Winter in Deutschland Im Stromnetz wird es eng
Die Stromnetzbetreiber sind nervös: In Hamburg und Frankfurt könnte es im Winter zu regionalen Versorgungsengpässen kommen. Sie entwerfen erste Notfallpläne.
© Sean Gallup/Getty Images

Höchstspannungsleitung bei Freiwalde
Für den Stromnetzbetreiber Amprion bedeutet Deutschlands Atomausstieg nach Fukushima vor allem eins: mehr Aufregung. Seitdem Anfang August unter anderem das Kernkraftwerk Biblis vom Netz ging, ist die Situation im Amprion-Netz äußerst angespannt. "Wir haben keinen Sicherheitspuffer mehr", sagt ein Sprecher. "Das System ist hochanfällig."
Amprion ist in einer besonderen Situation. Das Stromnetz zieht sich von Niedersachsen im Norden bis zur Schweiz, mit rund 11.000 Kilometern ist es das längste Netz in Deutschland. Fünf Atomkraftwerke liegen im Gebiet des Unternehmens. Mit dem Aus für Biblis A und B ist vor allem die Situation im gut 60 Kilometer entfernten Frankfurt kritisch geworden. Um den Wegfall von Biblis zu kompensieren, muss Amprion jetzt mehr Windenergie vom Norden gen Süden transportieren. Das lässt die Stromleitungen glühen. Gerade im Winter, wenn die Stürme über Deutschland jagen und das Stromnetz prall gefüllt mit Windstrom ist.
Die Techniker sind zudem so nervös, weil das AKW Biblis keine sogenannte Blindleistung mehr produziert. Blindleistung ist eine Art Schmiermittel im Netz: Sie wird benötigt, um Strom überhaupt transportieren zu können – sie pendelt im Netz, ohne verbraucht zu werden. Ohne Biblis hat Amprion gerade im Großraum Frankfurt ein Problem mit fehlender Blindleistung. Erst recht, wenn eine der wichtigen Nord-Süd-Trassen ausfallen würde - wie die Bundesnetzagentur bereits im Mai warnte. Daher baut das Unternehmen nun im stillgelegten AKW Biblis einen Generator so um, dass er Blindleistung produzieren kann, um das Spannungsniveau in der Region zu halten. Trotzdem warnt ein Sprecher vor "regionalen Versorgungsengpässen". Gelassen klingt das nicht.
Bei den anderen Netzbetreibern sieht die Situation ähnlich aus. Das Unternehmen 50 Hertz, welches das Stromnetz im Osten Deutschlands betreibt, sorgt sich gerade um Hamburg. Dort ist das AKW Brokdorf der letzte verbliebene Meiler rund um die Hansestadt: Die beiden Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel durften nach Fukushima nicht mehr ans Netz. Das AKW Stade wurde bereits 2003 abgeschaltet.
Für Hamburg gibt es bereits einen Notfallplan
Solange das Kohlekraftwerk Moorburg nicht am Netz ist, sorgt jetzt der Meiler Brokdorf für Stabilität im Netz - besser gesagt: für relative Stabilität. Ende September war das Atomkraftwerk etwa nicht am Netz, weil ein Transformator ausgetauscht werden musste. Und im Oktober und November gab es außerdem zwei Vorfälle, die Betreiber E.On an die Atomaufsicht melden musste.
Inzwischen hat 50 Hertz daher eine Art Notfallplan für Hamburg erarbeitet: Falls es in Brokdorf Probleme gibt und der Meiler heruntergefahren werden muss, und es zudem ein windstiller Tag ist, soll das Vatttenfall-Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht einspringen. Und im Ernstfall müssen gar einige Großverbraucher in Hamburg vom Netz genommen werden. Vorsorglich hat 50 Hertz mit Industriebetrieben schon einmal Vereinbarungen abgeschlossen, dass diese ihre Produktion zurückfahren. Dazu soll unter anderem Europas größte Kupferhütte Aurubis, die ehemalige Norddeutsche Affinerie AG, gehören, berichtet die Welt.
