Klimakonferenz Röttgen verlangt von China klare Zusagen

Umweltminister Röttgen hat die entscheidende Rolle Chinas bei den Klimaverhandlungen in Durban betont. Von den USA erwartet er nichts.

Ein chinesischer Fischer in seinem Boot auf dem Jangtsekiang Fluss, dessen Pegel stetig sinkt.

Ein chinesischer Fischer in seinem Boot auf dem Jangtsekiang Fluss, dessen Pegel stetig sinkt.

Nicht nur die Industrieländer sollen sich künftig verpflichten, ihre Emissionen zu senken. Auch Schwellenländer müssten verbindlich zusagen, ihren Beitrag zu leisten. Diese Forderung hat Südafrikas Präsident Jacob Zuma auf dem Klimagipfel in Durban formuliert. Dass er als Vertreter eines Schwellenlandes dies tut, ist ungewöhnlich. Das Abkommen, in dem die einzelnen Reduktionsziele festgehalten werden, müsse spätestens 2020 implementiert werden, sagte Zuma.

Südafrika gehört selbst zu den größten Emittenten der Welt; sein Ausstoß von Treibhausgasen ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Die Wirtschaft des Landes hängt stark von Energie aus heimischer Kohle ab. Die Emissionen zu senken, wird deshalb nicht leicht sein.

Zuma formulierte denn auch vorsichtig-diplomatisch. "Wenn einige Parteien sich zu einer zweiten Kyoto-Periode verpflichten, würden auch andere in naher Zukunft bereit sein, sich auf ein bindendes Regime einzulassen", sagte er, und: "Wir müssen uns auf eine zweite Kyoto-Periode einigen. Danach brauchen wir ein multilaterales, regelbasiertes System, das nach dem Muster der zweiten Kyoto-Periode funktioniert." Das Abkommen solle für alle Parteien verpflichtend sein. Der südafrikanische Präsident rief die Verhandlungspartner auf, weniger zögerlich zu sein: "Alle Parteien müssen mehr tun als bisher", sagte er.  

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) nannte Zumas Rede "eindrucksvoll", "beherzt" und "mutig". Mit ihr gebe der Präsident das Maß vor, an dem die südafrikanische Präsidentschaft des Gipfels sich später messen lasse. "Das ist eine klare Ansage", sagte Röttgen. "Ihre Bedeutung gewinnt sie dadurch, dass kein Industrieland sie macht, sondern ein Schwellenland, das auch Mitglied der BASIC-Gruppe ist".

In der BASIC-Gruppe haben sich Brasilien, China, Indien und Südafrika zusammengeschlossen. Für den globalen Klimaschutz ist China mit seinem sehr hohen Wirtschaftswachstum unter ihnen das wichtigste Land. "Zumas Rede enthält eine Positionierung, die es so in dieser Gruppe noch nicht gab", sagte Röttgen. Seine Hoffnung: Das könnte China beeinflussen, sich weiter zu bewegen als bisher.

Die zentrale Botschaft des Ministers in Durban: Ohne die Schwellenländer ist ein wirksamer globaler Klimaschutz nicht mehr möglich. "Seit Kyoto hat die Welt sich verändert. Auf die Staaten, die sich damals verpflichtet haben, ihre Emissionen zu senken, entfallen heute nur noch 15 Prozent des globalen Kohlendioxidausstoßes. Sagen nur sie zu, ihren Treibhausgasausstoß auch künftig zu reduzieren, reicht das nicht aus", erklärte er.

 

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Leser-Kommentare
  1. Wow hier spricht der nächste Bundeskanzler.

    Herr Röttgen tritt mit seiner Militärmütze in Durban an und
    verlangt etwas von China.

    Oder war es eine Kasperlmütze?

  2. ist größenwahnsinnig geworden. In den letzten Wochen hat er im Fernsehen eindrucksvoll bewiesen, dass er von Energieerzeugung nicht den blassesten Schimmer hat und auf der "Klimakonferenz" führt er sich wie ein zu heiß gewaschener Tarzan auf.

    • LaoLu
    • 07.12.2011 um 13:22 Uhr

    Der trägt bei Auslandsaufenthalten immer diese beknackte deutsche Feldmütze, zwar aus heutiger Fertigung, nichtsdestoweniger aber immer stärkstens an die Kopfbedeckung der glorreichen Deutschen Wehrmacht erinnernd.

    Ein wahrlich passender Hut für einen Minister der Bundesrepublik Deutschland.

