Interview mit Elmar Altvater "Man kann sich Kapitalismus abgewöhnen"

Unser Wirtschaftssystem steckt in der Krise, der Planet stirbt. Höchste Zeit, sich etwas Neues auszudenken, sagt der Kapitalismuskritiker Elmar Altvater im Interview.

Elmar Altvater im Berliner Café Einstein

Elmar Altvater im Berliner Café Einstein

Ein nebliger Nachmittag in Berlin, das Café Einstein Unter den Linden. Es gibt keinen konkreten Anlass, Elmar Altvater zu interviewen, außer vielleicht, dass in diesem Herbst eine Debatte geführt wird, die Altvater sein ganzes Leben lang begleitet hat: Gibt es eine Alternative zu unserem kapitalistischen System? Altvater, pensionierter Politikprofessor und unermüdlicher Kritiker des Kapitalismus, ist ein hoch gewachsener Mann, an diesem Tag trägt er blaues Hemd und graues Sakko. Er hat zwei Stunden Zeit mitgebracht und ein iPad, auf dem er alles gespeichert hat: die Studien, Papiere und Bücher, die er während des Gesprächs zitieren wird.

ZEIT ONLINE: Sie sind jetzt 73 Jahre alt und haben ihr Leben damit verbracht, den Kapitalismus zu kritisieren. Hat Ihnen das am Ende mehr Freunde oder Feinde eingebracht?

Elmar Altvater: Ich habe heute von beidem weniger. Weniger Freunde, weniger Feinde.

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ZEIT ONLINE: Sie haben Freunde verloren?

Altvater: Man verliert immer Freunde, wenn man politische Verbindungen eingeht. Vor allem als ich 2007 in die Linkspartei eintrat, haben sich viele von mir abgewandt. Mit einem Mal wurde ich nicht mehr zu Essen eingeladen, die Leute wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Das musste ich öfter erleben. Aber auch meine Feinde sind weniger geworden. Man wird mit dem Alter für Konkurrenten einfach ungefährlicher.

ZEIT ONLINE: Sie sind seit ihren Studententagen ein hartnäckiger Kritiker des Kapitalismus geblieben. Einige ihrer damaligen Weggefährten haben hingegen ihren Frieden mit dem System gemacht. Joschka Fischer zum Beispiel.

Altvater: Fischer ist ein gnadenloser Opportunist. Ein Wunder, dass er in Deutschland so beliebt ist.

ZEIT ONLINE: Sie selbst sind sich treu geblieben?

Altvater: Ich habe immer versucht, authentisch zu sein. Aber ich habe meine Positionen stets überprüft und geändert. Ich habe es immer richtig gefunden, radikal zu denken – im guten Sinne. Also an die Wurzel des Problems zu gehen.

ZEIT ONLINE: Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher fragt sich mittlerweile, ob die Linke nicht doch vielleicht recht hat. Er schreibt aber auch: Linke Gesellschaftskritik hatte eigentlich "abgewirtschaftet". Wie haben Sie die Jahre bis zur Krise persönlich empfunden?

Altvater: Ich hab nichts anderes erwartet. Als Politologe war ich gewöhnt, marginalisiert zu sein. Ich war der bunte Vogel, zu dem die Leute auf Kongressen freundlich waren, dem man auch mal beipflichtete. Aber wenn es um das harte Geld ging und um Macht, dann wurden zum Beispiel Forschungsprojekte abgeblockt.

ZEIT ONLINE: Sie galten als Gestriger.

Altvater: Ich wurde "Apo-Opa" oder "Traditionsmarxist" genannt. Solche Sprüche haben mich kalt gelassen. Ehrlich getroffen hat mich, dass mir Gelder für Forschungsprojekte vorenthalten wurden. Ich konnte nicht immer so forschen, wie ich wollte. Das hat sich mittlerweile Gott sei Dank geändert.

ZEIT ONLINE: Erfüllt es Sie mit Genugtuung, dass selbst Konservative wie Frank Schirrmacher zugeben, dass die Annahmen der Linken nicht ganz falsch waren?

Altvater: Warum sollte mich das nicht mit Genugtuung erfüllen? Natürlich ist das eine Bestätigung. Andererseits ist mir das aber auch nicht so wichtig. Ich wusste vorher schon, dass meine Analyse der Finanzkrise besser ist als jene von – sagen wir – Hans-Werner Sinn.

ZEIT ONLINE: Sie haben so viele Bücher geschrieben, in denen Sie den Kapitalismus kritisiert haben. Er ist lebendiger denn je. Sie müssen frustriert sein.

Altvater: Das frustriert mich nicht. Rosa Luxemburg hat einmal gesagt: Der Kapitalismus wird zusammenbrechen, wenn die Sonne in die Erde stürzt, also nie. Der Kapitalismus ist eine extrem stabile Gesellschaftsform. Sonst würde es ihn nicht schon seit 400 bis 500 Jahren geben. Doch das bedeutet nicht, dass er noch ebenso viele Jahre vor sich hat.

ZEIT ONLINE: Sie prophezeien sein Ende.

Elmar Altvater
Elmar Altvater

Der pensionierte Professor für politische Ökonomie ist ein unermüdlicher Gesellschaftskritiker. Altvater, 73, wuchs im Ruhrgebiet als Sohn eines Bergarbeiters auf und finanzierte sich sein Ökonomiestudium in München mit Jobs als Liegewagenschaffner und auf dem Bau. 1968 legte er seine Disseration zu Umweltproblemen in der Sowjetunion vor und erhielt 1971 eine Professorenstelle an der Freien Univerisität in Berlin. Er war Mitglied im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und engagiert in der 68er-Bewegung in Berlin. Bekannt wurde er unter anderem durch sein Buch Grenzen der Globalisierung, das er mit seiner Lebensgefährtin Birgit Mahnkopf verfasste. Kurz vor dem Ausbruch der Weltfinanzkrise beschrieb er in der Streitschrift Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen die Auswüchse der Kapitalismus und seiner Krisen.

