Schuldenkrise: "Das finanzielle Chaos wäre unvorstellbar"
Der chinesische Ökonom Fan Gang warnt im Video-Interview mit ZEIT ONLINE vor einem Kollaps der Euro-Zone. Deutschland fordert er auf, mehr Verantwortung zu übernehmen.
China hält sich bislang bedeckt, wenn es um eine stärkere Beteiligung am europäischen Rettungsfonds EFSF geht. Ende Oktober hatte EFSF-Chef Klaus Regling in China um finanzielle Hilfe geworben, kehrte jedoch ohne konkrete Zusagen wieder nach Europa zurück. China wartet ab und stellt Bedingungen.
Für Fan Gang, Direktor des National Institute of Economic Research in Peking, ist die Zurückhaltung der chinesischen Regierung verständlich. "Was hätten wir davon, die Dinge zu überstürzen", sagt er im Video-Interview mit ZEIT ONLINE. Selbst die Europäer wüssten noch nicht, wie sie die Krise beenden können.
Nach seiner Ansicht muss die Euro-Zone wieder das Vertrauen der Finanzmärkte gewinnen. "Kurzfristig wird eine Art kollektiver gemeinsamer Glaubwürdigkeit der Euro-Zone benötigt, etwa durch Euro-Bonds", sagt der Chinese. Deutschland nimmt für ihn dabei eine Schlüsselrolle ein: "Ein Land wie Deutschland sollte mehr Verantwortung als andere übernehmen, da Deutschland am meisten vom Euro profitiert."
Eindringlich warnt er vor einem Zusammenbruch der Euro-Zone: "Das finanzielle Chaos wäre unvorstellbar", sagt Fan. "Die ganze Welt würde darunter leiden."






...es immer so interessant, dass man immer das Gefühl hat, ausnahmsweise mal nicht verarscht zu werden, wenn ein Chinese den Mund aufmacht. Man mag über China denken, wie man will, aber ich habe immer das Gefühl, dass man von ihnen immer noch am Wenigsten belogen wird. Vielleicht können sie es sich leisten, nicht zu Lügen, weil sie einfach auf vielen Gebieten unantastbar sind. Vielleicht ist es aber auch diese typische süd-ost-asiatische Weisheit, die aus ihnen spricht. Ich weiß es nicht.
Vielleicht gehören Sie einfach nicht zu denen, die die Chinesen bisher belügen, um ihre Interessen durchzusetzen.
....beurteilen, aber er sagt das Gleiche, das Geithner seit einiger Zeit sagt. Auch die Premiers Kanadas, Japans, Indiens, Brasiliens, der President der USA usw haben es laut gesagt und immer deutlicher wiederholt. Auf Geithner schimpften die Politiker und Medien und die Anderen ignorierte das Publikum. In dieser Sache ist die Welt sich ziemlich einig. Europa hat versagt, indem es bewusst ein schlechtes Vertragswerk aufstellte um es an den Klippen der nationalen Verfassungen vorbei zu bringen und gefährdet in ungeheurer Rücksichtslosigkeit den Rest der Welt.
Vielleicht gehören Sie einfach nicht zu denen, die die Chinesen bisher belügen, um ihre Interessen durchzusetzen.
....beurteilen, aber er sagt das Gleiche, das Geithner seit einiger Zeit sagt. Auch die Premiers Kanadas, Japans, Indiens, Brasiliens, der President der USA usw haben es laut gesagt und immer deutlicher wiederholt. Auf Geithner schimpften die Politiker und Medien und die Anderen ignorierte das Publikum. In dieser Sache ist die Welt sich ziemlich einig. Europa hat versagt, indem es bewusst ein schlechtes Vertragswerk aufstellte um es an den Klippen der nationalen Verfassungen vorbei zu bringen und gefährdet in ungeheurer Rücksichtslosigkeit den Rest der Welt.
Was wäre eigentlich gerechter ?
Keine Einflussnahme und die Länder in die Pleite gehen zu lassen mit allen Folgen für alle beteiligten Gläubiger ?
Beteiligung der Gläubiger zu 50 % und den Rest zahlen alle Steuerzahler ?
Oder, die Steuerzahler zahlen alles ?
Müssen die deutschen bzw. europäischen Steuerzahler auch für die außereuropäischen Forderungen aufkommen ?
wenn im internationalen Wettstreit um Märkte und Aufträge, um Gewinne und Macht die KOnkurrenz rät, man soll Euro-Bonds einführen?