Etwas verklausuliert bestätigt auch der Netzbetreiber Tennet solche Überlegungen. Wenn das Stromnetz an die Grenze seiner Kapazitäten gerate, habe man verschiedene Möglichkeiten, so eine Sprecherin: "Diese gehen vom Eingreifen in den Kraftwerkspark bis hin zur gezielten Abschaltung einer begrenzten Zahl von Verbrauchern in betroffenen Netzregionen."
Die Bundesnetzagentur und auch das Forum Netzintegration der Deutschen Umwelthilfe sehen die Situation indes recht gelassen. Die Netzbetreiber hätten sich gut auf die Wintermonate vorbereitet, wenn teilweise viel Wind-, aber wenig Sonnenstrom im Netz sei, so die Bundesnetzagentur. Nach ihren Informationen halten die Stromnetzbetreiber inzwischen zwei Gigawatt Leistung als Reservekapazität vor - das sei ausreichend.
Glaubt man Peter Ahmels vom Forum Netzintergration, dann steckt hinter den warnenden Worten der Netzbetreiber auch ein gewisses politisches Kalkül: "Sie wollen damit die Politik drängen, den Netzausbau nicht zu vernachlässigen."
- Datum 21.12.2011 - 11:16 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 94
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




ich hab im Sommer mit meinem Chef gewettet, dass es in D keine Stromausfall durch die kurzfristige Abschaltung von KKWs geben wird. Ich mag diese Wette nicht verlieren.
Bisserl zynisch war er allerdings, hat begründet - wahrscheinlich könnte man es technisch lösen, aber die Netzbetreiber werden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, um den Ausbau vorantreiben zu können.
Glaub ich nicht, sowas würde kein Netzbetreiber tun.
....das würde ein Betreiber nicht tun. Politiker und Beamte würden es in meiner Erfahrung schon wagen ein schlechtes Gesetz, einen schlechten Vertrag oder schlechte Maßnahmen zu unternehmen, um eine Krise billigend in Kauf nehmend sie benutzen zu können um ihre Interessen zu befördern. Das begegnete mir das erste Mal im Gesetz die Finanzinstrumente zu regulieren. Damals erzählte mir der betreffende Beamte die Strategie. Mit dem Maastricht Vertrag und in anderen fällen scheint über die Jahre das Gleiche geschehen zu sein. So würde es mich nicht wundern, wenn hier ähnlich verfahren wurde.
Und wo sind jetzt die grünen Politiker und die Alternativgurus, die für die AKW Abschaltungen plädierten?
...auf Tachstation?
==> Drupi
Hallo eluutz
verstehe ich Sie richtig: Sie meinen, die Übertragungsnetzbetreiber würden "den Karren bewusst gegen die Wand fahren"? Das kann ich mir kaum vorstellen - zu groß das Risiko von Schadensersatzforderungen und das politische Risiko.
Viele Grüße
M.Uken
auf deutschem Boden ist bislang gescheitert. Auch die Atomausstiegsideologie wird da keine Ausnahme sein. Was zwar mit Geld, viel Geld durchzudrücken wäre, wird daran scheitern, dass kein Geld mehr da sein wird.
Und die heiße Luft der Grünen und Linken in Deutschland wird den Energieausfall durch den Ausstieg dann doch nicht kompensieren können.
....das würde ein Betreiber nicht tun. Politiker und Beamte würden es in meiner Erfahrung schon wagen ein schlechtes Gesetz, einen schlechten Vertrag oder schlechte Maßnahmen zu unternehmen, um eine Krise billigend in Kauf nehmend sie benutzen zu können um ihre Interessen zu befördern. Das begegnete mir das erste Mal im Gesetz die Finanzinstrumente zu regulieren. Damals erzählte mir der betreffende Beamte die Strategie. Mit dem Maastricht Vertrag und in anderen fällen scheint über die Jahre das Gleiche geschehen zu sein. So würde es mich nicht wundern, wenn hier ähnlich verfahren wurde.
Und wo sind jetzt die grünen Politiker und die Alternativgurus, die für die AKW Abschaltungen plädierten?