Altvater: Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, geht zu Ende. Das westliche, kapitalistische System ist dynamisch und flexibel, es hat viele Bedürfnisse geschaffen und befriedigt, und es hat viele Menschen reich gemacht, auch wenn der Preis eine steigende Ungleichheit war und ist. Das System aber beruht auf der Ausbeutung fossiler Brennstoffe – und die gehen nun zu Neige. Auch nimmt die Zerstörung der Umwelt ein so großes Maß an, dass es nicht mehr weiter geht. Die Krisen, die dadurch entstehen können, sind viel bedrohlicher als etwa die Finanzkrise, die wir im Moment erleben.

ZEIT ONLINE: Sie finden die Finanzkrise nicht bedrohlich?

Altvater: Doch, sie ist bedrohlich. Sie sorgt für Instabilität und es wäre klug, die Finanzmärkte zu regulieren und die Macht der Finanzindustrie zu begrenzen – etwa indem bestimmte Finanzgeschäfte verboten werden. Der entscheidende Unterschied besteht aber darin, dass die Krisen im Geldsystem behebbar sind. Es werden zwar ungeheure Summen vernichtet, aber sie lassen sich ersetzen. Die Zerstörungen der Natur, die mit unserer heutigen Form des Kapitalismus einhergehen, sind unwiederbringlich.

ZEIT ONLINE: Wie erklären Sie denn Milliarden von Indern und Chinesen, dass der Kapitalismus, der sie gerade reich macht, doch keine gute Erfindung ist?

Altvater: Schwierige Frage. Ich würde ihnen sagen, dass die Ökonomie nicht nur aus Geldkreisläufen besteht. Dass Wachstum auch die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen steigert. Dass wir mit unserem Wachstum Natur verbrauchen, die kein zweites Mal zur Verfügung steht. Wir verpesten unsere Flüsse, vergiften unseren Nahrungskreislauf und stoßen Kohlendioxid in die Atmosphäre, das erst nach 120 Jahren wieder verschwindet. Im vergangenen Jahr ist die ausgestoßene Menge an CO2 um sechs Prozent gestiegen. Gestiegen, nicht gesunken, obwohl doch genau dies mit dem Kyoto-Protokoll international vereinbart wurde. Irgendwann wird das System mit Schadstoffen so angefüllt sein, dass wir an einen Kipppunkt gelangen. Vielleicht haben wir den Moment schon erreicht.

ZEIT ONLINE: Die Frage ist doch, ob das eine Krise der Marktwirtschaft ist. Sie könnte erst jetzt richtig nützlich werden. Nehmen Sie die Knappheit von Benzin: Viele Menschen werden es womöglich eher akzeptieren, wenn der Preis auf zehn Euro pro Liter steigt, als wenn die Regierung den Treibstoff reduziert.

Altvater: Ich kenne solche Argumente. Ich sage Ihnen dazu nur eines: Marktbasierte Instrumente helfen an dieser Stelle nicht. Der Emissionshandel hat auch nicht funktioniert. Es gibt zu viele Menschen, die den Marktmechanismus nutzen, um ihren Profit zu steigern, zum Teil mit halb legalen Mitteln. Vergessen Sie den Markt. Er ist nicht die listige Idee, durch deren Anwendung sich – wie es im 17. Jahrhundert optimistisch hieß – private Laster in öffentliche Tugenden wandeln.

ZEIT ONLINE: Also fordern Sie einen stärkeren Staat, der uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben.

Altvater: Es wird nur über Regeln gehen. Wer sich ständig beschwert, dass es zu viel Staat gibt, den sei daran erinnert, dass wir auch im Straßenverkehr unendlich viele Verbote tolerieren. Niemand regt sich darüber auf. Der Staat wird regeln müssen, wie viel wir noch fliegen dürfen oder wie viel CO2 wir ausstoßen. Oder aber welche Finanzspekulation wir noch tolerieren und wo wir "Stopp" sagen müssen. Die Regeln müssen allerdings demokratisch festgelegt werden. Von der Idee, dies über einen autoritären Weg zu tun, halte ich gar nichts.

ZEIT ONLINE: Wie erklären Sie sich eigentlich, dass niemand das System infrage stellt – auch nach der großen Krise nicht?

Altvater: Eine große Frage. Es ist schon außerordentlich verwunderlich, was im Moment geschieht. Einerseits haben wir die Occupy-Bewegung, die weltweit gegen die Macht der Banken protestiert. Oder aber die Indignados in Spanien, die gegen das System demonstrieren, das ihnen diese Krise und eine hohe Arbeitslosigkeit beschert hat. Wenn dann aber gewählt wird, kommen die Konservativen an die Regierung – wie jetzt in Spanien. Das ist ein offensichtliches Paradox. Es lässt sich nur damit erklären, dass die Leute Angst vor Experimenten haben. Die Konservativen versprechen in Zeiten der Krise einfach Sicherheit.

ZEIT ONLINE: Haben wir die Vorstellungskraft für ein anderes System verloren?

Altvater: Nicht unbedingt. Es werden weiterhin utopische Gesellschaftsentwürfe entwickelt. Kein Spruch ist heftiger kritisiert worden als Margret Thatchers Feststellung, dass es "no alternative" gebe, also keine Alternative zum heutigen System. Vermutlich haben wir uns zwar an den Kapitalismus gewöhnt, aber deshalb nicht utopisches oder alternatives Denken ad acta gelegt. Foucault nennt die Akzeptanz der gesellschaftlichen Strukturen durch die Beherrschten Gouvernementalität. Nicht nur die Herrschenden gewöhnen sich an ein System, sondern auch die Regierten. Das bedeutet umgekehrt aber auch: Man kann sich Kapitalismus abgewöhnen.

