Klimakonferenz Durban : Wohlstandsländer verschmutzen Chinas und Indiens Luft

Den Großteil der Emissionen von Schwellenländern verursachen die reichen Staaten. Deshalb verlangen Forscher, den Kohlendioxid-Ausstoß anders zu messen. Von A. Endres
Ein Passant vor einem Kohlekraftwerk in Peking (Archivbild) © Frederic J. Brown/AFP/Getty Images

Auf den internationalen Klimakonferenzen sind die Rollen klar verteilt. Europa mit seinen ambitionierten Emissionszielen gehört zu den Guten; viele Entwicklungsländer gelten als schuldlos vom Klimawandel Getroffene. Auf der anderen Seite stehen Länder wie die USA oder China: Abhängig von fossilen Energieträgern und nicht willens, sich verbindlich zur Senkung ihrer Emissionen zu verpflichten. Auch in Durban ist das wieder so.

In Wahrheit aber sind die Dinge nicht ganz so klar. Schon länger zeigen internationale Statistiken : Europa konnte seine Kohlendioxid-Emissionen nur so stark senken – um mehr als ein Sechstel gegenüber 1990 –, weil seine Unternehmen einen Teil ihrer klimaschädlichen Produktion ins Ausland verlagert haben. Viele Fabriken sind in Länder abgewandert, die nicht dem Kyoto-Protokoll unterliegen und damit nicht verpflichtet sind, ihre Emissionen zu senken. Würde ihr Kohlendioxid-Ausstoß in die Berechnungen einbezogen, fiele die Klimabilanz Europas deutlich schlechter aus.

Das Kyoto-Protokoll begünstigt Verdrängungseffekte

Das Kyoto-Protokoll begünstigt solche Verdrängungseffekte, auch Carbon Leakages genannt. Um die weltweiten Emissionen wirksam zu senken, müsse man deshalb andere Maßstäbe anlegen, argumentieren Wissenschaftler des ifo-Instituts in einer neuen Studie . Statt darauf zu schauen, wo das Kohlendioxid in die Luft geblasen werde, müsse man fragen, welche Emissionen durch die in einem Land verbrauchten Waren – Konsum- und Investitionsgüter – entstünden, schreiben Rahel Aichele und Gabriel Felbermayr. Diese Carbon Footprint genannte Größe sei eine bessere Grundlage für ein internationales Klimaabkommen.

Die Ökonomen haben den Carbon Footprint für 40 Länder berechnet und mit den heimischen Emissionen verglichen. Sie schauten, wie CO 2 -intensiv einzelne Branchen in unterschiedlichen Jahren in jedem Land produzierten. Dann prüften sie, welche Vorprodukte in den Gütern steckten, und bilanzierten die weltübergeifenden Handelsströme. Die nötigen Daten kamen von der Internationalen Energieagentur, der OECD und den Vereinten Nationen. Am Ende stand die CO 2 -Handelsbilanz jedes untersuchten Landes fest.

Für Deutschland zum Beispiel ergab sich: Einen Teil der Emissionen, der durch unseren Lebensstandard entsteht, haben wir ins Ausland verlagert. Wir importieren CO 2 durch die hierzulande verbrauchten Güter, der deutsche Carbon Footprint ist höher als die heimischen Emissionen. Immerhin: Beide Werte sind heute niedriger als in den neunziger Jahren.

Durch den neuen Maßstab, den die Ökonomen ihren Berechnungen zugrunde legen, verschieben sich die Relationen der internationalen Klimapolitik deutlich. Betrachtet man wie bisher nur die CO 2 -Emission eines Landes, liegt China weltweit auf Rang eins; fast 21 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes kommt aus chinesischen Fabriken und Fahrzeugen. Die USA folgt mit fast 20 Prozent knapp dahinter.

Doch legt man der Rangliste den CO 2 -Ausstoß der Waren zugrunde, die in China verbraucht werden, ist das Land plötzlich nur noch für 15 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich und rutscht auf den zweiten Platz. Ganz vorne stehen bei dieser Rechnung die USA, mit 21 Prozent. Sie bleiben auch auf Rang eins, wenn der Carbon Footprint pro Einwohner berechnet wird. China hingegen liegt dann im internationalen Vergleich ganz weit hinten.

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Kommentare

67 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Diese Messungen sind alle recht interessant...

