Systemdebatte Begrenzt die private Wirtschaftsmacht!
Der Einfluss von Banken und Firmen ist zu groß geworden. Zeit, den Liberalismus wieder ernst zu nehmen: Eigentum sollte nur durch Arbeit entstehen.
Man kann nicht behaupten, dass der Kapitalismus sich aktuell großer Popularität erfreut. Bereits im August 2010 gaben laut emnid 88 Prozent der Bundesbürger an, dass sie sich eine "neue Wirtschaftsordnung" wünschen, da der Kapitalismus weder für "sozialen Ausgleich in der Gesellschaft" noch für den "Schutz der Umwelt" oder einen "sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen" sorge. Inzwischen ist ein weiterer gewichtiger Grund hinzu gekommen: Die aktuelle Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung.
Längst wird der Kurs Europas nicht mehr von gewählten Regierungen bestimmt, sondern von großen Wirtschaftsunternehmen, in erster Linie solchen der Finanzwirtschaft. Die Banker diktieren die politische Agenda und haben mittlerweile mit Griechenland und Italien in zwei europäischen Ländern sogar direkt die Regierungsgeschäfte übernommen.
wurde 1969 in Jena geboren, zur Schulzeit zog sie nach Ost-Berlin. Sie durfte nicht studieren, trat aber ein Jahr vor dem Mauerfall in die SED ein. Ab 1991 gehörte sie zum Parteivorstand der PDS, später zur Kommunistischen Plattform. Heute ist sie stellvertretende Parteivorsitzende und Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag. Zuletzt erschien von ihr "Freiheit statt Kapitalismus".
Die Euro-Krise wurde durch diese Außerkraftsetzung der Demokratie nicht gemildert, im Gegenteil. Was ist der Kern dieser Krise? Eine beliebte Erklärung sieht die Staaten in der Verantwortung. Viele Länder hätten jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt, jetzt müssten sie zum Sparen gezwungen werden. Das passt ins Klischee: Der rationale Markt zwingt die irrationale Politik zur Vernunft. Es passt nur leider nicht zu den Tatsachen: Die hohe Staatsverschuldung in Europa ist im Wesentlichen ein Produkt der letzten 20 Jahre, beispiellos angestiegen ist sie seit 2008. In diesen 20 Jahren aber wurde das europäische Sozialmodell nicht auf-, sondern abgebaut. Es waren Jahre eines europaweiten Steuerdumpingwettlaufs, in denen Unternehmens- und Vermögenssteuern sowie Spitzensteuersätze drastisch gesunken sind. Speziell seit 2008 wurden Billionen öffentlicher Gelder nicht etwa zur Stützung verarmter Arbeitsloser oder mittelloser Pensionäre verwendet, sondern zur Rettung der Banker.
Auch in den filigranen Windungen moderner Finanzmärkte gilt: Geld verschwindet nicht, es wechselt immer nur den Besitzer. Im Gleichschritt mit der Staatsverschuldung ist daher auch das Vermögen der europäischen Oberschicht explodiert. Knapp ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Geldvermögensmillionäre. Laut einer jüngeren Studie wachsen deren Vermögen im Schnitt um acht Prozent jährlich. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in Deutschland liegt seit der Jahrtausendwende bei einem Prozent. Die These der Occupy-Bewegung, dass nur ein Prozent der Bevölkerung zu den Gewinnern – und 99 Prozent zu den Verlierern – der heutigen Ordnung gehören, beschreibt also ziemlich exakt die Realität. Und diese Realität hat System und ist System.
Der alte Liberalismus eines John Locke sah nur solches Eigentum als legitimiert an, das durch eigene Arbeit entsteht. Eine Wirtschaftsordnung, die diesen Grundsatz ernst nähme, wäre keine kapitalistische mehr. Denn Eigentum an großen Wirtschaftskonzernen und Milliardenvermögen entstehen nicht durch eigene Arbeit, sondern durch Erbschaft, Spekulation und die Ausbeutung fremder Arbeit. Zugleich erzeugt solches Eigentum Macht: Erpressungsmacht zur Durchsetzung der eigenen Interessen. Und diese Macht wuchs mit jeder unter Herbetung neoliberaler Glaubenssätze auf den Finanz- und Arbeitsmärkten zerstörten Regulierung. Am Ende trat ein, wovor der Ökonom Walter Eucken bereits vor über 50 Jahren gewarnt hatte: Private Wirtschaftsmacht, so Euckens These, lässt sich nicht kontrollieren. Entweder es gelingt, ihre Entstehung zu verhindern – oder sozialer Ausgleich, Freiheit und Demokratie sind nicht zu retten.
- Datum 16.12.2011 - 14:47 Uhr
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Die Existenzkrise, die jetzt immer - von manchen - herbeigebetet wird, wird nicht eintreten. Wir werden auch in zehn Jahren noch den Euro, die soziale Marktwirtschaft sowie die EU haben. Wetten?
ich biete in letzter Zeit ständig selber ähnliche an.
...zumindest was den Euro angeht. Die "soziale Marktwirtschaft" ist Definitionsfrage, wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ausgehöhlt hat man sie ja schon nach Leibeskräften, das geschieht hintenrum und mit Tricks. Es gibt ja auch Leute, die ernsthaft glauben wir würden in einer Demokratie leben, nur weil unsere gerade herrschenden Vormunde und deren Mietschreiberlinge das immer wieder unreflektiert behaupten...
...wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr - damit habe ich da schon gewonnen - der EURO wenn er noch existiert, ist ein EURO 2.0 mit weniger als 17 Mitgliedern.
Allein die EU, die wird hoffentlich(!!) in zehn Jahren noch existieren und, so hoffe ich, mit wesentlich geringeren Demokratiedefizit.
