Stresstest Commerzbank soll über neue Staatshilfe verhandeln
Mehr als 5 Milliarden Euro braucht die Bank bis Anfang 2012. Bislang wollte sie dafür ohne neue Staatshilfe auskommen, das scheint sich nun aber zu ändern.
Die Commerzbank soll mit der Bundesregierung über neue Staatshilfen verhandeln. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Finanz- und Koalitionskreise, es gebe seit mehr als einer Woche "intensive Gespräche" mit dem Bundesfinanzministerium. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Regierung strebe eine Grundsatzeinigung noch vor Weihnachten an.
Ein Commerzbank-Sprecher wollte die Meldung nicht kommentieren. "Zu Spekulationen geben wir keinen Kommentar ab." Stattdessen verwies er auf Äußerungen von Finanzchef Eric Strutz. Dieser hatte nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des europäischen Banken-Stresstests gesagt: "Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen."
Im Stresstest wurde bei der Commerzbank mit 5,3 Milliarden Euro die größte Kapitallücke unter den deutschen Banken festgestellt. Grund für den Kapitalbedarf sind die Risiken durch europäische Staatsanleihen, insbesondere aus Griechenland. Ursprünglich war die europäische Bankenaufsicht EBA lediglich von einem Kapitalbedarf von knapp 3 Milliarden Euro ausgegangen, hatte dann aber ihre Kriterien verschärft. Die zweitgrößte deutsche Bank hatte bereits Ende 2008 und Anfang 2009 Kapitalspritzen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro vom Staat erhalten. Mehr als 14 Milliarden davon hatte sie im Sommer zurückgezahlt.
Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing hatte ausgeschlossen, die Bank erneut mit staatlichen Finanzmitteln retten zu lassen. Vor einem Monat hatte er bereits angekündigt, Bilanzrisiken um 30 Milliarden Euro herunterzufahren. Dadurch verringere sich der Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital um bis zu rund 2,7 Milliarden Euro. Am Montag hatte die Commerzbank mit einem Rückkauf von sogenannten Hybridanleihen begonnen. Zudem erwägt sie den Verkauf von Randgeschäften und die Einbehaltung von Gewinnen.
Bundesregierung belebt Soffin wieder
Auf welche Weise der Staat der Commerzbank aus der Patsche helfen könnte, ist noch unklar. Im Gespräch ist Reuters zufolge eine vollständige oder teilweise Ausgliederung der verlustreichen Immobilienfinanzierungs-Tochter Eurohypo in eine staatliche Bad Bank. Dabei würden keine Finanzmittel direkt an die Commerzbank fließen. In der Eurohypo liegt der Löwenanteil der Staatsanleihen, die zu milliardenschweren Abschreibungen geführt hatten. Die Commerzbank muss die Eurohypo auf Geheiß der EU ohnehin bis 2014 verkauft haben, ein privater Käufer ist aber nicht in Sicht.
Die Bundesregierung bereitet derzeit zudem eine Neuauflage des Bankenrettungsfonds Soffin für systemrelevante Banken vor, zu denen die Commerzbank gehört. Der Fonds soll Regierungskreisen zufolge bis Ende 2012 befristet sein. In der Koalition ist aber noch umstritten, ob dabei auch eine Zwangskapitalisierung von Banken durch die Finanzaufsicht BaFin möglich sein soll. Ein Kabinettsbeschluss wird für Mittwoch erwartet.
Der Soffin wurde mit Ermächtigungen für Kapitalmaßnahmen und Risikoübernahmen von bis zu 80 Milliarden Euro und für die Übernahme von Garantien von bis zu 400 Milliarden Euro ausgestattet. Die Leistungen waren Ende 2010 ausgelaufen, sodass er derzeit keine neuen Maßnahmen zur Stützung des Finanzsektors leisten kann.
- Datum 12.12.2011 - 19:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Die Commerzbank hat sich schamlos als erste Privatbank von Steinbrücks Rettungsschirm gleich zweimal bedient und nun verhandelt sie schon wieder.
Nach wie vor gibt es in unserer Stadt die Ex Dresdner-Bank-Filiale und die Commerzbank-Filiale, keine 50 m voneinander getrennt, in der Fußgängerzone. Die Kosten müssen enorm sein.
Banken und Versicherungen, die in Glaspalästen in den Städten residieren, werden gerettet, während die Schulen, wo sich die jungen Menschen bilden und weiterentwickeln sollen, verfallen, weil kein Geld für die Gebäudesubstanz sowie Lehrer und Sozialarbeiter vorhanden ist.
Deshalb, Rettungsgelder sinnvoll einsetzen. Lehrer erhalten keine Millionen-Boni.
