Rating-Agentur S&P setzt auf EU-Krisengipfel
Standard & Poor's hat positiv auf den Krisenplan von Merkel und Sarkozy reagiert. Anlass ist offenbar die starke Kritik an der jüngsten Warnung der Rating-Agentur.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy
Der deutsch-französische Plan zur stärkeren Zusammenarbeit in der europäischen Fiskalpolitik ist nach Einschätzung von Standard & Poor's vielversprechend und könnte eine Herabstufung der Bonität von Euro-Zonen-Staaten verhindern. Der EU-Gipfel könne als erfolgreich angesehen werden, wenn die Staats- und Regierungschefs "einige Hinweise auf eine Strategie liefern, die das Wachstum ankurbelt und die Haushalts- und Finanzrisiken aufteilt", sagte der für die Einstufung der europäischen Länder zuständige, leitende Direktor der Rating-Agentur, Frank Gil. Zumindest die Vorschläge Deutschlands und Frankreichs zu einer größeren finanzpolitischen Integration deuteten in die richtige Richtung.
Standard & Poor's hatte damit gedroht, die Bonität Deutschlands und von 14 anderen Staaten der Euro-Zone sowie des Rettungsfonds EFSF herabzustufen. Die Ankündigung kam kurz nachdem Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ihre Pläne für den EU-Krisengipfel in dieser Woche vorgestellt hatten.
Die Warnung der Rating-Agentur sei nicht dahingehend zu verstehen, dass Zweifel an der Fähigkeit der europäischen Politiker bestünden, die Krise zu lösen. Sie sei vielmehr Ausdruck der Sorge, dass nicht schnell genug gehandelt werde, sagte Gil. Bisher habe die Politik nicht ausreichend auf den Druck auf Staatsanleihen und Privatbanken in Europa reagiert.
Die Warnung von Standard & Poor's hatte in Europa Unverständnis ausgelöst. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker nannte sie "maßlos überzogen". Angesichts der Reformanstrengungen in vielen Euro-Staaten wirke die Drohung "wie ein Paukenschlag", sagte Juncker. Merkel gab sich gelassen und verwies auf anstehende Entscheidungen beim EU-Gipfel. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Drohung müsse beim Gipfel als Ansporn verstanden werden.
London stellt Bedingungen für Krisenplan
Merkel und Sarkozy schlagen vor, die EU-Verträge bis März zu ändern, damit Defizitsünder strenger und automatisch bestraft werden können. Auch eine Schuldenbremse soll in allen Ländern eingeführt werden. Großbritanniens Premierminister Cameron sagte allerdings, sollte es keine von London geforderten "Schutzmaßnahmen" wie die "Bedeutung des Binnenmarktes und der Finanzmärkte" geben, werde er einer Änderung nicht zustimmen. Der Financial Times Deutschland zufolge wollen die Briten bei den Finanzmarktregeln das Einstimmigkeitsprinzip wieder einführen.
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy will auf dem EU-Gipfel offenbar auch vorschlagen, den ständigen Euro-Rettungsfonds (ESM) in eine Bank umzuwandeln. Wie aus einem Entwurf hervorging, soll der Fonds "wirksamer" gestaltet werden, durch die Möglichkeit, "direkt Banken zu rekapitalisieren und selber die notwendigen Eigenschaften eines Kreditinstituts zu haben". Dadurch könnte sich der Fonds theoretisch wie eine normale Bank Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen.
- Datum 07.12.2011 - 06:45 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
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Auf dieser globalisierten Welt gibt es immer mehr freies Kapital. Das heißt, Forderungen und in gleicher Höhe Schulden.
Nicht mehr und nicht weniger ist Kapital.
Da Angebot und Nachfrage den Preis mitbestimmen, sind die Znsen gesunken. Mittlerweile muß man froh sein, wenn die Zinsen die Inflationsrate ausgleichen - was ich auch für richtig und gerecht finde.
Mit dieser Situation sind die großen Kapitalanleger nicht zufrieden. Die Ratingagenturen sind teils selbst, teils für andere, Kapitalanleger.
Daß diese Ratingagenturen so eine Macht bekommen haben erstaunt mich um so mehr, als daß sie die Finanzkrise nicht voraussahen. Daß man sie hätte sehen können beweisen die vielen Publikationen von unabhängigen Wirtschaftssachverständigen (Max Otto u.a.)