Ich würde erst mal misstrauisch prüfen, was China von Euro-Bonds hat, wenn die kommen. Bestimmt nur Vorteile. D.h. für uns, Nachteile.
...die Chinesen ja massenweise Euros horten und damit an der derzeitigen Krise einen kräftigen Anteil haben.
Sollen die mal ihr Geld ausgeben, sie müssten es nichtmal in Staatsanleihen investieren, einkaufen würde schon reichen. Dann wäre ein Großteil der Wirtschaft und Steuereinnahmen der europäischen Staaten und der Amis fürs nächste Jahr vermutlich gesichert.
Aber die Chinesen machen ja selber auf Export und da passt eine solche Strategie, die indirekt Euro und Dollar abwertet und Yuan auf, natürlich nicht. Da erwartet man vielmehr dreist, dass andere sich weiter verschulden.
...die Chinesen ja massenweise Euros horten und damit an der derzeitigen Krise einen kräftigen Anteil haben.
Sollen die mal ihr Geld ausgeben, sie müssten es nichtmal in Staatsanleihen investieren, einkaufen würde schon reichen. Dann wäre ein Großteil der Wirtschaft und Steuereinnahmen der europäischen Staaten und der Amis fürs nächste Jahr vermutlich gesichert.
Aber die Chinesen machen ja selber auf Export und da passt eine solche Strategie, die indirekt Euro und Dollar abwertet und Yuan auf, natürlich nicht. Da erwartet man vielmehr dreist, dass andere sich weiter verschulden.
Der Kranke bekommt derzeit schlicht die falsche Therapie. Durch Sparhaushalte, gemeinsame Anleihen, illegale EZB-Aktionen und Rettungsschirme wird die Euro- oder Schuldenkrisen eher befeuert denn sinnstiftend therapiert. Wenn wir den Zusammenbruch unserer gemeinsamen Währung noch verhindern wollen, gibt es kurzfristig nur eine Möglichkeit - das Drucken von Geld. Dies ist im Grunde eine Kapitalerhöhung des Euros, sicherlich kein Königsweg und birgt die Gefahr einer Inflationierung unserer Währung. Deutsche Stabilitätsansprüche könnten aber trotzdem zur Geltung kommen, wenn das neue Geld eben nicht einfach zum Stopfen von Löchern in den Krisenländern verwendet würde, sondern - gemäß den Anteilen am Euro - allen (!) Euroländern zur Verfügung gestellt würde. Deutschland erhielte folglich ein extra großes Stück der Ausschüttung. Während Krisenländer aktuelle Liquiditätsprobleme mildern könnten, wäre für unser Land die Begleichung von Altschulden und die Belebung der Binnenkonjunktur erstrebenswert. Deutschland würde sich krisenfest machen - natürlich auf Kosten eine gewissen Inflation - aber Wunschkonzerte sind schon lange ausgeträumt.
Kommentar 4 regt die Rettung des Euro durch "Gelddrucken" (also durch starke Geldschöpfung) durch die EZB an und schreibt, dies "birgt die Gefahr einer Inflationierung unserer Währung."
In der Tat, auch nach meiner Meinung kann der Euro nur inflationär "gerettet" werden - was bedeutet, dass ein *harter* Euro, wie von Kohl versprochen, *nicht* gerettet werden kann. Das Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es bei einer einmaligen Inflationierung bleibt. Vielmehr werden in der Zukunft wieder europäische Strukturverzerrungen aufkommen, die ohne Wechselkurse, d.h. im Euroverbund, nur inflationär gelöst werden können. Aus der Stabilitätsgemeinschaft würde eine Inflationsgemeinschaft. Ist es das, was wir wollen?
Vielleicht hat ja die Politik noch ein Ass im Ärmel, um die Inflation im Euro zu verhindern. Ich lasse mich gern überraschen, aber glauben tue ich es nicht.
die ja bislang in ihren Sattuten eine voellig entgegengesetzte Aufgabe hat, die da heisst: Geldwertstabilitaet. Wenn Sie sehen wollen, wohin Geld drucken fuehrt, empfehle ich einen Blick auf die USA, deren Verschuldung ins unermessliche gewachsen ist. Es will zwar noch niemand aussprechen, weil das nationalen Machtverlust bedeutet, aber ohne die vereinigten Staaten von Europa, mit einer stringenten Wirtschaft - Finanz - und Sozialpolitik, die konsistent ist und sich an kaufmaennische Grundprinzipien haelt, wird der Erhalt des € wohl letztlich nicht funktionieren. Dieser Prozess sollte eine RE-Demokratisierung beinhalten, da wir zumindest auf europaeischer Ebene von Demokratie, weiter denn je entfernt sind.