Wenn Ludwig Erhard wüsste was aus seiner Idee geworden ist, er würde sich im Grabe umdrehen.
aber vieles was Frau Wagenknecht sagt sehe ich aehnlich. Ihre Wette nehme ich an. Einen Euro in der heutigen Form wird es in 10 Jahren nicht geben. Entweder wir haben eine Nord und Sued-Euro oder eine Eurozone ohne Griechenland, vielleicht auch ohne Portugal und Spanien. Soziale Marktwirtschaft wird nur noch als Wort existieren. Wer sich die Zukunft der kapitalistischen Gesellschaft ansehen moechte, muss nur in die USA schauen. Gemeineigentum (wie z.B. Strassen oder Schulen) werden nicht mehr gepflegt und verkommen. Obdachlose an allen Ecken. Geisterstaedte. Eine mehr und mehr verarmende Mittelschicht. Hohe Kriminalitaetsraten. Und so weiter. Wenn wir das nicht wollen, brauchen wir einschneidende Reformen, die nicht einfach dadurch abgewuergt werden sollten, dass man sie als "Sozialistisch" (Pfui) bezeichnet.
(1) In zehn Jahren wird es den Euro nicht geben. Es wird eine einheitliche Währung im EU-Raum geben, verwaltet von einer unabhängigen EZB und ECU oder Euro-Dollar heißen.
(2) Die privaten Börsen sind abgeschafft. Verbriefte Unternehmensteile und Wertpapiere unterstehen der strengen Verwaltung der EZB und einem nach marktwirtschaftlichen Gesichtpunkten orientierten Handel, der Eigentümerwechsel erfolgt nach festen Regeln und mit Hilfe von digitalen Signaturen. Es ist nur ein Eigentümerwechsel pro Tag zulässig.
(3) Statts Markt- und Wachstumsideologie richten wir uns nach den klassischen Regeln der Ökonomie: Haushalten. Nicht das Gewinnziel dominiert, sondern im Sinne der klassischen Ökonomie gewinnt wieder das Einkommensziel an oberster Priorität. Dabei wird auf nachhaltigen Resourceneinsatz geachtet. Für das Nutzen öffentlicher Güter (Raum, Energie und Wasser) müssen Unternehmen Ausgleiche bezahlen, damit dem Verbraucher keine falschen Preise vorgegaukelt werden, die zu einem ineffizienten und Einkommens gefährdenden Verbrauch von Resourcen führen.
Im Gegensatz zu heute (Monopol- und Oligopole die von Oligarchien beherrscht werden) wird über eine demokratische Ordnung und scharfen weltweit geltenden Kartellrecht auf wirklich marktwirtschaftliche Regeln geachtet, die die grundlegend genossenschaftlich und demokratisch organisierte Gesellschaft ergänzen. Dezentrales öffentliches Eigentum garantiert einen Interessenausgleich.
der Euro abgeschafft werden soll oder die EU, es geht um eine andere Verteilung des erarbeiteten Mehrwertes und die Eigentumsverhältnisse von Banken und großen Konzernen. Eben weil man Gefahren und soziale Spannungen abwenden will.
ich biete in letzter Zeit ständig selber ähnliche an.
...zumindest was den Euro angeht. Die "soziale Marktwirtschaft" ist Definitionsfrage, wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ausgehöhlt hat man sie ja schon nach Leibeskräften, das geschieht hintenrum und mit Tricks. Es gibt ja auch Leute, die ernsthaft glauben wir würden in einer Demokratie leben, nur weil unsere gerade herrschenden Vormunde und deren Mietschreiberlinge das immer wieder unreflektiert behaupten...
...wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr - damit habe ich da schon gewonnen - der EURO wenn er noch existiert, ist ein EURO 2.0 mit weniger als 17 Mitgliedern.
Allein die EU, die wird hoffentlich(!!) in zehn Jahren noch existieren und, so hoffe ich, mit wesentlich geringeren Demokratiedefizit.
Wenn Ludwig Erhard wüsste was aus seiner Idee geworden ist, er würde sich im Grabe umdrehen.
aber vieles was Frau Wagenknecht sagt sehe ich aehnlich. Ihre Wette nehme ich an. Einen Euro in der heutigen Form wird es in 10 Jahren nicht geben. Entweder wir haben eine Nord und Sued-Euro oder eine Eurozone ohne Griechenland, vielleicht auch ohne Portugal und Spanien. Soziale Marktwirtschaft wird nur noch als Wort existieren. Wer sich die Zukunft der kapitalistischen Gesellschaft ansehen moechte, muss nur in die USA schauen. Gemeineigentum (wie z.B. Strassen oder Schulen) werden nicht mehr gepflegt und verkommen. Obdachlose an allen Ecken. Geisterstaedte. Eine mehr und mehr verarmende Mittelschicht. Hohe Kriminalitaetsraten. Und so weiter. Wenn wir das nicht wollen, brauchen wir einschneidende Reformen, die nicht einfach dadurch abgewuergt werden sollten, dass man sie als "Sozialistisch" (Pfui) bezeichnet.
(1) In zehn Jahren wird es den Euro nicht geben. Es wird eine einheitliche Währung im EU-Raum geben, verwaltet von einer unabhängigen EZB und ECU oder Euro-Dollar heißen.
(2) Die privaten Börsen sind abgeschafft. Verbriefte Unternehmensteile und Wertpapiere unterstehen der strengen Verwaltung der EZB und einem nach marktwirtschaftlichen Gesichtpunkten orientierten Handel, der Eigentümerwechsel erfolgt nach festen Regeln und mit Hilfe von digitalen Signaturen. Es ist nur ein Eigentümerwechsel pro Tag zulässig.
(3) Statts Markt- und Wachstumsideologie richten wir uns nach den klassischen Regeln der Ökonomie: Haushalten. Nicht das Gewinnziel dominiert, sondern im Sinne der klassischen Ökonomie gewinnt wieder das Einkommensziel an oberster Priorität. Dabei wird auf nachhaltigen Resourceneinsatz geachtet. Für das Nutzen öffentlicher Güter (Raum, Energie und Wasser) müssen Unternehmen Ausgleiche bezahlen, damit dem Verbraucher keine falschen Preise vorgegaukelt werden, die zu einem ineffizienten und Einkommens gefährdenden Verbrauch von Resourcen führen.