  3. Wir können von China garnichts verlangen, solange jeder Deutsche fünf mal so viel CO2 produziert wie ein Chinese.

    Deutschland ist shizophren, wir sehen uns als Umweltschützer und Vorbild, dabei gehören wir zu den größten Umweltsündern.

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    Jeder Chinese liegt inzwischen bei ca. 6t/Kopf und Jahr, zu deutschen Werten ist es kein Faktor 5 mehr, sondern nur noch 1,5. Die chinesischen Werte liegen in wenigen Jahren schon höher als die Frankreichs oder der Schweiz.

    Dann wird China keine Ausrede mehr haben. Oder doch: Solange die Amerikaner nichts tun bei ca. 20t/Kopf, kann man das auch nicht von Schwellenländern erwarten. Verständlich.

    Der "Hemmschuh" heißt USA.

    Jeder Chinese liegt inzwischen bei ca. 6t/Kopf und Jahr, zu deutschen Werten ist es kein Faktor 5 mehr, sondern nur noch 1,5. Die chinesischen Werte liegen in wenigen Jahren schon höher als die Frankreichs oder der Schweiz.

    Dann wird China keine Ausrede mehr haben. Oder doch: Solange die Amerikaner nichts tun bei ca. 20t/Kopf, kann man das auch nicht von Schwellenländern erwarten. Verständlich.

    Der "Hemmschuh" heißt USA.

  4. 5. Wieso

    verlangt der Herr von den USA *nichts*? Ich dachte, die sind anteilig ihrer Bevölkerung an der Weltbevölkerung immer noch der größte Verschmutzer. Bei so viel diplomatischer Sensibilität und Ernsthaftigkeit in der Sache erwarte ich von seiten der chinesichen Führung (und die spricht in diesem Falle das aus, was die Mehrheit in China denkt) - nichts.

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    • joG
    • 07.12.2011 um 14:44 Uhr

    ....keine Forderungen stellt, weil er weiß, dass Deutschland nicht bereit wäre, die entsprechenden Forderungen nach Übernahme der Kosten für andere Internationale öffentliche Güter zu erfüllen und die Verknüpfung nicht in der Öffentlichkeit und vor seinen Wählern austragen will.

    • joG
    • 07.12.2011 um 14:44 Uhr

    ....keine Forderungen stellt, weil er weiß, dass Deutschland nicht bereit wäre, die entsprechenden Forderungen nach Übernahme der Kosten für andere Internationale öffentliche Güter zu erfüllen und die Verknüpfung nicht in der Öffentlichkeit und vor seinen Wählern austragen will.

  5. Jeder Chinese liegt inzwischen bei ca. 6t/Kopf und Jahr, zu deutschen Werten ist es kein Faktor 5 mehr, sondern nur noch 1,5. Die chinesischen Werte liegen in wenigen Jahren schon höher als die Frankreichs oder der Schweiz.

    Dann wird China keine Ausrede mehr haben. Oder doch: Solange die Amerikaner nichts tun bei ca. 20t/Kopf, kann man das auch nicht von Schwellenländern erwarten. Verständlich.

    Der "Hemmschuh" heißt USA.

    Antwort auf "Shizophren"
  6. Was zählt ist
    a/ der Ausstoß pro Kopf (USA 17,5 DE 9,6 und China 5,3 per capita, 2008 Daten)
    b/ die historische Alt-last/- schuld der „alten“ Industrienationen
    c/ die Verantwortung der Endverbraucher (China und Deutschland emittieren Dreck zu Lasten ihres Exports für die importierenden Endverbraucher)

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  7. ...noch ohne die USA.

    Allerdings ist China vermutlich deutlich stärker gefährdet vom Klimawandel und tut sich weitaus leichter, einen emissionsärmeren Pfad einzuschlagen, weil dort der Großteil der Infrastruktur, die meinetwegen in 2025 Klimagase emittieren wird erst noch gebaut wird.

    So gesehen ist es ganz entscheidend, dass sich China weg bewegt von der Position, sich weitere 10 Jahre zu garnix zu verpflichten und erst dann steigt auch der Druck auf die USA, die dann wieder der alleinige große Buhmann sind.

    Außerdem ist die politische Führung in China in der Lage, strategisch zu denken und zu handeln, die USA ist diesbezüglich derzeit vollständig gelähmt, wer dort heute den begriff "climate change" in den Mund nimmt ist politisch mausetot. Drill baby drill!

    Man kennt das ja noch aus damaligen Verhandlungen zum Schutz der Ozonschicht. Das war dasselbe Theater mit den USA, hat am Ende aber doch halbwegs geklappt.
    Nur sind die Vorzeichen heute in den USA noch viel ungünstiger.

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