Schuldenschnitt EU-Finanzminister hoffen auf schnelle Einigung in Griechenland

Noch haben sich die Gläubiger des Landes nicht mit der Regierung über einen Schuldenverzicht geeinigt. EU-Vertreter zeigen sich optimistisch, aber die Zeit wird knapp.

Vor dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel zeigte sich der französische Vertreter Francois Baroin zuversichtlich, eine Einigung über Griechenlands Schuldenschnitt zu erreichen. Er habe "gute Gründe" zu hoffen, dass die Verhandlungen zum Erfolg führten, sagte Baroin. Zuversicht herrschte auch an der Börse: Der Euro blieb zu Wochenbeginn stabil bei einem Wert von 1,29 Dollar, der Dax aber startete mit Verlusten.

Für Griechenland wird die Zeit nun knapp. Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht von geschätzten 100 Milliarden Euro unterbrochen worden. Ergebnisse sollten allerdings noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister vorliegen, denn nur dann würden EU und IWF Griechenland ein neues Hilfspaket über 130 Milliarden Euro gewähren. Ohne frisches Geld droht dem Land im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedient werden müssen.

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Griechenland veröffentlicht Liste der Steuersünder

Neben dem Schuldenschnitt hat die Regierung in Athen eine unorthodoxe Maßnahme zur Schuldentilgung ergriffen. Seit dem Wochenende können die Griechen im Internet eine 170 Seiten lange Liste mit den Namen von Steuersündern finden. Sie schulden dem griechischen Staat insgesamt knapp 15 Milliarden Euro. Auf der Liste, die der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos als "Liste der Schande" bezeichnet hatte, stehen 4.152 Namen.

Der Chef-Unterhändler des Internationalen Bankenverbandes (IIF) Charles Dallara, der die Gespräche zwischen Griechenland und den privaten Gläubigern führt, reiste bereits am Samstag aus Athen ab. Aber auch er bleibe zuversichtlich, dass eine Einigung gefunden würde, sagte er dem Sender Antenna TV.

IWF und Deutschland fordern niedrigere Zinsen

Für die privaten Gläubiger – neben Banken auch Hedgefonds und Versicherer – dürfte eine Einigung mit einem Forderungsverzicht von bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden. Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen sich die griechische Regierung und die Banken bereits auf diesen Zinssatz von vier Prozent für die neuen griechischen Anleihen geeinigt haben. Der IWF und Deutschland hätten jedoch auf einen niedrigeren Zins gedrängt, aus Angst, Griechenland könne seine Schulden sonst nicht zurück bezahlen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Verhandlungen sollen diese Woche weitergehen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ... kann man Schulden nur dadurch "abbauen", dass sie einfach ein anderer hat.

    Warum das so ist?

    Weil alles Geld in der Welt die Verbindlichkeit von irgendjemanden gegenüber einer Bank ist. ALLES Geld wird als Kredit erzeugt. Mehr hier: http://bettercentury.blog...

    Von daher ist es egal, ob Griechenland seine Schulden abbaut oder nicht.

    • Unhold
    • 23.01.2012 um 11:10 Uhr

    endlich ein Ende hat, und die EU und der EURO in der Versenkung verschwinden!!

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    Es ist anders zu erwarten:
    -Schuldenschnitt um 75%
    - Die BRD springt mit weiteren 100en von Milliarden in die Bresche
    - Lohnabsenkung bzw. Sozialleistungsabsenkungen deswegen
    - Niemanden in der BRD interessiert das eigentlich
    - Griechenland ist bis zum nächsten mal gerettet
    -Deutschland "rettet" dann noch Italien

    Es ist anders zu erwarten:
    -Schuldenschnitt um 75%
    - Die BRD springt mit weiteren 100en von Milliarden in die Bresche
    - Lohnabsenkung bzw. Sozialleistungsabsenkungen deswegen
    - Niemanden in der BRD interessiert das eigentlich
    - Griechenland ist bis zum nächsten mal gerettet
    -Deutschland "rettet" dann noch Italien

    • bayert
    • 23.01.2012 um 11:36 Uhr

    die Zeit wird (wieder einmal) knapp, GR ist von Insolvenz bedroht.

