Rating-Agentur Fitch stuft fünf europäische Banken herab
Frankreich, Dänemark, Finnland und die Niederlande: Die Rating-Agentur sieht wegen der Krise der Euro-Staaten die Geschäfte von fünf Instituten als gefährdet an.
Die Rating-Agentur Fitch hat die Bonität fünf europäischer Banken herabgestuft. Es sind die Credit Agricole und Banque Fédérative du Crédit Mutuel aus Frankreich, Danske Bank aus Dänemark, OP Pohjola aus Finnland sowie die Rabobank Group aus den Niederlanden, wie Fitch mitteilte. Die schwierige Lage am Finanzmarkt und das wegen der europäischen Schuldenkrise verlangsamte Wirtschaftswachstum dürften die Geschäfte der betroffenen Banken indirekt beeinflussen, begründete die Agentur ihren Schritt. Die Geschäfte zwischen den einzelnen Kreditinstituten auf dem sogenannten Interbanken-Markt würden nicht mehr reibungslos ablaufen, hieß es weiter.
Die Agentur senkte auf der Rating-Skala alle Banken um je eine Stufe. Damit dürfte es für sie nun teurer und schwieriger werden, neues Geld zu erhalten. Denn je schlechter ein Rating ist, desto höhere Risikoaufschläge verlangen Investoren.
Bei der Danske Bank und der Credit Agricole monierte die Agentur auch ihr Engagement in problembehafteten Euro-Staaten. Alle fünf Banken haben allerdings weiterhin eine gute Bonität mit Noten zwischen AA und A. Auch die beiden anderen namhaften Rating-Agenturen Standard & Poors (S&P) und Moody's hatten europäische Banken bereits abgestuft oder vor derartigen Schritten gewarnt.
Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs wäre nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer nicht gerechtfertigt. Die Argumente der Rating-Agenturen seien mehr politischer denn wirtschaftlicher Natur, sagte Noyer in einem Interview der Le Telegramme de Brest. Es wird erwartet, dass die Rating-Agentur S&P in den nächsten Tagen über eine Herabstufung von Ländern der Euro-Zone entscheidet.
- Datum 15.12.2011 - 07:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 18
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Eigentlich können wir diesen Agenturen dankbar dafür sein, Misstände aufzuzeigen.
Aber statt dessen werden sich wieder alle Kommentare auf den Boten und nicht auf die Botschaft einschießen, richtig?
Natürlich läuft es nicht wirklich rund, aber der Eindruck der Parteinahme dieser (US-amerikanischen) Ratingagenturen lässt sich nur schwer von der Hand weisen. Warum wird nicht noch genauer auf die Bonität in den USA geschaut?
Roger Babson, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, hat die Weltwirtschaftskrise, die 1929 ausbrach, vorhergesagt, unter anderem in einer Rede vor einer Wirtschaftskammer am 5. September. Bald darauf folgte ein kleinerer Einbruch der Börsenkurse am bereits nervösen Aktienmarkt, der ein Vorspiel zum großen Crash im Oktober war. Dieses "Vorbeben" wurde Babson Break genannt und dem Warner von vielen die Schuld daran gegeben.
An Babson muss ich denken, wenn gegen die Rating Agenturen gehetzt wird, statt sie als Seismographen ernst zu nehmen.
ganz eindeutig mehr politische Einflussnahme (bzw. deren Versuch) denn rational begründete Warnung ist, dann muss sich der Bote schon gefallen lassen, daß man ihn ob dieser Lakaientätigkeit kritisiert und seine Unabhängigkeit - und damit auch Existenzberechtigung! - in Frage stellt!
Die Ratingagenturen sind nicht nur reine Informationsübermittler, so wie sie ihre Rolle selber gerne sehen, sondern auch Marktmacher. Sie haben mit der Vergabe von hohen Bonitätsstufen für strukturierte Wertpapiere mit Schrottwert einen erheblichen Beitrag zum Entstehen der Finanzkrise geleistet. Ratingagenturen agieren also nicht ohne eigene Interessen, sie haben auch die ihrer Kunden im Auge. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Frage, ob sie überhaupt fachlich in der Lage sind, präzise Aussagen über Ausfallwahrscheinlichkeiten zu machen. Die verwendeten Modelle sind anfällig für kurzfristige Schwankungen und auch einzelne Analysten können sich nicht den herrschenden Stimmungen am Markt entziehen. M.E. haben sie einen viel zu großen Einfluss, ihre Bewertungen sind nicht immer objektiv.
nur wenn die Boten besonders im Rest der Welt andere Maßstäbe anzulegen scheint, kommen schon Zweifel auf.
http://english.themarker....
Und das im Königreich die Banken alle noch mit Aa1-AA rumlaufen und dort die Situation als stabil angesehen wird, wirft auch kein gutes Licht auf die Agenturen.
... Boten und nicht auf die Botschaft einschießen, richtig?"
Wie wollen Sie das machen? Alle Parteien haben doch die Grundlagen gelegt. Alle haben Schuld. Es ist das gleiche Problem wie nach der DDR nur schlimmer. Wie wollen Sie bspw die Verfassung so verändern, dass der Wähler mehr Schutz vor seinen Regierenden hat? Darum geht es schließlich bei Ihrer Frage. Denn die Medien können und wollen Breite und Tiefe der Probleme nicht angehen, würde es doch konkludentes Verhalten in den letzten Jahrzehnten offen legen.
Natürlich läuft es nicht wirklich rund, aber der Eindruck der Parteinahme dieser (US-amerikanischen) Ratingagenturen lässt sich nur schwer von der Hand weisen. Warum wird nicht noch genauer auf die Bonität in den USA geschaut?
