SchuldenkriseWährungsfonds und Notenbank-Aktion sollen Krise beenden

Europa kämpft um den Euro: Kurzfristig sollen Banken mehr Geld bekommen, langfristig hofft die Euro-Zone auf stärkere Hilfe aus dem Internationalen Währungsfonds.

Die Euro-Staaten wollen den Internationalen Währungsfonds (IWF) stärken, die weltweit wichtigsten Notenbanken erleichtern die Versorgung des Bankensystems mit der Dollar-Währung: Mit einer Reihe von Aktionen versuchen Währungshüter und Euro-Staaten die Krise in der Währungsunion zu lindern. Die ersten Reaktionen darauf fielen positiv aus und ließen an den Börsen weltweit die Kurse steigen. Nach Gewinnen in Europa und den USA stieg auch der Nikkei-Index an der asiatischen Leitbörse in Tokyo bis kurz vor Handelsschluss um knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vortag.

Auch die Entwicklung des Euro verlief nach der Aktion der Notenbanken stabil. Die Gemeinschaftswährung tendierte im fernöstlichen Handel bei 1,3448 Dollar. Am Mittwoch war der Euro mit 1,3533 Dollar auf den höchsten Wert seit einer Woche gestiegen.

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Die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Zentralbanken Großbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz hatten in einer abgestimmten Aktion auf anhaltende Spannungen am internationalen Geldmarkt reagiert. Die jetzt bewirkte Erleichterung des Geldflusses zwischen den Banken zielt darauf ab, die Liquidität des zurzeit gestressten weltweiten Finanzsystems zu erhöhen.

Um die Unruhe zu mildern, beschlossen die Finanzminister der Euro-Zone bei ihrem Treffen in Brüssel eine weitere Stärkung des Rettungsfonds EFSF. Dabei soll der Internationale Währungsfonds (IWF) eine größere Rolle spielen, kündigte EU-Währungskommissar Olli Rehn an. Die kommenden Tage seien entscheidend im Kampf gegen die Krise, sagte er.

Europäer um Schwäche des EFSF besorgt

Die Europäer fürchten, dass der EFSF im Kampf gegen die Schuldenkrise nicht ausreichen könnte. Um den IWF durch weitere Mittel als Instrument im Kampf gegen die Krise zu stärken, sollen laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einzelne Länder mehr Geld einzahlen: "Wir sind grundsätzlich bereit, die Mittel des IWF durch bilaterale Kredite zu erhöhen", sagte er.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Dass der IWF als Helfer mehr Geld benötigt, ist den Europäern und ihren Partnern im Fonds lange klar. Die internationale Institution mit Sitz in Washington repräsentiert 187 Länder und wird durch deren Beiträge getragen. Derzeit sind bei dem Fonds knapp 300 Milliarden Euro für Nothilfen an Krisenländer verfügbar, kaum mehr als beim Rettungsfonds EFSF. Diskutiert wurde über mehr IWF-Kapital zwar schon auf dem G20-Gipfel in Cannes, die USA und auch Deutschland waren Anfang November jedoch noch dagegen. Kanzlerin Angela Merkel sprach immerhin über neue Instrumente, die man prüfen wolle.

Das ist offenbar nun nötig angesichts der Gefahren, die sich rund um Euro-Länder wie Italien und selbst um das finanziell relative starke Frankreich entwickeln. Allerdings vertreten die meisten Schwellenländer oder auch Industriestaaten wie Japan die Meinung, die reichen Europäer sollten erst eigene Reserven in Anspruch nehmen, bevor sie die Weltgemeinschaft über den IWF um Hilfe bitten.