....und beantworten Fragen, die man sicherlich auch stellen kann, ganz unterschiedlich. Man kann sagen, dass die amerikanische Sekretärin mit ihrem BWM den CO2 Ausstoß verursacht oder umgekehrt der Arbeiter um zu leben laufend Autos herstellt, die CO2 freisetzen. Man kann auf den durchschnittlichen CO2 Ausstoß eines Landes pro Kopf oder pro Km2. Man kann das Wetter einbeziehen und vieles mehr. Letztlich eigenen diese ganzen Zahlen und Relationen sich, anders als der Artikel das sagt, überhaupt nicht für internationale Vereinbarungen. Sie sind weder in der Theorie noch in der Effektivität der Umsetzung Ziel orientiert, wenn das Ziel die Senkung des CO2 Ausstoßes weltweit ist.

Wenn man Klimagase wirklich reduzieren will, muss man einfach die Träger wie Öl oder Kühe im Verhältnis ihres Ausstoßes besteuern, bis der Verbrauch genügend sinkt. Das wissen wir seit Langem. Nur will kein Politiker mit den Folgen einer solchen Maßnahme verbunden werden.

Re: Sie haben wohl nur den Titel gelesen?

Sie haben Recht, aber die Überschrift ist vermutlich bewusst missverständlich und provokativ gewählt, um so eine Diskussion auszulösen. Hier wird mit Begriffen wie "Ursache" und "Schuld" gespielt. Verständlicher und weniger offensiv wären wohl folgender Titel:

Wohlstandsländer tragen Mitschuld an Chinas und Indiens Luftverschmutzung

Und selbst das wäre nicht korrekt, denn eigentlich sind es nicht die Wohlstandsländer, sondern das ungeregelte und unbedachte Konsumverhalten mancher Menschen, die sich ebenso in China und Indien befinden.

Pauschale und einfache Schuldzuweisungen sind hier grundsätzlich Unmöglich, denn die Situation ist das Ergebnis eines langen Prozesses mit Wechselwirkungen und die Frage würde am Ende lauten: »Wer hat angefangen?«

Sind es die Chinesen und Inder gewesen, die die Entscheidung getroffen haben, ihre Umwelt zu zerstören, um in den Markt von Wohlstandsländern einzudringen? Oder sind es die Unternehmen von Wohlstandsländern gewesen, die auf der Suche nach billigerer Produktion in Länder wie China und Indien gegangen sind? Vielleicht passierte auch beides gleichzeitig? Man wird es nicht überprüfen können.

Daher würde ich mich grundsätzlich von konkreten Schuldzuweisungen distanzieren. Es gibt Ursachen und Wechselwirkungen. Das ist schon komplex genug. Dabei sollte man es belassen. Man sollte niemanden an den Pranger stellen, sondern Lösungen für eine dumm gelaufene Sache erarbeiten.

Frust über Umweltpolitik-Gerede

Kommentar 10: "Wenn man Klimagase wirklich reduzieren will, muss man einfach die Träger wie Öl oder Kühe im Verhältnis ihres Ausstoßes besteuern, bis der Verbrauch genügend sinkt. Das wissen wir seit Langem. Nur will kein Politiker mit den Folgen einer solchen Maßnahme verbunden werden."

Absolut richtig. Und das frustriert mich am meisten: Weil Politik und Volk genau die zwei wirklich wirksamen (und tendenziell billigsten!) Maßnahmen des Umweltschutzes (nämlich Besteuerung oder Verkauf von Zertifikaten) meiden wie der Teufel das Weihwasser, werden jahrelange hochmoralische Umweltdiskussionen geführt, in der einer den anderen des Umweltfrevels beschuldigt oder für sich reklamiert, umweltmoralisch überlegen zu sein. Dabei wird das Problem nicht wirklich gelöst; nur das gesellschaftliche Klima wird nachhaltig vergiftet. Enorm frustrierend.

Kurz gesagt Ja

"China produziert CO2, damit wir billige Sachen kaufen und wegwerfen können. Da sind die Chinesen wirklich allein Schuld dran, oder wie?"

Kurz gesagt "Ja". Keiner zwingt China billige Sachen herzustellen.
Genauso wenig wie sie dazu gezwungen werden, andere Länder in Ihrem Land produzieren zu lassen, bzw. die Produktions- und Umweltbedingungen für jene nicht zu ändern.

Hier wird über ein Problem diskutiert was den Chinesen nicht mehr interessiert, als wenn in besagtem Land ein Sack Reis umfällt.
Das halt Al Gore schon erfolglos probiert.
Und solange das die Chinesen nicht interessiert, ist das Thema überflüssig.

Selbstgeißelung hat schon was...

Keiner zwingt die Bevölkerung der Industrieländer, billige Sachen aus China zu kaufen.

Das sagen Sie mal der arbeitenden Bevölkerung, deren Einkommen und Arbeitsbedingungen - Dank der gelobten Globalisierung - den Billiglohnländern wie China und Indien angenähert werden.