ZEIT ONLINE: Was könnte dann kommen?

Altvater: Niemand kann heute sagen, wie das System aussehen wird. Aber es gibt Ideen. In Bolivien oder Ecuador haben die Regierungen mittlerweile das Prinzip des buen vivir in der Verfassung verankert. Man kann das als Gegenentwurf vor allem zum Modell des Westens verstehen: zu den Konsum- und Zeitgewohnheiten, die wir kennen. Überall auf der Welt entstehen Genossenschaften, die Energie, Immobilien oder anderes verwalten. Es gibt auch noch radikalere Ideen. Moderne Planwissenschaftler glauben, dass man mit der heutigen Computerleistung eine zentral gesteuerte Wirtschaft organisieren könnte, die besser funktionieren würde als noch in den sechziger oder siebziger Jahren. Wohlgemerkt: Ich halte das für Unfug. Der Markt wird weiter eine Rolle spielen, wenn auch eine begrenztere. Wichtig ist aber, dass diese Ideen gedacht werden. Wir müssen weg von der Ideologie der Unveränderbarkeit der herrschenden Verhältnisse, die uns gefangen hält.

ZEIT ONLINE: Sie selbst propagieren den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts". Klingt auch nicht gerade weniger ideologisch.

Altvater: Der Begriff kommt ursprünglich aus Lateinamerika, nicht aus Europa. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat ihn propagiert. Im Grunde genommen ist es mir aber auch egal, wie wir die Alternative nennen, so lange wir anfangen, darüber nachzudenken. Uns muss klar werden, dass wir in eine Katastrophe rutschen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Die Internationale Energieagentur IEA hat unlängst bekannt gegeben, dass wir ab dem Jahr 2017 keine fossilen Kraftwerke mehr bauen können, wenn wir das Zwei-Grad-Ziel der maximalen Erderwärmung noch erreichen wollen. Anders gesagt bedeutet das: Wenn wir nicht wollen, dass die Lawine uns auf die Füße fällt, müssen wir jetzt anfangen, radikal umzudenken und unser Leben und Arbeiten umorganisieren. Wir dürfen keine Zeit verplempern.

ZEIT ONLINE: Haben Sie heute mehr Hoffnung auf Veränderung oder weniger als früher?

Altvater: Als junger Mann hat man immer mehr Hoffnung. Mit dem Alter wird man erfahrungsgesättigter. Aber wenn ich die gesellschaftlichen Umstände analysiere, bin ich hoffnungsvoll. Die Notwendigkeit war nie größer und die Chancen für einen Wandel waren nie besser als heute.

 
Leser-Kommentare
  1. ´´Er hat einige reichgemacht und aber der Preis war eine Wachsende Ungleichheit....´´
    Nun, der Marxismus hat in allen bisherigen Spielarten alle gleich arm gemacht, von einer winzigen Funktionärselite abgesehen.
    Es geht dem Bürgern so gut wie nie zuvor in der Geschichte.
    Wir können es uns sogar leisten, Professoren, die gegen die Gesellschaft und den Kapitalismus sind eine Pension zu zahlen.

    23 Leser-Empfehlungen
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    Dem wachsenden Prekariat geht es keineswegs gut. Im Gegenteil, es hat sich Resignation und Hoffnungslosigkeit ausgebreitet.

    Die glitzernde Warenwelt hat jeder im Fernsehen, aber ob er sich die Dinge auch kaufen kann? Falls Sie nicht blind sind, werden Sie erkennen müssen, dass kein Mensch von 364 Euro im Monat im kalten teuren Deutschland leben kann, allenfalls vegetieren.

    Ca. 7 Mio so geschimpfte "Hartz-IV-Empfänger", arme Rentner, so gedemütigte "Niedriglöhner" und viele mehr sind ausgeschlossen vom wunderbaren "Aufschwung".

    ... dass wir das können. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe niemanden mehr, der zwischen Sozialismus, Marxismus und neuen Alternativen zum Kapitalismus unterscheiden könnte!

    Ich kann aus seinen Äußerungen, ganz nebenbei, nicht herauslesen, dass er "gegen die Gesellschaft" sei. Er fordert nur ein Nachdenken anstelle von sturem Beharren auf dem Status Quo.

    Noch hat Westeuropa den Kapitalismus nur in seinen Anfängen zu spüren bekommen. Die Transformation der europäischen Wirtschaftssysteme hin zum Kapitalismus geht weiter voran. Kapitalismus ist nicht gleich Marktwirtschaft, in der alle Marktteilnehmer ähnliche Teilnahmebedingungen (politisch, wirtschaftlich) haben. Osteuropa transformierte im Zeitfraffer hin zum Kapitalismus. Das Gemeineigentum gelangte unter Kontrolle weniger Kapitalisten (Oligarchen), der rechtmässige Eigentümer, das Volk, verarmte. Das ist auch die Zukunft Westeuropas. Die USA stecken mitten drin und 100 Millionen leben an der Armutsgrenze. Das Wirtschaftsprodukt wird von vielen erarbeitet, es macht im Kapitalismus aber nur wenig noch reicher.

    .....das muß ein kleiner Teller sein, über dessen Rand sie nicht hinaussehen.

    • xpeten
    • 25.11.2011 um 15:28 Uhr

    mit "aber der Kommunismus ist...." abzuschmettern,
    führt in die Irre.

    Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass beide Systeme nicht dazu geeignet sind, auf Dauer als Grundlage eines freiheitlichen und gerechten, zivilisatorischen Zusammenlebens zu dienen.