Im Gegensatz zu heute (Monopol- und Oligopole die von Oligarchien beherrscht werden) wird über eine demokratische Ordnung und scharfen weltweit geltenden Kartellrecht auf wirklich marktwirtschaftliche Regeln geachtet, die die grundlegend genossenschaftlich und demokratisch organisierte Gesellschaft ergänzen. Dezentrales öffentliches Eigentum garantiert einen Interessenausgleich.
der Euro abgeschafft werden soll oder die EU, es geht um eine andere Verteilung des erarbeiteten Mehrwertes und die Eigentumsverhältnisse von Banken und großen Konzernen. Eben weil man Gefahren und soziale Spannungen abwenden will.
...Danke liebe Zeit. Scheint heute echt vorgezogene Weihnachten zu sein. Ich wünschte Wagenknechts Ansichten (so unkonkret sie in dem kurzen Artikel formuliert sind, sie muss ja leider viel Mühe darauf verwenden allen billigen Kommunismus-Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen), würden sich durchsetzen, wir könnten in einer besseren Welt leben.
...indem er wirtschaftswissenschaftlich bei 0 anfängt. Das mag ein guter Ansatz sein. Es würde aber helfen, wenn die Theorie bekannt wäre und auf Annahmen eingegangen würde. So könnte man vielleicht alternative Ansätze entwickelt werden, ohne in Sackgassen zu sehr sich hinein zu denken.
So findet die sicherlich richtige Annahme keinen Eingang, dass Arbeit produktiver wird, wenn sie mit Maschinen verbunden wird und diese Ausstattung einen Teil der Produktivität erzeugt. Die Ausstattung muss gelenkt werden, damit sie möglichst optimal eingesetzt wird. Dazu gibt es bisher keinen besseren Mechanismus als über Preise, die die relative Produktivität verbessern. Hier ist das Einkommen aus der Ausstattung unabdingbar.
Auch scheint die Autorin den Zusammenhang zu verstehen, den Banken in diesem Prozess einnehmen und Investitionen dorthin lenken, wo die Ausstattung mit Investitionsgütern (Maschinen usw) Arbeit am produktivsten macht. Es ist halt schon eine Leistung, wenn Investitionen von Gegenden mit geringer Produktionsverbesserung in solche gelenkt wird, wo die Zugewinne größer sind. Das ist in den letzten Jahrzehnten in großem Umfang und mit ungeheuren Wohlfahrtszugewinnen geschehen indem die BRICS kraftvoll wuchsen. Es mag sein, dass dies zum Nachteil der Wähler der Autorin geschah. Das bedeutet nicht, dass die Gesamtwohlfahrt sank. Sie wuchs enorm.
Wie schreibt Wolf Lotter so schön in der vorletzten Ausgabe von "Brandeins"? "Wer gegen den Kapitalismus ist, muss seine Mitmenschen abgrundtief hassen". Es gab kein anderes System, in dem die Wohlfahrt sehr vieler Menschen in wenigen Jahren extrem gesteigert wurde. Ausserdem hat in kapitalistischen Ländern die Lebenserwartung pro Jahr um 0,4 Jahre zugenommen. Jetzt an den Auswüchsen des Kapitalismus - die übrigens genau den Teilen zuzurechnen sind, die den freien Markt nicht beachten - das System als grundfalsch hinzustellen, ist etwas über das Ziel hinaus geschossen. Es geht eher darum, die Finanzwirtschaft wieder dahin zu bringen, wo sie mal war. Und zwar als Geldgeber für die Wirtschaft und weg von reinem Selbstzweck.
Ich kann ihre Kritik nicht so ganz nachvollziehen.
Sie schreiben, sie finden "Wagenknechts Ansichten.. so unkonkret".
Was an diesem Absatz ist denn unkonkret?
Besser kann man das doch gar nicht formulieren....
"Zu den Folgen privater Wirtschaftsmacht gehört, dass sich die Einkommen immer stärker in den Händen der Oberschicht konzentrieren, also bei jenen, die einen Großteil dieser Einkommen sparen, weil sie ohnehin schon mehr als genug haben. Diejenigen, die ihre Einkünfte für existentielle Lebensbedürfnisse brauchen, haben dagegen immer weniger, was den Absatz realer Güter schwächt. Lange Zeit wurde versucht, diese Diskrepanz durch schuldenfinanzierte Nachfrage – des Staates oder der Konsumenten – zu überbrücken. Diese Scheinlösung kommt jetzt an ihre Grenze. Was wir aktuell erleben, ist daher nicht weniger als eine Systemkrise."
Wenn man das zweite Arundhati Roy Interview innerhalb einiger Wochen dazu nimmt, ist wirklich fast schon Weihnachten.
Allerdings ist Wagenknechts These ganz und gar nicht neu:
Salvador Allende hat vor der unbegrenzten Macht der supranationalen Konzerne schon in den 1970´er Jahren gewarnt.
( http://www.youtube.com/wa... )
Wenn man sich dann einige der besonderen Exemplare mal ansieht, wird einem übel. (Monsanto, Goldman Sachs...)
...indem er wirtschaftswissenschaftlich bei 0 anfängt. Das mag ein guter Ansatz sein. Es würde aber helfen, wenn die Theorie bekannt wäre und auf Annahmen eingegangen würde. So könnte man vielleicht alternative Ansätze entwickelt werden, ohne in Sackgassen zu sehr sich hinein zu denken.
So findet die sicherlich richtige Annahme keinen Eingang, dass Arbeit produktiver wird, wenn sie mit Maschinen verbunden wird und diese Ausstattung einen Teil der Produktivität erzeugt. Die Ausstattung muss gelenkt werden, damit sie möglichst optimal eingesetzt wird. Dazu gibt es bisher keinen besseren Mechanismus als über Preise, die die relative Produktivität verbessern. Hier ist das Einkommen aus der Ausstattung unabdingbar.