Leserkommentare
    • Marula
    • 01.12.2011 um 9:54 Uhr

    Wie soll es weitergehen nach der kurzfristigen Erholung durch die Notenbank-Aktion? Den meisten Euro-Ländern zufolge liegt es alleine an Deutschland. Leider muss man zu der bitteren Erkenntnis kommen, dass Deutschland nie wirklich in Europa integriert war. Die Akzeptanz hielt nur solange an, wie deutsche Gelder flossen. Bis auf ein paar nahestehende Verbündete gibt es nur noch Gegner. Alleine die deutsch-französische Allianz hielt noch alles im Gang. Nun äußerte sich der französische Oppositionsführer François Hollande über die beabsichtigte Vertragsänderung: Nie werde er einen solchen Souveränitätsverlust akzeptieren, dass ein Gericht über Defizitsünder entscheide. Schöne Aussichten! Außerdem führt Irland Volksentscheide durch bei Vertragsänderungen - ein weiteres Hindernis mit Erpressungspotential. Vielleicht ist Deutschland zu groß für Europa, so wie man Russland für zu groß hält, um es in die EU zu lassen. Nun, da es in der Krise eigene Interessen vertritt und auf einmal gegen den eigenen Willen das Ruder übernehmen muss, wird es überrascht von Hasstiraden wie in vergangenen Zeiten. Das Gleichgewicht in Europa stimmt einfach nicht mehr. Schade, dass Russland so korrupt und undemokratisch ist, sonst wäre es der ideale Partner für Deutschland mit viel besseren Aussichten als die kleinkrämerische EU.

    2 Leserempfehlungen
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    (1) Gemeinschaftliche Schuldenhaftung bei souveräner einzelstaatlicher Finanz-, Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik ist undenkbar. Es wäre die Institutionalisierung von "moral hazard" also der strukturellen Verantwortungslosigkeit.

    (2) Aber: Eine deutlich weitergehende Abgabe von Souveränitätsrechten an die Gemeinschaft will im Prinzip niemand.

    (3) Trotzdem wollen die gemeinschaftliche Schuldenhaftung alle, die davon profitieren können. Die Wenigen, die die Schulden der Vielen finanzieren sollen, dies aber nicht wollen, werden dazu mächtig unter Druck gesetzt. Man kann das auch auch Nötigung und Erpressung nennen.

    Wenn die Erpressung sich durchsetzte, stände Europa fortan unter einem schlechten Stern. Es enstände ein Quell des Unfriedens, der es zugrunde richten würde.

    (1) Gemeinschaftliche Schuldenhaftung bei souveräner einzelstaatlicher Finanz-, Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik ist undenkbar. Es wäre die Institutionalisierung von "moral hazard" also der strukturellen Verantwortungslosigkeit.

    (2) Aber: Eine deutlich weitergehende Abgabe von Souveränitätsrechten an die Gemeinschaft will im Prinzip niemand.

    (3) Trotzdem wollen die gemeinschaftliche Schuldenhaftung alle, die davon profitieren können. Die Wenigen, die die Schulden der Vielen finanzieren sollen, dies aber nicht wollen, werden dazu mächtig unter Druck gesetzt. Man kann das auch auch Nötigung und Erpressung nennen.

    Wenn die Erpressung sich durchsetzte, stände Europa fortan unter einem schlechten Stern. Es enstände ein Quell des Unfriedens, der es zugrunde richten würde.

  1. ... irgendeine Massnahme zu kommentieren.

    Begründung:

    die entsprechende Aussage hat eine Halbwertzeit von ?

    Und bitte aufhören mit Hinweisen auf neue Verträge etc. Die sind gebrochen worden ohne Folgen - für die politischen Verursacher.

