Agrar-Exporte Uganda wird zu warm für Kaffee
Seite 2/2:

Millionen verdienen ihren Lebensunterhalt mit Kaffee

Am Kaffee lässt sich gut beschreiben, was der Klimawandel für Uganda bedeutet. Neben Fisch und dem Tourismus ist die Bohne der wichtigste Devisenbringer des Landes. Der Kaffee-Export ist ein zentrales Element in der Entwicklungsstrategie der ugandischen Regierung. Der Lebensunterhalt von fünf Millionen Menschen, meist Kleinbauern, hänge vom Kaffee ab, berichtet Oxfam. Robert Waggwa Nsibirwa, Chef der Africa Coffee Academy, einer Beratungs- und Fortbildungseinrichtung für die Branche, schätzt, dass mehr als zwölf Millionen Menschen in irgendeiner Form an der Kaffeewirtschaft beteiligt sind.

Doch die Erderwärmung gefährdet den Kaffeeanbau. In manchen Regionen sinken die Erträge schon jetzt, berichtet Robert Waggwa Nsibirwa. "In der Hauptsaison zwischen Oktober 2009 und März 2010 gab es eine lang anhaltende Dürre. Das hat das Erntevolumen im ganzen Land stark reduziert."

Zu viel Regen schadet, zu wenig Regen noch mehr

Auch Nsibirwa erzählt, dass das Wetter für die Bauern unberechenbar werde. Die Regenzeiten verschieben sich, Niederschlag lässt sich kaum noch vorhersagen. "Dabei hängt der Kaffee-Ertrag stark von ganz bestimmten Regenfallmustern ab", erklärt er. "Der Regen beeinflusst die Blütezeit und die Reifung der Kaffeekirsche; sie wiederum bestimmen die Qualität der Ernte." Zu viel Regen macht Kaffeepflanzen anfällig für Pilze oder andere Krankheiten. Zu wenig Wasser lässt sie überhaupt nicht wachsen.

Die Bauern versuchen, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen, berichtet Oxfam. Sie pflanzen Bäume als Schattenspender um die Kaffeesträucher, legen Terrassen an und mulchen den Boden, um ihn feucht zu halten. Doch auf lange Sicht könnte das vergeblich sein: Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad, bleibt kaum noch Ackerfläche übrig, auf der die Robusta-Bohne gedeiht, besagt eine Studie. Der Wassermangel verschärft das Problem. Für den ugandischen Kaffee sind das keine guten Aussichten.

 
Leser-Kommentare
    • Krips
    • 20.12.2011 um 16:20 Uhr

    Wo sich die Umstände ändern, ob anthropogen verursacht oder nicht, müssen neue Wege gefunden werden, wenn das Leben weitergehen soll.

    Anstatt immer neues Kaffee-Saatgut sinnlos zu versenken sollte dort lieber versucht werden Ölpflanzen für den wachsenden Bedarf an nachwachsenden Energieträgern anzubauen. Ricinus, Jatropha und Niem sind weit anspruchsloser als Kaffee und Kaffee ist ohnehin kein Nahrungsmittel. Was soll die Tonne Pflanzenöl denn kosten und wen muß man dazu ansprechen? ZEIT, bitte nachrecherchieren! Hier können wir mal was tun BEVOR Menschen verhungern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum erinnert mich das an den Spruch:
    Wenn die Leute kein Brot haben, warum essen sie keinen Kuchen?
    .
    Die Folgen davon sind nachlesbar!

    Entschuldigen Sie, aber Ihre Idee ist schlichtweg arrogant. Wenn Sie etwas über Agrarwirtschaft (Botanik, Wirtschaftsmechanismen oder auch nur die notwendigen Investitionen oder Dauer bis zur (ersten) Ernte) wüssten, dann würden Sie diesen "Vorschlag" auch als beschämend empfinden.

    Warum erinnert mich das an den Spruch:
    Wenn die Leute kein Brot haben, warum essen sie keinen Kuchen?
    .
    Die Folgen davon sind nachlesbar!

    Entschuldigen Sie, aber Ihre Idee ist schlichtweg arrogant. Wenn Sie etwas über Agrarwirtschaft (Botanik, Wirtschaftsmechanismen oder auch nur die notwendigen Investitionen oder Dauer bis zur (ersten) Ernte) wüssten, dann würden Sie diesen "Vorschlag" auch als beschämend empfinden.