Auch scheint die Autorin den Zusammenhang zu verstehen, den Banken in diesem Prozess einnehmen und Investitionen dorthin lenken, wo die Ausstattung mit Investitionsgütern (Maschinen usw) Arbeit am produktivsten macht. Es ist halt schon eine Leistung, wenn Investitionen von Gegenden mit geringer Produktionsverbesserung in solche gelenkt wird, wo die Zugewinne größer sind. Das ist in den letzten Jahrzehnten in großem Umfang und mit ungeheuren Wohlfahrtszugewinnen geschehen indem die BRICS kraftvoll wuchsen. Es mag sein, dass dies zum Nachteil der Wähler der Autorin geschah. Das bedeutet nicht, dass die Gesamtwohlfahrt sank. Sie wuchs enorm.
Wie schreibt Wolf Lotter so schön in der vorletzten Ausgabe von "Brandeins"? "Wer gegen den Kapitalismus ist, muss seine Mitmenschen abgrundtief hassen". Es gab kein anderes System, in dem die Wohlfahrt sehr vieler Menschen in wenigen Jahren extrem gesteigert wurde. Ausserdem hat in kapitalistischen Ländern die Lebenserwartung pro Jahr um 0,4 Jahre zugenommen. Jetzt an den Auswüchsen des Kapitalismus - die übrigens genau den Teilen zuzurechnen sind, die den freien Markt nicht beachten - das System als grundfalsch hinzustellen, ist etwas über das Ziel hinaus geschossen. Es geht eher darum, die Finanzwirtschaft wieder dahin zu bringen, wo sie mal war. Und zwar als Geldgeber für die Wirtschaft und weg von reinem Selbstzweck.
Ich kann ihre Kritik nicht so ganz nachvollziehen.
Sie schreiben, sie finden "Wagenknechts Ansichten.. so unkonkret".
Was an diesem Absatz ist denn unkonkret?
Besser kann man das doch gar nicht formulieren....
"Zu den Folgen privater Wirtschaftsmacht gehört, dass sich die Einkommen immer stärker in den Händen der Oberschicht konzentrieren, also bei jenen, die einen Großteil dieser Einkommen sparen, weil sie ohnehin schon mehr als genug haben. Diejenigen, die ihre Einkünfte für existentielle Lebensbedürfnisse brauchen, haben dagegen immer weniger, was den Absatz realer Güter schwächt. Lange Zeit wurde versucht, diese Diskrepanz durch schuldenfinanzierte Nachfrage – des Staates oder der Konsumenten – zu überbrücken. Diese Scheinlösung kommt jetzt an ihre Grenze. Was wir aktuell erleben, ist daher nicht weniger als eine Systemkrise."
Wenn man das zweite Arundhati Roy Interview innerhalb einiger Wochen dazu nimmt, ist wirklich fast schon Weihnachten.
Allerdings ist Wagenknechts These ganz und gar nicht neu:
Salvador Allende hat vor der unbegrenzten Macht der supranationalen Konzerne schon in den 1970´er Jahren gewarnt.
( http://www.youtube.com/wa... )
Wenn man sich dann einige der besonderen Exemplare mal ansieht, wird einem übel. (Monsanto, Goldman Sachs...)
Nur zum Nachdenken ...
1) Die Arbeiterselbstverwaltung wurde bereits grossflächhig probiert. Und ist vollkommen gescheitert. Im ehemaligen Jugoslawien ...
2) Vorsorge für die eigene Familie ist eine der wichtigsten menschlichen Antriebsfedern für überdurchschnittlichen Einsatz. Ausgerechnet den dabei Erfolgreichsten sage ich nun: Ätsch, Ihr wart zu erfolgreich?
3) Sollte es zum Gesetz werden, dass Unternehmen grösser X in Mitarbeitereigentum übergehen, sind zwei Entwicklungen selbstverständlich: Zum einen werden auf einmal viele Unternehmen nicht mehr über X hinauswachsen, was je nach Branche für das Unternehmen (und dessen Belegschaft) tödlich enden kann. Und zum anderen werden Unternehmer vor Eintritt von X ihre Unternehmen schlicht verkaufen. Ob der Ersatz von Familienunternehmern durch Fremdbesitzer erstrebenswert ist, bezweifle ich.
Kurz, ich befürchte für Wagenknechts Lösung den erneuten Beginn der sozialistischen Teufelsspirale. Es funktioniert nicht, also wird stärker reglementiert und überwacht, es funktioniert noch weniger, also wird noch mehr ... Wenn man mal von ihrer wirklichen naiven Sicht auf DAS KAPITAL absieht. Das konkretisiert sich nämlich nur noch im Ausnahmefall in eindeutigem Unternehmensbesitz.
"1) Die Arbeiterselbstverwaltung wurde bereits grossflächhig probiert. Und ist vollkommen gescheitert. Im ehemaligen Jugoslawien ..."
Die verlangt ja auch niemand, eine Fehleranalyse des damaligen Systems könnte aber aufschlussreich sein (kennst du Details?). Auch heute in D gibt es Genossenschaften, die sehr erfolgreich sind, was die Wohlstandssicherung ihrer Mitglieder und den effektiven Einsatz der Mittel angeht.
"Einsatz. Ausgerechnet den dabei Erfolgreichsten sage ich nun: Ätsch, Ihr wart zu erfolgreich?"
Es gilt wie überall das Maß zu halten, Prinzipienreiterei nützt niemandem was, sondern entlädt sich in diesem Fall irgendwann in Krieg oder Rebellion. Es wäre an der Zeit ehrlich zu sein und transparente Regeln für alle einzuführen, dann gibt es auch kein "Ätsch" am Ende.
"Unternehmen nicht mehr über X hinauswachsen"
Du führst lediglich Hindernisse an. Es muss keine Größe X geben, es könnte auch einen mit dem Unternehmen wachsenden stetigen Beteiligungszwang geben. Auch das wirft wieder Fragen auf, tut jetziges Wirtschaften ja auch, wenn man sich übers Ziel einig ist, gibts auch eine Lösung dafür.