    Es fehlt nur noch "GR benötigt völlig überraschend mehr Geld".

  2. Es ist anders zu erwarten:
    -Schuldenschnitt um 75%
    - Die BRD springt mit weiteren 100en von Milliarden in die Bresche
    - Lohnabsenkung bzw. Sozialleistungsabsenkungen deswegen
    - Niemanden in der BRD interessiert das eigentlich
    - Griechenland ist bis zum nächsten mal gerettet
    -Deutschland "rettet" dann noch Italien

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    das unsere Politiker und Wirtschaftsexperten, jetzt mit Zahlen(von Geldbeträgen und Bürgschaften ) um sich werfen ,die noch vor einigen Jahren nur in der Astronomie oder unter Geologen verwendet wurden.

    Es ist kaum zu glauben welche Milliardenbeträge verbraten wurden um sich Zeit zu erkaufen , nur damit die Banken ihren finanziellen Sondermüll bei der EZB verklappen und die Zentralbanken der PIIGS uns über das Target-System ausnehmen können.

    Auf die Presseerklärung nach dem großen Knall bin ich schon echt gespannt.

    das unsere Politiker und Wirtschaftsexperten, jetzt mit Zahlen(von Geldbeträgen und Bürgschaften ) um sich werfen ,die noch vor einigen Jahren nur in der Astronomie oder unter Geologen verwendet wurden.

    Es ist kaum zu glauben welche Milliardenbeträge verbraten wurden um sich Zeit zu erkaufen , nur damit die Banken ihren finanziellen Sondermüll bei der EZB verklappen und die Zentralbanken der PIIGS uns über das Target-System ausnehmen können.

    Auf die Presseerklärung nach dem großen Knall bin ich schon echt gespannt.

  3. ...was soll das für eine Verhandlung sein, wenn ein Merkozy erklärt, dass der Euro um jeden Preis gerettet wird. Wenn Merkozy die Trillionen nur so locker macht?

    Das ist keine Verhandlung, es ist ein Vortrag, wieviel sich die Banken aus den Steuertöpfen nehmen werden...

    Was wurde seit der Finanz- und Eurokrise geändert?

    Nix! Abgesehen von weniger Sozialleistung, geringere Bildungsförderung, Lohnkürzungen... und all die Sachen die die Massen auszubaden haben für ein paar Großspekulanten. Es funktioniert doch einfach nicht mehr! Deutschland muss jedes Jahr 40 Milliarden Euro Zinsen zahlen. Also muss ein soz.pfl. Arbeiter jedes Jahr um 4000DM produktiver werden - jedes Jahr! Denn die Zinsen werden aus der Luft geschaffen...

  4. Die Berichte, Griechenland solle sich vorsätzlich arm gerechnet haben, um in den Genuss verbilligter EFSF Rettungsschirm-Kredite zu kommen, häufen sich. 
    Mit arglistiger Täuschung finanzielle Vorteile zu erlangen: darin ist dieses Volk wahrlich Meister. Man mag mir hier Polemik vorwerfen. Tatsache ist: es ist nicht nur die griechische Regierung,  ihre Behörden und ihre Krankenhäuser, die trotz gähnend leerer Geldbörsen einkaufen gehen -  wohl wissend (und vorsätzlich in Kauf nehmend), dass sie ihre Lieferanten niemals bezahlen werden. Es sind aber auch griechische Privatfirmen und Privatleute, die sich seit Jahren mit dem Geschäftsmodell "Kaufen ohne Bezahlung" bereichern. Sie prellen systematisch die Zeche. Und das schon seit Jahren.
    Ich sauge ich mir diese Dinge nicht aus den Fingern - tatsächlich ließt man immer wieder darüber in der seriösen Wirtschaftspresse: die lausige Zahlungsmoral, die (im europäischen Vergleich) deutlich höheren Zahlungsausfälle, die schwierige Geldbeschaffung. 
    Eines jedoch ist ihnen allen gemein: die Hoffnung, dass der doofe Nordeuropäer früher oder später für sie einspringt.
    Ein bischen rumjammern, übertreiben, ein bischen erpressen, die Bücher fälschen - DAS ist das Spiel, mit dem Griechenland die Europäische Union seit jeher an der Nase herumführt. Jeder weiss es, aber keiner tut etwas dagegen.
    Und das macht uns langsam ziemlich wütend.