    Warum bitte sollte sich etwas ändern?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die, je nach stimmungslage, einfach geaendert werden, Deutschland unter dem Herrn Schroeder-Gazprom hat uebriges
    damit angefangen. 2001 schrieb ich im Effectenspiegel "wenn die DM stirbt haben wir cirka 12 JAHRE eine "Ersatzwaehrung"
    Bolko Hofmann (der Herausgeber) war der Meinung : ALLES geht dadurch kaputt, wollen wir es nicht hoffen, der MITERFINDER des EURO aus der Pfalz auessert sich nicht und ist damit beschaeftigt JEDEN Preis entgegenzunehmen auch wenn er drittklassig ist.Wie sagt Guttenberg: SPINNWEBEN ueberall !
    ALS Adventsgeschenk wuensche ich mir, dass die Antwort NICHT entfernt wird !

    die, je nach stimmungslage, einfach geaendert werden, Deutschland unter dem Herrn Schroeder-Gazprom hat uebriges
    damit angefangen. 2001 schrieb ich im Effectenspiegel "wenn die DM stirbt haben wir cirka 12 JAHRE eine "Ersatzwaehrung"
    Bolko Hofmann (der Herausgeber) war der Meinung : ALLES geht dadurch kaputt, wollen wir es nicht hoffen, der MITERFINDER des EURO aus der Pfalz auessert sich nicht und ist damit beschaeftigt JEDEN Preis entgegenzunehmen auch wenn er drittklassig ist.Wie sagt Guttenberg: SPINNWEBEN ueberall !
    ALS Adventsgeschenk wuensche ich mir, dass die Antwort NICHT entfernt wird !

  2. 3. [...]

    ...es gab vor wenigen Wochen doch bereits eine gemeinsame Notenbank-Aktion. Das Gleiche haben wir doch mit dem Rettungsfond: kaum im Gespräch, muss er durch einen Hebel extrapoliert werden und kaum beschlossen ist dieser Hebel zu klein und muss verdreifacht werden.
    Und was war mit der heroischen Öffnung der europäischen Ölreserven - das was nicht einmal ein Strohfeuer-Funken.

    Wer soll all diese Milliarden bezahlen? Denn bezahlt werden müssen die - entweder mit Geld oder mit Inflation. Bei letzteren werden die letzen ehrlichen Arbeiter zur Rechenschaft gezog und ihre Ersparnissen, Renten und Absicherunge vergewaltigt. Bei Erstere werden dank der Politik der Eliten-Hätschelei ebenso die Arbeiter misshandelt.

    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine neutrale Wortwahl. Danke. Die Redaktion/vn

    Eine Leserempfehlung
  3. noch laut 'rumtönten "Italien und Spanien sind zu groß, als dass sie gerettet werden könnten"

    Und was machen wir heute? Wir starten den, seit jeher als untauglich qualifizierten, Versuch Italien und Spanien zu retten - mit vorhersehbarem Ausgang: nicht nir 40% des €uroraumes pleite, sondern bald 100%.

    Da können wir dann richtig stolz auf uns sein und sagen: "Wir Seutschen waren mit dabei - auch wenn's nicht hätte sein müssen!"

  4. Der Zerfall der €urozone wird inzwischen selbst von überzeugten €uropathen nicht mehr ausgeschlossen. In immer dramatischeren Appellen plädieren sie nun für einen Erhalt der Zone um jeden Preis (den natürlich Deutschland zu 80% zu zahlen hätte) und belegen die Alternative mit den grauenhaftesten Untergansszenarien.
    Allen gemein ist jedoch der Tenor:
    "wenn diese €urozone auseinanderbricht wird die Deutsche Währung um bis zu 40% aufwerten, die Währungen der weniger leistungsfähigen €uroländer hingegen entsprechend abwerten."

    Das Auseinanderbrechen der €urozone würde also innerhalb weniger Wochen genau das bewirken, was Politik und EU-Kommission innnerhalb von 10 Jahren nicht einmal ansatzweise hingebracht haben:
    Deutschlands Exporte würden wegen der hohen Kosten einbrechen (natürlich mit der entsprechenden Freisetzung von Arbeitsplätzen und Kapazitäten) und ganze Industriezweige würden sich von den aufgewerteten Euroländern in die Abgewerteten absetzen und diesen zu mehr Leistungsfähigkeit verhelfen.

    Die Wirtschaftskräfte innerhalb Europas würde sich sukzessive wieder nivellieren. Was soll daran schlecht sein - war das nicht, was wir wollten?