Die Sache mit den Lehrern und deren fehlende Boni liegt doch auf der Hand. Sie bringen nach Meinung der Bundesregierung nur (Unter-)Durchschnittliches zustande. Boni sind der Sache nach der Lohn für besondere Leistungen.
Dem Text nach kümmert sich die Bundesregierung jedoch nachhaltig um die wahren Leistungsträger – hier im Dienste der Commerzbank. Die Ausgliederung der Eurohypo und ihre Umwandlung in eine staatlich gestützte Bad Bank ließe es zu, die leistungsgerechte Vergütung der Commerzbank Banker auf Wallstreetniveau halten zu können. Wer an der Fürsorgepflicht einer schwarz-gelben Regierung gezweifelt haben mag, wird nun eines Besseren belehrt.
Die Sache mit den Lehrern und deren fehlende Boni liegt doch auf der Hand. Sie bringen nach Meinung der Bundesregierung nur (Unter-)Durchschnittliches zustande. Boni sind der Sache nach der Lohn für besondere Leistungen.
Dem Text nach kümmert sich die Bundesregierung jedoch nachhaltig um die wahren Leistungsträger – hier im Dienste der Commerzbank. Die Ausgliederung der Eurohypo und ihre Umwandlung in eine staatlich gestützte Bad Bank ließe es zu, die leistungsgerechte Vergütung der Commerzbank Banker auf Wallstreetniveau halten zu können. Wer an der Fürsorgepflicht einer schwarz-gelben Regierung gezweifelt haben mag, wird nun eines Besseren belehrt.
Die Sache mit den Lehrern und deren fehlende Boni liegt doch auf der Hand. Sie bringen nach Meinung der Bundesregierung nur (Unter-)Durchschnittliches zustande. Boni sind der Sache nach der Lohn für besondere Leistungen.
Dem Text nach kümmert sich die Bundesregierung jedoch nachhaltig um die wahren Leistungsträger – hier im Dienste der Commerzbank. Die Ausgliederung der Eurohypo und ihre Umwandlung in eine staatlich gestützte Bad Bank ließe es zu, die leistungsgerechte Vergütung der Commerzbank Banker auf Wallstreetniveau halten zu können. Wer an der Fürsorgepflicht einer schwarz-gelben Regierung gezweifelt haben mag, wird nun eines Besseren belehrt.
Eine der ganz grossen Sorgen unserer Regierung sind die Arbeitsplätze, also auch die bei der Commerzbank.
Und ihre Sorge gilt auch den Leistungsträgern dieses Landes, vor allem wenn sie diesem Lande über viele Jahre treu gedient haben.
Nach der nächsten Bundestagswahl werden alle FDP Abgeordneten gut bezahlte Arbeitsplätz benötigen, an denen die Anforderungen nicht höher als die bei zB der Commerzbank liegen dürfen...
Eine der ganz grossen Sorgen unserer Regierung sind die Arbeitsplätze, also auch die bei der Commerzbank.
Und ihre Sorge gilt auch den Leistungsträgern dieses Landes, vor allem wenn sie diesem Lande über viele Jahre treu gedient haben.
Nach der nächsten Bundestagswahl werden alle FDP Abgeordneten gut bezahlte Arbeitsplätz benötigen, an denen die Anforderungen nicht höher als die bei zB der Commerzbank liegen dürfen...
Wenn nochmal Geld fliesst, dann in richtige Anteile an der Bank. Während Deutschland mit seinen Rettungsmilliarden für Banken Milliardenverluste macht, haben z.B. die USA oder Frankreich normale Aktien gekauft. Beide Länder haben inzwischen mehrere Milliarden Gewinn gemacht.
Lässt sich das Regime Merkel eigentlich gerne ausnehmen?
Da macht man seit fast zwei Jahren ein großes Theater um die Mehrwertsteuersenkung für Beherbergungsbetriebe ("Hotel-Steuer"), die höchstenfalls eine Milliarde Euro Mindereinnahmen bringt. Auf der anderen Seite sollen jetzt wieder fünf Milliarden Euro für die marode Commerzbank lockergemacht werden. Gleichzeitig soll Deutschland 45 Milliarden Euro an den IWF überweisen, dass dieser europäische Schuldenländer unterstützen kann. Von den bisher erfolgten Zahlungen an Griechenland (über die Kreditanstalt für Wiederaufbau) gar nicht zu reden.
Man sieht, eine Milliarde kann sehr viel Geld sein (Hotels). In anderen Fällen (Banken, Rettungsschirme, Staatskredite) fällt es dagegen dem Staat offenbar sehr leicht, weitaus größere Summen aus dem Hut zu zaubern. Da wird wohl gewaltig mit zweierlei Maß gemessen.