    http://www.welt.de/politi...

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    "Das macht uns lansam ziemlich wütend".

    Wer genau ist uns?

    Meinen Sie die Politiker oder die Medien?
    Meinen Sie die Waffenindustrie und anderen Lieferanten, die über Ausfallbürgshaften ihren Gewinn ganz sicher gemacht haben, durch die Geschäfte mit Griechenland.

    Oder meinen Sie uns beide - Sie und Mich?

    Mich macht es nicht wütend. Es hat mich in der Vergangenhiet wütend gemacht, daß die Partien gewählt wurden, die uns dies alles eingebrockt haben.

    Ich werde wieder wütend sein, wenn die nächsten Wahlen zum Bundestag oder die Europawahl statt finden und wieder die gleichen Partien weiter machen wie die letzen Jahre auch.

    • etiam
    • 23.01.2012 um 14:41 Uhr

    sind hiermit ja ausreichend beschrieben - Ihre Schwächen offenbaren sie durch die Veröffentlichung der Steuersünder. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn die Regierung - d.h. die leitende Exekutive eines Landes, sich von Steuerzahlern hintegangen fühlt und nichts besseres zu tun weiß, als deren Namen in die Zeitung zu setzen.
    Die Verluste, die GR dabei entstehen ersetzen ja wir, die wir im Zweifel jeden Meter unseres steuerentlastenden Arbeitsweges von der funktionierenden deutschen Finanzverwaltung abgezogen bekommen. Wer nur annähernd weiß, wie in Griechenland das Geld verteilt statt eingesammelt wird, der unterstützt sogar lieber notleidende deutsche Hoteliers aus seinem Steuergroschen.
    Sollen doch die ganzen Griechenlandversteher dafür aufkommen, die denken die Griechen seien nur arme Spekulationsopfer - Fakt ist, dass sie weit über ihrer Leistungsfähigkeit konsumieren und Europa in Geiselhaft dafür nehmen.
    Was Griechenland hier seit Jahren systematisch betreibt, nennt man unter Privaten einfach Betrug - was unsere Regierung betreibt ist Beihilfe. Leider scheint es derartige Begrifflichkeiten auf zwischenstaatlicher Ebene nicht mehr zu geben.

    und mal in einer ganzseitige Anzeige in der FAZ mein Gründe darlege ;-)

    "Das macht uns lansam ziemlich wütend".

    Wer genau ist uns?

    Meinen Sie die Politiker oder die Medien?
    Meinen Sie die Waffenindustrie und anderen Lieferanten, die über Ausfallbürgshaften ihren Gewinn ganz sicher gemacht haben, durch die Geschäfte mit Griechenland.

    Oder meinen Sie uns beide - Sie und Mich?

    Mich macht es nicht wütend. Es hat mich in der Vergangenhiet wütend gemacht, daß die Partien gewählt wurden, die uns dies alles eingebrockt haben.

    Ich werde wieder wütend sein, wenn die nächsten Wahlen zum Bundestag oder die Europawahl statt finden und wieder die gleichen Partien weiter machen wie die letzen Jahre auch.

    • etiam
    • 23.01.2012 um 14:41 Uhr

    sind hiermit ja ausreichend beschrieben - Ihre Schwächen offenbaren sie durch die Veröffentlichung der Steuersünder. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn die Regierung - d.h. die leitende Exekutive eines Landes, sich von Steuerzahlern hintegangen fühlt und nichts besseres zu tun weiß, als deren Namen in die Zeitung zu setzen.
    Die Verluste, die GR dabei entstehen ersetzen ja wir, die wir im Zweifel jeden Meter unseres steuerentlastenden Arbeitsweges von der funktionierenden deutschen Finanzverwaltung abgezogen bekommen. Wer nur annähernd weiß, wie in Griechenland das Geld verteilt statt eingesammelt wird, der unterstützt sogar lieber notleidende deutsche Hoteliers aus seinem Steuergroschen.
    Sollen doch die ganzen Griechenlandversteher dafür aufkommen, die denken die Griechen seien nur arme Spekulationsopfer - Fakt ist, dass sie weit über ihrer Leistungsfähigkeit konsumieren und Europa in Geiselhaft dafür nehmen.
    Was Griechenland hier seit Jahren systematisch betreibt, nennt man unter Privaten einfach Betrug - was unsere Regierung betreibt ist Beihilfe. Leider scheint es derartige Begrifflichkeiten auf zwischenstaatlicher Ebene nicht mehr zu geben.

    und mal in einer ganzseitige Anzeige in der FAZ mein Gründe darlege ;-)

  5. "Das macht uns lansam ziemlich wütend".

    Wer genau ist uns?

    Meinen Sie die Politiker oder die Medien?
    Meinen Sie die Waffenindustrie und anderen Lieferanten, die über Ausfallbürgshaften ihren Gewinn ganz sicher gemacht haben, durch die Geschäfte mit Griechenland.

    Oder meinen Sie uns beide - Sie und Mich?

    Mich macht es nicht wütend. Es hat mich in der Vergangenhiet wütend gemacht, daß die Partien gewählt wurden, die uns dies alles eingebrockt haben.

    Ich werde wieder wütend sein, wenn die nächsten Wahlen zum Bundestag oder die Europawahl statt finden und wieder die gleichen Partien weiter machen wie die letzen Jahre auch.

  6. Man beachte dass sich abzeichnende Problem bei den Hedgefonds. Wenn “Pacta sunt servanda” in diesen Dimensionen zum tragen kommt, dann ist es mit der Souveränität der Staaten vorbei und der Wohlstandsgewinn der letzten Jahre muss wieder abgegeben werden, auch in der “Kern-EU”.

    http://www.deutsche-mitte...

    http://www.deutsche-mitte...

    Eine Leser-Empfehlung
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    Wenn “Pacta sunt servanda” nicht stattfindet, dann werden Griechenland und alle anderen PIIGS und EUROländer keine neuen Kredite bekommen. Die unterschiedliche Behandlung von "privaten" und zB ECB-Krediten wird sehr sorgsam beobachtet. Dann Gnade den restlichen PIIGS.

    Schröders und Merkels Bruch der Maastrichtverträge sind nicht vergessen: Rechtssicherheit ist dem "catch as catch can" gewichen. Dieser "alternativlose" Vertragsbruch ist schon teuer geworden und wird noch sehr, sehr teuer werden.

    Wenn “Pacta sunt servanda” nicht stattfindet, dann werden Griechenland und alle anderen PIIGS und EUROländer keine neuen Kredite bekommen. Die unterschiedliche Behandlung von "privaten" und zB ECB-Krediten wird sehr sorgsam beobachtet. Dann Gnade den restlichen PIIGS.

    Schröders und Merkels Bruch der Maastrichtverträge sind nicht vergessen: Rechtssicherheit ist dem "catch as catch can" gewichen. Dieser "alternativlose" Vertragsbruch ist schon teuer geworden und wird noch sehr, sehr teuer werden.

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