Euro-Krise Griechenland braucht mehr Geld und mehr Zeit

Laut Euro-Gruppen-Chef Juncker wird Griechenland länger als geplant auf Hilfe angewiesen sein. Schon jetzt könnte der Bedarf um weitere 15 Milliarden Euro steigen.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker rechnet damit, dass die Länder der Euro-Zone Griechenland länger helfen müssen, als bislang diskutiert. Zehn Jahre würden dafür nicht genügen, sagte Juncker dem Handelsblatt. "Ich glaube nicht, dass dieser Zeitraum ausreicht." Bislang wird weithin erwartet, dass das finanziell schwer angeschlagene Euro-Land frühestens im Jahr 2020 an die Finanzmärkte zurückkehren kann.

Zurzeit verhandelt Griechenland mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenerlass. Dieser ist eine wichtige Voraussetzung für weitere Hilfskredite von 130 Milliarden Euro.

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Juncker zeigte sich wie andere Vertreter der Euro-Zone zuvor unzufrieden mit den bisherigen Reformfortschritten Griechenlands. "Die Regierung strengt sich zwar an, doch die Strukturreformen kommen zu langsam voran", sagte der luxemburgische Regierungschef. "Vereinzelte Lobbys sind immer stärker als denkbare parlamentarische Mehrheiten", erklärte er. Dies werfe einen Schatten auf das Land.

Zuvor hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn gesagt, dass für die Rettung Griechenlands weitere staatliche Hilfen notwendig sein werden. Um wie geplant die Schuldenlast des Euro-Staates bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von derzeit gut 160 Prozent zu drücken, werde der derzeit verhandelte Forderungsverzicht der privaten Gläubiger nicht ausreichen, sagte Rehn. Diese Lücke müssten die Eurostaaten und die EU-Institutionen füllen. Eine Einigung auf das zweite Rettungspaket stehe kurz bevor.

Merkel zeigt sich zuversichtlich

"Wir sind einem Abkommen zwischen der griechischen Regierung und dem privaten Sektor recht nahe", sagte Rehn. Er gehe davon aus, dass das Paket in den nächsten Tagen abgeschlossen werde, "vorzugsweise noch im Januar". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zuversichtlich. Die Gespräche seien auf einem guten Weg, sagte sie nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Berlin.

Zu einer möglichen höheren Beteiligung der öffentlichen Hand wollte sich Merkel nicht äußern. Grundlage seien weiterhin die Absprachen vom Oktober. Danach soll das zweite Griechenland-Paket 130 Milliarden Euro umfassen, und die privaten Gläubiger sollen dazu gebracht werden, auf 50 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten.

Die EU-Finanzminister haben aber bereits darauf hingewiesen, dass diese Absprachen angesichts schlechterer Konjunkturaussichten für Griechenland überdacht werden müssten. Insgesamt ist das Land mit rund 350 Milliarden Euro verschuldetet. "Wir bereiten ein Paket vor, das den Weg für eine nachhaltige Lösung freimacht", sagte Rehn. "Es wird dabei wahrscheinlich einen höheren Bedarf an öffentlicher Finanzierung geben, aber nichts Dramatisches."

Leser-Kommentare
  1. Seit Monaten geht es nur um ein Thema. Griechenland braucht Geld, Geld und wieder Geld. Wie lange können wir noch zahlen? Was passiert mit dem Geld?

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    " Seit Monaten geht es nur um ein Thema. Griechenland braucht Geld, Geld und wieder Geld. Wie lange können wir noch zahlen? Was passiert mit dem Geld? "

    Es bedient die Zins und Zinseszinsforderungen der Gläubiger.
    Das ab einem gewissen Schuldenniveau Tilgungen unmöglich sind, sollte bekannt sein.
    Ein souveräner Staat fängt in diesem Fall einfach damit an Geld zu drucken, entwertet seine Schulden.
    Ein unsouveräner Staat verhökert seine Substanz an ausländische Oligarchen und lässt die eigene Bevölkerung verarmen...

    Im übrigen finde ich mich ggü. Griechen wieder hervorragend zwangsrepräsentiert von einem gewissen Volker Kauder, CDU (Quelle: ZDF Videotext):
    " Notfalls müsse womöglich ein von der EU oder den EU-Staaten eingesetzter Staatskommissar die Führung des Landes übernehmen. ... Das wäre natürlich hart, aber vielleicht würden sich die Griechen am ende sogar selbst damit anfreunden."

    So macht man sich Freunde!
    Aber vermutlich hat Kauder noch niemand mitgeteilt, dass EU/EZB/IWF bereits einen Statthalter in Athen installiert hat...

