Der Regierung fehlt Geld für die Energiewende
Eigentlich sollte der Fonds ein jährliches Volumen von 780 Millionen Euro haben. Finanziert werden sollte er zuerst aus freiwilligen Zahlungen der AKW-Betreiber und eben aus den Erlösen aus dem Handel mit Emissionsrechten. Weil die AKW-Konzerne nach dem Fukushima-Atomunglück und dem Atomausstieg aber ihre Zahlungen einstellten, nahm der Fonds nur 75 Millionen Euro ein. Im vergangenen Jahr machte das noch nicht viel, weil insgesamt nur 47 Millionen Euro ausgegeben wurden.
In diesem Jahr ist die Lage eine andere. Von den AKW-Betreibern ist seit dem Atomausstieg kein Geld mehr zu erwarten – und die Einnahmen aus dem Emissionshandel werden weitaus geringer ausfallen als geplant. Mit im Schnitt 17 Euro je Zertifikat hatte die Bundesregierung gerechnet – nicht mit sechs. Der aktuelle Preis bilde die Erwartungen für 2011 nicht vollständig wieder, heißt in Kreisen der Bundesregierung.
Bis März will sich das Bundesfinanzministerium die Preisentwicklung noch anschauen. Dann muss es dem Haushaltsausschuss seine Pläne vorlegen, wie sich der Klimafonds zukünftig finanzieren soll. Im Ernstfall wird es einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt geben müssen. Doch auch der ist nicht unbegrenzt. Maximal 78 Millionen Euro sind im Gespräch. Eine erkleckliche Summe, wenn man bedenkt, welches Volumen der Fonds einmal haben soll: rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr.
Auch auf internationaler Ebene sorgt der Preiseinbruch für enorme Probleme, denn Erlöse aus dem Zertifikatehandel sollen eigentich den Green Climate Fund speisen, so sehen es die Beschlüsse der Klimakonferenz in Durban vor. Er soll ärmeren Ländern bei Klimaschutz-und Anpassungsmaßnahmen helfen. Zum einen werden nun die Einnahmen fehlen, zudem droht diplomatisches Ungemach: Denn gerade die Entwicklungsländer willigten auf dem Gipfel den Allianzen mit Industrienationen nur unter der Bedingung zu, dass es finanzielle Unterstützung gibt. "Wenn die Finanzierung des Green Climate Fund wackelt, dann sind auch die Klimaallianzen in Gefahr", warnt Reimund Schwarze vom Climate Service Center in Hamburg.
Kaum überraschend, dass die Bundesregierung betont, dass sich die Preise für Emissionsrechte nachhaltig erholen müssten. Doch wie soll das gehen? Wichtig wäre, dass die Menge der Zertifikate verknappt wird. Das passiert zwar bereits jetzt. Jedes Jahr sinkt die Gesamtmenge um 1,74 Prozent, damit die insgesamt ausgestoßene CO2-Emission sinkt. Weil der derzeitige Pfad jedoch nicht ausreicht, um den Preisverfall zu verhindern, will die Politik die Zahl der Zertifikate künstlich verknappen. Das könnte über die Energieeffizienz-Richtlinie geregelt werden, welche die EU diskutiert.
Kurz vor Weihnachten sprach sich der Umweltausschuss des Europaparlaments etwa dafür aus, ab 2013 die Zahl der Zertifikate um 1,4 Milliarden zu mindern.
Die Märkte reagierten prompt, der Preis schnellte um rund ein Drittel auf mehr als neun Euro hoch – wenn auch nur kurz. Für Fachleute wie Hacker ist das ein Zeichen dafür, dass das System prinzipiell funktioniert. Nun wird der Vorschlag kommende Woche im Industrieausschuss beraten. Allerdings ist dort das Interesse an steigenden CO2-Preisen naturgemäß gering. Im Plenum des EU-Parlaments und in der Kommission herrscht eher Zurückhaltung.
Kurzfristig wird der Preisverfall wohl anhalten. Fachleute halten gar in den kommenden vier Wochen einen Preis von fünf Euro je Verschmutzungszertifikat für möglich. Für den Politikberater Matthes ist entscheidend, was passiert, wenn die Wirtschaftskrise überwunden ist. "Wenn der CO2-Preis nicht anzieht, haben wir ein ernsthaftes Problem." Matthes fordert eine Verschärfung der europäischen Emissionsziele und bringt als "letztes Instrument" auch einen Mindestpreis für CO2-Verschmutzungsrechte ins Gespräch. Die britische Regierung hat eine solche Regel im vergangenen Jahr eingeführt.
- Datum 18.01.2012 - 15:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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unfug funktioniert nicht und nun wird über neuen unfug nachgedacht, wie der andere unfug besser greift.
wichtig, hauptsache es kostet geld, was dann umverteilt in die gedachten kanäle fließt ...