    Plötzlich haben alle wieder die gleichen Chancen, Deutschlands Übermacht schwindet. Gut so! Also: nicht Bange machen lassen. Einfach austreten.

    Wird schon gutgehen.

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    • joG
    • 01.12.2011 um 11:43 Uhr

    ...staatlich/bürokratischer Lösungen. Zwar halten sie lange durch und sind dabei sehr ordentlich, da Abweichungen von Gewaltmonopol unterdrückt werden. Während dieser Periode bauen sich anderes als in Markt basierten Lösungen enorme Ungleichgewichte auf, die dann die ganze Unordentlichkeit nachholen, die die bürokratische Lösung scheinbar beseitigte. Die Erfahrung erzählt schlimme Geschichten von solchen Perioden. Breit Arbeitslosigkeit, Armut, Aufstände in den Straßen. Jetzt steht das wohl an, wenn die Politiker weiter versuchen durchzuhalten.

    • joG
    • 01.12.2011 um 11:43 Uhr

    ...staatlich/bürokratischer Lösungen. Zwar halten sie lange durch und sind dabei sehr ordentlich, da Abweichungen von Gewaltmonopol unterdrückt werden. Während dieser Periode bauen sich anderes als in Markt basierten Lösungen enorme Ungleichgewichte auf, die dann die ganze Unordentlichkeit nachholen, die die bürokratische Lösung scheinbar beseitigte. Die Erfahrung erzählt schlimme Geschichten von solchen Perioden. Breit Arbeitslosigkeit, Armut, Aufstände in den Straßen. Jetzt steht das wohl an, wenn die Politiker weiter versuchen durchzuhalten.

    • joG
    • 01.12.2011 um 11:33 Uhr

    ... Internationalen Währungsfonds."

    Von den Griechen, den Spaniern oder den Amerikanern verlangt Deutschland einen engeren Gürtel. Deutschland profitierte vom Euro mit am meisten sagen die Deutschen.
    Wie kann man so unverschämt sein, von Anderen Hilfe zu erbitten, wo man selbst eine der reichsten Gegenden der Welt ist?

    ISt man wieder dabei zu versuchen eine Fahrt auf dem Trittbrett vorzubereiten? Das wäre nicht untypisch.

    Eine Leserempfehlung
    • joG
    • 01.12.2011 um 11:43 Uhr

    ...staatlich/bürokratischer Lösungen. Zwar halten sie lange durch und sind dabei sehr ordentlich, da Abweichungen von Gewaltmonopol unterdrückt werden. Während dieser Periode bauen sich anderes als in Markt basierten Lösungen enorme Ungleichgewichte auf, die dann die ganze Unordentlichkeit nachholen, die die bürokratische Lösung scheinbar beseitigte. Die Erfahrung erzählt schlimme Geschichten von solchen Perioden. Breit Arbeitslosigkeit, Armut, Aufstände in den Straßen. Jetzt steht das wohl an, wenn die Politiker weiter versuchen durchzuhalten.

    2 Leserempfehlungen
    • Psy03
    • 01.12.2011 um 11:44 Uhr

    Was mir immer weniger einleuchtet ist, warum ALLE Länder Alternativlos sparen müssen, während die Banken aller Länder immer Alternativlos ihre selbst festgelegten Gewinnspannen erreichen müssen.

    Man blickt ja eigentlich kaum noch durch bei dem weltweiten Wirtschaftswahn. Dabei muss man sich nur mal folgende Frage stellen:
    Wo ist die Gegenseite der Schuldner?

    ALLE Länder, egal ob Wirtschaftsmacht, oder Wirtschaftszwerg haben Schulden ohne Ende. Heißt das, dass die gesamte Welt das Wirtschaften verlernt hat?
    Für mich ist das spätestens unglaubwürdig geworden, nachdem es nun auch Englang mit dem starken Pfund erwischt hat.

    "Komisch", die einzigen die Gewinn machen sind immer nur die Banken...

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