Die Herabstufung von Staaten ist eine einfche und wirksame Möglichkeit die Zinsen hoch zu treiben.
Die Nebenwirkung dabei ist allerdings die gleiche wie bei einem prvaten Häuslebauer, der sein Haus auf Kredit finanziert hat.
Das feste Einkommen reicht aus, um die Raten zu bezahlen. Es gibt keinen Grund, den Baukredit zu kündigen. Erhöht nun die Bank die Zinsen in nicht unwesentlicher Höhe, wird der fleissige, gewiseenhafte Bauherr Probleme bekommen die Finanzierung zu gewährleisten.
Nichts anderes passiert zur Zeit mit ganzen Staaten
Den Preis für Geld machen die Zentralbanken, nicht die Märkte. Wenn sie Geld billig machen, indem sie die Refinanzierungskonditionen der Geschäftsbanken senken, animieren sie alle, die Geld brauchen, sich mehr davon zu leihen und sorgen so dafür, dass die Geldmenge wächst.
Billiges Geld bedeutet aber nicht, dass man daran nichts verdienen könnte. Im Gegenteil. Oft ist die Rendite bei billigem Geld größer als bei teurem. Diejenigen, die das Geld verleihen, also die Banken, verdienen immer an der Differenz zwischen den Zinsen, die sie einnehmen und denen, die sie selber zahlen müssen. Ein niedriger Einkaufspreis erlaubt oft eine gute Handelsmarge. Und diejenigen die das Geld nehmen, bekommen eine günstigere Finanzierung und damit die Chance auf eine höhere Rendite.
Das Problem ist ein anderes. Der Wert des Geldes speist sich ja aus den in der Realwirtschaft vorhandenen Werten bzw. deren Wertschöpfungspotenzial. Wenn zuviel Geld im Umlauf ist, führt dies zu einer Abwertung des Geldes gegenüber den in der Wirtschaft produzierten Gütern und Dienstleistungen. Die Preise der Güter und Dienstleistungen steigen. Ab größer 2-3 Prozent nennt man das Inflation. Die prozentuale Abwertung des Geldes gegenüber den Gütern ist bei Inflation immer größer als die Geldvermehrung durch die Zinseinnahmen bei dessen Anlage bei der Bank.
Die aktuellen Zinssteigerungen bei neu emittierten Staatsanleihen haben damit nichts zu tun. Sie reflektieren lediglich deren gestiegenes Defaultrisiko.
Den Preis für Geld machen die Zentralbanken, nicht die Märkte. Wenn sie Geld billig machen, indem sie die Refinanzierungskonditionen der Geschäftsbanken senken, animieren sie alle, die Geld brauchen, sich mehr davon zu leihen und sorgen so dafür, dass die Geldmenge wächst.
Billiges Geld bedeutet aber nicht, dass man daran nichts verdienen könnte. Im Gegenteil. Oft ist die Rendite bei billigem Geld größer als bei teurem. Diejenigen, die das Geld verleihen, also die Banken, verdienen immer an der Differenz zwischen den Zinsen, die sie einnehmen und denen, die sie selber zahlen müssen. Ein niedriger Einkaufspreis erlaubt oft eine gute Handelsmarge. Und diejenigen die das Geld nehmen, bekommen eine günstigere Finanzierung und damit die Chance auf eine höhere Rendite.
Das Problem ist ein anderes. Der Wert des Geldes speist sich ja aus den in der Realwirtschaft vorhandenen Werten bzw. deren Wertschöpfungspotenzial. Wenn zuviel Geld im Umlauf ist, führt dies zu einer Abwertung des Geldes gegenüber den in der Wirtschaft produzierten Gütern und Dienstleistungen. Die Preise der Güter und Dienstleistungen steigen. Ab größer 2-3 Prozent nennt man das Inflation. Die prozentuale Abwertung des Geldes gegenüber den Gütern ist bei Inflation immer größer als die Geldvermehrung durch die Zinseinnahmen bei dessen Anlage bei der Bank.
Die aktuellen Zinssteigerungen bei neu emittierten Staatsanleihen haben damit nichts zu tun. Sie reflektieren lediglich deren gestiegenes Defaultrisiko.
ist mir ein Rätsel. Merkozy treffen sich doch jede Woche und sehen sich mehr als ihre Partner.