Aber Selbstgeißelung und Ablasshandel hatten wir doch schon.....vor hunderten Jahren.

Zur Selbstgeißelung

Leider haben Sie meinen Kommentar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, der ja nur eine Antwort auf die Aussage war, dass China selbst Schuld sei.
Ich habe lediglich versucht, das etwas zu relativieren.
Zu Ihrem Kommentar: Es ließe sich natürlich auch hier entgegnen: Sagen Sie mal der arbeitenden chinesischen Bevölkerung, deren Einkommen und Arbeitsbedingungen bedeutend schlechter als in den Industrieländern sind, dass sie auf Kosten einer umweltverträglicheren Produktion möglicherweise Wettbewerbsvorteile und (in der Folge) Arbeitsplätze opfern sollen.
Wie ich bereits sagte, ich denke, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen drehen wir uns im Kreis.
Dass das reale Einkommen in Deutschland durchschnittlich sinkt, während es bei den Spitzenverdienern steigt, steht auf einem anderen Blatt...

Danke

Genau das wollte ich auch ausdrücken. Mein Kommentar bezog sich einfach auf Leute, die meinen, dass wir uns hier aus der Affäre ziehen können. Ne Solaranlage aufs Dach, die Fenster eine Dämmstufe nach oben und schon hab ich mit dem Klimawandel nichts mehr zu tun. Das ist Heuchelei!
Natürlich muss man auch China kritisch betrachten, wenn solch Riesenländer wie Indien und China nur auf das Ökonomische und nicht aufs Ökologische schauen, wird es schwer in anderen Ländern etwas durchzusetzten. Dafür spielt das Finanzielle einfach eine zu große Rolle.

Wir dürfen hier allerdings nicht das T-Shirt kaufen, welches die Erde auf dem Weg von der Baumwollplantage zu uns in den Schrank ca. 1,5 mal umrundet hat, und dann mit dem Finger nach China zeigen, weil dort billig gefertig wird.

Das muss zusammen angepackt werden.

"sondern das ungeregelte und unbedachte Konsumverhalten mancher"

"Und selbst das wäre nicht korrekt, denn eigentlich sind es nicht die Wohlstandsländer, sondern das ungeregelte und unbedachte Konsumverhalten mancher Menschen, die sich ebenso in China und Indien befinden."

Echt?

Wie, um Himmels willen, sollen denn die Konsumenten an der CO2-Produktion die Hauptschuld haben? Sollen die Konsumenten in die Fabriken nach Asien und die Maschinen mit Handkurbeln antreiben? Steht im Laden drauf, wie das Produkt produziert wurde?

Die Aussage erinnert mich stark an die Behauptung, dass die Konsumenten auch die Verantwortung dafür tragen würden, ob die Arbeiter menschenwürdig behandelt werden, oder die Flüsse oder das Grundwasser verschmutzt werden, oder für Kinderarbeit, oder für was der Konsument sonst noch alles die Verantwortung von den heutigen Meisterliberalen zugeschoben bekommt.

Der liberalen Idee von der Verantwortung des Konsumenten sei Dank, gibt es heute praktische keinen Produzenten oder Händler mehr, der für irgendwas Verantwortung trägt. Natürlich zuallererst nicht, dass im Laden auf all den Produktverpackungen zu lesen steht, unter welchen Bedingungen das Produkt zustande kam. Die Bruttoeinwaage muss draufstehen, evtl. die Es, etwas kalorisches und der Preis. Alles andere würde den Konsumenten beim Tragen seiner Verantwortung vor dem Kauf des Produkts zu sehr manipulieren.

Ja, so macht liberal echt Spaß. Man muss die Verantwortung nur denen geben, die am weitesten weg sind, und das Produkt als letzte in die Hände kriegen, dann geht jede Sauerei.

"Und solange das die Chinesen nicht interessiert, ist das...

...Thema überflüssig."

Ganz überflüssig ist das Thema natürlich nicht. Wenn man den Leuten hier ein schlechtes Gewissen verpasst, weil sie die Waren aus Asien kaufen, motzen sie nicht rum, sondern kriegen eben wieder und wieder eingebläut, dass sie ja selber ihr Spielchen im großen Spiel treiben.

Kein Wort, dass es immer schwieriger wird, heute überhaupt noch etwas zu konsumieren, ohne an der weltweiten Ausbeutung teilzunehmen.

Kein Wort, dass Konsumenten im Laden bei vertretbarem Aufwand keine Chance haben, beurteilen zu können, welches Produkt den eigenen ethischen Vorstellungen noch am wenigsten zuwider laufen würde.

