Die Zentrale der Rating-Agentur Moody's in New York © Stan Honda/AFP/Getty Images

Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Ungarns auf Ramschstatus herabgestuft. Der Ausblick für das EU-Mitgliedsland sei weiterhin negativ, teilte das Unternehmen mit. Die hohe Staatsverschuldung und eine größere Unsicherheit, ob das Land seine Haushaltsziele erreiche, hätten die Herabstufung von "Baa3" auf "Ba1" notwendig gemacht.

Eine weitere Herabstufung der Bonität werde in Betracht gezogen, da Ungarn kaum Fortschritte bei der Umsetzung seiner Strukturreformen mache. Ungarn könnte seinen Ausblick jedoch stabilisieren, wenn es einen nachhaltigen Konsolidierungsweg einschlagen würde, teilte die Agentur mit.

Als Reaktion auf die Herabstufung verlor der Forint zum Euro 1,25 Prozent. In der Spitze mussten 317,20 Forint für einen Euro gezahlt werden; das bisherige Rekordtief von Mitte November liegt bei 317,72 Forint. Der ungarische Aktienmarkt geriet ins Wanken, der Leitindex rutschte um knapp fünf Prozent ab. Auch die Risikoaufschläge für ungarische Staatsanleihen stiegen.

Die Herabstufung der ungarischen Staatsanleihen war bereits von den Rating-Agenturen angedroht worden, nachdem die Staatsverschuldung vom zweiten bis zum dritten Quartal dieses Jahres von 75 Prozent auf 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen war. Die Landeswährung Forint hatte sich im Devisen-Wechselkurs rasant entwertet. Erst vor Kurzem hatte Ungarn den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU um Finanzhilfe gebeten.