BBI-Chef Rainer Schwarz "Die Menschen wollen fliegen, aber keinen Lärm"

Der neue Flughafen in Berlin ist keinesfalls zu groß, sagt BBI-Chef Rainer Schwarz. Im Interview erklärt er, warum er die Proteste gegen die Flugrouten für "absurd" hält.

ZEIT ONLINE: In den nächsten Tagen werden wohl wieder Tausende Anwohner gegen den neuen Berliner Großflughafen demonstrieren. Kommen Sie überhaupt noch zu Ihrer eigentlichen Arbeit?

Rainer Schwarz: Es gibt Wochen, in denen ich fast die ganze Zeit mit Protestbewältigung beschäftigt bin. Ich muss Dialoge führen mit den Medien, mit den Demonstranten, mit den Politikern. Das sind schon tagfüllende Programme.

ZEIT ONLINE: Ende der achtziger Jahre waren Sie schon einmal an einem Flughafenbau beteiligt – damals in München. Was hat sich seitdem geändert?

Schwarz: Heute steht man als Flughafenbetreiber unter wesentlich stärkerer Beobachtung. Damals in München wurde der Flughafen mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit gebaut – nicht, weil wir die Anwohner ausgeklammert hätten, sondern einfach, weil deren Interesse viel geringer war. Heute wird vieles sehr kritisch hinterfragt. Ich übertreibe mal ein bisschen: Wenn bei uns in Berlin ein Nagel zwei Meter links von der ursprünglich geplanten Stelle eingehämmert wird, steht das am nächsten Tag in den Zeitungen.

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ZEIT ONLINE: Woran liegt das? 

Rainer Schwarz
Rainer Schwarz

Er ist seit 2005 Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH. Schwarz ist seit 1988 in der Luftfahrtbranche tätig, unter anderem in München, Nürnberg und Düsseldorf.

Schwarz: Möglicherweise sind diese Veränderungen dem Zeitgeist geschuldet. Ich beobachte, dass sich das Sankt-Florians-Prinzip ausgebreitet hat. Viele Menschen wollen zwar heute Flugzeuge benutzen, wünschen sich aber, dass den Fluglärm nicht sie selbst abbekommen, sondern andere. Diese Einstellung hat sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich ausgebreitet.

ZEIT ONLINE: Am 3. Juni soll der neue Berliner Großflughafen eröffnet werden. Die Entscheidung für den Bau fiel 1996. Waren Sie zu langsam?

Schwarz: Nein. Schneller ging es einfach nicht. Die eigentliche Bauzeit betrug fünf Jahre – das ist ziemlich flott. Aber davor hat es zehn Jahre gedauert, das Projekt rechtssicher zu bekommen. Da gab es erst ein langes Planfeststellungsverfahren, dann Klagen, schließlich die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Vor diesem Urteil konnte man als Geschäftsführer so gut wie nichts tun. Das ist im internationalen Vergleich ein Problem. Ich will nicht chinesischen Verhältnissen das Wort reden. Aber auch in westlichen Demokratien kann man schneller bauen. In Spanien zum Beispiel sind nur fünf Jahre vergangen zwischen der Idee für eine neue Start- und Landebahn in Madrid und deren Fertigstellung. In Deutschland zieht sich alles in die Länge – und am Ende sind die Anwohner trotzdem nicht glücklich. 

Leser-Kommentare
  1. Die Nachbarländer überlegen schon Flüge mit
    Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten!
    Dann entwickeln sich die neuen hohen Steuern nur
    als Nahverkehrssteuer .
    Bei Tag nach Holland Dänemark England fliegen, dort günstig übernachten
    und dann genauso Günstig nach Kanada Thailand USA und Australien fliegen

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    Bin im Dez11 von Hamburg nach New York via Genf mit Continental. Mit Übernachtung im flughafennahen Hotel wars günstiger als direkt von Hamburg, oder mit LH via Frankfurt oder mit BA via London. Und man hat keinen Streß, seinen Anschlußflug zu verpassen.

    Bin im Dez11 von Hamburg nach New York via Genf mit Continental. Mit Übernachtung im flughafennahen Hotel wars günstiger als direkt von Hamburg, oder mit LH via Frankfurt oder mit BA via London. Und man hat keinen Streß, seinen Anschlußflug zu verpassen.