    Der Kapitalismus hat uns schon in eine Situation getrieben, deren ungute Entwicklung nur noch damit verschleiert werden kann, dass man das System an den Tropf nicht gedeckter Kredite hängt, die aller Voraussicht nach von den kommenden Generationen nicht zurückzahlbar sein werden.

    Insofern ist Ihre Einschätzung "es geht den Bürgern so gut wie nie zu vor in unserer Gesellschaft" die eindimensionale Sichtweise einer überversorgten Rentner-Generation, welche die Interessen unserer Kinder und Kindeskinder völlig außer Acht lässt.

    gut gelacht.
    noch so ein verblendeter, der nicht über seinen tellerrand schaut.
    wer bezahlt für unseren wohlstand? welche nationen werden auf kosten unserer konsumgesellschaft ausgebeutet?

    reaktionäre kleingeister relativieren das ganze immer auf ein minimum, auf das sie dann solche aussagen anwenden. hurra.

    Sie wollen also andeuten, die Finanzkrise nötigte uns dazu, Professoren, die eine andere Meinung vertreten (als wer eigentlich? als SIE?) vom Dienst zu suspendieren - oder überhaupt gleich die Meinungsfreiheit zu verbieten. Wie krank ist das denn? Vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten, sofern vorhanden!

    Dem wachsenden Prekariat geht es keineswegs gut. Im Gegenteil, es hat sich Resignation und Hoffnungslosigkeit ausgebreitet.

    Die glitzernde Warenwelt hat jeder im Fernsehen, aber ob er sich die Dinge auch kaufen kann? Falls Sie nicht blind sind, werden Sie erkennen müssen, dass kein Mensch von 364 Euro im Monat im kalten teuren Deutschland leben kann, allenfalls vegetieren.

    Ca. 7 Mio so geschimpfte "Hartz-IV-Empfänger", arme Rentner, so gedemütigte "Niedriglöhner" und viele mehr sind ausgeschlossen vom wunderbaren "Aufschwung".

    ... dass wir das können. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe niemanden mehr, der zwischen Sozialismus, Marxismus und neuen Alternativen zum Kapitalismus unterscheiden könnte!

    Ich kann aus seinen Äußerungen, ganz nebenbei, nicht herauslesen, dass er "gegen die Gesellschaft" sei. Er fordert nur ein Nachdenken anstelle von sturem Beharren auf dem Status Quo.

    Noch hat Westeuropa den Kapitalismus nur in seinen Anfängen zu spüren bekommen. Die Transformation der europäischen Wirtschaftssysteme hin zum Kapitalismus geht weiter voran. Kapitalismus ist nicht gleich Marktwirtschaft, in der alle Marktteilnehmer ähnliche Teilnahmebedingungen (politisch, wirtschaftlich) haben. Osteuropa transformierte im Zeitfraffer hin zum Kapitalismus. Das Gemeineigentum gelangte unter Kontrolle weniger Kapitalisten (Oligarchen), der rechtmässige Eigentümer, das Volk, verarmte. Das ist auch die Zukunft Westeuropas. Die USA stecken mitten drin und 100 Millionen leben an der Armutsgrenze. Das Wirtschaftsprodukt wird von vielen erarbeitet, es macht im Kapitalismus aber nur wenig noch reicher.

    .....das muß ein kleiner Teller sein, über dessen Rand sie nicht hinaussehen.

    • xpeten
    • 25.11.2011 um 15:28 Uhr

    mit "aber der Kommunismus ist...." abzuschmettern,
    führt in die Irre.

    Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass beide Systeme nicht dazu geeignet sind, auf Dauer als Grundlage eines freiheitlichen und gerechten, zivilisatorischen Zusammenlebens zu dienen.

    Der Kapitalismus hat uns schon in eine Situation getrieben, deren ungute Entwicklung nur noch damit verschleiert werden kann, dass man das System an den Tropf nicht gedeckter Kredite hängt, die aller Voraussicht nach von den kommenden Generationen nicht zurückzahlbar sein werden.

    Insofern ist Ihre Einschätzung "es geht den Bürgern so gut wie nie zu vor in unserer Gesellschaft" die eindimensionale Sichtweise einer überversorgten Rentner-Generation, welche die Interessen unserer Kinder und Kindeskinder völlig außer Acht lässt.

    gut gelacht.
    noch so ein verblendeter, der nicht über seinen tellerrand schaut.
    wer bezahlt für unseren wohlstand? welche nationen werden auf kosten unserer konsumgesellschaft ausgebeutet?

    reaktionäre kleingeister relativieren das ganze immer auf ein minimum, auf das sie dann solche aussagen anwenden. hurra.

    Sie wollen also andeuten, die Finanzkrise nötigte uns dazu, Professoren, die eine andere Meinung vertreten (als wer eigentlich? als SIE?) vom Dienst zu suspendieren - oder überhaupt gleich die Meinungsfreiheit zu verbieten. Wie krank ist das denn? Vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten, sofern vorhanden!

  2. Dem wachsenden Prekariat geht es keineswegs gut. Im Gegenteil, es hat sich Resignation und Hoffnungslosigkeit ausgebreitet.

    Die glitzernde Warenwelt hat jeder im Fernsehen, aber ob er sich die Dinge auch kaufen kann? Falls Sie nicht blind sind, werden Sie erkennen müssen, dass kein Mensch von 364 Euro im Monat im kalten teuren Deutschland leben kann, allenfalls vegetieren.

    Ca. 7 Mio so geschimpfte "Hartz-IV-Empfänger", arme Rentner, so gedemütigte "Niedriglöhner" und viele mehr sind ausgeschlossen vom wunderbaren "Aufschwung".

    51 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Kapitalismus"
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    • joG
    • 25.11.2011 um 13:10 Uhr

    ... so gedemütigte "Niedriglöhner" und viele mehr sind ausgeschlossen vom wunderbaren "Aufschwung"."