"nicht, also wird stärker reglementiert und überwacht"
Wie auch immer ein gerechteres System aussehen mag, es kann nur (echt)demokratisch sein. Alles andere ist zum scheitern verurteilt.
"im Ausnahmefall in eindeutigem Unternehmensbesitz."
Das ist aber der komplizierteste Fall, nix naiv. Alles andere kann man einfach besteuern...
1. Jugoslavien? Der Hort der Korruption und Vetterwirtschaft? Wie lange haben die das probiert? 3 Jahre?
2. Wo steht das denn? Und die Unternehmen um die es geht, bei denen ist die Antriebskraft der Geschäftsführung sicher nicht die eigene Familie. Vielleicht die Ersatzfamilie der Aktionäre.
3. Wenn Mitarbeiter an den Gewinnen beteiligt werden, erhöht sich der Anreiz sich anzustrengen und die Firma vorranzubringen. Der Einsatz (Arbeit/Investionen) ist deutlich höher und langfristiger angesetzt.
Ich vermute Sie haben das Konzept nicht verstanden oder nur ansatzweise zuende gedacht.
"2) Vorsorge für die eigene Familie ist eine der wichtigsten menschlichen Antriebsfedern für überdurchschnittlichen Einsatz. Ausgerechnet den dabei Erfolgreichsten sage ich nun: Ätsch, Ihr wart zu erfolgreich?
3) Sollte es zum Gesetz werden, dass Unternehmen grösser X in Mitarbeitereigentum übergehen, sind zwei Entwicklungen selbstverständlich: Zum einen werden auf einmal viele Unternehmen nicht mehr über X hinauswachsen...," ThorHa
Und Vorsorge betreiben kann mann nicht durch Arbeit?
Sie sehen eine Gleichmachung, die im Artikel gar nicht steht, dort steht nirgends, dass ab einer Obergrenze Schluss ist oder das der Vater kein Haus für seinen Sohn kaufen/bauen darf. Da steht nicht einmal, dass ein Ackermann zu viel verdient.
auch wenn ich Frau Wagenknechts Meinung viel Sympathie entgegenbringen kann, ist ihre Kritik wichtig und bedenkenswert: Der Mensch wird sich Wege suchen solche Ge- und Verbote zu umgehen.
Funktionieren kann somit eigentlich nur was sich aus eigener Kraft durchsetzen kann (so wie es immer und überall einen Markt gibt, sogar in Nordkorea, wo er eben Schwarzmarkt heißt).
Dieses evulotionäre Verhalten des Marktes wird oft als "unsichtbare Hand" missgedeutet, die eher Darwins Hand als die von Adam Smith ist.
Man muss eben auch immer bedenken was die unsichtbare Hand noch bedeutet: nämlich dass die überschüssigen Arbeitskräfte Wegsterben weil sie verhungern... auch das von Adam Smith beschrieben, aber es wird nicht ganz so gerne zitiert wie die unsichtbare Hand.
Und da sind wir dann wieder bei "Survival of the fittest" - aka "die hässliche Seite des Kapitalismus"
Von mir aus können Reiche immer Reicher werden. Entscheidend ist, was können Die mit ihrem Geld anfangen?
Inflation, die Reiche Menschen auslösen, hat keinen Einfluss auf die Inflation, die Normalbürger betreffen.
Lasst die Reichen ihr Geld sammeln, und wenn sie Tot sind, über die Erbschaftsteuer wieder Wegnehmen. Erben ist Einkommen ohne eigene Leistung!
Erträge aus der Realwirtschaft lassen sich Steuerlich im Griff halten.
Anders sieht es bei Erträgen aus der Finanzwirtschaft aus.
Geld aus dem Nichts erschaffen, bei Rückzahlung verschwindet es wieder, da mit Steuern bei den Erzeugern von diesem Geld, gegensteuern zu wollen? Sie werden kein Geld erzeugen wollen, wenn die Erträge nicht Stimmen!
Geldschöpfung in die Hände der Staaten zurück, und allen Marktteilnehmern ohne Gebühr und Zins zur Verfügung stellen! Die Geldschöpfung der Banken wird wird im Laufe der Zeit, von angesammeltem Schuldfreiem Geld ersetzt.
Dann erst kann eine Umverteilung von Oben nach unten erfolgen. Präziser: Es ist dann auf einmal ein Geldkreislauf da, der nicht von Überschuldung bedroht ist!
Und nicht wie Heute. Wir Retten die Banken damit diese nicht Pleitegehen. Das Geld dafür holen wir uns von den Geldanlegern, welches die Banken ja erst aus dem Nichts erschaffen Müssen!
Erst das Geldsystem reformieren, dann klappt es auch mit dem Rest der Ideen, von Frau Wagenknecht!
Mit mehr oder weniger gelungenen Modellen sind jedenfalls funktionierende Stiftungen und Genossenschaften auch in diesem Land aktiv. Ob "Spiegel", "taz" oder "Frankfurter Rundschau", vom klassischen Bild des Unternehmens sind sie abgerückt. Auch die Robert Bosch GmbH ist alles andere als das typische Abbild kapitalistischer Hierarchien. Jedem bekannt sind schließlich die Wohnungsbaugenossenschaften landauf, landab sowie die Raiffeisenbanken, nicht zu vergessen die kommunalen Stadtwerke.
Eine Eigenschaft des Kapitalismus ist die umfassende Enteignung der Wertschöpfenden. Ihnen wird nicht nur die Zeit und der Mehrwert abgeknöpft, sondern auch der Produktivitätsfortschritt. Unter allen Säuen, die durchs BWL-Dorf getrieben wurden, sei eine unter die Lupe genommen, das betriebliche Vorschlagswesen: Ein "Mit"arbeiter reicht einen Verbesserungsvorschlag ein, der in die Praxis übernommen wird. Er bekommt dafür bspw. 500 €. Er verliert dadurch eine Abwechslung im Arbeitsprozeß, den Extraprofit sehen wir in den Klunkern der Unternehmensgattin glitzern und auf dem Arbeitsmarkt wirds noch eine Spur düsterer.