Roger Babson, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, hat die Weltwirtschaftskrise, die 1929 ausbrach, vorhergesagt, unter anderem in einer Rede vor einer Wirtschaftskammer am 5. September. Bald darauf folgte ein kleinerer Einbruch der Börsenkurse am bereits nervösen Aktienmarkt, der ein Vorspiel zum großen Crash im Oktober war. Dieses "Vorbeben" wurde Babson Break genannt und dem Warner von vielen die Schuld daran gegeben.
An Babson muss ich denken, wenn gegen die Rating Agenturen gehetzt wird, statt sie als Seismographen ernst zu nehmen.
ganz eindeutig mehr politische Einflussnahme (bzw. deren Versuch) denn rational begründete Warnung ist, dann muss sich der Bote schon gefallen lassen, daß man ihn ob dieser Lakaientätigkeit kritisiert und seine Unabhängigkeit - und damit auch Existenzberechtigung! - in Frage stellt!
Die Ratingagenturen sind nicht nur reine Informationsübermittler, so wie sie ihre Rolle selber gerne sehen, sondern auch Marktmacher. Sie haben mit der Vergabe von hohen Bonitätsstufen für strukturierte Wertpapiere mit Schrottwert einen erheblichen Beitrag zum Entstehen der Finanzkrise geleistet. Ratingagenturen agieren also nicht ohne eigene Interessen, sie haben auch die ihrer Kunden im Auge. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Frage, ob sie überhaupt fachlich in der Lage sind, präzise Aussagen über Ausfallwahrscheinlichkeiten zu machen. Die verwendeten Modelle sind anfällig für kurzfristige Schwankungen und auch einzelne Analysten können sich nicht den herrschenden Stimmungen am Markt entziehen. M.E. haben sie einen viel zu großen Einfluss, ihre Bewertungen sind nicht immer objektiv.
nur wenn die Boten besonders im Rest der Welt andere Maßstäbe anzulegen scheint, kommen schon Zweifel auf.
http://english.themarker....
Und das im Königreich die Banken alle noch mit Aa1-AA rumlaufen und dort die Situation als stabil angesehen wird, wirft auch kein gutes Licht auf die Agenturen.
... Boten und nicht auf die Botschaft einschießen, richtig?"
Wie wollen Sie das machen? Alle Parteien haben doch die Grundlagen gelegt. Alle haben Schuld. Es ist das gleiche Problem wie nach der DDR nur schlimmer. Wie wollen Sie bspw die Verfassung so verändern, dass der Wähler mehr Schutz vor seinen Regierenden hat? Darum geht es schließlich bei Ihrer Frage. Denn die Medien können und wollen Breite und Tiefe der Probleme nicht angehen, würde es doch konkludentes Verhalten in den letzten Jahrzehnten offen legen.
Natürlich läuft es nicht wirklich rund, aber der Eindruck der Parteinahme dieser (US-amerikanischen) Ratingagenturen lässt sich nur schwer von der Hand weisen. Warum wird nicht noch genauer auf die Bonität in den USA geschaut?
Die Presse ist der Bote.
Die Presse ist der Bote.
Roger Babson, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, hat die Weltwirtschaftskrise, die 1929 ausbrach, vorhergesagt, unter anderem in einer Rede vor einer Wirtschaftskammer am 5. September. Bald darauf folgte ein kleinerer Einbruch der Börsenkurse am bereits nervösen Aktienmarkt, der ein Vorspiel zum großen Crash im Oktober war. Dieses "Vorbeben" wurde Babson Break genannt und dem Warner von vielen die Schuld daran gegeben.
An Babson muss ich denken, wenn gegen die Rating Agenturen gehetzt wird, statt sie als Seismographen ernst zu nehmen.
Entfernt. Die Redaktion/sh
Entfernt. Die Redaktion/sh
ganz eindeutig mehr politische Einflussnahme (bzw. deren Versuch) denn rational begründete Warnung ist, dann muss sich der Bote schon gefallen lassen, daß man ihn ob dieser Lakaientätigkeit kritisiert und seine Unabhängigkeit - und damit auch Existenzberechtigung! - in Frage stellt!
Entfernt. Die Redaktion/sh
Die Ratingagenturen sind nicht nur reine Informationsübermittler, so wie sie ihre Rolle selber gerne sehen, sondern auch Marktmacher. Sie haben mit der Vergabe von hohen Bonitätsstufen für strukturierte Wertpapiere mit Schrottwert einen erheblichen Beitrag zum Entstehen der Finanzkrise geleistet. Ratingagenturen agieren also nicht ohne eigene Interessen, sie haben auch die ihrer Kunden im Auge. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Frage, ob sie überhaupt fachlich in der Lage sind, präzise Aussagen über Ausfallwahrscheinlichkeiten zu machen. Die verwendeten Modelle sind anfällig für kurzfristige Schwankungen und auch einzelne Analysten können sich nicht den herrschenden Stimmungen am Markt entziehen. M.E. haben sie einen viel zu großen Einfluss, ihre Bewertungen sind nicht immer objektiv.
nur wenn die Boten besonders im Rest der Welt andere Maßstäbe anzulegen scheint, kommen schon Zweifel auf.
http://english.themarker....
Und das im Königreich die Banken alle noch mit Aa1-AA rumlaufen und dort die Situation als stabil angesehen wird, wirft auch kein gutes Licht auf die Agenturen.
.... Ansicht von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer nicht gerechtfertigt."
Es ist erfrischen von jemandem zu hören, der keine Interessenkonflikte hat zwischen seinem Job und der Bewertung der Euroländer. Vielleicht sollte man sich fragen, ob man seine Meinung wirklich hören will. Er kann doch nur das sagen, was er sagt.
Dass die Chinesen Frankreich bereits herab geratet haben? Das wird hier kaum berichtet.
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