    Nicht so gedemütigt wie 2 Milliarde Inder, Chinesen, Südamerikaner oder Afrikaner....

    Genau so seh ich das auch.

    In der DDR konnte man zwar ned reisen, aber hier in Deutschland kann das ein Hartz 4 Empfänger auch nicht.

    Kindern aus sozial schwachen Familien hungern in Deutschland, Menschen wohnen in nicht beheizten Wohnungen, frieren.

    Millionen Arbeiter werden ausgebeutet und arbeiten unter widrigsten Bedingungen, und das alles in Deutschland und nicht irgendwo in Tansania.

    Von den rund 350 Euro kann niemand leben. Die Menschen müssen hungern, können sich keine Kleidung leisten, können nicht reisen und sich bilden, am meisten leid tun mir die Kinder.

    So ist es schön zu lesen, dass es Menschen wie Altvater gibt, die wieder den Sozialismus fordern, der Ungleichheit beseitigt und für eine gerechte Verteilung sorgt.

    Entfernt. Verzichten Sie auf unangebrachte und polemische Vergleiche. Die Redaktion/mak

    Und diese endlose H4-Rhetorik geht endlos darüber weg, dass Politik Arbeitslosigkeit subventioniert anstatt Beschäftigung.

    Lieber weg mit Kapitalismus rufen, als hätte man panische Angst, dass der Staat mit den einbehaltenen Steuermilliarden + Billionenkredite mal Vollbeschäftigung realisieren könnte.

    • joG
    • 25.11.2011 um 13:10 Uhr

    ... so gedemütigte "Niedriglöhner" und viele mehr sind ausgeschlossen vom wunderbaren "Aufschwung"."

    Nicht so gedemütigt wie 2 Milliarde Inder, Chinesen, Südamerikaner oder Afrikaner....

    Genau so seh ich das auch.

    In der DDR konnte man zwar ned reisen, aber hier in Deutschland kann das ein Hartz 4 Empfänger auch nicht.

    Kindern aus sozial schwachen Familien hungern in Deutschland, Menschen wohnen in nicht beheizten Wohnungen, frieren.

    Millionen Arbeiter werden ausgebeutet und arbeiten unter widrigsten Bedingungen, und das alles in Deutschland und nicht irgendwo in Tansania.

    Von den rund 350 Euro kann niemand leben. Die Menschen müssen hungern, können sich keine Kleidung leisten, können nicht reisen und sich bilden, am meisten leid tun mir die Kinder.

    So ist es schön zu lesen, dass es Menschen wie Altvater gibt, die wieder den Sozialismus fordern, der Ungleichheit beseitigt und für eine gerechte Verteilung sorgt.

    Entfernt. Verzichten Sie auf unangebrachte und polemische Vergleiche. Die Redaktion/mak

    Und diese endlose H4-Rhetorik geht endlos darüber weg, dass Politik Arbeitslosigkeit subventioniert anstatt Beschäftigung.

    Lieber weg mit Kapitalismus rufen, als hätte man panische Angst, dass der Staat mit den einbehaltenen Steuermilliarden + Billionenkredite mal Vollbeschäftigung realisieren könnte.

    • marv_k
    • 25.11.2011 um 12:53 Uhr

    und es ist ja auch so, dass dieser Wohlstand, den ein Teil der Gesellschaft hat, aufgrund Rohstoffknappheit nicht mehr allzu lange aufrecht zu erhalten ist.

    Außerdem gibt es Studien, das Lebensqualität nicht mit den Wohlstand steigt, sondern mit anderen Faktoren wie z.b. soziale Gleichheit.

    31 Leser-Empfehlungen
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    das sind anerkannte Kriterien nachdenen z.B. die Lebensqualitätsrankings u.ä. gemacht werden.

    Länder in denen soziale Gerechtigkeit übrigens größer geschrieben wird als hier, sind die Lieblings-Zuwanderungsländer der immer stärker zunehmenden Abwanderung der Bildungseliten...

    das sind anerkannte Kriterien nachdenen z.B. die Lebensqualitätsrankings u.ä. gemacht werden.

    Länder in denen soziale Gerechtigkeit übrigens größer geschrieben wird als hier, sind die Lieblings-Zuwanderungsländer der immer stärker zunehmenden Abwanderung der Bildungseliten...

  3. ... dass wir das können. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe niemanden mehr, der zwischen Sozialismus, Marxismus und neuen Alternativen zum Kapitalismus unterscheiden könnte!

    Ich kann aus seinen Äußerungen, ganz nebenbei, nicht herauslesen, dass er "gegen die Gesellschaft" sei. Er fordert nur ein Nachdenken anstelle von sturem Beharren auf dem Status Quo.

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  4. ... und sage keiner in 15 Jahren, er habe es nicht gewusst. Wir befinden uns in einer Situation, in der zu befürchten ist, dass ein Wandel weder friedlich noch in eine demokratische Richtung verlaufen wird, wenn nicht weltweit die Meinungsmacher einen friedlichen Wechsel der politischen, technischen und wissenschaftlichen Ideologie mit ganzer Kraft fördern. Letzteres wird wegen unserer instinktüberlagerten Intelligenz und dem Alphatier-Verhalten, dem nun mal auch und gerade die Meinungsmacher unterliegen, garantiert nicht passieren. Ein solches "Gemeinsam-an-einem-Strang-Ziehen" wird es nicht geben.

    Die Lösung des Ressourcen-Dilemmas, auf die alle Menschen und gerade die Bürger in hochentwickelten Inustriestaaten medial vorbereitet werden, heißt Feudalismus 2.0 - bezeichnen wir diesen mal als "Elitarismus". Alles andere ist Illusion.