Ein bisschen Chance hat man bei Käse, Wurst und Gemüse mit Bio-Labels. Bei allen konventionellen Produkten, kann man nur beten, dass z. B. die Kakaobohnen nicht von Kindersklaven geerntet wurden.

Das ganze hat System. Ramponiere die Selbstsicht der Konsumenten durch irre Schuldzuweisungen so lange, bis sie bei allem die Augen zudrücken. Dann erst ist echt freie Marktwirtschaft.

"Keiner zwingt die Bevölkerung der Industrieländer, billige...

...billige Sachen aus China zu kaufen."

Das klingt ja spannend. Wo kauf' ich denn einen Computer oder DVD-Player, der nicht aus Asien kommt.

Erzählen uns nicht die Importeure und Einzelhändler seit Jahr und Tag, dass sie darauf achten, dass ihre Auftragsfabriken anständig produzieren?

Uns würde niemand zwingen. So, so. Ich meine, wer heute nicht zum Konsumverweigerer oder Selbstversorger wird, hat kaum eine Chance beim täglichen Einkaufen, die Waren auf ethische Aspekte abzuklopfen. Das geben die Etiketten einfach nicht her. Und das ist Absicht.

Wir werden sehr wohl gezwungen.

Mein Gott, ist das lächerlich...

Alleine China, die USA, Indien, Russland und Japan produzieren 50 Prozent aller CO2 Emissionen. Aber solange sich diese Staaten weigern, sich an einer Reduzierung der Luftverschmutzung vertraglich zu beteiligen, ist die ganze Verhandelei doch reine Makulatur.

Da hätte man sich die Emissionen für die An- und Abreise besser gleich sparen können.

Wenn man die Länder überzeugen will,....

....kann Europa schon etwas tun. Es kann die Produktion anderer internationaler öffentlicher Güter übernehmen. Das würde die USA entlasten, sie könnten das Geld für dieses öffentliche Gut dann ausgeben und man bekäme sie damit viel leichter ins Boot. Länder wie Indien bekommt man damit, dass man deren Armen Geld zukommen lässt, sodass es sich für die Politiker dort lohnt CO2 arm zu wachsen.

Das ist es uns aber nicht wert.

Lächerlich...

... ist das schonmal überhaupt nicht! Sie wollen sich doch nur wieder aus der Verantwortung ziehen. Dass sie mit ihrem Kaufverhalten von T-Shirts, Elektronikprodukten usw., welche in Fernost gefertigt wurden, die CO2-Menge, die bei die Herstellung dieses Produktes ausgestoßen wurde, selbst verantworten, wollen sie nicht einsehen, richtig? Wenn sie das Produkt nicht kaufen, ist die Herstellung auch nicht notwendig, sprich: die Freisetzung von CO2 bliebe aus!
Natürlich begünstigen China, Indien und co die Ansiedlung der klimaschädlichen Industrie durch fehlende Umweltvorgaben. Aber SIE und IHR Konsum, bzw. auch ICH und MEIN Konsum machen dies erst notwendig, und damit sind WIR auch verantwortlich. Solange jeder immer nur die Schuld bei dem anderen sucht, werden wir in der Klimadebatte nicht weiter kommen!

Globalisierung und Souveränität

Das große Problem an der Globalisierung ist die Souveränität der Staaten, die am weltweiten Handel beteiligt sind. Jede Nation kann sein Land nach Belieben ausbeuten und verschmutzen um sich so einen Vorteil in der Weltwirtschaft zu verschaffen. Eigentlich stünde eine Organisation wie die WTO in der Pflicht entsprechende Regeln zu erlassen, denn Handel ist eben nicht nur Handel, sondern bewirkt immer einen Eingriff in die Natur und die Gesellschaft.

Das Problem ist die Emission in *gemeinsame* Ressourcen

Kommentar 18 sieht dies als Problem an: "Jede Nation kann sein Land nach Belieben ausbeuten und verschmutzen um sich so einen Vorteil in der Weltwirtschaft zu verschaffen."

Wenn jede Nation nur ihr *eigenes* Land ausbeuten könnte, wäre das nicht so ein Problem, denn dann würde jedes Land fürs eigene Verhalten auch haften. Die CO2-Verschmutzung hat das Problem, dass die Nationen eine *gemeinsame* Ressource aller Menschen, nämlich unsere Erdatmosphäre, verschutzen. (Ein ähnliche Problem ist die Ausbeutung der Weltmeere, die ebenfalls allen gemeinsam gehören, anders als die Ausbeutung eines lokalen oder nationalen Gewässers.)

Das Problem ist, das man oft keine Wahl hat.