...auf Tachstation?
==> Drupi
Hallo eluutz
verstehe ich Sie richtig: Sie meinen, die Übertragungsnetzbetreiber würden "den Karren bewusst gegen die Wand fahren"? Das kann ich mir kaum vorstellen - zu groß das Risiko von Schadensersatzforderungen und das politische Risiko.
Viele Grüße
M.Uken
auf deutschem Boden ist bislang gescheitert. Auch die Atomausstiegsideologie wird da keine Ausnahme sein. Was zwar mit Geld, viel Geld durchzudrücken wäre, wird daran scheitern, dass kein Geld mehr da sein wird.
Und die heiße Luft der Grünen und Linken in Deutschland wird den Energieausfall durch den Ausstieg dann doch nicht kompensieren können.
http://www.wirtschaftsbla...
bisserl ;-)
bisserl ;-)
....das würde ein Betreiber nicht tun. Politiker und Beamte würden es in meiner Erfahrung schon wagen ein schlechtes Gesetz, einen schlechten Vertrag oder schlechte Maßnahmen zu unternehmen, um eine Krise billigend in Kauf nehmend sie benutzen zu können um ihre Interessen zu befördern. Das begegnete mir das erste Mal im Gesetz die Finanzinstrumente zu regulieren. Damals erzählte mir der betreffende Beamte die Strategie. Mit dem Maastricht Vertrag und in anderen fällen scheint über die Jahre das Gleiche geschehen zu sein. So würde es mich nicht wundern, wenn hier ähnlich verfahren wurde.
... zu was der ganze "Anti-Atom"-Wahn führt, der nur der eigenen Gewissensberuhigung und Profilierung dient. Der Deutsche Michel wird in einigen Jahren aber noch verstehen, wie wichtig eine saubere, sichere (gemessen an den Dienstjahren und den Vorkommnissen! Eine der besten Sicherheitsraten überhaupt!!) und zukunftsorientierte Energieerzeugung ist. Aber anstatt es heute zu verstehen, verwirft er lieber das Geschenk, weil ja 15.000 Kilometer entfernt irgendetwas war (was sich im Nachhinein als nur halb so schlimm herausgestellt hat).
Ich jedenfalls kann mit einem Gefühl der Befriedigung und des wohltuenden Gedankens Recht gehabt zu haben, die kommenden Stromausfälle 'begrüßen'. Ist doch klar, dass das Stromnetz bei einem solch essentiellen Anteil an Energie der nun fehlt, zusammenbrechen wird.
Ich hoffe das wird auch der letzte Grüne und Rote kapieren, der weil seine Forderungen durchgesetzt sind, nun im Winter am Feuer sitzen muss, um sich zu wärmen.
Dabei stößt doch selbst Feuer CO2 aus, was für ein Dilemma für die Umweltpropheten.
Ich mach mir keine Sorgen; es wird eine Umkehr zur Atomkraft wieder hin geben. Und ich werde mich freuen. Billigerer Strom, der quasi selbstproduzierend ist.
Manchmal muss man eben aufzeigen, was für Konsequenzen undurchdachtes Handeln hat - ich hoffe jedenfalls, dass die Stromkozerne möglichst wenig tun um einen solchen Stromausfall zu verhindern, damit es auch dem letzten klar wird, dass die Atomkraft unverzichtbar und alternativlos ist.
Finde ich jetzt uebertrieben nach diesen Diskussionen um eventuelle Netzausfaelle gleich der sooo sicheren Atomkraft nachzutrauern.
Die ganze Thematik und Argumentation wieso keine Atomkraft wurde zur Genuege diskutiert. Ich denke nicht, dass wir wieder eine Kehrtwende machen sollten.
Ja, im Winter Stromausfall ist Sch...., aber ganzjaehrig atomare Verseuchung finde ich echt schlimmer. Na klar sind unsere Atomkraftwerke sicher, sehr sicher sogar, wahrscheinlich genauso sicher wie die japanischen. Das sagen zumindest die Betreiber ;-)
"Ich jedenfalls kann mit einem Gefühl der Befriedigung und des wohltuenden Gedankens Recht gehabt zu haben, die kommenden Stromausfälle 'begrüßen'."
