Schuldenkrise Italien läuft die Zeit davon
Berlusconi tritt ab, doch die Zinsen für Italien steigen weiter: Die Käufer von Staatsanleihen geben einfach keine Ruhe. Radikalere Lösungen müssen her.
© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Italiens Noch-Regierungschef Silvio Berlusconi
Es sind nur zwei Worte, aber sie stehen sinnbildlich für die Panik, die Italien erfasst hat: "Beeilt euch", titelt die einflussreiche italienische Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore am Donnerstagmorgen – ein Appell an die Politik in Rom, mit schnellen, parteiübergreifenden Reformen den finanziellen Niedergang des Landes doch noch abzuwenden.
Wenn es dafür nicht schon zu spät ist.
Seit die Zinsen für italienische Staatspapiere zu Monatsbeginn die Sechs-Prozent-Marke übersprungen haben, kennt die Zinskurve nur eine Richtung: nach oben. Auch die Ankündigung des italienischen Ministerpräsidenten, Silvio Berlusconi, sich über kurz oder lang zurückzuziehen, änderte daran nichts. Am Mittwoch musste das Land erstmals mehr als sieben Prozent zahlen, wenn es sich für zehn Jahre frisches Geld leihen will. "Italien hat seit Mitte der Woche de facto den Marktzugang verloren", sagt der Fondsmanager Andrew Bosomworth von der Allianz-Tochter Pimco. Banken und andere Anleger zögen in Scharen ihr Kapital ab. "Die Lage ist sehr ernst."
Zwar halten viele Ökonomen die Panik der Anleihebesitzer für übertrieben. "Das ist eine Überreaktion", sagt Michael Schröder, der beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung die Finanzmärkte erforscht. "Italien geht es besser, als es im Moment scheint." Dennoch bedeutet die Situation an den Märkten eine ernste Gefahr. Je mehr Kapital aus dem Land flieht, desto höher steigen die Zinsen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Italien am Ende seine Schulden nicht bedienen kann. Ein Teufelskreis. Der Fondsmanager Andrew Bosomworth spricht sogar von "Marktversagen". Am Markt gebe es einen Käuferstreik. Wenn die Spirale einmal anfange, sich zu drehen, höre es "von alleine nicht mehr auf".
© ZEIT ONLINE
Vieles spricht dafür, dass die Politik die Spirale sogar noch beschleunigt hat. Als Angela Merkel und Nicolas Sarkorzy während des G-20-Gipfels in Cannes den Griechen offen damit drohten, diese müssten möglicherweise die Währungsunion verlassen, brachen sie mit einem Tabu. "Das würde den Charakter der Währungsunion verändern und schafft Unsicherheit, die wir momentan nicht gebrauchen können", sagt Bosomworth. Auch ein europapolitischer Leitantrag für den Bundesparteitag der CDU sieht vor, dass Mitgliedsstaaten der Währungsunion diese wieder verlassen können. Die Anleger müssen jetzt also nicht nur fürchten, dass sie Geld verlieren, weil es zum Schuldenschnitt kommt. Nun steht auch die Rückkehr zu nationalen Währungen im Raum, also eine Währungsreform.
Hinzu kommt: Viele Banken werfen derzeit Staatsanleihen von Krisenstaaten auf den Markt, um ihre Bilanz zu verkürzen und ihr Kernkapital zu erhöhen. Europas Politik verlangt bis Mitte 2012, dass die Institute neun Prozent eigenes Kapital vorhalten. Dadurch fällt der Wert der Papiere, die Zinsen steigen weiter.
Für Italien ist das ein ernstes Problem. Allein im kommenden Jahr muss das Land rund 300 Milliarden Euro seiner Staatsschulden neu finanzieren. Sollte das Land bis dahin noch immer so hohe Zinsen am Kapitalmarkt zahlen müssen, würde es unmöglich werden, den Haushalt zu sanieren und die Schulden abzubauen. Dann müsste das Land unter den Rettungsschirm EFSF. Der ist aber im Moment zu klein und alle Bemühungen, ihn zu erweitern, sind bislang gescheitert. Zwar haben die Länder der Euro-Zone auf dem Gipfel zwei Maßnahmen beschlossen, um den Fonds schlagkräftiger zu machen – unter anderem mit privaten Kapitalgebern und Investoren aus den Schwellenländern. Doch die Verhandlungen laufen noch.
- Datum 10.11.2011 - 16:45 Uhr
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"Langfristig werden die Märkte nur Ruhe geben, wenn aus der Währungsunion eine stärkere politische Union und Fiskalgemeinschaft geworden ist."
Nein, sondern nur wenn die Leistungsbilanzdefizite und Nettoauslandschulden gedreht werden. Also die Leistungsfähigkeit der Eurozone insgesamt und hier der Krisenländer gesteigert wird. Dieses wäre in einer Transfergemeinschaft nicht der Fall, dort wäre der Griff in die Gemeinschaftskasse das höchste Bestreben und somit die abwärts Spirale für die gesamte Eurozone, nicht nur für einzelne Mitglieder, in Gang gesetzt.
