US-Schulden Das Super-Komitee war eine Super-Pleite
Das Super-Komitee ist gescheitert, nun soll in den USA nach dem Rasenmäherprinzip gespart werden. Die US-Wirtschaft könnte erneut in eine Rezession abrutschen.
Es war ein Brandbrief: "Jetzt gilt es zu handeln. Die Stabilität unserer Märkte, der Wohlstand unserer Nation und die Sicherheit unserer kommenden Generationen hängen davon ab." Der dringende Aufruf kam nicht etwa von Occupy Wall Street, sondern von den 30 größten amerikanischen Vermögensverwaltern – darunter Bond-König Bill Gross von der Allianztochter Pimco, sein Rivale Larry Fink von BlackRock und James McNamara, Chef der Fondssparte von Goldman Sachs.
Das Schreiben erschien in ganzseitigen US-Zeitungsanzeigen und war an das Super-Komitee gerichtet, jenem Gremium aus zwölf Abgeordneten beider Parteien, das bis Mitte dieser Woche einen 1,5-Billionen-Dollar-Sparplan für die USA aufstellen sollte. "Millionen Amerikaner warten angespannt darauf, dass der Kongress und die Regierung handeln", drängten die Geldmanager, sonst eher zurückhaltend mit öffentlichen politischen Aktionen, die Volksvertreter. Vergebens.
Das Super-Komitee war eine Super-Pleite. Trotz der Aufrufe von Unternehmern, Budget-Experten und Rating-Agenturen, dem Drängen von Notenbankchef Ben Bernanke und Präsident Barack Obama und trotz monatelangem Geschacher um Budget-Kürzungen und Steuererhöhungen hinter verschlossenen Türen – am Ende haben sich die Abgeordneten lediglich auf eines geeinigt: Eine gemeinsame Erklärung des Scheiterns. Als Folge drohen mehr als eine Billion Dollar an Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip.
Allerdings wird im Kongress bereits hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen, wie dieser im Vorfeld vereinbarte automatische Griff zum Rotstift umgangen werden kann. Schon machen etwa Volksvertreter und Lobbyisten der Rüstungsindustrie mobil, um Einsparungen beim Pentagon unter allen Umständen zu verhindern. Damit ist auch der jüngste Anlauf gescheitert, das wachsende Schuldenproblem der USA anzugehen. Mit 15 Billionen Dollar steht die größte Volkswirtschaft der Welt inzwischen in der Kreide. Und der Schuldenberg wächst weiter.
US-Wirtschaft fürchtet eine neue Krise
Dass das Super-Komitee keinen Plan vorlegen kann, ist dabei nicht einmal das Schlimmste. Es ist das erneute ergebnislose Gezerre zwischen Demokraten und Republikanern, das Wirtschaftsvertreter wie Normalbürger gleichermaßen frustriert. Die implizierte Botschaft des "Not-So-Super-Komitee", wie die US-Medien das Gremium flugs umtauften: Bis zur Wahl im November kommenden Jahres sind aus Washington wohl kaum Impulse zu erwarten. Dabei braucht das Land mit seinen 14 Millionen Arbeitslosen, die nun seit mehr als drei Jahren vergeblich auf eine spürbare Wende warten, dringend einen Ruck.
Die Folgen der anhaltende politischen Lähmung könnten viele Amerikaner schon in ein paar Wochen in Dollar und Cent zu spüren bekommen. Denn die verringerten Lohn- und Gehaltsabzüge, ein befristetes Geschenk Präsident Obamas an die Arbeitnehmer, laufen zum Jahresende aus. Genauso wie die verlängerte Arbeitslosenunterstützung, auf die vor allem die Rekordzahl der Langzeitarbeitslosen angewiesen ist. Beide Maßnahmen müssten vom Kongress noch vor dem Jahresende verlängert werden.
Das Scheitern des Super-Komitees wirft nun die Frage auf, ob sich die Parteien auf die Fortschreibung werden einigen können. "Sollten die Maßnahmen nicht verlängert werden, würde das in diesem Umfeld einen sichtbaren negativen Effekt auf die US-Wirtschaft haben", warnt Harm Bandholz, Chefvolkswirt bei UniCredit in New York. Private Konsumausgaben – nach wie vor der wichtigste Treiber der US-Wirtschaft – dürften fallen, die Wirtschaft wieder schrumpfen.
- Datum 23.11.2011 - 08:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Uns in Europa geht es schlecht, dennoch sind die USA nicht zu beneiden. Vor der Wahl krallen sich Demokraten und Republikaner an jede noch so unwichtige Forderung, um dem Gegern ja keine Munition für die nächste Wahl zu liefern.
Dies aber sit der denkbar schelchteste Weg den man gehen kann. Das eigentlich Ziel ist doch, wie es im Artikel schon genannt wurde, der Erhalt des Wohlstands und der Wirtschaft.
Stattdessen scheint es im Moment so als opferten die USA ihre ganze Zukunft für den Sieg einer Wahl zum Präsidenten für die nächsten 4 Jahre.
Das erwartet man von Entwicklungs- u. Schwellenländern, die noch nicht über erfahrene Demokratien verfügen, nicht aber von den USA.
Durch dieses egoistische Vorgehen der Demokraten wie auch der Republikaner, schaltet sich die US Politik selber aus und provoziert damit die wohl größte Wirschaftkrise der Geschichte. Die Parole der Stunde müsste lauten: Eine Entscheidung und zwar jetzt. Die Zukunft der USA vor den Sieg einer Wahl!
...zu beneiden in Hinsicht der Erfordernisse des Haushalts. Das wird umso schwerer, als die fiskalischen Folgen der Umstrukturierung des Gesundheitswesen zunehmend zum tragen kommen dürften. Das muss ja nicht entsprechend den $ 1.4 Billionen gekürzt werden sondern eher um $ 5 Billionen. Das kann ohne Rezession im heutigen Umfeld kaum geschehen. Indes ist unklar für mich, ob die Rasenmähermethode Obama nicht entgegenkommt. So muss er selbst keine richtige Entscheidung treffen, wer wie viel abgibt, sondern kann sich hinter eine Entscheidung eines Committees verstecken.
.. dieses Gebahren finden Sie doch selbst hier bei Landtagswahlen.
Jede etablierte Partei ordnet sich den Wahlen unter. Es ist der Ausverkauf der Demokratie. Politik nicht der Politik willen, sondern bloß um oben dran bleiben zu können.
...zu beneiden in Hinsicht der Erfordernisse des Haushalts. Das wird umso schwerer, als die fiskalischen Folgen der Umstrukturierung des Gesundheitswesen zunehmend zum tragen kommen dürften. Das muss ja nicht entsprechend den $ 1.4 Billionen gekürzt werden sondern eher um $ 5 Billionen. Das kann ohne Rezession im heutigen Umfeld kaum geschehen. Indes ist unklar für mich, ob die Rasenmähermethode Obama nicht entgegenkommt. So muss er selbst keine richtige Entscheidung treffen, wer wie viel abgibt, sondern kann sich hinter eine Entscheidung eines Committees verstecken.
.. dieses Gebahren finden Sie doch selbst hier bei Landtagswahlen.
Jede etablierte Partei ordnet sich den Wahlen unter. Es ist der Ausverkauf der Demokratie. Politik nicht der Politik willen, sondern bloß um oben dran bleiben zu können.
kann man die sich jetzt anbahnende Gießkannenlösung auch mal sehen. Denn das ist immerhin der mit abstand größte Posten im US-Etat. Und da sich die Politiker sonst sicher kaum erfolgreich trauen würden, sich mit den übermächtigen Militärs anzulegen düfte dies die letzte Chance der USA sein, das unersättliche Rüstungsmonster in den Griff zu bekommen, bevor das Land endgültig im Militärsumpf versinkt - so wie einstweilen die Sowjetunion.
Von daher bin ich eher froh wenn das, wenn auch unfreiwillig, nun der Rasenmäher erledigt.
Erinnert irgendwie an Deutschland Mitte der 1990er Jahre, als es dem Land auch dreckig ging und ein gewisser Saarländer namens Lafontaine mit einer Totalblockade des Bundesrats den politischen Betrieb lahmlegte.
