Die Rating-Agentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Portugals auf die Note "BB+" herabgestuft. Bisher hatte Portugal noch "BBB-". Der Ausblick sei negativ, Portugal habe keinen Status als Investment-Land mehr, teilte die Agentur mit.

Eine weitere Agentur, Moody's, hatte die Bonität Portugals bereits im Sommer auf Ramsch-Niveau gesenkt, so werden riskante Anlagen gekennzeichnet. Somit ist Standard & Poor's die einzige der drei großen Agenturen, die portugiesische Staatsanleihen noch nicht als Ramsch bewertet.

Fitch begründet die jüngste Herabstufung mit der hohen Staatsverschuldung Portugals, die bis Ende 2011 auf rund 110 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen dürfte. Zudem verweist die Agentur auf hohe Wachstumsrisiken. Fitch erwartet, dass die portugiesische Wirtschaft im kommenden Jahr um drei Prozent schrumpfen wird. Angestoßene Reformen dürften sich nur langfristig auswirken. Indes dürfte die angestrebte Konsolidierung der Staatsfinanzen durch die Wachstumsrisiken erschwert werden.

Portugal hat sich wie Irland schon vor langer Zeit unter den europäischen Rettungsschirm EFSF begeben. Der jüngste Schritt von Fitch hat damit keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Kassenlage Portugals. Da das Land Hilfsgeld erhält, ist es zurzeit nicht am Kapitalmarkt aktiv.

Generalstreik legt Verkehr lahm

Ein Generalstreik gegen die portugiesische Sparpolitik legte am heutigen Donnerstag den öffentlichen Verkehr in Portugal lahm. Die nationale Fluggesellschaft TAP strich 121 von 140 geplanten Passagierflügen, teilte ein Verantwortlicher mit. Es werde lediglich ein Minimalbetrieb aufrecht erhalten.

In Lissabon fuhr die U-Bahn nicht, und auch die Fähre auf dem Fluss Tejo, welche die beiden Teile der Hauptstadt miteinander verbindet, stellte den Betrieb komplett ein. Zudem gab es im Eisenbahnverkehr starke Beeinträchtigungen.

Das Land hatte im Mai einen Kredit des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 78 Milliarden Euro erhalten und musste im Gegenzug hartes Sparen zusagen. Sowohl die Beamten als auch die Arbeiter in Privatunternehmen wurden nun zu dem Ausstand aufgerufen. Bei den Beamten sollen zwei von 14 Monatsgehältern gestrichen werden, in den Privatunternehmen ist eine halbe Stunde Mehrarbeit pro Tag geplant.