"Die irische Ökonomin und Bloggerin Megan Greene "
Ich denke die ist Amerikanerin, oder?
Also, es gibt immer irgendwelche Leute die irgendetwas fordern, diese Bloggerin fordert Schuldenschnitt von Italien, der ja hauptsaechlich fuer HEdgefonds gut waere die mit CDS gewettet haben. Vielleicht geheort sie dazu?
Dann was waere mit Vermoegensteuer - das wird in jedem anderen Blog gefordert, aber der Autor haelt das nicht fuer wichtig.
Tatsache ist, dass die deutsche Regierung hier es verpennt einzugreifen. Das haette man schon mal laengst machen sollen. Der EZB das Mandat geben die Hedgefonds und Spekulanten die hier gegen den Euroraum spekulieren, endlich zu seigen wer Herr im Hause ist.
dann sollte man endlich EU-weit Wucherzinsen als unsittlich verbieten- oder diese Zinsgewinne saftig besteuern!
Was nützen Sparanstrengungen, wenn die trotzdem Zinsen weiter steigen?
aber man kann niemanden zwingen, zu "Nicht-Wucher-Zinsen" italienische Staatsanleihen zu kaufen.
griechische Anleihen zum EZB Angebotspreis: deren Rendite ist bereits zu 50% vom deutschen Steuerzahler subventioniert, bringt halt nur lächerliche 3% Zinsen. Dafür ist aber wenigstens der Totalverlust vorogrammiert. Dolles Geschäft.
Schäuble-Ärithmetik nennt man das.
aber man kann niemanden zwingen, zu "Nicht-Wucher-Zinsen" italienische Staatsanleihen zu kaufen.
griechische Anleihen zum EZB Angebotspreis: deren Rendite ist bereits zu 50% vom deutschen Steuerzahler subventioniert, bringt halt nur lächerliche 3% Zinsen. Dafür ist aber wenigstens der Totalverlust vorogrammiert. Dolles Geschäft.
Schäuble-Ärithmetik nennt man das.
aber man kann niemanden zwingen, zu "Nicht-Wucher-Zinsen" italienische Staatsanleihen zu kaufen.
...also Wucherzinsen und Zinswetten gegen einen Staat einfach hinnehmen?
...also Wucherzinsen und Zinswetten gegen einen Staat einfach hinnehmen?
denken die meisten Deutschen.
Der Eindruck entsteht einzig dadurch, dass sie öfter als üblich mit staatsmännischer Miene im Fernsehen erscheint.
Wie hilfreich oder fatal ihre Aktionen sind, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist aber, dass sie selbst ebenfalls keine Ahnung hat, was sie bewirkt bzw. anrichtet.
zu 5
Merkel tut das, was Ackermann, Schäuble, Sarkozy und andere wollen.
Natürlich hat sie keine Ahnung von Finanzen, aber Ahnung von Macht.
Und die missbraucht sie gründlich zu Lasten aller Bevölkerungen im Euroraum, denn das Eingreifen der EZB zum Aufkaufen der Staatsanleihen, damit es zur "Ruhe im Karton" kommt, zu bestätigen, will sie nicht.
Weil -- viel Geld fliesst in der Zwischenzeit.
zu 5
Merkel tut das, was Ackermann, Schäuble, Sarkozy und andere wollen.
Natürlich hat sie keine Ahnung von Finanzen, aber Ahnung von Macht.
Und die missbraucht sie gründlich zu Lasten aller Bevölkerungen im Euroraum, denn das Eingreifen der EZB zum Aufkaufen der Staatsanleihen, damit es zur "Ruhe im Karton" kommt, zu bestätigen, will sie nicht.
Weil -- viel Geld fliesst in der Zwischenzeit.
bevor diese verdammte EZB die deutschen Bundesbank gegen ihren Willen in finanzielle Verpflichtungen reinzwingt, die das deutsche Volk zu erbringen nicht bereit ist.
Endlich merkt auch der letzte CDU und SPD Doofy, dass die deutsche Bundesbank in der EZB permanent von dem ganzen Schuldenbuckeln überstimmt wird. Wir können uns inzwischen noch nicht einmal dagegen wehren, den ganzen Irrsinn zu bezahlen!!!!
