Klimapolitik Die Europäer blockieren sich selbst

Die EU gibt sich als Klima-Vorreiter. In Wahrheit herrscht Stillstand, schreibt Oliver Geden im Gastbeitrag. Er will eine offene Debatte über die Ziele der Klimapolitik.

Seit der Weltklimakonferenz in Durban beansprucht die Europäische Union zurecht wieder eine Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik. Zwar lassen die Ergebnisse des Gipfels keine schnellen Fortschritte im globalen Klimaschutz erwarten. Aber die EU hat durch ihre geschickte Verhandlungsstrategie in Durban das beste mögliche Ergebnis herausgeholt.

Für die Begrenzung des Klimawandels ist es allerdings ohnehin nicht entscheidend, wie sich die Stimmung in den Konferenzsälen der internationalen Klimadiplomatie entwickelt. Auch die Frage, wie viele Länder sich auf ambitionierten Langfristziele festlegen, ist im Moment wenig relevant. Viel wichtiger wären konkret messbare Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen.

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Auch hier ist die EU Vorreiter. Sie erreichte zwischen 1990 und 2010 ein Minus von 15 Prozent, während die Emissionen weltweit im gleichen Zeitraum um über ein Drittel zunahmen. Den Europäern kommt deshalb die Aufgabe zu, zu zeigen, dass die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft auch unter heutigen Bedingungen schon machbar ist. Nur wenn andere Länder sehen, dass Wohlstand nicht automatisch mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgasen einhergeht, werden sie sich verpflichten, ihre Emissionen zu senken. Deshalb ist das Vorbild Europas so wichtig.

Thema: Klimawandel
Was wollen der Mensch und die Politik gegen die Erderwärmung tun? Alles zum Thema und zum Weltklimagipfel in Durban.

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Stattdessen droht die EU nach Durban in Selbstzufriedenheit zu erstarren. Das zeigen die Reaktionen auf die Vorstellung der energiepolitischen "Roadmap" durch Energiekommissar Günther Oettinger am Donnerstag. Schon in der ersten Jahreshälfte wurden die Fahrpläne für Klima und Verkehr der Öffentlichkeit präsentiert. Nachdem nun auch die energiepolitischen Pläne bekannt sind, wäre der richtige Zeitpunkt für eine politische Debatte über die Zukunft der europäischen Klimapolitik.

Doch es bleibt erstaunlich ruhig. Mitgliedstaaten, Parlamentsfraktionen, Industrieverbände oder NGOs: Alle begrüßen die Roadmaps der Kommission. Herrscht nun also plötzlich große Einigkeit in der europäischen Energie- und Klimapolitik? Mitnichten!

Leser-Kommentare
  1. Vile Menschen auf diesem Planeten haben bis heute nicht begriffen, daß die Erde unser aller Raumschiff ist das wir gemeinsam durch unseren Kosmos steuern müssen. Geinsamkeit heißt die Zauberformel für unsere Zukunft. Diese elenden Kleinkriege zwischen den Staaten dauern schon viel zu lange und verpulvern viel Substanz. Aller Augenmerk sollte auf die Natur gerichtet sein und unserer Lben entsprechend ausrichten!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Im Studium haben wir das 3-Säulen-Modell der "Nachhaltigkeit" lernen müssen. Nachhaltigkeit auf allen drei Ebenen Wirtschaft, Soziales, Umwelt.

    Meiner Meinung nach sollte man die Prioritäten neu setzen, was allerdings absolut unpopulär wäre und unpopuläre Ansätze lassen sich in der Demokratie nur mit politischem Suizid, das heißt: gar nicht umsetzen:

    Oberste Priorität, wie Harald richtig gesagt hat, ist die Natur, denn ohne gesunder Umwelt keine Gesellschaft. Dann die Gesellschaft, denn ohne gesunde Gesellschaft keine Wirtschaft.
    Und die Energien, das Geld etc., die dann noch übrig bleiben, kann dann in die NACHHALTIGE Wirtschaft investiert werden.

    Im Studium haben wir das 3-Säulen-Modell der "Nachhaltigkeit" lernen müssen. Nachhaltigkeit auf allen drei Ebenen Wirtschaft, Soziales, Umwelt.

    Meiner Meinung nach sollte man die Prioritäten neu setzen, was allerdings absolut unpopulär wäre und unpopuläre Ansätze lassen sich in der Demokratie nur mit politischem Suizid, das heißt: gar nicht umsetzen:

    Oberste Priorität, wie Harald richtig gesagt hat, ist die Natur, denn ohne gesunder Umwelt keine Gesellschaft. Dann die Gesellschaft, denn ohne gesunde Gesellschaft keine Wirtschaft.
    Und die Energien, das Geld etc., die dann noch übrig bleiben, kann dann in die NACHHALTIGE Wirtschaft investiert werden.

  2. Im Studium haben wir das 3-Säulen-Modell der "Nachhaltigkeit" lernen müssen. Nachhaltigkeit auf allen drei Ebenen Wirtschaft, Soziales, Umwelt.

    Meiner Meinung nach sollte man die Prioritäten neu setzen, was allerdings absolut unpopulär wäre und unpopuläre Ansätze lassen sich in der Demokratie nur mit politischem Suizid, das heißt: gar nicht umsetzen:

    Oberste Priorität, wie Harald richtig gesagt hat, ist die Natur, denn ohne gesunder Umwelt keine Gesellschaft. Dann die Gesellschaft, denn ohne gesunde Gesellschaft keine Wirtschaft.
    Und die Energien, das Geld etc., die dann noch übrig bleiben, kann dann in die NACHHALTIGE Wirtschaft investiert werden.

    Antwort auf "Falsche Ansätze"
    • spacko
    • 16.12.2011 um 14:49 Uhr

    ... gibt es wichtigere Probleme zu lösen. Das Emissionsproblem regelt sich im Zuge der Krise von ganz allein, zumindest in Europa.
    Wir werden automatisch naturverbundener und nachhaltiger werden, nach dem Crash dürfte sowohl die Lebenserwartung als auch die Industrieproduktion sinken. Prima Klima, here it comes!

  3. Erst die Schwerindustrie ins Ausland verlagern und dann sich mit erhobenem Zeigefinger als Klimavorbild darstellen.

    • Halapp
    • 17.12.2011 um 11:05 Uhr

    Es geht um Zielvorstellung für unsere Zukunft.
    Es geht um Milliardenbeträge und Lebensstandart.
    Ist das keine Thema für eine Volksabstimmung?

  4. Deutschland produziert heute noch Strom mit schmutziger Braunkohle, dem übelsten aller Rohstoffe. Das gibt es sonst nirgends auf der Welt. Klimafreundliche Atomkraft wurde abgestellt.

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