Rating-Agenturen Moody's sieht bei Frankreich kein Bonitätsproblem

Die Rating-Agenturen sind uneins in der Beurteilung der Kreditwürdigkeit Frankreichs. Anders als die Konkurrenz bewertet Moody's die Bonität des Landes mit AAA.

Die Ratingagentur Moody's sieht Frankreichs Kreditwürdigkeit auch nach der Herabstufung durch die Konkurrenz von Standard & Poor's weiter in der Top-Kategorie AAA. Moody's hält zunächst auch an der stabilen Perspektive Frankreichs fest, will die Einschätzung aber weiter prüfen. Für das erste Quartal ist eine neue Einschätzung angekündigt.

Die Agentur hatte im Oktober angekündigt, innerhalb von drei Monaten über die Perspektive Frankreichs zu entscheiden. Die dritte Rating-Agentur, das von französischen Eignern dominierte Unternehmen Fitch, hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass Frankreich in diesem Jahr nicht herabgestuft werde. Lediglich eine dramatische Verschärfung der Euro-Krise könne an dieser Einschätzung etwas ändern, sagte eine Sprecherin.

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Mittelfristig müssen viele Euro-Staaten mit weiteren Herabstufungen durch Standard & Poor's rechnen. Innerhalb der kommenden ein oder zwei Jahre könnten weitere Herabstufungen folgen, sagte der Leiter der für die Länderratings zuständigen Abteilung bei S&P Deutschland, Moritz Kraemer. 

S&P hatte am Freitag zusammen mit Frankreich auch acht weitere Euro-Länder herabgesetzt, darunter Österreich. Das war europaweit und international auf Kritik gestoßen. Deutschland behielt aber seine Bestnote AAA. Frankreich ist zusammen mit Deutschland Hauptgarantiegeber des Euro-Rettungsfonds EFSF.

Das ließ die Befürchtung aufkommen, der Fonds könne seine Spitzenbewertung verlieren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Montag aber, die Herabstufung durch Standard & Poor's ändere nichts an der Wirksamkeit des Schirmes. "Für das, was der EFSF in den nächsten Monaten an Aufgaben hat, reicht der Garantierahmen bei Weitem aus", sagte Schäuble.

Er kritisierte die Rating-Agenturen insgesamt. Es gehe ihnen oft nur um Werbung in eigener Sache. Standard & Poor's habe zudem nicht berücksichtigt, dass die EU enorme Anstrengungen unternehme, die Schuldenprobleme zu beseitigen.

Österreich will die Bonitätsbestnote AAA so schnell wie möglich zurückbekommen. "Das erklärte Ziel der Bundesregierung muss es sein, dass wir das AAA bei allen Rating-Agenturen wiedererlangen", sagte Vizekanzler Michael Spindelegger. Österreich plane daher, möglichst rasch die Eckpunkte des künftigen Sparprogramms festzuzurren.

 
Leser-Kommentare
  1. alle beteiligten können sich drehen und wenden, wie sie wollen - unser finanzsystem ist definitiv in seiner finalen phase.

    es wird ZEIT, dass die menschen in diesem lande erkennen, dass unser jetziges finanzsystem eine fehlkonstruktion ist! es kann nicht einmal theoretisch auf dauer funktionieren.

    das kann nicht sein?

    ist aber leider so.

    ich versuche es in aller kürze:

    die wurzel allen übels ist die geldschöpfung - also die prozesse, bei denen unser geld entsteht. geld entsteht bei uns nur in zwei prozessen: a) die zentralbank gibt einer geschäftsbank einen KREDIT b) eine geschäftsbank gibt einem kunden (unternehmen, privatperson) einen KREDIT.

    fällt ihnen etwas auf?

    alles geld entsteht als KREDIT. für kredite sind ZINSEN zu zahlen. das geld für diese zinsen wurde aber nicht geschaffen und kann in der gesamtheit nur über neue kredite von den schuldnern aufgebracht werden. dies bedingt eine endlose verschuldungsspirale, die im crash des systems enden MUSS.

    etwas ausführlicher hier:

    http://bettercentury.blog...

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    Haben Sie eine bessere Idee? Statt immer die gleiche Mähr vom gescheiterten Kapitalismus zu singen, nennen Sie doch einfach eine Alternative. Und verschonen Sie mich/uns bitte mit sozialistischen Ideen. Die sind bisher halle gescheitert.

    Es gibt seriöse Ökonomen, die bringen es relativ einfach auf dem Punkt. Der Kapitalismus ist nicht perfekt, wir haben aber nichts Besseres.

    Zum Artikel. Gleiches gilt übrigens auch für die Rating-Agentur Fitch. Sie hat letzte Woche gesagt, sie sähe keine Veranlassung, Frankreich 2012 die Top-Bonität zu enziehen. Was nun, S&P?

    Haben Sie eine bessere Idee? Statt immer die gleiche Mähr vom gescheiterten Kapitalismus zu singen, nennen Sie doch einfach eine Alternative. Und verschonen Sie mich/uns bitte mit sozialistischen Ideen. Die sind bisher halle gescheitert.

