Schuldenkrise "Der Euro wird scheitern"
Der sogenannte Fiskalpakt ist ein großes Theaterspiel, sagt der Ökonom Stefan Homburg im Interview. Er glaubt nicht daran, dass die Währungsunion Bestand haben wird.
Frage: Herr Homburg, Europa soll zur Fiskalunion werden, die Schuldenländer bekommen wieder billigere Kredite, die Konjunkturaussichten werden besser. Ist 2012 das Jahr, in dem der Euro gerettet wird?
Stefan Homburg: Kurzfristig regiert an den Finanzmärkten die Psychologie, also die allgemeine Stimmung. Diese lässt sich kaum vorhersagen. Langfristig wird der Euro scheitern.
Frage: Warum?
Homburg: Entscheidend sind die Anreize für die Akteure der Währungsunion. Derzeit haben alle Länder einen Grund, unsolide Finanzpolitik zu betreiben. Schuldenländer wie Griechenland oder Italien wollen sich auf Kosten der reichen Länder sanieren. Die wiederum hoffen, dass sie unpopuläre Beistandszahlungen vermeiden können, wenn sie selbst Finanzprobleme bekommen. So sitzen alle 27 Regierungschefs in einem Boot: Das Recht zur Verschuldung ist ihr wichtigstes Instrument, um die jeweilige Wiederwahl zu sichern. So ist fast jeder Regierungschef ins Amt gekommen.
Frage: Die Euro-Länder wollen nationale Schuldenbremsen einführen nach dem Vorbild der Deutschen. Das hat mit ungezügelter Ausgabenpolitik wenig zu tun.
Stefan Homburg ist Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Hannover. Er war mit 29 Jahren Deutschlands jüngster Professor und lehrte in Bonn und Magdeburg. Mit seinen Ansichten liegt er mitunter quer zum Mainstream. Die Konjunkturprogramme in der Krise 2009 nannte er "Verschwendung öffentlicher Mittel".
Homburg: Der sogenannte Fiskalpakt ist ein großes Theaterspiel. Und ob die deutsche Schuldenbremse jemals funktionieren wird, ist höchst unsicher. Finanzminister Wolfgang Schäuble versucht ja bereits, die deutschen Regeln aufzuweichen. Bisher sind noch alle Fünfjahrespläne für eine Reduzierung des Defizits auf null gescheitert. Irgendetwas kommt der Politik immer dazwischen, etwa eine Rezession oder eine politische Krise.
Frage: Sie glauben, Europas Politiker sagen in einer so zentralen Frage die Unwahrheit?
Homburg: Schon 1806 bezeichnete David Ricardo Staatsverschuldung als „eine der schrecklichsten Geißeln, die jemals zur Plage einer Nation erfunden wurden“. Die notorischen Defizite ergeben sich aus einem Verteilungsproblem: Politiker von heute und ihre Wähler wollen sich möglichst viel Geld sichern – zulasten künftiger Generationen. In der EU kommt ein internationales Verteilungsproblem hinzu: Jedes Land möchte vom europäischen Kuchen ein möglichst großes Stück. Die Schuldenmacherei per Vertrag oder Gesetz zu beschränken, ist noch nie gelungen. Die Politik bricht systematisch alle Regeln, um an Geld zu kommen.
Frage: Das ist ein harter Vorwurf.
Homburg: Die Geschichte des Euro zeigt es: Deutschland und Frankreich haben den Stabilitätspakt gebrochen, Griechenland hat seine Schulden verfälscht. Trotz des Verbots in den EU-Verträgen helfen die Länder einander mit Milliardensummen. Und die rechtlich gebotene Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank hat die Politik im Handstreich kassiert.
Frage: Die Bemühungen um eine Euro-Stabilisierung halten Sie allesamt für Show?
Homburg: Seit Mai 2010 gab es insgesamt 14 Euro-Krisengipfel. Auf ihnen wurde immer das Ende der Krise verkündet, hinterher wurde sie aber stets schlimmer.
Frage: Unterschätzen Sie nicht die Macht Deutschlands, die Euro-Länder auf ihre Stabilitätspolitik zu zwingen?
Homburg: Womöglich setzt sich Deutschland hier oder da durch. Das wird aber nur Quartalsdenker wie die Finanzmärkte beeindrucken. Der tiefere, längerfristige Trend zu höheren Schulden ist ungebrochen. Auch bei uns: Als der Maastricht-Vertrag verhandelt wurde, lagen die deutschen Schulden bei gut 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, heute sind es rund 80 Prozent. Die Regierung verteilt ja viele Wohltaten: Rentenerhöhung, Betreuungsgeld, Subventionen für die Häusersanierung und so weiter. Und 2012 will Schwarz-Gelb erneut mehr Schulden machen.