Ich wünschte mir, sämtliche Kommentatoren, die nur zum Rechthaben hier sind, würden so offen damit umgehen, dass sie Sachargumente und ambivalente Betrachtungsweisen ihrer persönlichen Genugtuung bei der Meinungsbildung hintenanstellen. Dann weiss man wenigstens mit wem man sich auseinandersetzen kann und bei wem man es lieber lässt...
Vorbildlich!
Cellular Automaton
Ein Kommentar von einem Ewig-Gestrigen, sicher auch so lanciert wie der Artikel. Dabei ist es der Atomstrom, der so sicher ist wie Strand bei einem Tsunami.
Atomstrom haben wir sicher Netzstabilität und Billigstrom zu verdanken, aber zum Preis von Rückständigkeit, seit Jahrzehnten ungelösten Endlagerfragen und einem ständig vorhandenen, latenten Risiko eines weniger freudigen Strahlemanns.
Atomstrom ist heute nur noch ein Goldesel für die ganzen konservativ denkenden Eliten, die keinen Plan von einer Zukunft haben, die anders als das Jetzt funktionieren könnte. Einer Zukunft, in der sie auch vielleicht wieder arbeiten müssten. Hätte man die Gewinne, die wir aus dem Atomstrom erzielt haben, in die Weiter- und Entwicklung der Alternativen Stromquellen gesteckt anstatt in die geldgierigen Rachen der Manager, müssen solche Artikel und folglich solche sinnentbehrenden und rückständigen Kommentare wie von #4 gar nicht geschrieben geschweige denn gedacht werden.
Es ist eine Schande, dass man sich so etwas anlesen muss.
Oder denken Sie das wirklich...? Ein Beispiel aus Ihrem Kommentar:
"Dabei stößt doch selbst Feuer CO2 aus, was für ein Dilemma für die Umweltpropheten."
--> Das ist entweder eine Satire auf die Umweltschutz-Verachter oder zeugt von mangelnder Allgemeinbildung (Stichwort Kohlenstoffkreislauf)
...kann sich der Autor des Artikels freuen, dass ihm einige Schäfchen brav folgen.
Erstens, die Stromerzeuger drücken nun schon seit dem Ausstieg auf die Tränendrüse...da werden erstmal wieder die Kosten erhöht...jetzt drohen uns auch noch flächendeckende Stromausfälle....SCHRECKLICH!
Absoluter Blödsinn ist das und ich lasse mir jetzt nicht alle erhöhten Energiekosten und andere Unzulänglichkeiten der Erzeuger mit dem Atomausstieg erklären.
Aber für einige funktioniert es wohl ganz gut.
Was bedeutet saubere Energieerzeugung für Sie?
Warum ist Energieerzeugung mittels Kernspaltung für Sie zukunftsorientiert?
Wie groß ist diese essentielle Energie ihrer Meinung nach, die durch die Abschaltung der Kernspaltungskraftwerke im Netz fehlt?
Ich frage Sie, weil ich gerne mit Ihnen diskutieren möchte. Allerdings verwenden sie die o.g. Begriffe in einer abstrahierten Form, die keine konkrete Möglichkeit bietet einzusteigen. Sie lassen sich sozusagen mehrere Türen offen stehen.
Ich mach mir keine Sorgen; es wird eine Umkehr zur Atomkraft wieder hin geben. Und ich werde mich freuen. Billigerer Strom, der quasi selbstproduzierend ist.
Naja, Atomstrom belastet die Umwelt stark und kostet viele Menschenleben, auch ohne Störfälle. Sie möchten lieber nicht wissen wie es in einer nigerianischen Uran-Mine abläuft. Die kennen dort weniger moderne kraftstoffsparende LKW und Maschinen. Es gibt dort auch weniger Bedenken was die Belastung für Arbeiter angeht. Verstrahlte und Verschüttete wird niemand suchen, denn es gibt ja noch genug Afrikaner, die sich nach einem bezahlten Job die Finger lecken. Während Sie im warmen Heim sitzen und sich über "quasi selbstproduzierenden" Strom freuen, arbeiten auf anderen Kontinenten Menschen unter unwürdigen Bedingungen, schwerem körperlichen Einsatz und bleibenden Folgeschäden an Mensch und Natur für ihren warmen Hintern.
