Bauer in Ceres, im Westen Südafrikas © Rodger Bosch/AFP/Getty Images

Wenn Mao Amis seine Sorgen verdeutlichen will, zeichnet er eine Karte von Südafrika. Der Wasserexperte des World Wildlife Fund (WWF) skizziert darauf die Erhöhungen des Landes, von Kapstadt im Süden, an Durban vorbei, weiter die Küste hinauf. "Hier bleiben die Wolken hängen", sagt er und deutet auf eine Bergkette im Osten. "Weiter im Landesinnern kommt dann kein Regen mehr an."

Amis hat für den WWF untersucht, wie sich die Wasserversorgung des Landes entwickeln wird. Die Prognose des Fachmanns ist düster. Schon heute ist das Wasser in Südafrika ungleich verteilt – und knapp. Gleichzeitig wächst der Bedarf der Industrie, der Landwirtschaft und der Privathaushalte. In 15 bis 20 Jahren, warnt die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), könnte es nichts mehr zu verteilen geben. Dann wird der Mangel akut.

"In Südafrika fallen deutlich weniger Niederschläge als im weltweiten Durchschnitt", sagt Amis. Über das ganze Land hinweg sind es nur knapp 500 Millimeter im Jahr. Die besonders trockenen Regionen im Westen verzeichnen weniger als 100 Millimeter Regen jährlich. Im Südosten hingegen gibt es mehr als genug Wasser – so viel, dass Experten sogar mit Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels rechnen. Im Westen des Landes und weiter im Innern könnte der Klimawandel die Trockenheit noch verstärken, sagt Amis. Hier liegen die Hauptstadt Johannesburg, die großen Kohlevorkommen des Landes und auch die Kohlekraftwerke, die Südafrika mit Energie versorgen . Sie alle sind große Wasserkonsumenten.

Den größten Anteil der südafrikanischen Wasserressourcen aber verbraucht die Agrarwirtschaft. Auf sie entfallen der FAO zufolge etwa 60 Prozent des Verbrauchs. In weiten Teilen des Landes reicht der Regen schon heute nicht für den Ackerbau aus. Die Flächen werden als Weideland genutzt. Pflanzen, die dort angebaut werden, müssen künstlich bewässert werden.

Weil die Bewässerungsanlagen aber teuer sind und sich nur rentieren, wenn die Feldfrüchte hohen Gewinn versprechen, werden nur etwa zehn Prozent der Ackerfläche mit zusätzlichem Wasser versorgt. Dennoch ist die Verschwendung groß. Die Bauern nutzen kaum wassersparende Techniken. "Eigentlich erhalten sie Lizenzen über eine bestimmte Wassermenge, die sie höchstens verbrauchen dürfen", sagt Amis. "Aber die Behörden können die Beschränkungen kaum durchsetzen. Viele Farmer legen einfach eine Wasserleitung mitten ins Feld und lassen es laufen."