Seit Reinhard Mohn durch das Schreckgespenst der "inneren Kündigung" Anfang der 70er-Jahre aufgeschreckt wurde und das Davoser Forum gründete, hat sich an der Wertschätzung der „lieben Mitarbeiter“ nicht viel geändert. Bertelsmann lobte bspw. Genußscheine aus ohne Mitbestimmungsrecht. Solange die Wertschöpfenden als Objekt behandelt werden, gibt es keinen echten Fortschritt.
...denn in Zukunft sollten Private Besitztümer keine Rolle spielen.
Sehen, auf diesem Planeten leben alle möglichen Tiere, ja auch der Mensch ist ein solches, obwohl er sich gerne als etwas "höheres, besseres" sieht.
Aus diesem Grund kann es Grundbesitz eigentlich gar nicht geben, denn dieser Lebensraum gehört jedem und niemandem zugleich.
Viele Menschen haben bisher einfach nur Glück gehabt, das es so wenige gibt, die so denken wie ich.
Werden es aber einmal mehr Menschen sein, die an die Allgemeinheit denken, wird sich diese Tatsache auch sehr schnell ändern.
Die Vergangenheit hat gezeigt was mit Menschen die ihre Macht mißbrauchen passiert und eins steht schonmal fest...die Masse ist mächtiger als ein paar wenige Reiche und wenn sie noch so viel Geld haben, alles und jeden können sie sich damit nicht kaufen :)
Ein Konzern der also drauf und dran ist die Welt zu zerstören, wird vielleicht einmal selbst zerstört werden.
"1) Die Arbeiterselbstverwaltung wurde bereits grossflächhig probiert. Und ist vollkommen gescheitert. Im ehemaligen Jugoslawien ..."
Die verlangt ja auch niemand, eine Fehleranalyse des damaligen Systems könnte aber aufschlussreich sein (kennst du Details?). Auch heute in D gibt es Genossenschaften, die sehr erfolgreich sind, was die Wohlstandssicherung ihrer Mitglieder und den effektiven Einsatz der Mittel angeht.
"Einsatz. Ausgerechnet den dabei Erfolgreichsten sage ich nun: Ätsch, Ihr wart zu erfolgreich?"
Es gilt wie überall das Maß zu halten, Prinzipienreiterei nützt niemandem was, sondern entlädt sich in diesem Fall irgendwann in Krieg oder Rebellion. Es wäre an der Zeit ehrlich zu sein und transparente Regeln für alle einzuführen, dann gibt es auch kein "Ätsch" am Ende.
"Unternehmen nicht mehr über X hinauswachsen"
Du führst lediglich Hindernisse an. Es muss keine Größe X geben, es könnte auch einen mit dem Unternehmen wachsenden stetigen Beteiligungszwang geben. Auch das wirft wieder Fragen auf, tut jetziges Wirtschaften ja auch, wenn man sich übers Ziel einig ist, gibts auch eine Lösung dafür.
"nicht, also wird stärker reglementiert und überwacht"
Wie auch immer ein gerechteres System aussehen mag, es kann nur (echt)demokratisch sein. Alles andere ist zum scheitern verurteilt.
"im Ausnahmefall in eindeutigem Unternehmensbesitz."
Das ist aber der komplizierteste Fall, nix naiv. Alles andere kann man einfach besteuern...
1. Jugoslavien? Der Hort der Korruption und Vetterwirtschaft? Wie lange haben die das probiert? 3 Jahre?
2. Wo steht das denn? Und die Unternehmen um die es geht, bei denen ist die Antriebskraft der Geschäftsführung sicher nicht die eigene Familie. Vielleicht die Ersatzfamilie der Aktionäre.
3. Wenn Mitarbeiter an den Gewinnen beteiligt werden, erhöht sich der Anreiz sich anzustrengen und die Firma vorranzubringen. Der Einsatz (Arbeit/Investionen) ist deutlich höher und langfristiger angesetzt.
Ich vermute Sie haben das Konzept nicht verstanden oder nur ansatzweise zuende gedacht.
"2) Vorsorge für die eigene Familie ist eine der wichtigsten menschlichen Antriebsfedern für überdurchschnittlichen Einsatz. Ausgerechnet den dabei Erfolgreichsten sage ich nun: Ätsch, Ihr wart zu erfolgreich?
3) Sollte es zum Gesetz werden, dass Unternehmen grösser X in Mitarbeitereigentum übergehen, sind zwei Entwicklungen selbstverständlich: Zum einen werden auf einmal viele Unternehmen nicht mehr über X hinauswachsen...," ThorHa
Und Vorsorge betreiben kann mann nicht durch Arbeit?
Sie sehen eine Gleichmachung, die im Artikel gar nicht steht, dort steht nirgends, dass ab einer Obergrenze Schluss ist oder das der Vater kein Haus für seinen Sohn kaufen/bauen darf. Da steht nicht einmal, dass ein Ackermann zu viel verdient.
auch wenn ich Frau Wagenknechts Meinung viel Sympathie entgegenbringen kann, ist ihre Kritik wichtig und bedenkenswert: Der Mensch wird sich Wege suchen solche Ge- und Verbote zu umgehen.
Funktionieren kann somit eigentlich nur was sich aus eigener Kraft durchsetzen kann (so wie es immer und überall einen Markt gibt, sogar in Nordkorea, wo er eben Schwarzmarkt heißt).
Dieses evulotionäre Verhalten des Marktes wird oft als "unsichtbare Hand" missgedeutet, die eher Darwins Hand als die von Adam Smith ist.
Man muss eben auch immer bedenken was die unsichtbare Hand noch bedeutet: nämlich dass die überschüssigen Arbeitskräfte Wegsterben weil sie verhungern... auch das von Adam Smith beschrieben, aber es wird nicht ganz so gerne zitiert wie die unsichtbare Hand.