Gewinner sind wieder einmal Börsianer, Bankster und Unternehmer. Verlierer sind Regierung und Bürger.
Wie eigentlich bei so jedem Mist den diese Regierungen bisher verzapft haben.
Viel perverser finde ich die Vorstellung einer CO2-Steuer, denn dann soll der Bürger für die jahrelange Unfähigkeit der Unternehmen zahlen, umzurüsten. Aber es ist ja klar, Energieunternehmen werden nie zur Kasse gebeten...
Hallo Stefan_T
na, ich würde auf jeden Fall sagen, dass der wichtigste Verlierer das Klima ist. Und sicherlich leisten die großen Energieversorger ihren Anteil zur Energiewende - allerdings sieht der noch recht bescheiden aus, da stimme ich Ihnen zu.
Viele Grüße
M.Uken
Hallo Stefan_T
na, ich würde auf jeden Fall sagen, dass der wichtigste Verlierer das Klima ist. Und sicherlich leisten die großen Energieversorger ihren Anteil zur Energiewende - allerdings sieht der noch recht bescheiden aus, da stimme ich Ihnen zu.
Viele Grüße
M.Uken
Hallo Stefan_T
na, ich würde auf jeden Fall sagen, dass der wichtigste Verlierer das Klima ist. Und sicherlich leisten die großen Energieversorger ihren Anteil zur Energiewende - allerdings sieht der noch recht bescheiden aus, da stimme ich Ihnen zu.
Viele Grüße
M.Uken
Bis gerade wusste ich nicht, dass "KLIMA" auch verlieren kann.
Sollte es sich bei Ihnen beklagt haben,
schöne Grüße von mir.
Freundlichst
g p
Bis gerade wusste ich nicht, dass "KLIMA" auch verlieren kann.
Sollte es sich bei Ihnen beklagt haben,
schöne Grüße von mir.
Freundlichst
g p
um Böses CO2 zu teigen , werden immer die Kühltürme von Kraftwerken gezeigt. Da kommt Wasserdampf raus, kein Gramm co2
Ist das eine Parabel auf den Wissensstand des Autors ? Oder soll damit Aufmerksamkeit erzielt werden und der unwissende Leser beeinflusst werden ?
Wasserdampf ist das gefährlichste Klimagas.
"Da kommt Wasserdampf raus, kein Gramm co2"
Das ist falsch. Nur weil Sie das CO2 nicht sehen können, heißt das nicht, daß es nicht da wäre. Das Bild zeigt das Kraftwerk Jänschwalde. Dazu folgende Information:
"Jede der drei Einheiten verfügte ursprünglich über einen 300 Meter hohen Schornstein zur Rauchgasemission. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden bis Mitte der neunziger Jahre Anlagen zur Entschwefelung der Rauchgase nachgerüstet, so dass ein Weiterbetrieb möglich wurde. [...] Die gereinigten Rauchgase werden seitdem über die insgesamt neun Kühltürme (drei pro Einheit) in die Umwelt abgegeben."
Bei Kraftwerksneubauten ist die Rauchgasableitung über den Kühlturm sowieso Standard.
Es kommt offensichtlich den Autoren weniger auf die Wirklichkeit sondern vielmehr auf die Wirkung an.
Es ist eine Unart, die nicht nur in der ZEIT gepflegt wird, sondern auch in vielen anderen Zeitungen und Zeitschriften.
Ich hatte mir bereits vor Jahren die Mühe gemacht, einen zuständigen Redakteur des SPIEGEL auf eine ähnliche Methode der Manipulation aufmerksamt zu machen.
Nach mehreren E-Mails kam dann eine Antwort,dass es mehr auf die Wirkung ankomme als auf eine genaue Darstellung.
Ein schlechtes Gewissen ob der ersichtlichen Manipulation hatte der Redakteur des SPIEGEL wohl kaum.
Offensichtlich herrschen bei der ZEIT ähnliche Gepflogenheiten.
Wasserdampf ist das gefährlichste Klimagas.
"Da kommt Wasserdampf raus, kein Gramm co2"
Das ist falsch. Nur weil Sie das CO2 nicht sehen können, heißt das nicht, daß es nicht da wäre. Das Bild zeigt das Kraftwerk Jänschwalde. Dazu folgende Information:
"Jede der drei Einheiten verfügte ursprünglich über einen 300 Meter hohen Schornstein zur Rauchgasemission. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden bis Mitte der neunziger Jahre Anlagen zur Entschwefelung der Rauchgase nachgerüstet, so dass ein Weiterbetrieb möglich wurde. [...] Die gereinigten Rauchgase werden seitdem über die insgesamt neun Kühltürme (drei pro Einheit) in die Umwelt abgegeben."
Bei Kraftwerksneubauten ist die Rauchgasableitung über den Kühlturm sowieso Standard.