Manchmal muss man eben aufzeigen, was für Konsequenzen undurchdachtes Handeln hat - ich hoffe jedenfalls, dass die Stromkozerne möglichst wenig tun um einen solchen Stromausfall zu verhindern, damit es auch dem letzten klar wird, dass die Atomkraft unverzichtbar und alternativlos ist.
Achso, Satire. Schreiben Sie das doch dazu.
"...ich hoffe jedenfalls, dass die Stromkozerne möglichst wenig tun um einen solchen Stromausfall zu verhindern, damit es auch dem letzten klar wird, dass die Atomkraft unverzichtbar und alternativlos ist."
Wenn man die "Alternativlosigkeit" einer Sache aufzeigen will, ist es interessant, dass man dem gewünschten Ergebnis nachhelfen muss... - nur so am Rande.
"Billigerer Strom, der quasi selbstproduzierend ist."
Mhm, aber dass Sie - Sicherheitsgequatsche mal beiseite - die Endlagerung auf dem Steuerbescheid haben und nicht auf der Stromrechnung, daran denken Sie schon? Und auch Uran, so sagt man, ist nicht unendlich vorhanden - im Gegensatz zu Wind, der auch "quasi selbstproduzierend" Strom liefern kann (und dank Klimawandel u.U. sogar zunimmt). Siehe auch Sonne. Und Güllegas.
"... verwirft er lieber das Geschenk, weil ja 15.000 Kilometer entfernt irgendetwas war (was sich im Nachhinein als nur halb so schlimm herausgestellt hat)."
Ob halb oder ganz schlimm, das zu beurteilen überlassen wir lieber denen, die's betrifft. Und das mit dem Geschenk - hätte ich ein abgeschriebenes KKW, aus dem ich noch weit über Gestehungskosten jede Menge Strom verkaufen könnte, ich würde Ihnen Recht geben.
"... stößt doch selbst Feuer CO2 aus..."
Ja, vor Kurzem gespeichertes. CO2-Kreislauf halt. Deswegen verwendet man ja nachwachsende Rohstoffe, weil Entsteung von CO2 und Resorption bei der Produktion des "nächsten" Rohstoffs so nahe beieinander liegen, dass man von Neutralität sprechen kann.
Wenn ich hier lese, wie sehr ein halbes Jahr nach den unsäglichen Schlampereien in Fukushima die Renaissance der Atomindustrie beschworen wird, kann ich nur sagen.
Nichts dazugelernt und vorher keine Details verstanden. Ich darf von der Seite des BUND zitieren.
"Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241100 Jahren, müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden."
Haben Sie sich mal überlegt, was eine Lagerung dieser Abfälle über 240000 Jahre kostet und wie billig das für uns ist ?
Ich gebe Ihnen gerne meine Antwort - es ist mit Abstand die teuerste Energieform.
Finde ich jetzt uebertrieben nach diesen Diskussionen um eventuelle Netzausfaelle gleich der sooo sicheren Atomkraft nachzutrauern.
Die ganze Thematik und Argumentation wieso keine Atomkraft wurde zur Genuege diskutiert. Ich denke nicht, dass wir wieder eine Kehrtwende machen sollten.
Ja, im Winter Stromausfall ist Sch...., aber ganzjaehrig atomare Verseuchung finde ich echt schlimmer. Na klar sind unsere Atomkraftwerke sicher, sehr sicher sogar, wahrscheinlich genauso sicher wie die japanischen. Das sagen zumindest die Betreiber ;-)
"Ich jedenfalls kann mit einem Gefühl der Befriedigung und des wohltuenden Gedankens Recht gehabt zu haben, die kommenden Stromausfälle 'begrüßen'."
