"Ein Rauswurf wäre rechtswidrig"
Frage: Eine nationale Währung in Deutschland würde massiv aufwerten und der Exportwirtschaft das Genick brechen.
Homburg: Ich halte das für falsch. Vor der Euro-Einführung hatten wir zu unseren engsten Handelspartnern Niederlande, Österreich und Frankreich jahrelang nahezu stabile Wechselkurse. Wenn Güterpreise nahezu gleich sind und die Transportkosten gering, können die Wechselkurse gar nicht unbegrenzt schwanken. Übrigens waren wir bereits 2000, als es noch die D-Mark gab, Exportweltmeister.
Frage: Rettet ein Rauswurf der Griechen den Euro?
Homburg: Ein Rauswurf wäre rechtswidrig und ein aggressiver Akt. Dass Griechenland selbst einen Schlussstrich zieht, ist deutsches Wunschdenken, denn Griechenland profitiert von den Beistandszahlungen.
Frage: Und der Nord-Euro, wie ihn Hans-Olaf Henkel empfiehlt?
Homburg: Der Nord-Euro ist ebenso wenig zu Ende gedacht wie der Euro, denn auch er würde unter einem Mangel demokratischer Kontrolle leiden. In einer Währungsunion mit Österreich, den Niederlanden oder Finnland könnte sich kein Wähler gegen Inflation wehren, weil jeder nur die eigene Regierung verantwortlich machen kann. Nur die Angst vor Abwahl bremst den Währungsmissbrauch durch Regierungen.
Frage: Der Euro hat also keine Zukunft?
Homburg: Ich habe 1996 geschrieben, dass der Euro ebenso scheitern wird wie alle bisherigen Währungsunionen immer gescheitert sind. 1961 hat Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Mundell gezeigt, dass einheitliches Geld nur in einem Gebiet mit hoher Arbeitsmobilität funktioniert. In den USA ist diese Voraussetzung gegeben, in Europa wegen der Sprach- und Kulturbarrieren nicht. Das vergangene Jahrzehnt hat gezeigt, dass eine Zentralbank unmöglich für 17 Länder eine passende Geldpolitik machen kann. Als die Zinsen für Deutschland zu hoch waren, entstand die Immobilienblase in den Südländern.
Frage: Ein zersplittertes Europa würde neben den Wirtschaftsblöcken USA und China zur Randerscheinung.
Homburg: Mir ist ein Staat lieb, der sich außenpolitisch zurückhält, wie die Schweiz oder Schweden. Machtpolitik mag zwar für das diplomatische Korps attraktiv sein. Der Nutzen für die Bürger ist aber fraglich.
Frage: Wie lange geben Sie dem Euro noch?
Homburg: Das derzeitige Hütchenspiel kann noch ein paar Jahre währen. Das zeigen die Erfahrungen in Deutschland: Die Unabhängigkeit der Notenbank wurde 1914 und 1939 aufgegeben, aber erst neun Jahre später, nämlich 1923 und 1948, war die jeweilige Währung am Ende. Es kann durchaus sein, dass auch der Euro noch zehn Jahre hat, bis wir eines Morgens aufwachen und im Radio hören, er sei Geschichte.
Frage: Was raten Sie Anlegern?
Homburg: Einige Menschen kaufen Immobilien auf Pump, in der Annahme, Bares und Schulden verlieren durch steigende Inflation ihren Wert. Doch wenn der Staat Geld braucht, wird er auch Hausbesitzer zur Kasse bitten, mit Zwangshypotheken oder einer Vermögensabgabe. So war es schon bei der Währungsreform 1948. Die Politik wird keine Bevölkerungsgruppe ungeschoren lassen, wenn es Lasten zu schultern gilt. Vermutlich liegen entsprechende Pläne bereits in den Schubläden.
- Datum 23.01.2012 - 16:15 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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konnten sich die "immobilienbesitzer" aber neues geld auf ihre immobilie leihen, die menschen, deren erspartes nun nur noch rauch war, konnten das nicht.
es gibt wohl immer welche, die sind "ungschorener"...
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
ist in der Regel hilfreich und vermeidet solche eklatanten Gedankenfehler.