  1. ... dann der Kaffee im Allgäu?

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Würde gerne auf meinem Hof (ca.30 ha)
    dann auch Kaffee anpflanzen.

    Grüße vom Land
    MvL

    • tobmat
    • 20.12.2011 um 16:57 Uhr

    Das ist nicht wahrscheinlich. Dafür ist es selbst nach 5 Grad Erwärmung noch zu kalt.

    Zum Artikel: Ich würde mal sagen neue Sorten züchten oder auf andere Produkte umstellen. Wobei ich nicht den im Titel angekündigten Zusammenhang zwischen zu warm und zu wenig Kaffe finden kann. Dort steht eher etwas von Verschiebung der Wettermuster. Das die Durchschnittstemperatur in Uganda gestiegen sein soll steht da nirgendwo.

    Würde gerne auf meinem Hof (ca.30 ha)
    dann auch Kaffee anpflanzen.

    Grüße vom Land
    MvL

    • tobmat
    • 20.12.2011 um 16:57 Uhr

    Das ist nicht wahrscheinlich. Dafür ist es selbst nach 5 Grad Erwärmung noch zu kalt.

    Zum Artikel: Ich würde mal sagen neue Sorten züchten oder auf andere Produkte umstellen. Wobei ich nicht den im Titel angekündigten Zusammenhang zwischen zu warm und zu wenig Kaffe finden kann. Dort steht eher etwas von Verschiebung der Wettermuster. Das die Durchschnittstemperatur in Uganda gestiegen sein soll steht da nirgendwo.

  2. Würde gerne auf meinem Hof (ca.30 ha)
    dann auch Kaffee anpflanzen.

    Grüße vom Land
    MvL

    Eine Leser-Empfehlung
    • tobmat
    • 20.12.2011 um 16:57 Uhr

    Das ist nicht wahrscheinlich. Dafür ist es selbst nach 5 Grad Erwärmung noch zu kalt.

    Zum Artikel: Ich würde mal sagen neue Sorten züchten oder auf andere Produkte umstellen. Wobei ich nicht den im Titel angekündigten Zusammenhang zwischen zu warm und zu wenig Kaffe finden kann. Dort steht eher etwas von Verschiebung der Wettermuster. Das die Durchschnittstemperatur in Uganda gestiegen sein soll steht da nirgendwo.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Lieber tobmat,

    im letzten Absatz finden Sie den Zusammenhang: Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad, bleibt so gut wie keine für den Kaffee geeignete Ackerfläche übrig. Wenn Sie auf den Link hinter dem Text klicken, sehen Sie das in einer Karte sehr schön dargestellt.

    Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung (die verfügbaren Prognosen zufolge wohl weit höher als zwei Grad ausfallen wird), nicht aber die Veränderungen im Regenmuster. Die aber machen den Kaffeebauern - und allen anderen Bauern auch - heute schon zu schaffen.

    Viele Grüße aus der Redaktion,
    Alexandra Endres

    • Varech
    • 20.12.2011 um 20:19 Uhr

    ... wohl kaum.

    Für erfolgreichen Kaffee-Anbau braucht es die richtigen natürlichen Umweltbedingungen, klar doch, aber die sind in der Welt weit öfter gegeben als es scheint. In D kann Ka

    Der begrenzende Faktor sind vielerorts die sozio-ökonomischen Gegebenheiten. Es muss Leute geben, die für praktisch umsonst arbeiten. Wohlstand aus anderen Quellen wäre absolut tödlich für den Kaffee-Anbau in Uganda.

    "Schnell mal andere Sorten züchten" und dergleichen ist absolute Phantasterei.

    Ob es eine Klima-Erwärmung in Uganda tatsächlich gegeben hat, lässt sich aus den gelieferten V o r h e r s a g e n natürlich nicht sagen. (Fürchten muss man den Anstieg, leider.) Ob man mit dem Kaffeeexport wohl auch schon einen funktionierenden Wetterdienst bezahlen konnte?

    Vielleicht schliessen sich ein komplexes Staatswesen und rentabler Kaffeeanbau ja auch gegenseitig aus.

    Redaktion

    Lieber tobmat,

    im letzten Absatz finden Sie den Zusammenhang: Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad, bleibt so gut wie keine für den Kaffee geeignete Ackerfläche übrig. Wenn Sie auf den Link hinter dem Text klicken, sehen Sie das in einer Karte sehr schön dargestellt.

    Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung (die verfügbaren Prognosen zufolge wohl weit höher als zwei Grad ausfallen wird), nicht aber die Veränderungen im Regenmuster. Die aber machen den Kaffeebauern - und allen anderen Bauern auch - heute schon zu schaffen.

    Viele Grüße aus der Redaktion,
    Alexandra Endres

    • Varech
    • 20.12.2011 um 20:19 Uhr

    ... wohl kaum.

    Für erfolgreichen Kaffee-Anbau braucht es die richtigen natürlichen Umweltbedingungen, klar doch, aber die sind in der Welt weit öfter gegeben als es scheint. In D kann Ka

    Der begrenzende Faktor sind vielerorts die sozio-ökonomischen Gegebenheiten. Es muss Leute geben, die für praktisch umsonst arbeiten. Wohlstand aus anderen Quellen wäre absolut tödlich für den Kaffee-Anbau in Uganda.

    "Schnell mal andere Sorten züchten" und dergleichen ist absolute Phantasterei.

    Ob es eine Klima-Erwärmung in Uganda tatsächlich gegeben hat, lässt sich aus den gelieferten V o r h e r s a g e n natürlich nicht sagen. (Fürchten muss man den Anstieg, leider.) Ob man mit dem Kaffeeexport wohl auch schon einen funktionierenden Wetterdienst bezahlen konnte?

    Vielleicht schliessen sich ein komplexes Staatswesen und rentabler Kaffeeanbau ja auch gegenseitig aus.

  3. zu feucht oder zu trocken. Zuerst muessen objektive Daten
    eingeholt werden, die es ja sicher gibt. Aufgrund dieser
    Wetterdaten und den weiteren fuer die Kultur wichtigen
    Umstaenden (Saatgut, Bodenbearbeitung, Duengung, Schaed-
    lingsbekaempfung) etc muss man herausfinden, was eine
    (eventuelle!) Reduzierung der Ernten verursacht hat und
    versuchen die Bauern zu beraten. Dabei koennen dann auch
    Zuschuesse fuer notwendige Anpassungen vergeben werden.
    Die Argumente des Artikels sind sehr vage und es gibt
    immer Begehrlichkeiten nach Zuschuessen.

  4. Redaktion

    Lieber tobmat,

    im letzten Absatz finden Sie den Zusammenhang: Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad, bleibt so gut wie keine für den Kaffee geeignete Ackerfläche übrig. Wenn Sie auf den Link hinter dem Text klicken, sehen Sie das in einer Karte sehr schön dargestellt.

    Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung (die verfügbaren Prognosen zufolge wohl weit höher als zwei Grad ausfallen wird), nicht aber die Veränderungen im Regenmuster. Die aber machen den Kaffeebauern - und allen anderen Bauern auch - heute schon zu schaffen.

    Viele Grüße aus der Redaktion,
    Alexandra Endres

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "eher nicht"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • tobmat
    • 20.12.2011 um 17:42 Uhr

    "Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad"

    Das ist eine Prognose und noch keine Realität. Die Bauern klagen aber über reale Probleme vor Ort. Die realen Probleme vor Ort können gar nicht von dieser Prognose verursacht wurden sein. Der Artikel versucht aber genaue diesen Zusammenhang herzustellen (insbesondere der Titel).

    "Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung [...]nicht aber die Veränderungen im Regenmuster."

    Genau da liegt das Problem im Artikel. Die Überschrift und auch das Ende des Artikels stellt die prognostizierte Erwärmung als DAS Problem dar. Im Artikel geht es dann aber zentral um Regemuster und deren Wirkung im Hier und Jetzt. Über den vom Artikel implizierten Zusammenhang, äußert sich der Artikel aber gar nicht. Ist auch schwierig das Wetter von heute mit den Temperaturen von 2050 zu erklären.

    • tobmat
    • 20.12.2011 um 17:42 Uhr

    "Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad"

    Das ist eine Prognose und noch keine Realität. Die Bauern klagen aber über reale Probleme vor Ort. Die realen Probleme vor Ort können gar nicht von dieser Prognose verursacht wurden sein. Der Artikel versucht aber genaue diesen Zusammenhang herzustellen (insbesondere der Titel).

    "Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung [...]nicht aber die Veränderungen im Regenmuster."