Ich wünschte mir, sämtliche Kommentatoren, die nur zum Rechthaben hier sind, würden so offen damit umgehen, dass sie Sachargumente und ambivalente Betrachtungsweisen ihrer persönlichen Genugtuung bei der Meinungsbildung hintenanstellen. Dann weiss man wenigstens mit wem man sich auseinandersetzen kann und bei wem man es lieber lässt...
Vorbildlich!
Cellular Automaton
Ein Kommentar von einem Ewig-Gestrigen, sicher auch so lanciert wie der Artikel. Dabei ist es der Atomstrom, der so sicher ist wie Strand bei einem Tsunami.
Atomstrom haben wir sicher Netzstabilität und Billigstrom zu verdanken, aber zum Preis von Rückständigkeit, seit Jahrzehnten ungelösten Endlagerfragen und einem ständig vorhandenen, latenten Risiko eines weniger freudigen Strahlemanns.
Atomstrom ist heute nur noch ein Goldesel für die ganzen konservativ denkenden Eliten, die keinen Plan von einer Zukunft haben, die anders als das Jetzt funktionieren könnte. Einer Zukunft, in der sie auch vielleicht wieder arbeiten müssten. Hätte man die Gewinne, die wir aus dem Atomstrom erzielt haben, in die Weiter- und Entwicklung der Alternativen Stromquellen gesteckt anstatt in die geldgierigen Rachen der Manager, müssen solche Artikel und folglich solche sinnentbehrenden und rückständigen Kommentare wie von #4 gar nicht geschrieben geschweige denn gedacht werden.
Es ist eine Schande, dass man sich so etwas anlesen muss.
Oder denken Sie das wirklich...? Ein Beispiel aus Ihrem Kommentar:
"Dabei stößt doch selbst Feuer CO2 aus, was für ein Dilemma für die Umweltpropheten."
--> Das ist entweder eine Satire auf die Umweltschutz-Verachter oder zeugt von mangelnder Allgemeinbildung (Stichwort Kohlenstoffkreislauf)
...kann sich der Autor des Artikels freuen, dass ihm einige Schäfchen brav folgen.
Erstens, die Stromerzeuger drücken nun schon seit dem Ausstieg auf die Tränendrüse...da werden erstmal wieder die Kosten erhöht...jetzt drohen uns auch noch flächendeckende Stromausfälle....SCHRECKLICH!
Absoluter Blödsinn ist das und ich lasse mir jetzt nicht alle erhöhten Energiekosten und andere Unzulänglichkeiten der Erzeuger mit dem Atomausstieg erklären.
Aber für einige funktioniert es wohl ganz gut.
Was bedeutet saubere Energieerzeugung für Sie?
Warum ist Energieerzeugung mittels Kernspaltung für Sie zukunftsorientiert?
Wie groß ist diese essentielle Energie ihrer Meinung nach, die durch die Abschaltung der Kernspaltungskraftwerke im Netz fehlt?
Ich frage Sie, weil ich gerne mit Ihnen diskutieren möchte. Allerdings verwenden sie die o.g. Begriffe in einer abstrahierten Form, die keine konkrete Möglichkeit bietet einzusteigen. Sie lassen sich sozusagen mehrere Türen offen stehen.
Ich mach mir keine Sorgen; es wird eine Umkehr zur Atomkraft wieder hin geben. Und ich werde mich freuen. Billigerer Strom, der quasi selbstproduzierend ist.
Naja, Atomstrom belastet die Umwelt stark und kostet viele Menschenleben, auch ohne Störfälle. Sie möchten lieber nicht wissen wie es in einer nigerianischen Uran-Mine abläuft. Die kennen dort weniger moderne kraftstoffsparende LKW und Maschinen. Es gibt dort auch weniger Bedenken was die Belastung für Arbeiter angeht. Verstrahlte und Verschüttete wird niemand suchen, denn es gibt ja noch genug Afrikaner, die sich nach einem bezahlten Job die Finger lecken. Während Sie im warmen Heim sitzen und sich über "quasi selbstproduzierenden" Strom freuen, arbeiten auf anderen Kontinenten Menschen unter unwürdigen Bedingungen, schwerem körperlichen Einsatz und bleibenden Folgeschäden an Mensch und Natur für ihren warmen Hintern.