  2. "Die Menschen wollen fliegen, aber keinen Lärm"
    Also ich will nicht fliegen,mag aber trotzdem keinen Lärm.
    Diese ganzen angeblich hochnotwendigen Infrastrukturprojekte wie BER und Stuttgart 21 dienen meiner Meinung nach vor allem der Ankurbelung der Binnenkonjunktur nebst "Finanzsanierung"(sprich:Korruption) der Beteiligten Minister,Senatoren,Bauträger und wer da sonst noch alles kungelt.
    Die Binnenkonjunktur profitiert leider nicht mal in dem Maße wie sie es könnte,wie man am Fall der ungarischen!!! Arbeiter sehen kann:

    http://www.rbb-online.de/...

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    • Chali
    • 26.01.2012 um 13:14 Uhr

    "Die Menschen wollen fliegen, aber keinen Lärm"

    Ein populärer Propagabda-Trick, der gerne aufgegriffen wied!

    Die Aussage "Einige Menschen wollen fliegen, und es gibt andere Menschen, die wollen keinen Lärm" verkürzt man.
    Durch die Verwendung eines Super-Objekts.

    Auch "Deutschland" wird gerne genommen:
    "Deutschland will fliegen, aber keinen Lärm"

    Von den demokratisch beschlosenen Infrastrukturprojekten hängen Arbeitsplätze ab.
    Zu S 21: Wer hier die deutliche demokratische Mehrheit besitzt, hat sich klar gezeigt!

    Ohne Flughäfen etc. wird Deutschland eingehen. Natürlich ist Umweltschutz dabei notwendig und sinnvoll.

    • Chali
    • 26.01.2012 um 13:14 Uhr

    "Die Menschen wollen fliegen, aber keinen Lärm"

    Ein populärer Propagabda-Trick, der gerne aufgegriffen wied!

    Die Aussage "Einige Menschen wollen fliegen, und es gibt andere Menschen, die wollen keinen Lärm" verkürzt man.
    Durch die Verwendung eines Super-Objekts.

    Auch "Deutschland" wird gerne genommen:
    "Deutschland will fliegen, aber keinen Lärm"

    Von den demokratisch beschlosenen Infrastrukturprojekten hängen Arbeitsplätze ab.
    Zu S 21: Wer hier die deutliche demokratische Mehrheit besitzt, hat sich klar gezeigt!

    Ohne Flughäfen etc. wird Deutschland eingehen. Natürlich ist Umweltschutz dabei notwendig und sinnvoll.

    • Chali
    • 26.01.2012 um 13:14 Uhr

    "Die Menschen wollen fliegen, aber keinen Lärm"

    Ein populärer Propagabda-Trick, der gerne aufgegriffen wied!

    Die Aussage "Einige Menschen wollen fliegen, und es gibt andere Menschen, die wollen keinen Lärm" verkürzt man.
    Durch die Verwendung eines Super-Objekts.

    Auch "Deutschland" wird gerne genommen:
    "Deutschland will fliegen, aber keinen Lärm"

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    Immer mehr Menschen wollen nicht nur fliegen, sie tun es tatsächlich und zwar in erheblichen Umfang, wie sich anhand jeder Statistik belegen lässt.

    Immer mehr Menschen wollen nicht nur fliegen, sie tun es tatsächlich und zwar in erheblichen Umfang, wie sich anhand jeder Statistik belegen lässt.

  3. ... 100 m unter einer Einflugschneise?.... so kann auch nur ein einseitiger Interessenvertreter argumentieren....der fernab sein Haus stehen hat.

  4. aber da bin ich wohl die Ausnahme.

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    Ich will auch nicht fliegen und auch keinen Lärm.

    Ich will auch nicht fliegen und auch keinen Lärm.

  5. und die Arbeitsplätze und die vielen Touristen und Geschäftsleute, die in Berlin ihr Geld ausgeben werden. Das ewige Genörgele der Berliner Schnautze ohne Herz kann keiner mehr hören. Die Berliner werden ja wohl auch mal in den Urlaub fliegen wollen. Der neue Flughafen ist fast fertig und die Routen stehen schon lange so. Glücklicherweise für Alle und eine prosperierende Zukunft unserer Hauptstadt.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Es werden doch nicht mehr Besucher nur weil das gesamte Flugaufkommen nun von einem statt zwei respektive drei Flughäfen bewältigt wird.
    Das ist doch alles Quatsch.
    Die Frage bleibt: Worum ging/geht es wirklich?

    " Die Berliner sollten sich über den neuen Flughafen freuen"

    Ich fliege (für meinen AG) häufig von und nach Berlin Schönefeld,
    aber wenn ich weiß, dass wegen des kommenden Fluglärms Menschen KRANK werden, freue ich mich nicht.
    Die umdisponierten Flugbahnen machen mich betroffen (u.a.) für die Hauskäufer, die damit nicht rechnen konnten.

