Schädliche technische Innovation
Die Forscher stellen fest: Die Computer haben die Aktien zuerst an sich gerissen, sie dann aber wieder abgestoßen. Als dadurch die Preise ins Trudeln gerieten, haben sich die Robo-Trader fluchtartig aus dem Markt verabschiedet. Börsenhändler aus Fleisch und Blut seien schlichtweg überfordert gewesen - sie hätten in der Kürze der Zeit nicht begreifen können, dass der Absturz nichts mit realen makroökonomischen Informationen zu tun hat, sondern mit "marktspezifischen Liquiditätsevents". "Wir glauben, dass technische Innovationen kritisch für die Entwicklung des Marktes sind", so das Fazit.
Dieser Befund stellt die traditionelle Forschungsmeinung zum automatisierten Handel nachhaltig infrage. Bislang waren Finanzmarktökonomen überzeugt: Der algorithmische Handel habe die Transaktionskosten gesenkt, die Liquidität erhöht und die Preisfindung verbessert. Zu diesem Schluss kam zum Beispiel ein Forscherteam um Terrence Hendershott von der Haas School of Business. Möglicherweise sind diese Ergebnisse aber durch den Beobachtungszeitraum verzerrt – Hendershott und Co. haben die Jahre 2001 bis 2005 betrachtet, in denen die Börsen im Aufwind waren. "Ob die Wirkungen in einem turbulenteren Marktumfeld ähnlich positiv sind, ist eine offene Frage", räumen die Forscher ein.
Der Yale-Professor Frank Zhang zweifelt die positiven Wirkungen der Computer-Händler grundsätzlich an. Er ist überzeugt: Die Computer-Händler richten permanenten Schaden an. Zhang hat die Kursentwicklung Tausender börsennotierter US-Unternehmen analysiert – und kommt zu einem bedenklichen Ergebnis. "Nimmt man alles zusammen", so Zhang, "sind die Resultate konsistent mit der Annahme, dass HFT die Volatilität der Märkte erhöht."
Im Schnitt steigere eine spürbare Zunahme des Hochfrequenzhandels die Kursausschläge um 5,6 Prozent. Die Computer seien so programmiert, dass sie ungeachtet realer Entwicklungen auf Trends aufspringen. Dies führt zu einem Herdentrieb, der ausgeprägter sei als bei menschlichen Händlern. Das mache den Markt fragiler. "Letztlich werden die Ressourcen in der Gesellschaft weniger effizient verteilt", sagt Zhang. "Das betrifft jeden."
- Datum 19.12.2011 - 16:10 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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... sie werden immer nur umverteilt.
Aber es muss schon seinen Reiz haben eine Rechnerfarm bei sich stehen zu haben, welche die ganze Zeit Geld auf das eigene Konto scheffelt.
Schade, dass im Artikel der Hinweis zur Börsenumsatzsteuer fehlt. Der Computerhandel ist nämlich das Hauptargument der Beführworter einer Börsenumsatzsteuer.
Ein minimale Steuer pro Buchung würde nämlich 90% dieser computergesteuerten Geschäfte unrentabel machen.
Es ist ein Unding, dass z.B. eine Containerladung Orangen bei der Überfahrt von Südamerika nach Rotterdam zigmal den Besitzer wechselt. Zumal die berechtigte Frage im Raum steht: was befugt diese Trader dazu, nahezu jedes Produkt nochmal durch ihre Hände gehen zu lassen und als Mittelsmann Gewinn abzuschöpfen?
Diese Börsenhändler verteuern nur die Produkte, weil wir mit jedem Kauf auch deren Gewinn mitbezahlen müssen. Gerade bei Rohstoffen und Lebensmitteln sollte der Börsenhandel sowieso verboten werden bzw. stark eingeschränkt.
Allein schon, um Waffengleichheit hevorzurufen. Schlimm genug, das einige einen Wissensvorsprung haben! Da braucht es den ROBOT - Handel nicht auch noch.
aber das Unternehmen oder Technologien dem Gemeinwohl dienen sollen statt ihm zu schaden das interessiert doch schon lange niemanden mehr. Ich halte auch unsere Werbeindustrie für sehr schädlich aber who cares?