Kommentar 4 regt die Rettung des Euro durch "Gelddrucken" (also durch starke Geldschöpfung) durch die EZB an und schreibt, dies "birgt die Gefahr einer Inflationierung unserer Währung."
In der Tat, auch nach meiner Meinung kann der Euro nur inflationär "gerettet" werden - was bedeutet, dass ein *harter* Euro, wie von Kohl versprochen, *nicht* gerettet werden kann. Das Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es bei einer einmaligen Inflationierung bleibt. Vielmehr werden in der Zukunft wieder europäische Strukturverzerrungen aufkommen, die ohne Wechselkurse, d.h. im Euroverbund, nur inflationär gelöst werden können. Aus der Stabilitätsgemeinschaft würde eine Inflationsgemeinschaft. Ist es das, was wir wollen?
Vielleicht hat ja die Politik noch ein Ass im Ärmel, um die Inflation im Euro zu verhindern. Ich lasse mich gern überraschen, aber glauben tue ich es nicht.
die ja bislang in ihren Sattuten eine voellig entgegengesetzte Aufgabe hat, die da heisst: Geldwertstabilitaet. Wenn Sie sehen wollen, wohin Geld drucken fuehrt, empfehle ich einen Blick auf die USA, deren Verschuldung ins unermessliche gewachsen ist. Es will zwar noch niemand aussprechen, weil das nationalen Machtverlust bedeutet, aber ohne die vereinigten Staaten von Europa, mit einer stringenten Wirtschaft - Finanz - und Sozialpolitik, die konsistent ist und sich an kaufmaennische Grundprinzipien haelt, wird der Erhalt des € wohl letztlich nicht funktionieren. Dieser Prozess sollte eine RE-Demokratisierung beinhalten, da wir zumindest auf europaeischer Ebene von Demokratie, weiter denn je entfernt sind.
Vielleicht gehören Sie einfach nicht zu denen, die die Chinesen bisher belügen, um ihre Interessen durchzusetzen.
Raten Sie Ihren Chefs, doch in europäische Staatsanleihen zu investieren. Deutsche Anleihen sind sicher, bringen nicht so viel Rendite. Aber italienische, da ist Musik drin!
Wir sind zur Zeit Geschichte. Mittendrin.
Deutschland steht gut da, Deutschland hat es geschafft in Europa ganz vorne zu stehen:
nicht wegen der EU oder wegen des Euro.
Nur zur Erinnerung: Deutschland war Gründungsmitglied der EWG und somit Ausgangspunkt für das Große, als dass die EU jetzt dasteht.
Und zwar mit Deutschlands Wirtschaftskraft ganz Vorne.
Ich konnte hier lesen: Deutschland ist der größte Nutznießer ("Profiteur") des Euro.
Langsam. Vielleicht wissen hier Manche nicht, wie die europäischen Staaten noch in den Siebzigern des 20. Jhrhdts teilweise aussahen.
Deutschland war damals schon Wirtschaftsmotor und andere mühten sich, den Anschluss zu halten bzw. erst Anschluss zu finden.
Anschluss finden konnten Portugal, Spanien und alle anderen Nachzügler erst, als sie in den Club aufgenommen wurden -
und da war Deutschland ganz Vorne.
Man hielt sich aber bedeckt, man hatte Vergangenheit. Das war vollkommen richtig.
Das gilt heute nicht mehr. Heute muss geführt werden.
In die jetzige Situation ist man geraten, auch dank eines Herrn Schmidt der heute immer noch zur Zurückhaltung ruft,
weil man der guten Meinung war, jeder kann alles genauso gut wie der andere.
Das ist Mumpitz.
Die Großen vorne sind groß und vorne, weil sie's besser können als andere.
Und wie gesagt: Deutschland war, was Vereinigtes Europa anbelangt, immer Vorne, immer Nr. Eins.
Und die Nummer Eins kann's am Besten.
Angela Merkel führt das vor, und sollte sich von Kleingeistern nicht beirren lassen.
weil wir Deutschen selbst einen gewaltigen Batzen an Krediten schultern müssen.