    Es stellt sich lediglich die Frage, ob noch ein "Feudalismus mit menschlichem Antlitz" zu erreichen ist, den wir dann der Einfachheit halber "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" nennen. Habe ich Herrn Altvater so korrekt interpretiert?

  5. Unternehmertum, zu Kapitalismus im allgemeinen. Eine gänzlich staatlich gelenkte Wirtschaft neigt schneller zu Ineffizienz und Ungleichgewichten, als man gucken kann. Klassische Planwirtschaft, mit tatsächlichen Produktionsplänen ist darüber hinaus noch viel zu unflexibel, um sich auf kurz- und mittelfristige Nachfrageschwankungen einzustellen, sodass zwangsläufig Engpässe entstehen.
    Hier hat der Kapitalismus und der Freie Markt klare Vorteile.
    Was jedoch grds seitens des Staates verhindern werden muss und in der jüngeren Vergangenheit hätte verhindert werden müssen, ist die Konzentration von privater Marktmacht, die Herausbildung von privaten Monopolen und Oligopolen.
    Im Kontext der Globalisierung ist deren erpresserische Macht gegenüber dem Markt und den Staaten dermaßen fortgeschritten, dass jegliche Form echter Demokratie und langfristig selbst die freie Gesellschaft extentiell bedroht werden.

    18 Leser-Empfehlungen
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    Ich glaube nicht, dass die Marktwirtschaft zur Debatte steht. Wie Sie schon richtig angemerkt haben, ist es garnicht soviel was angepasst werden müsste. Im Prinzip kann sehr viel so bleiben wie es ist, nur die Extreme müssen beseitigt werden. Doch genau da liegt das Problem.

    Solange wir erlauben, dass der Chef eines Unternehmens sechstellige Summen verdient im Jahr, während seine Angestellten aufstocken müssen...

    Solange wir privaten Unternehmen erlauben in monopoler Stellung die Versorgung der Bevölkerung mit Energie oder Wasser zu übernehmen...

    Solange private Geldverleiher über die Zinsraten unserer Staatsanleihen politischen Einfluss nehmen können und wir keinerlei Währungssouveränität mehr besitzen...

    Solange die Ausbeutung der Umwelt nicht bestraft, sondern mit höheren Gewinnen belohnt wird...

    Solange die Machtkonzentration in unseren Konzernen sich über Jahrzehnte in wenigen Familien staut und dies eiskalt ausgenutzt wird Macht auszuüben...

    Solange wir wegen Kommerzialisierung keine unabhängige Presse mehr haben...

    ...solange wird der Kapitalismus dem Ende entgegen sehen. Diese Ende wird blutig sein. Sehr blutig.

    ...wie Sie im Interview lesen können. Er fordert schlichtweg Regulierungen. Ich verstehe ihn so: Marktwirtschaft ja, aber keine grenzenlos freie Marktwirtschaft, sondern eine durch die Demokratie an die Leine genommene. Ohne das Primat des politischen führt ein völlig ungehemmter Kapitalismus nämlich dann zu genau den Problemen, die sie am Ende Ihres Posts bemängeln. Und hier reicht orthodoxes ordnungspolitisches Denken nun mal nicht mehr aus. Es Bedarf des direkten Eingreifens der Politik in die Märkte.
    Kapitalismus mag kurzfristig sehr flexibel sein, mittel- bis langfristig wird ein weiter so die Felxibilität sehr stark Einschränken, vor allem für kommende Generationen. Und es wird eben auch nicht ohne ein Mehr an Umverteilung gehen. Die "nivellierte Mittelstandsgesellschaft" (H.Schelsky) hat es nie gegeben und die wird es auch im Kap.System nie geben. Die Schere zwischen Arm und reich hat sich kontinuierlich weiter geöffnet, mal schneller, aml langsamer. Das Ganze fährt lediglich auf einen höheren Niveau. Dieser "Fahrstuhleffekt" (U.Beck) wird erkauft durch einen hemmungslosen Naturverbrauch und durch den Einsatz nicht mehr zu ersetzender fossiler Brennstoffe. Was meinen Sie, was passiert, wenn dies eines Tages - und dieser Tag wird schneller kommen als sich mancher heute zugesteht - aufgrund absoluter Knappheit nicht mehr möglich ist und die Armen - zu denen relativ betrachtet auch die Mittelschicht gehört - plötzlich wieder wirklich arm sind?

    Für mich ist der Kapitalismus nur für den Aufbau einer Ökonomie tragbar, ist aber eine bestimmte Schwelle des Wachstums erreicht (Also die Ökonomie hochentwickelt) muss sich das System weiterentwickeln um allen Menschen Wohlstand zu bringen. Denn weiter wachsen in einer globalen Welt wird dann zum aussichtslosen Kampf und führt dazu, dass der Wohlstand sich verringert sowie das der Konkurrenzkampf steigt und dazu kommt noch das Problem der Geld-Akkumulation bei wenigen.

    Auch die Märkte funktionieren heute nicht mehr da die normalen Bürger nicht mehr über alle Information verfügen (durch Intransparenz und Komplexität oder aus Kosten gründen). Das nehmen aber die Ökonomischen Modelle weiterhin an. Rationales handeln und kaum Informationsasymmetrie gibt es heute aber nur noch auf wenigen Märkten.

    Wir müssen weg vom schwarz (Kapitalismus) und weiß denken (Sozalismus). Ich bin der Meinung das beide System zu sehr die Möglichkeit bieten das einige wenige die Masse ausnutzen. Kleine Schritte in die richtige Richtung sind gefragt: 1. Geldreform 2. Weg vom Wachstumszwang usw.
    Ich bin auch der festen übereugung das Kooperation besser ist als Konkurrenz!

    Ich glaube nicht, dass die Marktwirtschaft zur Debatte steht. Wie Sie schon richtig angemerkt haben, ist es garnicht soviel was angepasst werden müsste. Im Prinzip kann sehr viel so bleiben wie es ist, nur die Extreme müssen beseitigt werden. Doch genau da liegt das Problem.