Aber Schneetiger....
"Die Commerzbank hat sich schamlos als erste Privatbank von Steinbrücks Rettungsschirm gleich zweimal bedient und nun verhandelt sie schon wieder.
Nach wie vor gibt es in unserer Stadt die Ex Dresdner-Bank-Filiale und die Commerzbank-Filiale, keine 50 m voneinander getrennt, in der Fußgängerzone. Die Kosten müssen enorm sein."
Man tut es, WEIL MAN ES KANN!
Die derzeitigen, dies ermöglichenden Regelungen für Banken wurden von den demokratisch vom Volk bestellten Regierungen Kohl, Schröder und Merkel so geschaffen.
Das kann also gar nicht falsch sein, oder?
Denn letztlich ist es ja Ausdruck des Volkes Wille.
Und dann auch noch:
"Lehrer erhalten keine Millionen-Boni."
Aber selbstverständlich nicht! Oder wollen sie etwa behaupten in einem politischen System wie unserem, in einem Staat wie unserem, in einer Gesellschaft wie unserer, da sei "Bildung" alternativlos?
Willkommen in der Realität!
Eine der ganz grossen Sorgen unserer Regierung sind die Arbeitsplätze, also auch die bei der Commerzbank.
Und ihre Sorge gilt auch den Leistungsträgern dieses Landes, vor allem wenn sie diesem Lande über viele Jahre treu gedient haben.
Nach der nächsten Bundestagswahl werden alle FDP Abgeordneten gut bezahlte Arbeitsplätz benötigen, an denen die Anforderungen nicht höher als die bei zB der Commerzbank liegen dürfen...
Auch sie haben recht... man sollte bei den Hotels noch mal nachlegen... was ist schon eine lumpige Milliarde heutzutage.
Eine Milliarde Euro bleibt eine Milliarde Euro, egal wofür sie ausgegeben wird. Ein Blick über den Rhein zeigt, dass es in Frankreich überhaupt keine Kritik an der Regierung gab, als die Mehrwertsteuer für Hotels UND die Gastronomie kräftig gesenkt wurde. Ich sah dort vor Restaurants Tafeln, auf denen die Essenspreise vor und nach der Steuersenkung aufgelistet waren. In Deutschland hingegen setzen solche Maßnahmen reflexartig Neiddiskussionen in Gang. Man könnte ja mit einer Milliarde viel mehr Lehrer und Kindergärtnerinnen einstellen. Eine typisch deutsche Argumentation. Wenn es aber um nicht genau verifizierbare Milliardenzahlungen für EU-Länder oder Banken geht, dann werden plötzlich keine Vergleiche zu Lehrerstellen oder Kindergärtnerinnen angestellt. Seltsam, seltsam!
Eine Milliarde Euro bleibt eine Milliarde Euro, egal wofür sie ausgegeben wird. Ein Blick über den Rhein zeigt, dass es in Frankreich überhaupt keine Kritik an der Regierung gab, als die Mehrwertsteuer für Hotels UND die Gastronomie kräftig gesenkt wurde. Ich sah dort vor Restaurants Tafeln, auf denen die Essenspreise vor und nach der Steuersenkung aufgelistet waren. In Deutschland hingegen setzen solche Maßnahmen reflexartig Neiddiskussionen in Gang. Man könnte ja mit einer Milliarde viel mehr Lehrer und Kindergärtnerinnen einstellen. Eine typisch deutsche Argumentation. Wenn es aber um nicht genau verifizierbare Milliardenzahlungen für EU-Länder oder Banken geht, dann werden plötzlich keine Vergleiche zu Lehrerstellen oder Kindergärtnerinnen angestellt. Seltsam, seltsam!
wurde uns hier auf der ZEIT, in allen Medien, vor einigen Monaten noch als gelungenes Beispiel für die Bankenrettung präsentiert.
Als Beispiel dafür, daß der Steuerzahler nicht, oder nur in geringem Maße für Privatpersonen und deren Machenschaften hafte müße, daß sich Bankenrettung fast noch lohne, ja fast lukrativ sei. Dieser Eindruck wurde erweckt.
Die Bankenrettung war ein Fehler, das Geld sehen wir nie wieder, die Griechenlandrettung war ein Fehler, dies Geld sehen wir auch nie wieder, und der ESM wird eine der größten Volksvermögensvernichtungsaktionen der deutschen Geschichte.
Wohl bekomm es! Wann machen die Journalisten wieder ihren Job, fangen das Hinterfragen an, und lassen die DPA Meldungen außen vor.
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