    Auch die Fluglärmentschädigungssummen sind relativ gering.
    Bei "nur" 4.000 € pro Haus(halt) können nur die notdürftigsten Schallschutzmaßnahmen getroffen werden.
    Die Nutzbarkeit z.B. des eigenen Gartens wird damit bei weitem nicht beglichen.

    Menschen die ständig die allerniedrigsten Lebens- und Sozialstandards als wünschenswert erachten, sollten nicht so tun als ob sie die Mehrheit wären.

    Bin kein Freund der Berliner Schnautze, die hat hier aber rein gar nichts mit zu tun.

    timesnow, "die Berliner" im Allgemeinen freuen sich auch über ihren neuen Flughafen und die Schließung der bisherigen. Die neue Freifläche in Tempelhof ist sensationell, und zum Gruppenkuscheln auf dem Provinzflughafen Reinickendorf (vulgo "Tegel") oder im alten, ebenso engen Schönefeld-Terminal hat nun wirklich keiner mehr Lust. Bezogen auf das Einzugsgebiet des neuen Airports (3,5 Millionen Berliner plus 1,5 Millionen Brandenburger aus dem Umland) und die potentiellen Nutzer (17 Millionen Fluggäste 2011 in Berlin) muss man konstatieren, dass die Protestierenden zwar eine laute, dennoch aber eine verschwindend kleine Gruppe ausmachen und keineswegs mit "den Berlinern" gleichzusetzen sind.
    Im übrigen kann ich nicht verstehen, warum überhaupt ein Nachtflugverbot für BER gelten soll, derzeit scheint es für SXF keines zu geben - zumindest bin ich kürzlich nachts halb 2 Richtung Istanbul aufgebrochen, von Nachtflugverbot keine Spur. Die Einführung eines Nachtflugverbotes wäre in meinen Augen ein Rückschritt.
    Ums kurz zu machen: ja, "der Berliner" meckert gern, aber "der Berliner" fliegt auch gern weg, sei es in Urlaub oder dienstlich.

    Es werden doch nicht mehr Besucher nur weil das gesamte Flugaufkommen nun von einem statt zwei respektive drei Flughäfen bewältigt wird.
    Das ist doch alles Quatsch.
    Die Frage bleibt: Worum ging/geht es wirklich?

    " Die Berliner sollten sich über den neuen Flughafen freuen"

    Ich fliege (für meinen AG) häufig von und nach Berlin Schönefeld,
    aber wenn ich weiß, dass wegen des kommenden Fluglärms Menschen KRANK werden, freue ich mich nicht.
    Die umdisponierten Flugbahnen machen mich betroffen (u.a.) für die Hauskäufer, die damit nicht rechnen konnten.

    Auch die Fluglärmentschädigungssummen sind relativ gering.
    Bei "nur" 4.000 € pro Haus(halt) können nur die notdürftigsten Schallschutzmaßnahmen getroffen werden.
    Die Nutzbarkeit z.B. des eigenen Gartens wird damit bei weitem nicht beglichen.

    Menschen die ständig die allerniedrigsten Lebens- und Sozialstandards als wünschenswert erachten, sollten nicht so tun als ob sie die Mehrheit wären.

    Bin kein Freund der Berliner Schnautze, die hat hier aber rein gar nichts mit zu tun.

    timesnow, "die Berliner" im Allgemeinen freuen sich auch über ihren neuen Flughafen und die Schließung der bisherigen. Die neue Freifläche in Tempelhof ist sensationell, und zum Gruppenkuscheln auf dem Provinzflughafen Reinickendorf (vulgo "Tegel") oder im alten, ebenso engen Schönefeld-Terminal hat nun wirklich keiner mehr Lust. Bezogen auf das Einzugsgebiet des neuen Airports (3,5 Millionen Berliner plus 1,5 Millionen Brandenburger aus dem Umland) und die potentiellen Nutzer (17 Millionen Fluggäste 2011 in Berlin) muss man konstatieren, dass die Protestierenden zwar eine laute, dennoch aber eine verschwindend kleine Gruppe ausmachen und keineswegs mit "den Berlinern" gleichzusetzen sind.
    Im übrigen kann ich nicht verstehen, warum überhaupt ein Nachtflugverbot für BER gelten soll, derzeit scheint es für SXF keines zu geben - zumindest bin ich kürzlich nachts halb 2 Richtung Istanbul aufgebrochen, von Nachtflugverbot keine Spur. Die Einführung eines Nachtflugverbotes wäre in meinen Augen ein Rückschritt.
    Ums kurz zu machen: ja, "der Berliner" meckert gern, aber "der Berliner" fliegt auch gern weg, sei es in Urlaub oder dienstlich.

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