WeltwirtschaftsforumDas absolut inoffizielle Party-Ranking von Davos

Zwischen R 'n' B, Caipirinhas und Google-Jüngern: Auf dem Weltwirtschaftsforum zählt, wer Gäste und VIP anlockt. J. Joffe rechnet mit den Buffets und Partys von Davos ab. von 

Gerade ist das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen, da wartet, wie jedes Jahr, die Kapital- und Finanzwelt gespannt auf das Urteil der Davoser Party-Rating-Agenturen. Denn mehr als Bilanz- und Basel-2-Standing zählt für die Zukunft eines Unternehmens die Menge der Partygäste und vor allem deren Status. Vor zwei Jahren war ein Bono so viel wert wie zehn Blankfeins (CEO von Goldman Sachs), ein chinesischer Abteilungsleiter wichtiger als der US-Vizepräsident.

Auch wenn sie sich 2012 Komment-gemäß an die kapitalismuskritische Brust schlugen, sind Big Business und Banking wieder im Kommen. Aber auch der PCP (Political Correctness Pegel) ist gestiegen. Es fiel auf, dass die Partygäste nicht wie vor dem Crash mit koffergroßen Tragtaschen voller Geschenke nach Hause schlitterten. Eine kleine CD hier, ein Pralinenschächtelchen dort. Oder gar nichts. Protzigere Geschenke kamen wie im richtigen Leben nur von den Aufsteigern, denen aus der ehemals Dritten Welt. Wer richtig abstauben wollte, musste Partys wie die von Korea, Thailand, Indonesien oder Aserbaidschan abarbeiten.

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Unser Reporter konnte das offizielle Rating von Substandard & Rich nicht abwarten. Da er etwa mit der gleichen Präzision arbeitet wie die Agenturen, bietet die ZEIT hiermit ihren eigenen, wenn auch inoffiziellen Frontbericht aus der Partyzone an, die in diesem Jahr so gewachsen ist, dass kleine Läden auf der Promenade ihre Regale leer räumten, um sie an jene zu vermieten, die sich das Belvedere und den Seehof nicht leisten konnten.

Dichtestes Gedränge bzw. höchster KKM-Quotient (Körper pro Kubikmeter)

1. Mit dem kleinsten Raum, einer leer geräumten Galerie von acht mal acht Metern, prunkte wieder das Time Magazine . Wer es länger als 10 Minuten aushielt, bekam das neueste Exemplar der Zeitschrift.

2. Die heißeste Party (im Sinne von Temperatur) war die von McKinsey, der Beraterfirma, die für die älteren Herrschaften wie immer eine R'n'B-Band aus den Sixties hatte einfliegen lassen. Minuspunkt: An der Bar ging mitten im Gedränge der Zuckerrohrschnaps für die Caipirinhas aus.

3. Niedrigster Sauerstoffgehalt der Luft: Google After Hours. Pluspunkt: geringstes Durchschnittsalter. Was bedeutete: Nicht Rhythm and Blues, sondern Techno und World. Weiteres Plus: der bizarrste Drummer von Davos . Er sah aus wie der Terminator, der sich zur Feier des Tages in LED-Ketten gewickelt hatte. Dritter Pluspunkt: Gegen Mitternacht tauchte Joe "Deutsche Bank" Ackermann auf, um sich von seiner Arbeit bei dem DB-Empfang zu erholen. Minus: Die Mohitos waren wie im letzten Jahr zu süß.

4. DLD/ Burda Night Cup. Auch hier wieder doppelt so viele Party-Krieger als der Raum gefühlt feuerpolizeilich aufnehmen durfte. Fleiß-Punkte für Gastgeber Hubert Burda, der jeden wichtigen Gast an die Hand nahm, um ihn jedem anderen VIP vorzustellen – dabei stets seine jüngsten Theorien über die Digital-Welt verkündend. Minuspunkt: null Gratisgaben für die Benachteiligten dieser Welt; früher konnte man schon mal einen Rollkoffer mitnehmen.

Leserkommentare
  1. Damit erreichen Sie offiziell das " Die Bunte"-Niveau, bevor Sie das als Kompliment aufgreifen, seien Sie des Gegenteils versichert.

  2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen und formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

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    Im, im, im

    Kritische Wortmeldungen sind selbstverständlich willkommen, jedoch achten wir auf die Einhaltung der Netiquette. Dort ist nachzulesen, nach welchen Kriterien das Moderationsteam Kommentare kürzt oder entfernt. Die Redaktion/mo.

  3. Im, im, im

    • simlei
    • 29. Januar 2012 21:20 Uhr

    Anders hätte ich mir eine Microsoft-"Party" auch schwer vorstellen können ^^

  4. DB das stand doch mal für die Deutsche Bundesbahn.

    Wer hat die denn jetzt gekauft ?

  5. Entfernt. Bitte diskutieren Sie hier das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

  6. 7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

  7. Also meiner Meinung darf sich auch die Zeit ab und zu einen nicht zu 100% seriösen Artikel erlauben. Und jeder der einen solchen Artikel erwartet hat, sollte sich nochmal Überschrift und Vorschau durchlesen, denn schon da wird klar, dass das kein Artikel auf normalen Zeit-Niveau ist.

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    Ach, die Zeit ist nunmal im besten Sinne vielgestaltig. Und wo Joffe draufsteht, ist eben meist auch Joffe drin. So wie gestern.

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