    Es gibt seriöse Ökonomen, die bringen es relativ einfach auf dem Punkt. Der Kapitalismus ist nicht perfekt, wir haben aber nichts Besseres.

    Zum Artikel. Gleiches gilt übrigens auch für die Rating-Agentur Fitch. Sie hat letzte Woche gesagt, sie sähe keine Veranlassung, Frankreich 2012 die Top-Bonität zu enziehen. Was nun, S&P?

  2. Schäuble liegt ziemlich daneben. Wenn er die Begründung von S&P lesen würde, würde er feststellen, dass die Ratingagentur vor allem die Sparpolitik kritisiert, die er und Merkel ganz Europa verordnen. Doch das wird wohlweislich verschwiegen. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und bachten Sie, dass laut Netiquette das Profil für die Veröffentlichung des privaten Blogs vorgesehen ist. Danke. Die Redaktion/vn

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Haben Sie eine bessere Idee? Statt immer die gleiche Mähr vom gescheiterten Kapitalismus zu singen, nennen Sie doch einfach eine Alternative. Und verschonen Sie mich/uns bitte mit sozialistischen Ideen. Die sind bisher halle gescheitert.

    Es gibt seriöse Ökonomen, die bringen es relativ einfach auf dem Punkt. Der Kapitalismus ist nicht perfekt, wir haben aber nichts Besseres.

    Zum Artikel. Gleiches gilt übrigens auch für die Rating-Agentur Fitch. Sie hat letzte Woche gesagt, sie sähe keine Veranlassung, Frankreich 2012 die Top-Bonität zu enziehen. Was nun, S&P?

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    • Khef
    • 16.01.2012 um 13:23 Uhr

    Nur weil man keine bessere Alternative hat, sollte das nicht heißen dass man sich darauf ausruht und alle Fehler auf die nicht-vorhandenen Alternativen schiebt. Wir sehen ja, wie wir langsam aber sicher auf den Crash zusteuern.

    Ich will hier keine sozialistschen Wirtschaftstheorien verbreiten, aber ich kann auch keinerlei Anstrengungen bei unseren sogenannten "Eliten" sehen, irgendetwas an diesem System ändern zu wollen.
    Bestes Beispiel ist der neueste Beschluss der CDU, indem auf Wachstum gesetzt wird. Da frage ich mich wohin wir noch wachsen sollen.

    Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!

    • thatG
    • 17.01.2012 um 2:12 Uhr

    ...hat Geld bis jetzt nur Unheil gebracht. Deshalb sollten wir zuallererst das monetäre System abschaffen. Desweiteren müssen wir komplett auf eneuerbare Energien umstellen. Hören sie sich die Ideen und Projekte von Jacque Fresco an.

    • Khef
    • 16.01.2012 um 13:23 Uhr

    Nur weil man keine bessere Alternative hat, sollte das nicht heißen dass man sich darauf ausruht und alle Fehler auf die nicht-vorhandenen Alternativen schiebt. Wir sehen ja, wie wir langsam aber sicher auf den Crash zusteuern.

    Ich will hier keine sozialistschen Wirtschaftstheorien verbreiten, aber ich kann auch keinerlei Anstrengungen bei unseren sogenannten "Eliten" sehen, irgendetwas an diesem System ändern zu wollen.
    Bestes Beispiel ist der neueste Beschluss der CDU, indem auf Wachstum gesetzt wird. Da frage ich mich wohin wir noch wachsen sollen.

    Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!

    • thatG
    • 17.01.2012 um 2:12 Uhr

    ...hat Geld bis jetzt nur Unheil gebracht. Deshalb sollten wir zuallererst das monetäre System abschaffen. Desweiteren müssen wir komplett auf eneuerbare Energien umstellen. Hören sie sich die Ideen und Projekte von Jacque Fresco an.

    • Khef
    • 16.01.2012 um 13:23 Uhr
    4. Titel

    Nur weil man keine bessere Alternative hat, sollte das nicht heißen dass man sich darauf ausruht und alle Fehler auf die nicht-vorhandenen Alternativen schiebt. Wir sehen ja, wie wir langsam aber sicher auf den Crash zusteuern.

    Ich will hier keine sozialistschen Wirtschaftstheorien verbreiten, aber ich kann auch keinerlei Anstrengungen bei unseren sogenannten "Eliten" sehen, irgendetwas an diesem System ändern zu wollen.
    Bestes Beispiel ist der neueste Beschluss der CDU, indem auf Wachstum gesetzt wird. Da frage ich mich wohin wir noch wachsen sollen.

    Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "@albarracino"
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    "Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!"

    Gegen nachhaltiges Wirtschaften ist überhaupt nichts einzuwenden. Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Trotzdem handelt es sich um das bekannte Wirtschaften, nur halt nachhaltiger. Wenn das die Alternative sein soll, sehe ich trotzem nicht, was daran anders sein soll. Es basiert auf dem gleichen Prinzip, nur nachhaltiger.

    "Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!"