Und da sind wir dann wieder bei "Survival of the fittest" - aka "die hässliche Seite des Kapitalismus"
Von mir aus können Reiche immer Reicher werden. Entscheidend ist, was können Die mit ihrem Geld anfangen?
Inflation, die Reiche Menschen auslösen, hat keinen Einfluss auf die Inflation, die Normalbürger betreffen.
Lasst die Reichen ihr Geld sammeln, und wenn sie Tot sind, über die Erbschaftsteuer wieder Wegnehmen. Erben ist Einkommen ohne eigene Leistung!
Erträge aus der Realwirtschaft lassen sich Steuerlich im Griff halten.
Anders sieht es bei Erträgen aus der Finanzwirtschaft aus.
Geld aus dem Nichts erschaffen, bei Rückzahlung verschwindet es wieder, da mit Steuern bei den Erzeugern von diesem Geld, gegensteuern zu wollen? Sie werden kein Geld erzeugen wollen, wenn die Erträge nicht Stimmen!
Geldschöpfung in die Hände der Staaten zurück, und allen Marktteilnehmern ohne Gebühr und Zins zur Verfügung stellen! Die Geldschöpfung der Banken wird wird im Laufe der Zeit, von angesammeltem Schuldfreiem Geld ersetzt.
Dann erst kann eine Umverteilung von Oben nach unten erfolgen. Präziser: Es ist dann auf einmal ein Geldkreislauf da, der nicht von Überschuldung bedroht ist!
Und nicht wie Heute. Wir Retten die Banken damit diese nicht Pleitegehen. Das Geld dafür holen wir uns von den Geldanlegern, welches die Banken ja erst aus dem Nichts erschaffen Müssen!
Erst das Geldsystem reformieren, dann klappt es auch mit dem Rest der Ideen, von Frau Wagenknecht!
Mit mehr oder weniger gelungenen Modellen sind jedenfalls funktionierende Stiftungen und Genossenschaften auch in diesem Land aktiv. Ob "Spiegel", "taz" oder "Frankfurter Rundschau", vom klassischen Bild des Unternehmens sind sie abgerückt. Auch die Robert Bosch GmbH ist alles andere als das typische Abbild kapitalistischer Hierarchien. Jedem bekannt sind schließlich die Wohnungsbaugenossenschaften landauf, landab sowie die Raiffeisenbanken, nicht zu vergessen die kommunalen Stadtwerke.
Eine Eigenschaft des Kapitalismus ist die umfassende Enteignung der Wertschöpfenden. Ihnen wird nicht nur die Zeit und der Mehrwert abgeknöpft, sondern auch der Produktivitätsfortschritt. Unter allen Säuen, die durchs BWL-Dorf getrieben wurden, sei eine unter die Lupe genommen, das betriebliche Vorschlagswesen: Ein "Mit"arbeiter reicht einen Verbesserungsvorschlag ein, der in die Praxis übernommen wird. Er bekommt dafür bspw. 500 €. Er verliert dadurch eine Abwechslung im Arbeitsprozeß, den Extraprofit sehen wir in den Klunkern der Unternehmensgattin glitzern und auf dem Arbeitsmarkt wirds noch eine Spur düsterer.
Seit Reinhard Mohn durch das Schreckgespenst der "inneren Kündigung" Anfang der 70er-Jahre aufgeschreckt wurde und das Davoser Forum gründete, hat sich an der Wertschätzung der „lieben Mitarbeiter“ nicht viel geändert. Bertelsmann lobte bspw. Genußscheine aus ohne Mitbestimmungsrecht. Solange die Wertschöpfenden als Objekt behandelt werden, gibt es keinen echten Fortschritt.
...denn in Zukunft sollten Private Besitztümer keine Rolle spielen.
Sehen, auf diesem Planeten leben alle möglichen Tiere, ja auch der Mensch ist ein solches, obwohl er sich gerne als etwas "höheres, besseres" sieht.
Aus diesem Grund kann es Grundbesitz eigentlich gar nicht geben, denn dieser Lebensraum gehört jedem und niemandem zugleich.
Viele Menschen haben bisher einfach nur Glück gehabt, das es so wenige gibt, die so denken wie ich.
Werden es aber einmal mehr Menschen sein, die an die Allgemeinheit denken, wird sich diese Tatsache auch sehr schnell ändern.
Die Vergangenheit hat gezeigt was mit Menschen die ihre Macht mißbrauchen passiert und eins steht schonmal fest...die Masse ist mächtiger als ein paar wenige Reiche und wenn sie noch so viel Geld haben, alles und jeden können sie sich damit nicht kaufen :)
Ein Konzern der also drauf und dran ist die Welt zu zerstören, wird vielleicht einmal selbst zerstört werden.
Danke für den Beitrag, aber von dieser Form von Ansatzloser rein polemischer Kapitalismuskritik haben wir schon einen ganzen Keller voll.
Danke für den Kommentar, aber von dieser Form von ansatzlosem rein polemischen Linkenbashing haben wir schon einen ganzen Keller voll.
"Die aktuelle Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung."
Versuchen Sie es!
Versuchen Sie es; ergo was soll an der Aussage, Zitat:
"Die aktuelle Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung."
so falsch sein?
Die ganzen Gesellschaften kommen für die Schulden weniger auf, der Steuerzahler bezahlt letztendlich alles. Und das ist der Durchschnittsbürger, der Facharbeiter, der Ingenieur, der Arzt, die Verkäuferin, ... Es ist kein linkes Märchen, dass Millionen verarmen, während die reichsten Unternehmer und Wirtschaftsführungskräfte es immer wieder schaffen, nicht nur die fälligen Steuern zu hinterziehen, sondern auch das Gemeinwesen anzuzapfen, wenn sie es brauchen.
Also nehmen Sie Ihren eigenen Stammtisch-Spruch ernst, und setzen Sie sich zum. hier ansatzweise mit den Aussagen auseinenader.
Mir ist die Idee fremd, dass man dem Bürger verordnen soll, wie er sein Vermögen aufzubauen und zu mehren hat. Aber es gibt jede Menge anderer Möglichkeiten, das Gemeinwesen vor der Beteiligung an den Verlusten Weniger zu schützen.