    Genau da liegt das Problem im Artikel. Die Überschrift und auch das Ende des Artikels stellt die prognostizierte Erwärmung als DAS Problem dar. Im Artikel geht es dann aber zentral um Regemuster und deren Wirkung im Hier und Jetzt. Über den vom Artikel implizierten Zusammenhang, äußert sich der Artikel aber gar nicht. Ist auch schwierig das Wetter von heute mit den Temperaturen von 2050 zu erklären.

  5. ZITATANFANG:
    >Die zunehmende industrielle Landwirtschaft hat in Uganda >bereits großen Schaden angerichtet: So ist die Waldfläche >zwischen 1990 und 2005 um 1,5 Millionen auf 3,5 Millionen >Hektar geschrumpft. Außerdem geht die traditionelle >Landnutzung durch Kleinbauern immer mehr zurück; und der >Wasserpegel des Viktoriasees ist unter anderem durch die >intensive Bewirtschaftung bereits erheblich gesunken.
    ZITATENDE
    Quelle: https://www.regenwald.org...

    Der Regenwaldverlust vermindert den Kreislauf von Kondensation und Abregnung. Die Folge ist eine Verschiebung der Niederschlagsverhältnisse im Sinne eines Wechsels zwischen Dürreperioden und Perioden von Starkniederschlägen, die zusätzliche negative Folgen wie Bodenerosion bedingen. Durch CO2-Einsparungen verhindern wir in Uganda keine Klimaapokalypse. Dazu braucht es in erster Linie vernünftigen Waldschutz und großangelegte Wiederaufforstungsprojekte.

    Der Wikibildungsserver zum Thema "Klimaänderungen in Afrika"
    ZITATANFANG
    >Der gesamte Kontinent wird durch tropisches und >subtropisches Klima beherrscht. Dabei sind weniger die >Temperaturen als die Niederschläge von entscheidender >Bedeutung für die Lebensbedingungen.
    ZITATENDE

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bommel
    • 21.12.2011 um 10:59 Uhr

    interessanter Gesichtspunkt.
    Inwiefern ist es denn wissenschaftlich abgesichert, dass die in dem Artikel beschriebenen klimatischen Veränderungen durch einen globalen Klimawandel hervorgerufen werden und nicht durch lokal-klimatische Veränderungen, die durch Waldzerstörung und Übernutzung bedingt sind?
    Gibt es Überlagerungseffekte?

    Auch Wiederauforstungs-Projekte, die einen positiven Effekt haben könnten, können sozial zunächst schwerwiegende Problem auslösen, da Bevölkerungswachstum und Armut einen starken Druck auf Waldgebiete ausüben.
    http://www.zeit.de/wirtsc...

    • Bommel
    • 21.12.2011 um 10:59 Uhr

    interessanter Gesichtspunkt.
    Inwiefern ist es denn wissenschaftlich abgesichert, dass die in dem Artikel beschriebenen klimatischen Veränderungen durch einen globalen Klimawandel hervorgerufen werden und nicht durch lokal-klimatische Veränderungen, die durch Waldzerstörung und Übernutzung bedingt sind?
    Gibt es Überlagerungseffekte?

    Auch Wiederauforstungs-Projekte, die einen positiven Effekt haben könnten, können sozial zunächst schwerwiegende Problem auslösen, da Bevölkerungswachstum und Armut einen starken Druck auf Waldgebiete ausüben.
    http://www.zeit.de/wirtsc...

    • tobmat
    • 20.12.2011 um 17:42 Uhr

    "Steigen die Temperaturen in Uganda nur um zwei Grad"

    Das ist eine Prognose und noch keine Realität. Die Bauern klagen aber über reale Probleme vor Ort. Die realen Probleme vor Ort können gar nicht von dieser Prognose verursacht wurden sein. Der Artikel versucht aber genaue diesen Zusammenhang herzustellen (insbesondere der Titel).

    "Das Modell, das diesen Berechnungen zugrunde liegt, berücksichtigt nur die Erwärmung [...]nicht aber die Veränderungen im Regenmuster."

    Genau da liegt das Problem im Artikel. Die Überschrift und auch das Ende des Artikels stellt die prognostizierte Erwärmung als DAS Problem dar. Im Artikel geht es dann aber zentral um Regemuster und deren Wirkung im Hier und Jetzt. Über den vom Artikel implizierten Zusammenhang, äußert sich der Artikel aber gar nicht. Ist auch schwierig das Wetter von heute mit den Temperaturen von 2050 zu erklären.

    Antwort auf "Temperatur und Kaffee"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service