    Und wenn sich die Bevölkerung gegen diese sympathische Form der Fremdherrschaft wehrt, will Kauder dann "notfalls" wieder deutsche Gebirgsjäger nach Süd-Ost schicken?

    rauswerfen diese herrschaften die noch nicht einmal in der lage sind die "milliardaersinseln" zu besuchen und die ganzen
    vorhandenen Yachten (bei steuerschulden) abzuschleppen, dort ist ja nahezu ALLES korrupt !

    " Seit Monaten geht es nur um ein Thema. Griechenland braucht Geld, Geld und wieder Geld. Wie lange können wir noch zahlen? Was passiert mit dem Geld? "

    Es bedient die Zins und Zinseszinsforderungen der Gläubiger.
    Das ab einem gewissen Schuldenniveau Tilgungen unmöglich sind, sollte bekannt sein.
    Ein souveräner Staat fängt in diesem Fall einfach damit an Geld zu drucken, entwertet seine Schulden.
    Ein unsouveräner Staat verhökert seine Substanz an ausländische Oligarchen und lässt die eigene Bevölkerung verarmen...

    Im übrigen finde ich mich ggü. Griechen wieder hervorragend zwangsrepräsentiert von einem gewissen Volker Kauder, CDU (Quelle: ZDF Videotext):
    " Notfalls müsse womöglich ein von der EU oder den EU-Staaten eingesetzter Staatskommissar die Führung des Landes übernehmen. ... Das wäre natürlich hart, aber vielleicht würden sich die Griechen am ende sogar selbst damit anfreunden."

    So macht man sich Freunde!
    Aber vermutlich hat Kauder noch niemand mitgeteilt, dass EU/EZB/IWF bereits einen Statthalter in Athen installiert hat...

    Und wenn sich die Bevölkerung gegen diese sympathische Form der Fremdherrschaft wehrt, will Kauder dann "notfalls" wieder deutsche Gebirgsjäger nach Süd-Ost schicken?

    rauswerfen diese herrschaften die noch nicht einmal in der lage sind die "milliardaersinseln" zu besuchen und die ganzen
    vorhandenen Yachten (bei steuerschulden) abzuschleppen, dort ist ja nahezu ALLES korrupt !

  2. auch gerne mehr Geld. ;-))

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    • topada
    • 26.01.2012 um 23:40 Uhr

    .. und mehr Zeit!

    • topada
    • 26.01.2012 um 23:40 Uhr

    .. und mehr Zeit!

    • vonDü
    • 26.01.2012 um 20:25 Uhr

    und daher nicht primär die Schuld der Griechen.

    Griechenland und die Eurokrise haben bisher nicht die Unterstützung und Zeit bekommen die sie brauchen, sondern nur das, was zu Hause dem Wähler noch zu vermitteln war.

  3. 130 Milliarden Euro, das ist mehr als der gesamte griechische Staatshaushalt. Hinzu kommen ja auch noch staatliche Einnahmen im Bereich von 80 bis 90 Milliarden Euro. Vor einem solchen Hintergrund muss man sich fragen, wo dieses Geld versickert.
    Ich denke, jetzt muss für die griechische Tragödie der Vorhang fallen. Wann begreifen unsere Politiker, dass Kredite und Bürgschaften für Griechenland rausgeschmissenes Geld sind. Man sollte dem Götzen Euro nicht länger huldigen, sondern die zehnjährige Geschichte der Irrungen und Wirrungen einer Gemeinschaftswährung beenden. Nicht der Versuch, eine Gemeinschaftswährung zu installieren, ist falsch. Falsch ist es, trotz anderer Erkenntnis, an einer falschen Entscheidung festzuhalten. Europa scheitert nicht, wenn der Euroin den Orkus geworfen wird. Europa scheitert, wenn Neid und Missgunst durch Verschleuderung von Unsummen Geldes einerseits und völlig überzogene Ansprüche andererseits immer mehr Keile in die Staatengemeinschaft treiben.