Frage: Die Defizitländer haben harte Einsparungen versprochen.
Homburg: Seit Mai 2010 heißt es, Griechenland müsse nun aber wirklich harte Reformen vornehmen. In Wirklichkeit ist nicht viel passiert. Es liegt im Interesse Athens und Roms, möglichst viel Reformaktivität vorzutäuschen, tatsächlich aber nicht allzu viel zu tun. Ein griechischer Ministerpräsident hat wenig Neigung, seine Wähler zu vergraulen und Straßenschlachten mit Verletzten und Toten zu riskieren. Da greift er lieber zu Tricks.
Frage: Die Einschnitte haben in Griechenland eine tiefe Rezession ausgelöst.
Homburg: Ich glaube nicht, dass die Rezession nur an der Sparpolitik lag. Sinkende Staatsausgaben führen nicht automatisch zu einer Rezession, die historische Erfahrung spricht dagegen. Sparen setzt oft Kräfte frei, dafür gibt es Dutzende Beispiele, man denke an die Hartz-IV-Reform.
Frage: Wenn also niemand spart und an morgen denkt, was passiert dann?
Homburg: Die Verschuldung wird Europa auf Dauer zersetzen. „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, dieser Satz Angela Merkels ist nicht nur falsch. Sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus.
Frage: Scheitert der Euro, dann rückt Europa enger zusammen?
Homburg: Hätte man sich vor zwei, drei Jahren vorstellen können, dass Hakenkreuz-Transparente durch Athen getragen werden, Deutsche als Imperialisten gelten und man bei uns Witze über faule Südeuropäer macht? Nicht nur ökonomisch, auch politisch besteht die Gefahr, dass Europa auseinanderdriftet. Deshalb wäre die Rückkehr zu nationalen Währungen vorzugswürdig.
Frage: Ein Ende des Euro kostet Unsummen und könnte weltweite Turbulenzen auslösen.
Homburg: Stimmt, zum Nulltarif wird die Aufgabe des Europrojekts nicht zu haben sein. Die Kosten fallen aber früher oder später auf jeden Fall an, also handelt man besser jetzt als in fünf Jahren. Eine Hängepartie macht alles nur noch schlimmer und teurer.
Frage: Eine nationale Währung in Deutschland würde massiv aufwerten und der Exportwirtschaft das Genick brechen.
Homburg: Ich halte das für falsch. Vor der Euro-Einführung hatten wir zu unseren engsten Handelspartnern Niederlande, Österreich und Frankreich jahrelang nahezu stabile Wechselkurse. Wenn Güterpreise nahezu gleich sind und die Transportkosten gering, können die Wechselkurse gar nicht unbegrenzt schwanken. Übrigens waren wir bereits 2000, als es noch die D-Mark gab, Exportweltmeister.
Frage: Rettet ein Rauswurf der Griechen den Euro?
Homburg: Ein Rauswurf wäre rechtswidrig und ein aggressiver Akt. Dass Griechenland selbst einen Schlussstrich zieht, ist deutsches Wunschdenken, denn Griechenland profitiert von den Beistandszahlungen.
Frage: Und der Nord-Euro, wie ihn Hans-Olaf Henkel empfiehlt?
Homburg: Der Nord-Euro ist ebenso wenig zu Ende gedacht wie der Euro, denn auch er würde unter einem Mangel demokratischer Kontrolle leiden. In einer Währungsunion mit Österreich, den Niederlanden oder Finnland könnte sich kein Wähler gegen Inflation wehren, weil jeder nur die eigene Regierung verantwortlich machen kann. Nur die Angst vor Abwahl bremst den Währungsmissbrauch durch Regierungen.
Frage: Der Euro hat also keine Zukunft?
Homburg: Ich habe 1996 geschrieben, dass der Euro ebenso scheitern wird wie alle bisherigen Währungsunionen immer gescheitert sind. 1961 hat Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Mundell gezeigt, dass einheitliches Geld nur in einem Gebiet mit hoher Arbeitsmobilität funktioniert. In den USA ist diese Voraussetzung gegeben, in Europa wegen der Sprach- und Kulturbarrieren nicht. Das vergangene Jahrzehnt hat gezeigt, dass eine Zentralbank unmöglich für 17 Länder eine passende Geldpolitik machen kann. Als die Zinsen für Deutschland zu hoch waren, entstand die Immobilienblase in den Südländern.
Frage: Ein zersplittertes Europa würde neben den Wirtschaftsblöcken USA und China zur Randerscheinung.