Manchmal muss man eben aufzeigen, was für Konsequenzen undurchdachtes Handeln hat - ich hoffe jedenfalls, dass die Stromkozerne möglichst wenig tun um einen solchen Stromausfall zu verhindern, damit es auch dem letzten klar wird, dass die Atomkraft unverzichtbar und alternativlos ist.
Achso, Satire. Schreiben Sie das doch dazu.
"...ich hoffe jedenfalls, dass die Stromkozerne möglichst wenig tun um einen solchen Stromausfall zu verhindern, damit es auch dem letzten klar wird, dass die Atomkraft unverzichtbar und alternativlos ist."
Wenn man die "Alternativlosigkeit" einer Sache aufzeigen will, ist es interessant, dass man dem gewünschten Ergebnis nachhelfen muss... - nur so am Rande.
"Billigerer Strom, der quasi selbstproduzierend ist."
Mhm, aber dass Sie - Sicherheitsgequatsche mal beiseite - die Endlagerung auf dem Steuerbescheid haben und nicht auf der Stromrechnung, daran denken Sie schon? Und auch Uran, so sagt man, ist nicht unendlich vorhanden - im Gegensatz zu Wind, der auch "quasi selbstproduzierend" Strom liefern kann (und dank Klimawandel u.U. sogar zunimmt). Siehe auch Sonne. Und Güllegas.
"... verwirft er lieber das Geschenk, weil ja 15.000 Kilometer entfernt irgendetwas war (was sich im Nachhinein als nur halb so schlimm herausgestellt hat)."
Ob halb oder ganz schlimm, das zu beurteilen überlassen wir lieber denen, die's betrifft. Und das mit dem Geschenk - hätte ich ein abgeschriebenes KKW, aus dem ich noch weit über Gestehungskosten jede Menge Strom verkaufen könnte, ich würde Ihnen Recht geben.
"... stößt doch selbst Feuer CO2 aus..."
Ja, vor Kurzem gespeichertes. CO2-Kreislauf halt. Deswegen verwendet man ja nachwachsende Rohstoffe, weil Entsteung von CO2 und Resorption bei der Produktion des "nächsten" Rohstoffs so nahe beieinander liegen, dass man von Neutralität sprechen kann.
Wenn ich hier lese, wie sehr ein halbes Jahr nach den unsäglichen Schlampereien in Fukushima die Renaissance der Atomindustrie beschworen wird, kann ich nur sagen.
Nichts dazugelernt und vorher keine Details verstanden. Ich darf von der Seite des BUND zitieren.
"Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241100 Jahren, müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden."
Haben Sie sich mal überlegt, was eine Lagerung dieser Abfälle über 240000 Jahre kostet und wie billig das für uns ist ?
Ich gebe Ihnen gerne meine Antwort - es ist mit Abstand die teuerste Energieform.
bisserl ;-)
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen ohne Belege. Danke, die Redaktion/mk
Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/fk.
Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/fk.
Eigentlich hätten wir nichts besseres verdient, da wir Philosophen, Pädagogen und andere Ahnungslose über unsere Zukunft haben entscheiden lassen.
Geht es so weiter werden Unternehmen wie Aurubis auch irgendwann die Koffer packen und dann ist von unserer Wirtschaft endgültig nichts mehr übrig. Aber das scheint ja erwünscht zu sein.
Ich hätte mir wirklich den Dieselgenerator von Aldi kaufen sollen, als der im Angebot war.
Über "fehlende Blindleistung" in der Politik brauchen wir uns ja nicht beklagen.
Ich habe aber das Gefühl, da will uns jemand sagen:"Das habt ihr nun davon!" Damit verunsichert man nur die Menschen hier in Deutschland, damit sie bloß die Erhöhungen des Strompreises tolerieren.
Wo sind die Spezis - hoher Druck durch Abschaltung. Nun macht mal was daraus, sonst bin ich für Gehaltskürzungen.
Frohe Weihnachten
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren