterm Mond, dass einem echt schlecht werden kann.
Gute Nacht - Käptn Chris
...halten sich immer die Waage, denn Geld entsteht nur bei Krediten. Da verpufft nix. Die Kohle wandert nur in andere Taschen...
...halten sich immer die Waage, denn Geld entsteht nur bei Krediten. Da verpufft nix. Die Kohle wandert nur in andere Taschen...
Und steht auch nur exakt so in jedem Erstsemester-Lehrbuch. Ja, liebe Freunde, das ist der Grund weshalb der Austritt aus dem Euro sich so extrem schwierig gestaltet. Beeindruckend finde ich allerdings, dass es offenbar unmöglich scheint die extrem einfachen Modelle aus dem Lehrbuch zu nehmen, mit ein wenig Geschichtswissen zu kombinieren und daraus Schlüsse zu ziehen wie: Wenn man eine gemeinsame Währung hat, muss man auch gemeinsam dafür sorgen, dass sie funktioniert. Oder: Das Gefasel von Rausschmiss und Insolvenz Griechenlands macht alles immer nur noch schlimmer.
"das ist der Grund weshalb der Austritt aus dem Euro sich so extrem schwierig gestaltet"
...macht das einen Austritt schwieriger?
"Das Gefasel von Rausschmiss und Insolvenz Griechenlands macht alles immer nur noch schlimmer."
Das Gefasel man könnte den Euro noch retten ebenso, es zögert das Ende ja doch nur hinaus.
"das ist der Grund weshalb der Austritt aus dem Euro sich so extrem schwierig gestaltet"
...macht das einen Austritt schwieriger?
"Das Gefasel von Rausschmiss und Insolvenz Griechenlands macht alles immer nur noch schlimmer."
Das Gefasel man könnte den Euro noch retten ebenso, es zögert das Ende ja doch nur hinaus.
...es ist vollkommen logisch Devisen zu sichern, solange man noch welche hat. Target2 spricht Bände:
http://www.querschuesse.d...
vermutlich haben auch die Italiener längst begonnen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
Die gr. Banken sind längst pleite, müssten die Forderungen aus target2 zeitnah verrechnet werden (wie eigentlich vorgesehen), dann wäre sofort Schluß, bzw. stände eine teure Bankenrettung an...
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