Das Bedarf doch keiner Meldung mehr.
Am Besten ziehen beide zusammen an die Deutsch/Französiche Grenze, in ein schönes Haus im Walde.
Und zum Thema:
Wie will man die Verträge eigentlich ändern, damit sie gerecht sind und auch angenommen werden?
Das wird mit einer eigenen, jährlichen Staatsverschuldung von über 80% schwierig, die nicht mal der eigenen Verfassung entspricht.
Ja und natürlich die ewige Frage warum die EU auf einmal Verträge einhalten sollte, wo sonst auch nie Verträge eingehalten wurden?
Wegen der Konsequenzen?
Die würden die ganze EU betreffen, also würde es entweder keine geben, oder den Anfang vom Ende der EU bedeuten.
Ich verstehe auch nicht, was die Medien dazu treibt, andauernd Superlative zu benutzen statt sachlich zu formulieren. Überall wo Merkel ist, herrscht "Gipfel". Das ist lächerlich, man könnte auch sachlich von einem "Treffen" berichten, aber so eine Form der Berichterstattung ist wohl vorsintflutlich.
Ich verstehe auch nicht, was die Medien dazu treibt, andauernd Superlative zu benutzen statt sachlich zu formulieren. Überall wo Merkel ist, herrscht "Gipfel". Das ist lächerlich, man könnte auch sachlich von einem "Treffen" berichten, aber so eine Form der Berichterstattung ist wohl vorsintflutlich.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.
Agenturen vom Schlage S&P zocken munter ungestraft weiter. Das geht immer dreister, denn schon wird Staaten und ganzen Staatengemeinschaften mit Abwertung gedroht. Und das ohne die konkreten Fakten auf den Tisch zu legen. Mir kommt das fast so vor, als wedle der Schwanz mit dem Hund ohne dass er es mit bekommt.
Ignorieren, wie manche empfehlen, scheint mir hier entschieden zu wenig. Es kann nicht sein, dass private Unternehmen so viel Macht haben, dass sie Staaten erpressen!
sieht England alt aus.
Die Sturheit der Kanzlerin hat die EU verändert. Was die
Maastricher Verträge nicht geschafft haben, holt Merkel
jetzt im Schnellgang nach.
Sie geht an die Wurzel des Übels, die Haushaltspolitik
der Länder und nicht an die Scheinlösungen wir Eurobonds,
die von den Grünen und der SPD wohlfeil zu Lasten des
deutschen Steuerzahlers angeboten werden.
Das wird für England, außerhalb des Euros, anstrengend.
Wenn die Merkeloperation gelingt wird sich Euroeuropa
qualitativ deutlich von Resteuropa der EU abheben.
Dies kann zu einer permanenten Abwertung des englischen
Pfunds gegenüber dem Euro führen.
England in einer Reihe mit Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Polen, dabei werden die EU-Länder aus dem Osten schneller
aufholen können, da sie mit deutlich niedriger Löhen antreten.
Hir triften die USA mit den Raitingagenturen
und England in ihrer Einschätzung und ihren Zielen auseinander. Merkel sortiert dei EU neu, England gerät
dabei an den Rand.
Daß der Euro steigt nachdem S&P gewarnt hat, gibt diese
Agentur der Lächerlichkeit preis.
Für wen greift hier S&P eigentlich ein und in wessen Interesse soll hier agiert werden?
Offensichtlich tun sich die Raitingagenturen in gewisser Weise auch als Zuträger der Finanzbranche hervor. Hier um bei der EU Versammlung genehme Beschlüsse zu begünstigen.
Der Finanzsektor ist ohnehin schon problematisch. Es ist dringende Zeit hier gehörig auszumisten.
Ich verstehe auch nicht, was die Medien dazu treibt, andauernd Superlative zu benutzen statt sachlich zu formulieren. Überall wo Merkel ist, herrscht "Gipfel". Das ist lächerlich, man könnte auch sachlich von einem "Treffen" berichten, aber so eine Form der Berichterstattung ist wohl vorsintflutlich.
Kritik von Bürgern pflegen unsere Politiker mit Standardphrasen abzubügeln oder einfach auszusitzen. Auf die Kritik einer amerikanischen Ratingagentur dagegen reagieren sie sichtlich nervös und hektisch. Klarer kann man wohl nicht demonstrieren, von wem wir WIRKLICH regiert werden.
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