Natürlich ist es den Menschen klar, daß chinesische und andere asiatische Produkte oft unter moralisch nicht akzeptablen Bedingungen hergestellt werden. Aber leider hat man oft keine andere Wahl. Bei Dingen wie Kinderbüchern (oder selbst die Comics aus dem Carlsen-Verlag), die in China auf Papier unklarer Herkunft mit Farben mit unklarer Umweltbelastung durch mit Hungerlöhnen bezahlte Arbeiter gedruckt werden, kann man einen Kauf noch vermeiden -sofern die Kinder mitmachen. Bei Bekleidung wird es schon schwieriger (und teurer), etwas zu finden, was man guten Gewissens kaufen kann. Auch bei Dingen, auf denen "Made in %irgendein europäisches Industrieland%" steht, kann man nicht sicher sein, daß nicht die Hälfte der Komponenten aus Asien kommt. Die Produzenten tun dabei noch alles, die Herkunft möglichst zu verschleiern. Und wenn einem das letzte in Kamp-Lintfort produzierte Siemens-Handy oder das von Toshiba noch in Deutschland zusammengeschraubte Notebook aus dem letzten Jahrtausend kaputtgegangen ist, dann bleibt nur noch ein Kauf aus chinesischer Produktion.

Eine Zwangsabgabe für Waren aus Umweltverschmutzer-Ländern wäre daher vielleicht auch deshalb sinnvoll, weil dadurch europäische Warenproduktion wieder wettbewerbsfähiger würde.

Frau Endres,

man muss von Ihnen natürlich nicht erwarten, dass sie wirtschaftliche Gesamtrechnungen kapieren. Ist wohl nicht Ihr Metier.

Chinas Entscheidung mit einem Dumping-Yuan eine Art Handelskrieg zu führen, ist ja wohl deren Entscheidung ganz alleine.
Sie wollen diese Politik auch noch mal zusätzlich belohnen.

Na, herzlichen Glückwunsch. Über solche Willfährigkeit freuen sich die Diktatoren in Peking.

Unglaublich!

@4: Artikel vielleicht mal richtig lesen?

Kernaussage des Artikels und der darin verlinkten Quellen: CO2- Produktion steckt in den konsumierten Waren. Und damit ist eine Analyse des Warenkosums ein besseres Mass für die Klimabilanz eines Landes. Macht für mich unmittelbar Sinn.

Und damit wird es logischerweise auch vollkommen unwichtig, ob die betroffenen Waren nun in China oder sonstwo produziert werden. Ergo hat der Wechselkurs des Yuans überhaupt nix mit dem Artikel zu tun.

Oder spricht aus dem Kommentar einfach nur der Frust, einen bequemen Sündenbock verloren zu haben?

"Warenkonsum"

Wenn es tatsächlich um Warenkonsum geht, sind wir auch wieder fein raus.

Bekanntlich leben wir in einer Überflussgesellschaft und schmeißen die Hälfte unserer Nahrungsmittel weg. Damit transferieren wir entsprechen viel CO2-Last in die Mülltonne.

Ich bin sicher, dass das im Chart die +9.9% bei Deutschland locker wenigstens auf 0, wenn nicht sogar darunter bringt.

Die deutschen Konsumenten sind damit ziemlich entlastet.

Wie ist das mit den Produzenten? Ach, nein, hab' ich ganz vergessen. Produzenten produzieren nur für die Konsumenten ... oder die Mülltonnen. Und zwar genau das, was die Konsumenten ... oder die Mülltonnen wollen. Produzenten und Händler sind aus der Verantwortung raus.

Produzenten und Händler können für gar nichts irgendwas.

Ansichtssache

Ich denke hier ist der Blickwinkel entscheidend. Man kann für alle Positionen Argumente ableiten.
Den Carbon Footprint als Grundlage eines international gültigen Klimaabkommens heranzuziehen, ist meines Erachtens nicht die richtige Lösung. Zwar ist die Verlagerung Co2-intensiver Produktion in Länder, die kaum Umweltauflagen durchsetzen, eine heuchlerische Tätigkeit von Unternehmen. ABER diese Länder wollen sich meist grundlegend nicht am Klimaschutz beteiligen, sondern eher daran verdienen, dass andere sich der Umwelt verpfichtend sehen. Oder warum empfängt beispielsweise China oder Durban alldiejenigen mit offenen Armen, die zuhause so nicht mehr produzieren dürfen? Was getan werden könnte ist die Ausstellung und der Verkauf von weltweiten Zertifikaten - nicht nur für Deutschland geltend - für alle Unternehmen, die entweder in Deutschland produzieren oder hier ihre Waren verkaufen wollen.