Homburg: Mir ist ein Staat lieb, der sich außenpolitisch zurückhält, wie die Schweiz oder Schweden. Machtpolitik mag zwar für das diplomatische Korps attraktiv sein. Der Nutzen für die Bürger ist aber fraglich.
Frage: Wie lange geben Sie dem Euro noch?
Homburg: Das derzeitige Hütchenspiel kann noch ein paar Jahre währen. Das zeigen die Erfahrungen in Deutschland: Die Unabhängigkeit der Notenbank wurde 1914 und 1939 aufgegeben, aber erst neun Jahre später, nämlich 1923 und 1948, war die jeweilige Währung am Ende. Es kann durchaus sein, dass auch der Euro noch zehn Jahre hat, bis wir eines Morgens aufwachen und im Radio hören, er sei Geschichte.
Frage: Was raten Sie Anlegern?
Homburg: Einige Menschen kaufen Immobilien auf Pump, in der Annahme, Bares und Schulden verlieren durch steigende Inflation ihren Wert. Doch wenn der Staat Geld braucht, wird er auch Hausbesitzer zur Kasse bitten, mit Zwangshypotheken oder einer Vermögensabgabe. So war es schon bei der Währungsreform 1948. Die Politik wird keine Bevölkerungsgruppe ungeschoren lassen, wenn es Lasten zu schultern gilt. Vermutlich liegen entsprechende Pläne bereits in den Schubläden.
- Datum 23.01.2012 - 16:15 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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konnten sich die "immobilienbesitzer" aber neues geld auf ihre immobilie leihen, die menschen, deren erspartes nun nur noch rauch war, konnten das nicht.
es gibt wohl immer welche, die sind "ungschorener"...
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
ist in der Regel hilfreich und vermeidet solche eklatanten Gedankenfehler.
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
ist in der Regel hilfreich und vermeidet solche eklatanten Gedankenfehler.
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
...hast du nicht einen blassen Schimmer von unserem Geldsystem:
"Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an."
Nicht *leben*, sondern *investieren*. Und weil man es offenbar immer wiederholen muss: Geld ensteht nur aus Kredit, guckst du Wikipedia-Geldschöpfung.
DU sparst das Geld, für das andere sich zum Fenster rauslehnen, indem sie einen Kredit aufnehmen, indem sie die Nachfrage schaffen, der du dann zuarbeiten kannst.
"Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden."
Werden sie leider nicht, weil deine Art Inkompetenz in der Politik überwiegt.
"Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten"
Ah, ja, klar.
...hast du nicht einen blassen Schimmer von unserem Geldsystem:
"Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an."
Nicht *leben*, sondern *investieren*. Und weil man es offenbar immer wiederholen muss: Geld ensteht nur aus Kredit, guckst du Wikipedia-Geldschöpfung.
DU sparst das Geld, für das andere sich zum Fenster rauslehnen, indem sie einen Kredit aufnehmen, indem sie die Nachfrage schaffen, der du dann zuarbeiten kannst.
"Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden."
Werden sie leider nicht, weil deine Art Inkompetenz in der Politik überwiegt.
"Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten"
Ah, ja, klar.
Auch wenn er bezüglich Geldverschwendung recht hat und Griechenland niemals mehr Euro-mäßig auf die Füße kommen wird ....
Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss.
"Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss."
Wir sollen erkennen, dass gewisse Ansätze "alternativlos" sind.
Was meinen Sie, warum all diese neoliberalen "Experten" wie Sinn, Raffelhüschen, Rürrupp aus ihren Löchern gekrochen kamen? Ihre neoliberalen Lügen kauen immer noch zu viele Menschen unreflektiert nach.
"Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss."
Wir sollen erkennen, dass gewisse Ansätze "alternativlos" sind.
Was meinen Sie, warum all diese neoliberalen "Experten" wie Sinn, Raffelhüschen, Rürrupp aus ihren Löchern gekrochen kamen? Ihre neoliberalen Lügen kauen immer noch zu viele Menschen unreflektiert nach.
Es gibt langfristig nur eine Möglichkeit, die internationale Schuldenmisere zu beenden: Die Wiederwahl aller Politiker grundsätzlich zu verbieten. Nur wenn sie wüssten, dass sie sowieso nie wieder gewählt werden können, brächten sie den Mut auf zu tun was getan werden muss.
...dass ein solches Mammutprojekt nicht in einer Legislaturperiode geschafft werden kann und ein ständiger Wechsel eher für ein PingPong sorgt, als für einen strikten Kurs.
Dazu kommt, dass, wenn keine Wiederwahl möglich ist, die Motivation etwas für sein Geld zu tun, schnell sinken kann - gewählt werden, absahnen, verschwinden.