Die Währung gestaltet doch nicht die Verteilung. Schulden sind Guthaben und Italien hat wenig Auslandschulden. Die Anhebung der Steuern wäre angemessen, wir aber nicht kommen, weil Kapitalinteresse wichtiger sind. Warum will Berlusconi ausgerechnet noch den Sparhaushalt verabschieden, nicht etwas um seine Milliardeninvestitionen vor dem Zugriff des Staates zu schützen, nein, nein. Wieso künden wir nicht die EU-Verträge und jedes Land kann seine Wirtschaft so schützen, wie es das für richtig hält. Angesichts der wirtschaftlichen Ungleichgewichte müssten die Benachteiligten Länder, das sind alle die sich aufgrund der Marktöffnung deindustrialisiert haben, in eigenem Interesse aus der EU aussteigen. Selbstverständlich wäre die Zollunion dahin und unsere Absatzmärkte ebenfalls. Was das für eine auf Export getrimmte Nation bedeutet ... wenn die Hauptmärkte abfallen, erklärt sich von selbst. Die EU wird an dieser Frage zerbrechen und es wäre nicht verwunderlich.
aber Sie wissen doch, daß die deutsche Bevölkerung bis an das Ende der Geschichte der Menschheit seine historische Schuld abtragen muß. Daher auch kein Friedensvertrag! MEinen Sie allen Ernstes, daß gegen den Widerstand der Bundesbank, vieler ernstzunehmender Volkswirte und der absoluten Mehrheit der deutschen Bevölkerung sonst diese Totgeburt an Währung eingeführt worden wäre?! Der Druck war sicher massiv, ausgeübt durch unsere sog. Freunde.
Wir können uns nicht aus dem Euro zurückziehen, weil wir kein souveräner Staat sind.(Google Egon Bahr). Natürlich wird uns das Fell über die Ohren gezogen werden. Aber es wird uns wieder nachwachsen und zwar schneller und dichter als den Anderen.
Und genau deswegen hasst man uns. Weil das die Schwächen der Anderen deutlich macht.
Die Währung gestaltet doch nicht die Verteilung. Schulden sind Guthaben und Italien hat wenig Auslandschulden. Die Anhebung der Steuern wäre angemessen, wir aber nicht kommen, weil Kapitalinteresse wichtiger sind. Warum will Berlusconi ausgerechnet noch den Sparhaushalt verabschieden, nicht etwas um seine Milliardeninvestitionen vor dem Zugriff des Staates zu schützen, nein, nein. Wieso künden wir nicht die EU-Verträge und jedes Land kann seine Wirtschaft so schützen, wie es das für richtig hält. Angesichts der wirtschaftlichen Ungleichgewichte müssten die Benachteiligten Länder, das sind alle die sich aufgrund der Marktöffnung deindustrialisiert haben, in eigenem Interesse aus der EU aussteigen. Selbstverständlich wäre die Zollunion dahin und unsere Absatzmärkte ebenfalls. Was das für eine auf Export getrimmte Nation bedeutet ... wenn die Hauptmärkte abfallen, erklärt sich von selbst. Die EU wird an dieser Frage zerbrechen und es wäre nicht verwunderlich.
aber Sie wissen doch, daß die deutsche Bevölkerung bis an das Ende der Geschichte der Menschheit seine historische Schuld abtragen muß. Daher auch kein Friedensvertrag! MEinen Sie allen Ernstes, daß gegen den Widerstand der Bundesbank, vieler ernstzunehmender Volkswirte und der absoluten Mehrheit der deutschen Bevölkerung sonst diese Totgeburt an Währung eingeführt worden wäre?! Der Druck war sicher massiv, ausgeübt durch unsere sog. Freunde.
Wir können uns nicht aus dem Euro zurückziehen, weil wir kein souveräner Staat sind.(Google Egon Bahr). Natürlich wird uns das Fell über die Ohren gezogen werden. Aber es wird uns wieder nachwachsen und zwar schneller und dichter als den Anderen.
Und genau deswegen hasst man uns. Weil das die Schwächen der Anderen deutlich macht.
"Langfristig werden die Märkte nur Ruhe geben, wenn aus der Währungsunion eine stärkere politische Union und Fiskalgemeinschaft geworden ist."
Alles bisherige Taktieren ist auf Zeitgewinn aus, um diese Notwendigkeit in einer globalen Wirtschaft zu realisieren. Das Zögern der BIRC Staaten, sich an der Hebelung des EFSF Schirmes zu beteiligen, zeigt doch deutlich, wie notwendig diese Forderung in der Zukunft sein wird.
Und was machen unsere europäischen Politiker? Sie verlieren Zeit durch unseelige Machtspiele in ihren Ländern und Uneinsichtigkeit bei notwendigen Finanzreformen, einschließlich des Einziehens von Schuldenbremsen. Wenn Italien pleite geht, weil der EFSF Schirm nicht ausreicht, dann gute Nacht Europa!
Das gleiche haben wir bei Griechenland gesehen. Die Situation wird so lange schlecht geschrieben bis eine Abwärtskaskade negativer Entwicklungen in Gang gesetzt wird. wenn behauptet wird, Italien könne die zusätzliche Zinsbelastung von 0,3% des BIP nicht tragen, ist das schlicht falsch. Die Höhe der Zisen ist nur dann definierbar, wenn Investoren tatsächlich bereit sind Kapital anzulegen. Stehen keine Kapitalgeberr bereit, steigen die Zinsen nicht. Was folgt: Kapitalgeber sind sehr wohl bereit in Italien zu investieren, sie tun dies aber lieber zu Wucherzinsen. Was sollte es anderes sein als Erpressung.
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