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
ist in der Regel hilfreich und vermeidet solche eklatanten Gedankenfehler.
eine Immobilie gekauft.
Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an. Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden. WAr aber schon immer klar.
Das Staatsausgaben das Problem sind, sollte ja schon seit 3 Jahren klar sein. Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten :)
...hast du nicht einen blassen Schimmer von unserem Geldsystem:
"Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an."
Nicht *leben*, sondern *investieren*. Und weil man es offenbar immer wiederholen muss: Geld ensteht nur aus Kredit, guckst du Wikipedia-Geldschöpfung.
DU sparst das Geld, für das andere sich zum Fenster rauslehnen, indem sie einen Kredit aufnehmen, indem sie die Nachfrage schaffen, der du dann zuarbeiten kannst.
"Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden."
Werden sie leider nicht, weil deine Art Inkompetenz in der Politik überwiegt.
"Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten"
Ah, ja, klar.
...hast du nicht einen blassen Schimmer von unserem Geldsystem:
"Gerade dieses Leben auf Pump privat und öffentlich widert mich so an."
Nicht *leben*, sondern *investieren*. Und weil man es offenbar immer wiederholen muss: Geld ensteht nur aus Kredit, guckst du Wikipedia-Geldschöpfung.
DU sparst das Geld, für das andere sich zum Fenster rauslehnen, indem sie einen Kredit aufnehmen, indem sie die Nachfrage schaffen, der du dann zuarbeiten kannst.
"Schade, dass Reiche Menschen dann für die Inkompetenz ihrer Mitbürger und des Staates belangt werden."
Werden sie leider nicht, weil deine Art Inkompetenz in der Politik überwiegt.
"Da freut man sich auf die Schuldenbarone Deutschlands, die Sozialdemokraten"
Ah, ja, klar.
Auch wenn er bezüglich Geldverschwendung recht hat und Griechenland niemals mehr Euro-mäßig auf die Füße kommen wird ....
Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss.
"Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss."
Wir sollen erkennen, dass gewisse Ansätze "alternativlos" sind.
Was meinen Sie, warum all diese neoliberalen "Experten" wie Sinn, Raffelhüschen, Rürrupp aus ihren Löchern gekrochen kamen? Ihre neoliberalen Lügen kauen immer noch zu viele Menschen unreflektiert nach.
"Was nützen uns diese ständigen "Expertenmeinungen". Sie sollen das bitte mit den Politikern besprechen. Wir haben hier und jetzt keinen Einfluss."
Wir sollen erkennen, dass gewisse Ansätze "alternativlos" sind.
Was meinen Sie, warum all diese neoliberalen "Experten" wie Sinn, Raffelhüschen, Rürrupp aus ihren Löchern gekrochen kamen? Ihre neoliberalen Lügen kauen immer noch zu viele Menschen unreflektiert nach.
Es gibt langfristig nur eine Möglichkeit, die internationale Schuldenmisere zu beenden: Die Wiederwahl aller Politiker grundsätzlich zu verbieten. Nur wenn sie wüssten, dass sie sowieso nie wieder gewählt werden können, brächten sie den Mut auf zu tun was getan werden muss.
...dass ein solches Mammutprojekt nicht in einer Legislaturperiode geschafft werden kann und ein ständiger Wechsel eher für ein PingPong sorgt, als für einen strikten Kurs.
Dazu kommt, dass, wenn keine Wiederwahl möglich ist, die Motivation etwas für sein Geld zu tun, schnell sinken kann - gewählt werden, absahnen, verschwinden.
Lieber sollten Politiker für ihre Entscheidungen, insbesondere derer, die mehrere Generationen betreffen, in Haftung genommen werden. Das "Mehr an Risiko" kann dann auch gerne besser vergütet werden, sperrt es doch im Gegenzug die Abgreifer aus.
...dass ein solches Mammutprojekt nicht in einer Legislaturperiode geschafft werden kann und ein ständiger Wechsel eher für ein PingPong sorgt, als für einen strikten Kurs.
Dazu kommt, dass, wenn keine Wiederwahl möglich ist, die Motivation etwas für sein Geld zu tun, schnell sinken kann - gewählt werden, absahnen, verschwinden.