    Solange wir erlauben, dass der Chef eines Unternehmens sechstellige Summen verdient im Jahr, während seine Angestellten aufstocken müssen...

    Solange wir privaten Unternehmen erlauben in monopoler Stellung die Versorgung der Bevölkerung mit Energie oder Wasser zu übernehmen...

    Solange private Geldverleiher über die Zinsraten unserer Staatsanleihen politischen Einfluss nehmen können und wir keinerlei Währungssouveränität mehr besitzen...

    Solange die Ausbeutung der Umwelt nicht bestraft, sondern mit höheren Gewinnen belohnt wird...

    Solange die Machtkonzentration in unseren Konzernen sich über Jahrzehnte in wenigen Familien staut und dies eiskalt ausgenutzt wird Macht auszuüben...

    Solange wir wegen Kommerzialisierung keine unabhängige Presse mehr haben...

    ...solange wird der Kapitalismus dem Ende entgegen sehen. Diese Ende wird blutig sein. Sehr blutig.

    ...wie Sie im Interview lesen können. Er fordert schlichtweg Regulierungen. Ich verstehe ihn so: Marktwirtschaft ja, aber keine grenzenlos freie Marktwirtschaft, sondern eine durch die Demokratie an die Leine genommene. Ohne das Primat des politischen führt ein völlig ungehemmter Kapitalismus nämlich dann zu genau den Problemen, die sie am Ende Ihres Posts bemängeln. Und hier reicht orthodoxes ordnungspolitisches Denken nun mal nicht mehr aus. Es Bedarf des direkten Eingreifens der Politik in die Märkte.
    Kapitalismus mag kurzfristig sehr flexibel sein, mittel- bis langfristig wird ein weiter so die Felxibilität sehr stark Einschränken, vor allem für kommende Generationen. Und es wird eben auch nicht ohne ein Mehr an Umverteilung gehen. Die "nivellierte Mittelstandsgesellschaft" (H.Schelsky) hat es nie gegeben und die wird es auch im Kap.System nie geben. Die Schere zwischen Arm und reich hat sich kontinuierlich weiter geöffnet, mal schneller, aml langsamer. Das Ganze fährt lediglich auf einen höheren Niveau. Dieser "Fahrstuhleffekt" (U.Beck) wird erkauft durch einen hemmungslosen Naturverbrauch und durch den Einsatz nicht mehr zu ersetzender fossiler Brennstoffe. Was meinen Sie, was passiert, wenn dies eines Tages - und dieser Tag wird schneller kommen als sich mancher heute zugesteht - aufgrund absoluter Knappheit nicht mehr möglich ist und die Armen - zu denen relativ betrachtet auch die Mittelschicht gehört - plötzlich wieder wirklich arm sind?

    Für mich ist der Kapitalismus nur für den Aufbau einer Ökonomie tragbar, ist aber eine bestimmte Schwelle des Wachstums erreicht (Also die Ökonomie hochentwickelt) muss sich das System weiterentwickeln um allen Menschen Wohlstand zu bringen. Denn weiter wachsen in einer globalen Welt wird dann zum aussichtslosen Kampf und führt dazu, dass der Wohlstand sich verringert sowie das der Konkurrenzkampf steigt und dazu kommt noch das Problem der Geld-Akkumulation bei wenigen.

    Auch die Märkte funktionieren heute nicht mehr da die normalen Bürger nicht mehr über alle Information verfügen (durch Intransparenz und Komplexität oder aus Kosten gründen). Das nehmen aber die Ökonomischen Modelle weiterhin an. Rationales handeln und kaum Informationsasymmetrie gibt es heute aber nur noch auf wenigen Märkten.

    Wir müssen weg vom schwarz (Kapitalismus) und weiß denken (Sozalismus). Ich bin der Meinung das beide System zu sehr die Möglichkeit bieten das einige wenige die Masse ausnutzen. Kleine Schritte in die richtige Richtung sind gefragt: 1. Geldreform 2. Weg vom Wachstumszwang usw.
    Ich bin auch der festen übereugung das Kooperation besser ist als Konkurrenz!

  6. Hier wird wieder mal eine rhetorische Floskel benutzt:

    "Wie erklären Sie denn Milliarden von Indern und Chinesen, dass der Kapitalismus, der sie gerade reich macht, doch keine gute Erfindung ist?"

    Der Kapitalismus mache die Inder und Chinesen reich. Darum sollen die europäischen Arbeiter und Angestellten auf Wohlstand verzichten bzw. ihn teilen.

    Das ist ganz großer Quatsch. Die Globalisierung hat mehr Schaden als Nutzen gebracht, schon seit der Kolonialisierung. Die Dorfgemeinschaften und Familien wurden auseinander gerissen. Die sowieso große Spaltung der Bevölkerung durch das Kastensystem wurde vergrößert. Über 90 % in diesen Ländern sind nicht nur weiter bettelarm, sondern verzweifelt.

    Wegen Wucherzinsen und Bankenerpressung haben sich Zehntausende Bauern schon umgebracht in den letzten Jahren. Sich dann als großzügiger Kapitalist zu feiern, ist gönnerhaft und völlig fehl am Platz. Die Völker sind weltweit mit der Globalisierung überfordert, werden ausgepresst und benutzt.

    Ob als Müllhalde für Giftmüll, als Sklaven- und Kinderarbeiter, als Versuchskaninchen für Pharmakonzerne.
    Das ist nicht gut, sondern mies. Reich werden damit nur Wenige.