Es kommt offensichtlich den Autoren weniger auf die Wirklichkeit sondern vielmehr auf die Wirkung an.
Es ist eine Unart, die nicht nur in der ZEIT gepflegt wird, sondern auch in vielen anderen Zeitungen und Zeitschriften.
Ich hatte mir bereits vor Jahren die Mühe gemacht, einen zuständigen Redakteur des SPIEGEL auf eine ähnliche Methode der Manipulation aufmerksamt zu machen.
Nach mehreren E-Mails kam dann eine Antwort,dass es mehr auf die Wirkung ankomme als auf eine genaue Darstellung.
Ein schlechtes Gewissen ob der ersichtlichen Manipulation hatte der Redakteur des SPIEGEL wohl kaum.
Offensichtlich herrschen bei der ZEIT ähnliche Gepflogenheiten.
Warum wird denn ein Mindestpreis diskutiert, wenn eine künstliche Verknappung den an sich wünschenswerteren Effekt hätte, die Verringerung des CO2-Ausstoßes? Oder wird darauf spekuliert, dass das Geld anderen Ortes einen größeren Einsparungseffekt hätte, als bei der dt. Industrie?
Wasserdampf ist das gefährlichste Klimagas.
Wasserdampf wird uns alle umbringen. Nur wolkenloser Himmel ist gut fürs Klima. Wie z.B. in der Sahara...
In der Klimadebatte wird ja viel Unsinn geredet. Ich hoffe, Ihr Kommentar war so ironisch gemeint wie meiner.
Wasserdampf wird uns alle umbringen. Nur wolkenloser Himmel ist gut fürs Klima. Wie z.B. in der Sahara...
In der Klimadebatte wird ja viel Unsinn geredet. Ich hoffe, Ihr Kommentar war so ironisch gemeint wie meiner.
Verschmutzungsrechte und der Handel damit sind ein intelligentes und zielführendes Konzept. Dass die Zertifikate weniger knapp und damit billiger werden, wenn und solange die Produktion und damit der Schadstoffausstoß sinken, ist nicht zu kritisieren. Bei steigender Produktion läuft es anders herum.
Wenn man allerdings bei Start und Ausweitung des Konzepts auf zusätzliche Branchen zu viele Rechte kostenlos ausgibt, ist das ein fundamentaler Steuerungsfehler, für den wahrscheinlich die Politik verantwortlich ist. Außerdem muss es m.E. möglich sein, dass die Stellen, die die Zertifikate ausgeben oder ausgegeben haben, diese, falls sinnvoll, auch wieder aus dem Markt nehmen können. Sie müssen, anders gesagt, die Möglichkeit haben, die Menge der umlaufenden Zertifikate zu steuern.
Und dass nach dem Atomausstieg die Summen entfallen würden, die der Atomstrom einspielen sollte, kann ja nun Niemanden ernsthaft überraschen. Sollten diese nach wie vor im Staatshaushalt eingeplant sein, müsste man das wohl als vorsätzliche Täuschung bezeichnen.
Wer sich auf den Markt verlässt, ist bei Zeiten verlassen.
... aber die Politik muss ihn auch lassen. Emissionszertifikate sind, richtig eingesetzt, ein sehr effizienter Mechanismus der Emissionsreduktion. Die Politik muss allerdings die richtigen Voraussetzungen für das Funktionieren schaffen. Das schließt ein, die Zertifikate ausreichend knapp zu halten, was im Moment wohl nicht passiert ist. Ich hoffe, dass es gelingen wird, dieses Instrument zum Laufen zu kriegen.
Das Beispiel zeigt in der Tat in erschreckender Deutlichkeit, dass man politische Steuerungsinstrumente nicht zur Disposition des Marktes stellen darf - da gewinnen immer die shareholder.
Man hätte sich trauen müssen, gnadenlos und unter Missachtung jeglichen Jammerns eine Verschmutzungsgebühr zu erheben. Schade.
... aber die Politik muss ihn auch lassen. Emissionszertifikate sind, richtig eingesetzt, ein sehr effizienter Mechanismus der Emissionsreduktion. Die Politik muss allerdings die richtigen Voraussetzungen für das Funktionieren schaffen. Das schließt ein, die Zertifikate ausreichend knapp zu halten, was im Moment wohl nicht passiert ist. Ich hoffe, dass es gelingen wird, dieses Instrument zum Laufen zu kriegen.
Das Beispiel zeigt in der Tat in erschreckender Deutlichkeit, dass man politische Steuerungsinstrumente nicht zur Disposition des Marktes stellen darf - da gewinnen immer die shareholder.
Man hätte sich trauen müssen, gnadenlos und unter Missachtung jeglichen Jammerns eine Verschmutzungsgebühr zu erheben. Schade.
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