Lieber sollten Politiker für ihre Entscheidungen, insbesondere derer, die mehrere Generationen betreffen, in Haftung genommen werden. Das "Mehr an Risiko" kann dann auch gerne besser vergütet werden, sperrt es doch im Gegenzug die Abgreifer aus.
Schadet es dem Dollar, dass er in Liberia gesetzliches Zahlungsmittel ist? Die USA profitiert eher dadurch, dass Liberia für das Papiergeld ihres eigenen Zahlungsverkehrs erstmal echte Waren hergeben muss.
Man sollte zwischen Währungskrise und Schuldenkrise trennen. Eine Währungskrise entsteht erst dann, wenn die Politik zur Abwendung einer Schuldenkrise auf die Wahrungspolitik Einfluss nimmt und die Zentralbank direkt oder indirekt das Haushaltsdefizit finanziert. Das ist ansatzweise schon geschehen.
Eigentlich war die Währungsunion eine Chance, politischen Einfluss einzelner Regierungen auszuschalten. Stattdessen haben vor allem Frankreichs und Deutschlands Regierungen sich ihrer nationalen Bankenlobby gebeugt und deren faulen Krediten gutes Geld ihrer Steuerzahler hinterhergeworfen. Statt Schaden zu begrenzen wurde er sozialisiert, damit aber auch jeder Anreiz für solide Haushaltspolitk zerstört.
... darueber wie ein kuenftigesSystem aussehen soll; da hat Slavoj Zizek weit mehr recht und mehr Anregung zu bieten, als die Politiker Generation (Kohl/Mitterand) die den Euro auf toenernen Fuessen ohne sozial-, fiskal- und sicherheits-politische Harmonisierung (tot)geboren hat, die (Schroeder/Chirac/Blair/Merkel/Sarkozy)die ihn schliesslich nicht postnatal beatmet hat, die (Ex-)Funktionaere die noch immer medienpraesente Meinungsfuehrerschaft (Infotainment) inne haben (oder wollen), und Oekonomen die durch "duestere Warnungen" gerne symbolisches Kaptital akquirieren und vermehren moechten.... Statt einem vernuenftigen Diskurs haben wir, mit Foucault gesprochen, bloss noch ein Kommentariat, dass weder offene Diskussion noch Ideenfindung betreibt.
Dieser Artikel steht für all jene, die da meinen, die da oben werden es schon richten.
Was lernt man daraus?
Verantwortung und Entscheidung gehören dem Volk. Regierung und Opposition müssen gemeinsam Gesetze erlassen und deren Umsetzung vorstellen. Der Souverän entscheidet an der Urne, wenn er damit nicht einverstanden ist.
Dies nennt man direkte Demokratie.
Was glauben Sie, wie wäre die Volksabstimmung damals ausgegangen, hätte man vor der Einführung der Währung das Volk befragt?
Ein schönes Interview im dem die wichtigsten Aspekte in Sachen Währungsunion auf den Punkt gebracht werden. Dies ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, dass Vernunft und Realitätssinn nicht nur in den europäischen Parlamenten derzeit allenfalls blosse Randerscheinungen darstellen.
Die Währungsunion und ihr Dauerkrisenmanagement ist das, was der selige George Bush sen. einst über die Reagonomics sagte: Voodoo-Economics - nichts weiter als fauler Zauber. Dass dieser letztlich mit den Vermögenswerten derer bezahlt werden wird, die über diesen wirtschaftspolitischen Irrsinn nicht zu entscheiden hatten, darf man für gegeben nehmen. Ebenso, dass die Krise umso kostspieliger wird, je länger die Agonie des Euro andauert, bzw. der endgültige Kollaps durch die diversen "Rettungsmassnahmen" noch hinausgezögert wird.
Zusehends zeichnet sich aber auch ein politischer Nebeneffekt ab: Die Dauerbelastung der EU durch ihre Katastrophenwährung macht mehr und mehr auch die politischen Bruchstellen der Gemeinschaft sichtbar. In letzter Konsequent heisst dies: Je länger der Euro Bestand hat, desto eher läuft Europa Gefahr zu scheitern.
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