Es gibt Leute, die haben DEN Keller voll; Sie aber haben "schon einen Keller voll". Offenbar gibt's da bei Ihnen also noch weitere Keller in weiteren Häusern.
Natürlich freue ich mich für jeden, der mehrfacher Immobilienbesitzer ist.
Unerfreulich finde ich trotzdem, dass Sie schreiben, Sie hätten von dieser Art der Kapitalismuskritik "schon einen ganzen Keller voll", denn wenn ich so etwas lese, dann möchte ich mit banger Sorge zurückfragen: "Was? Wie bitte? Ist es bei Ihnen wirklich schon so schlimm? Hat die steigende Flut schon so viel Kritik bei Ihnen ins Haus gespült, dass der ganze Keller voll ist?"
Und wenn Sie das dann bejahen sollten, dann würde ich denken: "Bald wird er nasse Füße bekommen."
Verstehen Sie meine bange Sorge?
Oder gehören Sie zu denen, die davon ausgehen, dass mehrfache Immobilienbesitzer in Deutschland auch dann noch für die Meinungsfreiheit und eine demokratische Staatsform eintreten werden, wenn sie nasse Füsse bekommen?
Ich gehe leider mit steigender Sorge vom Gegenteil aus.
Danke für den Kommentar, aber von dieser Form von ansatzlosem rein polemischen Linkenbashing haben wir schon einen ganzen Keller voll.
"Die aktuelle Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung."
Versuchen Sie es!
Versuchen Sie es; ergo was soll an der Aussage, Zitat:
"Die aktuelle Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung."
so falsch sein?
Die ganzen Gesellschaften kommen für die Schulden weniger auf, der Steuerzahler bezahlt letztendlich alles. Und das ist der Durchschnittsbürger, der Facharbeiter, der Ingenieur, der Arzt, die Verkäuferin, ... Es ist kein linkes Märchen, dass Millionen verarmen, während die reichsten Unternehmer und Wirtschaftsführungskräfte es immer wieder schaffen, nicht nur die fälligen Steuern zu hinterziehen, sondern auch das Gemeinwesen anzuzapfen, wenn sie es brauchen.
Also nehmen Sie Ihren eigenen Stammtisch-Spruch ernst, und setzen Sie sich zum. hier ansatzweise mit den Aussagen auseinenader.
Mir ist die Idee fremd, dass man dem Bürger verordnen soll, wie er sein Vermögen aufzubauen und zu mehren hat. Aber es gibt jede Menge anderer Möglichkeiten, das Gemeinwesen vor der Beteiligung an den Verlusten Weniger zu schützen.
Es gibt Leute, die haben DEN Keller voll; Sie aber haben "schon einen Keller voll". Offenbar gibt's da bei Ihnen also noch weitere Keller in weiteren Häusern.
Natürlich freue ich mich für jeden, der mehrfacher Immobilienbesitzer ist.
Unerfreulich finde ich trotzdem, dass Sie schreiben, Sie hätten von dieser Art der Kapitalismuskritik "schon einen ganzen Keller voll", denn wenn ich so etwas lese, dann möchte ich mit banger Sorge zurückfragen: "Was? Wie bitte? Ist es bei Ihnen wirklich schon so schlimm? Hat die steigende Flut schon so viel Kritik bei Ihnen ins Haus gespült, dass der ganze Keller voll ist?"
Und wenn Sie das dann bejahen sollten, dann würde ich denken: "Bald wird er nasse Füße bekommen."
Verstehen Sie meine bange Sorge?
Oder gehören Sie zu denen, die davon ausgehen, dass mehrfache Immobilienbesitzer in Deutschland auch dann noch für die Meinungsfreiheit und eine demokratische Staatsform eintreten werden, wenn sie nasse Füsse bekommen?
Ich gehe leider mit steigender Sorge vom Gegenteil aus.
ich biete in letzter Zeit ständig selber ähnliche an.
...zumindest was den Euro angeht. Die "soziale Marktwirtschaft" ist Definitionsfrage, wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ausgehöhlt hat man sie ja schon nach Leibeskräften, das geschieht hintenrum und mit Tricks. Es gibt ja auch Leute, die ernsthaft glauben wir würden in einer Demokratie leben, nur weil unsere gerade herrschenden Vormunde und deren Mietschreiberlinge das immer wieder unreflektiert behaupten...
...wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr - damit habe ich da schon gewonnen - der EURO wenn er noch existiert, ist ein EURO 2.0 mit weniger als 17 Mitgliedern.
Allein die EU, die wird hoffentlich(!!) in zehn Jahren noch existieren und, so hoffe ich, mit wesentlich geringeren Demokratiedefizit.
"mit wesentlich geringeren Demokratiedefizit."
...hoffe mal. Herrscher geben ja immer gerne freiwillig Macht ab, gelle?
"mit wesentlich geringeren Demokratiedefizit."
...hoffe mal. Herrscher geben ja immer gerne freiwillig Macht ab, gelle?
Danke für den Kommentar, aber von dieser Form von ansatzlosem rein polemischen Linkenbashing haben wir schon einen ganzen Keller voll.
!!WITZIG!! Ich habe mich eigentlich Zeit meines Lebens als ´links´ bezeichnet, aber den Kommentar von Fr. Wagenknecht habe ich schon so oft woanders und von anderen gelesen daß mir die Füsse eingeschlafen sind. Reicht halt nicht. Hat auch nichts mit Linkenbashing zu tun...
hat nichts mit "Linkenbashing" zu tun.
!!WITZIG!! Ich habe mich eigentlich Zeit meines Lebens als ´links´ bezeichnet, aber den Kommentar von Fr. Wagenknecht habe ich schon so oft woanders und von anderen gelesen daß mir die Füsse eingeschlafen sind. Reicht halt nicht. Hat auch nichts mit Linkenbashing zu tun...
hat nichts mit "Linkenbashing" zu tun.
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