"Die großen Unternehmen äußern ihre Politikverdrossenheit mit einem anhaltenden Investitionsstreik."
Dieser Satz hätte auch aus jener Zeit stammen können...
Alleine schon die Absicht, innnerhalb von 10 Jahren die Verschuldung um 1,5 Billionen Dollar zurückzufahren, ist ein einziger Witz. Dann wäre man praktisch erst wieder auf dem Stand von 2011, also heute.
Aber eben auch nur in der Theorie. Denn wer glaubt denn wirklich, daß die Regierung in den USA - auch die zukünftigen - vollkommen auf die Möglichkeit, neue Schulden zu machen, verzichten wird? Dann sparen die zwar 150 Milliarden im Jahr, nehmen aber 300 Milliarden einfach deshalb neu auf, weil sie es müssen!
Wer die Probleme vor allem auch der einzelnen Staaten, vieler Städte und Kommunen kennt, weiß, daß man bei dem derzeitigen Steueraufkommen nicht um weitere Schuldenaufnahmen herumkommen wird, wenn das Gemeinwesen - die Gesellschaft nicht zerbrechen soll.
Und so lange die Macht der die einzelnen Abgeordneten und Senatoren finanzierenden Lobbies nicht gebrochen wird, ist an eine vernünftige Schuldenregulierung überhaupt nicht zu denken.
...mir fehlt die Antwort der Ratingagenturen, oder waren diese bei den Verhandlungen dabei?
Frankreich wird schon beim Verdacht runtergestuft...
wer da was böses denkt...
nicht ernsthaft, daß es sich bei den Ratings um reale Beurteilungen aufgrund wirtschaftlicher Daten handelt???
---
Zum Thema: War abzusehen. Nach dem Motto "wer bremst (hier: nachgibt) verliert" fahren die Politiker aus Machtgeilheit halt lieber einen Staat in den Ruin, auch wenn's der eigene ist...
Interessant wird jetzt, mit welchen Tricks die Lobbyisten den Militärhaushalt vor Kürzungen bewahren werden.
nicht ernsthaft, daß es sich bei den Ratings um reale Beurteilungen aufgrund wirtschaftlicher Daten handelt???
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Zum Thema: War abzusehen. Nach dem Motto "wer bremst (hier: nachgibt) verliert" fahren die Politiker aus Machtgeilheit halt lieber einen Staat in den Ruin, auch wenn's der eigene ist...
Interessant wird jetzt, mit welchen Tricks die Lobbyisten den Militärhaushalt vor Kürzungen bewahren werden.
...zu beneiden in Hinsicht der Erfordernisse des Haushalts. Das wird umso schwerer, als die fiskalischen Folgen der Umstrukturierung des Gesundheitswesen zunehmend zum tragen kommen dürften. Das muss ja nicht entsprechend den $ 1.4 Billionen gekürzt werden sondern eher um $ 5 Billionen. Das kann ohne Rezession im heutigen Umfeld kaum geschehen. Indes ist unklar für mich, ob die Rasenmähermethode Obama nicht entgegenkommt. So muss er selbst keine richtige Entscheidung treffen, wer wie viel abgibt, sondern kann sich hinter eine Entscheidung eines Committees verstecken.
nicht ernsthaft, daß es sich bei den Ratings um reale Beurteilungen aufgrund wirtschaftlicher Daten handelt???
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Zum Thema: War abzusehen. Nach dem Motto "wer bremst (hier: nachgibt) verliert" fahren die Politiker aus Machtgeilheit halt lieber einen Staat in den Ruin, auch wenn's der eigene ist...
Interessant wird jetzt, mit welchen Tricks die Lobbyisten den Militärhaushalt vor Kürzungen bewahren werden.
.. dieses Gebahren finden Sie doch selbst hier bei Landtagswahlen.
Jede etablierte Partei ordnet sich den Wahlen unter. Es ist der Ausverkauf der Demokratie. Politik nicht der Politik willen, sondern bloß um oben dran bleiben zu können.
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