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  7. Herr Altvater scheint vor allem die Leistungsungerechtigkeit zu bemängeln, aber:
    Der Markt ist bisher das effizienteste System. Wer sich am Markt "hält" arbeitet am effizientesten.
    Problematisch wird es, wenn Menschen nicht mehr wegen Leistung die Gewinner sind, sondern wegen Spekulation und gnadenlosem Egoismus. Das ist meiner Meinung nach der Punkt am dem geschraubt werden muss, also Finanztransaktionssteuern und kein kompletter Systemumsturz.

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    • DS23
    • 25.11.2011 um 15:22 Uhr

    Wer sich am Markt "hält", beutet am effektivsten aus.

    Effiziente Systeme berücksichtigen den Erhalt desselben, also auch den seiner Grundlagen. Der kreditfinanzierte Kapitalismus ist in seiner wachstumsfixiert nicht zu solch einer "Vernunft" in der Lage. Also wird noch den letzte Tropfen Öl abgepumpt, der letzte Krümel Erz ausgegraben werden.

    In diesem Mechanismus liegt ja gerade die Endlichkeit des Systems begraben. Effizienz muss man diesem Leviathan anerziehen.....

    Dann sind sie sicher auch dafuer, dass Erbschaften zu 100% besteuert werden sollten, denn das ist noch so ziemlich das leistungsloseste Einkommen. Im uebrigen liessen sich damit auch viele Finanzprobleme locker meistern. Aber bitte keine Ausnahme, von persoenlichen Sachen mal abgesehen. Ich waere davon allerdings auch hart getroffen, wuerden andere sagen.

    Der Kapitalismus ist nicht effizent denn Produkte werden so produziert das sie nach einer bestimmten zeit kaputt gehen damit sie neue gekauft werden müssen sonst funktioniert das System nicht. Der Markt verteilt dann nur und dafür brauchen alle die gleiche Information auf dem Markt und heutzutage gibt es leider eine Informastionsasymmetrie. Auch hier ist der der Grwinner der schon Geld hat denn er kann sich die Inforamtion kaufen und was machen die ohne Geld, wie handeln die rational?

    • mrtz
    • 30.11.2011 um 1:41 Uhr

    Im Kapitalismus heisst Effizienz immer in monetären Größen effizient. So ist es z.B. "effizient" Metall aus Afrika in China zu schmelzen in Indien zu stanzen in Thailand zusammenzubauen und das Auto dann in Deutschland zu verkaufen. Technisch gesehen ist es lächerlich ineffizient mal ganz abgesehen vom ökologischen Alptraum der so eine Wertschöpfungskette darstellt. Im Kapitalismus ist man auch "produktiv" wenn man in irgendeiner Bank Zahlen verschiebt...aber ist man dann wirklich produktiv?

    Ein anderer Punkt. Im Kapitalismus über Egoismus zu jammern ist ungefähr wie sich beim Fussball über Rasen zu beschweren...Der einzige Zweck eines Unternehmens ist schließlich die Gewinnmaximierung jenseits von gut und böse...

    Als einzige Lösung sehe ich die Abschaffung dieses wahnwitzigen Systems und die demokratische Reorganisation der Wirtschaft. Das können Sie jetzt Sozialismus nennen oder nicht, notwendig ist es.

    • DS23
    • 25.11.2011 um 15:22 Uhr

    Wer sich am Markt "hält", beutet am effektivsten aus.

    Effiziente Systeme berücksichtigen den Erhalt desselben, also auch den seiner Grundlagen. Der kreditfinanzierte Kapitalismus ist in seiner wachstumsfixiert nicht zu solch einer "Vernunft" in der Lage. Also wird noch den letzte Tropfen Öl abgepumpt, der letzte Krümel Erz ausgegraben werden.

    In diesem Mechanismus liegt ja gerade die Endlichkeit des Systems begraben. Effizienz muss man diesem Leviathan anerziehen.....

    Dann sind sie sicher auch dafuer, dass Erbschaften zu 100% besteuert werden sollten, denn das ist noch so ziemlich das leistungsloseste Einkommen. Im uebrigen liessen sich damit auch viele Finanzprobleme locker meistern. Aber bitte keine Ausnahme, von persoenlichen Sachen mal abgesehen. Ich waere davon allerdings auch hart getroffen, wuerden andere sagen.

    Der Kapitalismus ist nicht effizent denn Produkte werden so produziert das sie nach einer bestimmten zeit kaputt gehen damit sie neue gekauft werden müssen sonst funktioniert das System nicht. Der Markt verteilt dann nur und dafür brauchen alle die gleiche Information auf dem Markt und heutzutage gibt es leider eine Informastionsasymmetrie. Auch hier ist der der Grwinner der schon Geld hat denn er kann sich die Inforamtion kaufen und was machen die ohne Geld, wie handeln die rational?

    • mrtz
    • 30.11.2011 um 1:41 Uhr

    Im Kapitalismus heisst Effizienz immer in monetären Größen effizient. So ist es z.B. "effizient" Metall aus Afrika in China zu schmelzen in Indien zu stanzen in Thailand zusammenzubauen und das Auto dann in Deutschland zu verkaufen. Technisch gesehen ist es lächerlich ineffizient mal ganz abgesehen vom ökologischen Alptraum der so eine Wertschöpfungskette darstellt. Im Kapitalismus ist man auch "produktiv" wenn man in irgendeiner Bank Zahlen verschiebt...aber ist man dann wirklich produktiv?

    Ein anderer Punkt. Im Kapitalismus über Egoismus zu jammern ist ungefähr wie sich beim Fussball über Rasen zu beschweren...Der einzige Zweck eines Unternehmens ist schließlich die Gewinnmaximierung jenseits von gut und böse...

    Als einzige Lösung sehe ich die Abschaffung dieses wahnwitzigen Systems und die demokratische Reorganisation der Wirtschaft. Das können Sie jetzt Sozialismus nennen oder nicht, notwendig ist es.

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