Zeit Online hatte einmal einen sehr ausführlichen Artikel veröffentlicht, der auch dieses Thema aufgreift. Den hätte man ruhig irgendwie referenzieren können: »Sind Spekulanten böse?«
..mehr ist das ganze doch nicht. Und darum sollte es auch wie anderes Glücksspiel viel stärker beregelt und überwacht werden.
Das sogenannte High Frequency Trading (HFT) wird, wenn dem nicht Einhalt geboten wird, den gesamten Börsenhandel zerstören. Die Algorithmen sind inzwischen in voller Breite vorhanden und für heute ausgebildete Mathematiker auch kein Hit mehr. Dazu die schnellen, sehr preisgünstigen Rechner und die schnellen, für jeden bereitstellbaren breitbandigen Internetverbindungen und schon kann man beliebig die Märkte durcheinander bringen und sich bereichern. Diesen Möglichkeiten ist schwer zu widerstehen. Wenn nicht grundsätzlich etwas dagegen unternommen wird, gibt es den Börsenhandel nicht mehr. Da können die Politiker beliebig viel Labertraber veranstalten - das interessiert den HF-Trader nicht. Extrem schnelles Handeln ist angesagt!!!
Wenn durch den HFT auf Grundlage eines minimalen zeitlichen Wissensvorsprunges durch Banken Milliardenbeträge abgeschöpft werden können, so muss man sich klar machen, dass diesen exorbitanten Gewinnen kein Mehrwert gegenüber steht. Dies bedeutet letztlich, dass dieser Handel reinstes Spielkasinogeschäft ist, über das die beteiligten Menschen nicht einmal mehr die Kontrolle haben.
Wir, die normalen Bürger, sind die Verlierer in diesem Spiel, das wir nicht brauchen und nicht wollen. Das müsste in einer demokratischen Welt Grund genug sein, es zu verbieten oder zu behindern.
"Wir, die normalen Bürger, sind die Verlierer in diesem Spiel, das wir nicht brauchen und nicht wollen. Das müsste in einer demokratischen Welt Grund genug sein, es zu verbieten oder zu behindern."
Lieber eichelhäher, in einer demokratischen Welt müssten nach diesem Kriterium fast alle Teile dieser Spielerwelten geschlossen werden. Das Problem: wir leben nicht in einer demokratischen Welt. Wir leben in einer Welt der globalen Geldströme, die sich wie Wasser- und Schlammlawinen über normale Bürger und sogenannte demokratische Welten ergießen und alles hinwegreißen, was sich ihnen entgegenstellt.
Die Robo-Trader sind nur ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg, die Welt vollends den Kasinozentralen verfügbar zu machen. Die Geldströme selbst sind das Problem. Denen muss Einhalt geboten werden. Sonst bleibt nur, wie bisher nach den Sturzfluten die Zerstörung und die Zahl der Toten zu registrieren.
"Wir, die normalen Bürger, sind die Verlierer in diesem Spiel, das wir nicht brauchen und nicht wollen. Das müsste in einer demokratischen Welt Grund genug sein, es zu verbieten oder zu behindern."
Lieber eichelhäher, in einer demokratischen Welt müssten nach diesem Kriterium fast alle Teile dieser Spielerwelten geschlossen werden. Das Problem: wir leben nicht in einer demokratischen Welt. Wir leben in einer Welt der globalen Geldströme, die sich wie Wasser- und Schlammlawinen über normale Bürger und sogenannte demokratische Welten ergießen und alles hinwegreißen, was sich ihnen entgegenstellt.
Die Robo-Trader sind nur ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg, die Welt vollends den Kasinozentralen verfügbar zu machen. Die Geldströme selbst sind das Problem. Denen muss Einhalt geboten werden. Sonst bleibt nur, wie bisher nach den Sturzfluten die Zerstörung und die Zahl der Toten zu registrieren.
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