    Gegen nachhaltiges Wirtschaften ist überhaupt nichts einzuwenden. Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Trotzdem handelt es sich um das bekannte Wirtschaften, nur halt nachhaltiger. Wenn das die Alternative sein soll, sehe ich trotzem nicht, was daran anders sein soll. Es basiert auf dem gleichen Prinzip, nur nachhaltiger.

  4. 5. @Khef

    "Eine Reform der Wirtschaft beispielsweise hin zu nachhaltigen Wirtschaften wäre viel angebrachter und sinnvoller!"

    Gegen nachhaltiges Wirtschaften ist überhaupt nichts einzuwenden. Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Trotzdem handelt es sich um das bekannte Wirtschaften, nur halt nachhaltiger. Wenn das die Alternative sein soll, sehe ich trotzem nicht, was daran anders sein soll. Es basiert auf dem gleichen Prinzip, nur nachhaltiger.

    Antwort auf "Titel"
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    • Khef
    • 16.01.2012 um 14:36 Uhr

    Vielleicht habe ich mich da ungenau ausgedrückt. Ich meinte dass man vor allem im Hinblick auf die Finanzwirtschaft nachhaltiger und vor allem auch fairer wirtschaften sollte. Das altbekannte Problem mit Zinsen und Krediten muss ja zwangsläufig zu Verschuldung führen.

    Irgendwann bleibt dann nur noch Umverteilung oder eben eine Reform, die weg geht von künstlicher Geldproduktion aus dem Nichts heraus. So wie es sich jetzt gestaltet ist es jedenfalls alles andere als nachhaltig.

    • Khef
    • 16.01.2012 um 14:36 Uhr

    Vielleicht habe ich mich da ungenau ausgedrückt. Ich meinte dass man vor allem im Hinblick auf die Finanzwirtschaft nachhaltiger und vor allem auch fairer wirtschaften sollte. Das altbekannte Problem mit Zinsen und Krediten muss ja zwangsläufig zu Verschuldung führen.

    Irgendwann bleibt dann nur noch Umverteilung oder eben eine Reform, die weg geht von künstlicher Geldproduktion aus dem Nichts heraus. So wie es sich jetzt gestaltet ist es jedenfalls alles andere als nachhaltig.

    • jagu
    • 16.01.2012 um 13:44 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/vn

  5. Es ist doch ein Zeichen der Unabhängigkeit, wenn verschiedene Ratingagenturen auch zu verschiedenen Ergebnissen kommen.
    Fraglich hingegen ist doch einfach der Vergleich der verschiedenen Länder.
    Frankreich hat eine Neuverschuldung ( Wachstum der Gesamtschulden ) von über 5 %, Deutschland eine von unter 1 %, da ist eine identische Bewertung sicherlich schon merkwürdig, was auch auf Grund der aktuell für neue Obligationen gezahlte Zinsen dem Rating widerspricht.
    Merke, auch die bösen Bankster sind aufmerksam geworden, was die Bonität der Staaten angeht und folgen nicht mehr blind den Ratingagenturen, und das ist auch gut so.
    Das Medizin dhilft, ist auch bekannt, sagt aber auch etwas über die Krankheit aus, und das sind nunmal mdie aus dem Griffgelaufenen Staatsschulden.

    • WiKa
    • 16.01.2012 um 14:17 Uhr

    … mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass Ihnen das Geld ausgeht. Unsere Rate-Agentur hat dies aus Ihren Zahlenwerten orakelt. Dieser bedauerlichen Feststellung folgend müssen wir jetzt leider aufgrund des gestiegenen Risikos einen höheren Zins von Ihnen verlangen, sie müssen also künftig mehr Zinsen zahlen, sind dabei aber der guten Hoffnung dass ihnen dies bei der Konsolidierung hilft. Kleiner Tipp am Rande, essen sie weniger und überprüfen bitte einmal ob sie die Butter nicht durch Margarine ersetzen können. Sollte Ihnen dies Probleme bereiten, fragen sie bitte mal ihren Nachbarn ob dieser gewillt ist eine Bürgschaft für sie zu zeichnen, nach unserem Kenntnisstand hat der noch ein wenig Butter im Kühlschrank. Im Zweifel fordern sie bitte die gesamte Nachbarschaft auf entsprechende Bürgschaften für sie zu zeichnen, die geeignet wären uns zu belegen, dass sie den erhöhten Zins auch zahlen können, ansonsten könnte eine weitere Herabstufung drohen.

    Sicher, wir machen keine haben Sachen. Eine abschließende Empfehlung zur Abwehr aller (uns) drohenden Gefahren wäre noch der Verweis auf die Wunderwaffe des Euro Bond, die gilt als todsicher, ist sehr zielgerichtet und … hier waren wir gar nicht sparsam … haben wir extra für sie alle 6 Kammern der Trommel gut gefüllt, jeder Schuss ein garantierter Treffer … probieren sie die Wunderwaffe doch mal aus, den Kredit erledigen wir dann über die Lebensversicherung … danke, ihre Hausbank.

    Eine Leser-Empfehlung

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