Die Rating-Agentur Moody's behält die Kreditwürdigkeit der EU-Länder auch nach dem Euro-Rettungsgipfel unter verschärfter Beobachtung.

Das Krisentreffen habe wenig neue Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone gebracht, teilte die Agentur mit. "An unserer Ansicht, dass der Zusammenhalt in der Euro-Zone gefährdet ist, hat sich nichts geändert." Der Agentur zufolge fehlten "entscheidende Maßnahmen" zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzmärkte.

Die Bonitätsnoten der Länder der Währungsunion würden überprüft. Eine Entscheidung über eine mögliche Herabstufung der Bonität solle aber erst im ersten Quartal 2012 getroffen werden. Die Mitglieder der EU hatten sich am Freitag mit Ausnahme Großbritanniens auf dem EU-Gipfel auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt.

Kurz vor dem Gipfel hatte bereits die Rating-Agentur Standard and Poor's den Druck auf die Euro-Länder erhöht. Die Rating-Agentur hatte damit gedroht, die Kreditwürdigkeit von 15 der 17 Euroländer herabzustufen. Damit droht Deutschland und den fünf weiteren Eurostaaten mit der Topbewertung AAA der Verlust dieser Einstufung. Die Rating-Agentur warnte überdies, dass sie auch dem Euro-Rettungsfonds EFSF die Topnote AAA entziehen könnte.