Lieber sollten Politiker für ihre Entscheidungen, insbesondere derer, die mehrere Generationen betreffen, in Haftung genommen werden. Das "Mehr an Risiko" kann dann auch gerne besser vergütet werden, sperrt es doch im Gegenzug die Abgreifer aus.
...dass ein solches Mammutprojekt nicht in einer Legislaturperiode geschafft werden kann und ein ständiger Wechsel eher für ein PingPong sorgt, als für einen strikten Kurs.
Dazu kommt, dass, wenn keine Wiederwahl möglich ist, die Motivation etwas für sein Geld zu tun, schnell sinken kann - gewählt werden, absahnen, verschwinden.
Lieber sollten Politiker für ihre Entscheidungen, insbesondere derer, die mehrere Generationen betreffen, in Haftung genommen werden. Das "Mehr an Risiko" kann dann auch gerne besser vergütet werden, sperrt es doch im Gegenzug die Abgreifer aus.
Schadet es dem Dollar, dass er in Liberia gesetzliches Zahlungsmittel ist? Die USA profitiert eher dadurch, dass Liberia für das Papiergeld ihres eigenen Zahlungsverkehrs erstmal echte Waren hergeben muss.
Man sollte zwischen Währungskrise und Schuldenkrise trennen. Eine Währungskrise entsteht erst dann, wenn die Politik zur Abwendung einer Schuldenkrise auf die Wahrungspolitik Einfluss nimmt und die Zentralbank direkt oder indirekt das Haushaltsdefizit finanziert. Das ist ansatzweise schon geschehen.
Eigentlich war die Währungsunion eine Chance, politischen Einfluss einzelner Regierungen auszuschalten. Stattdessen haben vor allem Frankreichs und Deutschlands Regierungen sich ihrer nationalen Bankenlobby gebeugt und deren faulen Krediten gutes Geld ihrer Steuerzahler hinterhergeworfen. Statt Schaden zu begrenzen wurde er sozialisiert, damit aber auch jeder Anreiz für solide Haushaltspolitk zerstört.
... darueber wie ein kuenftigesSystem aussehen soll; da hat Slavoj Zizek weit mehr recht und mehr Anregung zu bieten, als die Politiker Generation (Kohl/Mitterand) die den Euro auf toenernen Fuessen ohne sozial-, fiskal- und sicherheits-politische Harmonisierung (tot)geboren hat, die (Schroeder/Chirac/Blair/Merkel/Sarkozy)die ihn schliesslich nicht postnatal beatmet hat, die (Ex-)Funktionaere die noch immer medienpraesente Meinungsfuehrerschaft (Infotainment) inne haben (oder wollen), und Oekonomen die durch "duestere Warnungen" gerne symbolisches Kaptital akquirieren und vermehren moechten.... Statt einem vernuenftigen Diskurs haben wir, mit Foucault gesprochen, bloss noch ein Kommentariat, dass weder offene Diskussion noch Ideenfindung betreibt.
Dieser Artikel steht für all jene, die da meinen, die da oben werden es schon richten.
Was lernt man daraus?
Verantwortung und Entscheidung gehören dem Volk. Regierung und Opposition müssen gemeinsam Gesetze erlassen und deren Umsetzung vorstellen. Der Souverän entscheidet an der Urne, wenn er damit nicht einverstanden ist.
Dies nennt man direkte Demokratie.
Was glauben Sie, wie wäre die Volksabstimmung damals ausgegangen, hätte man vor der Einführung der Währung das Volk befragt?
Ein schönes Interview im dem die wichtigsten Aspekte in Sachen Währungsunion auf den Punkt gebracht werden. Dies ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, dass Vernunft und Realitätssinn nicht nur in den europäischen Parlamenten derzeit allenfalls blosse Randerscheinungen darstellen.
Die Währungsunion und ihr Dauerkrisenmanagement ist das, was der selige George Bush sen. einst über die Reagonomics sagte: Voodoo-Economics - nichts weiter als fauler Zauber. Dass dieser letztlich mit den Vermögenswerten derer bezahlt werden wird, die über diesen wirtschaftspolitischen Irrsinn nicht zu entscheiden hatten, darf man für gegeben nehmen. Ebenso, dass die Krise umso kostspieliger wird, je länger die Agonie des Euro andauert, bzw. der endgültige Kollaps durch die diversen "Rettungsmassnahmen" noch hinausgezögert wird.
Zusehends zeichnet sich aber auch ein politischer Nebeneffekt ab: Die Dauerbelastung der EU durch ihre Katastrophenwährung macht mehr und mehr auch die politischen Bruchstellen der Gemeinschaft sichtbar. In letzter Konsequent heisst dies: Je länger der Euro Bestand hat, desto eher läuft Europa Gefahr zu scheitern.
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