Führungsrolle ja, Deutschland scheint sowohl reif als auch rehabilitiert genug. Das heißt nicht, dass man die Samthandschuhe ausziehen muss, ganz im Gegenteil. Führung kann schnell als Bevormundung wahrgenommen werden. Das moderne Europa fundiert auf gegenseitigem Respekt und Anerkennung und Merkel tut sehr gut daran, sich weiterhin so eng mit Frankreich abzustimmen (auch wenn Frankreich hier eher Junior-Partner ist).
Die paranoiden Anti-D Parolen aus England nehme ich in dem Zusammenhang übrigens nicht ernst, die sprechen einzig Bände über die rostigen Denkmuster, die auf der Insel noch ihr Unwesen treiben...
...die Konsequenz?
Außerdem pauschalisierst du auch, D ist mitnichten überall ganz vorne, volkswirtschaftlich benimmt es sich wie ein Rowdy. Aber Moral und Nachhaltigkeit zählt in diesem Spiel offensichtlich nichts.
aber die Richtung sollte stimmen.Die von Frau Merkel
expotierten Sparpläne würgen die Wirtschaften der anderen
EU Länder ab.Exporte auf Pump hilft uns nicht weiter.
Mit nur sparen werden wir diese Krise nicht meistern,
wir brauchen die Vermögenssteuer,auch wenn wir damit
die Reichen verprellen.Damit ärgern wir aber nur 10%
der Bürger.Wenn die Reichen dann gehen wollen,laßt
sie gehen,überall ist Krise. Frau Merkel wird aber die
restlichen 90% in die Knie zwingen.Frau Merkel ist dabei
unsere Demokratie zu verkaufen.Frau Merkel kann nicht führen,
sie wird von den Märkten vorgeführt.
weil wir Deutschen selbst einen gewaltigen Batzen an Krediten schultern müssen.
Führungsrolle ja, Deutschland scheint sowohl reif als auch rehabilitiert genug. Das heißt nicht, dass man die Samthandschuhe ausziehen muss, ganz im Gegenteil. Führung kann schnell als Bevormundung wahrgenommen werden. Das moderne Europa fundiert auf gegenseitigem Respekt und Anerkennung und Merkel tut sehr gut daran, sich weiterhin so eng mit Frankreich abzustimmen (auch wenn Frankreich hier eher Junior-Partner ist).
Die paranoiden Anti-D Parolen aus England nehme ich in dem Zusammenhang übrigens nicht ernst, die sprechen einzig Bände über die rostigen Denkmuster, die auf der Insel noch ihr Unwesen treiben...
...die Konsequenz?
Außerdem pauschalisierst du auch, D ist mitnichten überall ganz vorne, volkswirtschaftlich benimmt es sich wie ein Rowdy. Aber Moral und Nachhaltigkeit zählt in diesem Spiel offensichtlich nichts.
aber die Richtung sollte stimmen.Die von Frau Merkel
expotierten Sparpläne würgen die Wirtschaften der anderen
EU Länder ab.Exporte auf Pump hilft uns nicht weiter.
Mit nur sparen werden wir diese Krise nicht meistern,
wir brauchen die Vermögenssteuer,auch wenn wir damit
die Reichen verprellen.Damit ärgern wir aber nur 10%
der Bürger.Wenn die Reichen dann gehen wollen,laßt
sie gehen,überall ist Krise. Frau Merkel wird aber die
restlichen 90% in die Knie zwingen.Frau Merkel ist dabei
unsere Demokratie zu verkaufen.Frau Merkel kann nicht führen,
sie wird von den Märkten vorgeführt.
Aus dem Artikel: "'Das finanzielle Chaos wäre unvorstellbar', sagt Fan." In der Tat wird/wäre eine Auflösung des Euros sehr kompliziert.
Im Moment halte ich die Auflösung jedenfalls dieser Eurozone trotz aller Rettungsschirme für erforderlich, da die Rettungsschirme die Funktion von Wechselkursen nicht ersetzen können; und ich kann bisher auch keine anderen Mechanismen erkennen, die Wechselkurse ersetzen könnten. Deswegen halte ich eine rechtliche und administrative Vorbereitung Europas auf die Euro-Auflösung für unbedingt notwendig, damit das dann unvermeidliche Chaos so gering und so kurz wie möglich gehalten wird. Nun, bisher hört ja die europäische Politik nicht auf mich und die anderen Euro-Skeptiker - aber je unvorbereiteter Europa ist, desto schlimmer wird es werden.
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