Schuldenkrise EZB senkt Leitzins auf Rekordtief

Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte hat die EZB den Leitzins auf einen Tiefststand von 1,0 Prozent gesenkt. Dieser Schritt soll die Konjunktur in der Euro-Zone ankurbeln.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Euro-Zone auf 1,0 Prozent gesenkt. Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB mit Geld versorgen können, verringert sich damit um 0,25 Prozentpunkte, wie die Notenbank in Frankfurt am Main mitteilte.

Der Leitzins hat damit erstmals seit April dieses Jahres wieder seinen historischen Tiefstand erreicht. Zum ersten Mal in der Geschichte des Euro hatte die EZB den Zinssatz im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im Mai 2009 bis auf 1,0 Prozent verringert.

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Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite. Das erleichtert Unternehmen Investitionen und kann die Konsumfreude von Verbrauchern steigern – beides kurbelt die Konjunktur an. Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hatte laut Statistikbehörde Eurostat im dritten Quartal nur noch 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal betragen.

Zinssenkung verstärkt Inflation

Zugleich befeuern niedrige Zinsen aber die Inflation, die zuletzt weiter deutlich über dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent lag. Im November hatte die jährliche Teuerungsrate in den 17 Eurostaaten bei 3,0 Prozent gelegen. Experten sind sich aber einig, dass der Höhepunkt überschritten ist und der Preisdruck nun stetig abnehmen wird.

Offen ist, ob die Notenbank ihr Programm zum Kauf von Anleihen angeschlagener Euro-Staaten ausdehnt. Das fordern Ökonomen in aller Welt. EZB-Präsident Mario Draghi stellte  kürzlich vor dem Europaparlament ein stärkeres Engagement der Notenbank in Aussicht – wenn die Politik sich zuvor auf einen strikten Haushaltspakt einigt.

Die EZB stellt den von der Schuldenkrise gebeutelten Geschäftsbanken weiter billiges Geld zur Verfügung. Bislang bietet die Notenbank Geschäfte mit der außergewöhnlich langen Laufzeit von bis zu einem Jahr an. Experten erwarten, dass die EZB künftig auch langfristige Kreditgeschäfte für die Banken der Eurozone mit Laufzeiten von zwei oder gar drei Jahren beschließen könnte.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...die EZB hat für die Stabilität zu sorgen. Bei 3% Inflation die Leitzinsen zu senken ist Terrorismus!

    Raus aus dem Dreck! Einheit für die DM.

    --------------

    Artikel 20

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    • zylar
    • 08.12.2011 um 14:35 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/mk

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    • zylar
    • 08.12.2011 um 14:47 Uhr

    Was soll das bitte nicht mit dem Thema zu tun haben?
    Ursache der Krise(n) sind die permanente Geldmengenausweitung.

    Als Lösung weitet man nun weiter die Geldmenge aus?
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    • zylar
    • 08.12.2011 um 14:47 Uhr

    Was soll das bitte nicht mit dem Thema zu tun haben?
    Ursache der Krise(n) sind die permanente Geldmengenausweitung.

    Als Lösung weitet man nun weiter die Geldmenge aus?
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  2. > Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite. Das erleichtert
    > Unternehmen Investitionen und kann die Konsumfreude von Verbrauchern
    > steigern – beides kurbelt die Konjunktur an.
    Das haben wir ja in den letzten 20 Jahren gesehen, wie toll billiges Geld Investitionen und Konsumfreude auf Dauer antreiben: es funktioniert einfach nicht.

    Das ganze tolle Geld sammelt sich nämlich weiter dort, wo es schon im mehr als Überfluss vorhanden ist. Die Kapitalkonzentrationen werden immer perverser, die Massen verarmen immer weiter... wenn man fleissig Benzin aufs Feuer kippt hilft das überhaupt nichts!

    Nach diesem Knall wird kein Stein mehr auf dem anderen stehen :-(

  3. Dieses ist bitter. Nun sind bei dem EZB-Rat sämtliche Sicherungen durchgebrannt und die Krisenländer werden noch stärker mit Geld geflutet, deren Rechung aber zwangsläufig bei der deutschen öffentlichen Hand abgeladen. Wie groß muss die Panik im EZB-Rat sein, aber Panik war schon immer ein schlechter Berater

    Auch wenn man nicht alles teilt, so sind doch

    "16 Wege aus der Krise
    Sorge um Deutschland und Europa"

    http://www.faz.net/aktuel...

    lesenswert.

  4. Ab nächstem Jahr in einigen Bundesländern .
    In Schleswig Holstein auf 5 %
    Wenn jetzt die Banken noch günstige Kredite weitergeben
    paßt das schon für Immobilien.Autos.Möbel usw.

    • zylar
    • 08.12.2011 um 14:47 Uhr

    Was soll das bitte nicht mit dem Thema zu tun haben?
    Ursache der Krise(n) sind die permanente Geldmengenausweitung.

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    Antwort auf "[...]"
    • joG
    • 08.12.2011 um 14:57 Uhr

    ... Kanonen.

  5. Die offizielle Inflation liegt bei 3 % , d.h. die gefühlte Inflation ( Dinge des täglichen Lebens ) liegt weit höher.

    Menschen machen Fehler, können die aber korrigieren.
    Wo bleibt die Korrektur ? Erinnert an die Nibelungen.

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    Einfach mal Elektrogeräte und Telekommunikation auf 0 setzen.

    Je nach Warenkorb variiert die Inflation natürlich.

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