    15 Leser-Empfehlungen
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    Haben Sie denn bis heute nicht begriffen, dass die Rettungsfonds nicht für Griechenland aufgestellt werden, sondern für den Aufkauf von Subprimes unserer Banken? Sie führen doch selbst an, dass der griechische Staatshaushalt kleiner ist als die angekündigten unabdingbaren Kredite, Sie ziehen aber die falschen Schlüsse. Griechenland ist nur die Ausrede und der Euro ist nicht für die Profitgier der Banken verantwortlich, die sich nun bedeckt halten und über die Regierung der Bundesrepublik ihre Spekulationsverluste dem Steuerzahler aufbürden. Der Euro hat damit überhaupt nichts zu tun und ist nur ein weiteres verlogenes Argument in der Begründung sogenannter Rettungsfonds. Den Euro, eine Währung!, zu personalisieren und darauf die ganze Verantwortung abzuschieben ist ein Armutszeugnis staatsbürgerlicher Verfehlungen, denn es ist offensichtlich so, dass die Anerkennung der eigenen Ohnmacht gegenüber der Politik viel schwerer fällt, als die Euroschelte. Das eigene Versagen war nie populär und stets hat sich immer ein Schuldiger gefunden, egal ob es zutraf oder nicht. Nachdenken bevor man unisono im Chor Reden nachsagt, die nur aus dem Grund der Verschleierung und Täuschung konstruiert wurden. Der Kanzlerin ist der Euro egal, sie versucht nur ihre undemokratische Politik, übrigens mit Beteiligung der grössten Oppositionspartei, durchzuführen. Wann begreifen Sie das endlich und hören auf, das Euromärchen aufzusagen. Nehmen Sie lieber ihre Bürgerpflichen wahr.

    Haben Sie denn bis heute nicht begriffen, dass die Rettungsfonds nicht für Griechenland aufgestellt werden, sondern für den Aufkauf von Subprimes unserer Banken? Sie führen doch selbst an, dass der griechische Staatshaushalt kleiner ist als die angekündigten unabdingbaren Kredite, Sie ziehen aber die falschen Schlüsse. Griechenland ist nur die Ausrede und der Euro ist nicht für die Profitgier der Banken verantwortlich, die sich nun bedeckt halten und über die Regierung der Bundesrepublik ihre Spekulationsverluste dem Steuerzahler aufbürden. Der Euro hat damit überhaupt nichts zu tun und ist nur ein weiteres verlogenes Argument in der Begründung sogenannter Rettungsfonds. Den Euro, eine Währung!, zu personalisieren und darauf die ganze Verantwortung abzuschieben ist ein Armutszeugnis staatsbürgerlicher Verfehlungen, denn es ist offensichtlich so, dass die Anerkennung der eigenen Ohnmacht gegenüber der Politik viel schwerer fällt, als die Euroschelte. Das eigene Versagen war nie populär und stets hat sich immer ein Schuldiger gefunden, egal ob es zutraf oder nicht. Nachdenken bevor man unisono im Chor Reden nachsagt, die nur aus dem Grund der Verschleierung und Täuschung konstruiert wurden. Der Kanzlerin ist der Euro egal, sie versucht nur ihre undemokratische Politik, übrigens mit Beteiligung der grössten Oppositionspartei, durchzuführen. Wann begreifen Sie das endlich und hören auf, das Euromärchen aufzusagen. Nehmen Sie lieber ihre Bürgerpflichen wahr.

  4. meint Junckers. Zwanzig auch nicht, meine ich! Griechenland ist unter dem Euro ohne dauerhafte Transfers nicht zu sanieren. Deshalb muss es raus aus der Zone.

    10 Leser-Empfehlungen
  5. ... dann klappt es auch mit der Schuldentilgung!

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    Zu glauben, Griechenland könne jemals seine Schulden zurückzahlen, halte ich angesicht der griechischen Wirtschaftsleistung für illusorisch. Da wird noch mancher Schuldenschnitt bzw. mancher Haircut vonnöten sein. Und selbst dann ist fraglich, ob Griechenland nicht als daueralimentiertes EU-Mitglied in die Geschichte der Union eingeht.

    //Griechenland braucht vor allem ehrliche Steuerzahler
    ... dann klappt es auch mit der Schuldentilgung!//

    Griechenland hat lauter ehrliche Steuerzahler , die das griechische schuldenloch stopfen- solche aus Deutschland, den Niederlande, Finnland und anderen Euro-Staaten.

    Zu glauben, Griechenland könne jemals seine Schulden zurückzahlen, halte ich angesicht der griechischen Wirtschaftsleistung für illusorisch. Da wird noch mancher Schuldenschnitt bzw. mancher Haircut vonnöten sein. Und selbst dann ist fraglich, ob Griechenland nicht als daueralimentiertes EU-Mitglied in die Geschichte der Union eingeht.

    //Griechenland braucht vor allem ehrliche Steuerzahler
    ... dann klappt es auch mit der Schuldentilgung!//

    Griechenland hat lauter ehrliche Steuerzahler , die das griechische schuldenloch stopfen- solche aus Deutschland, den Niederlande, Finnland und anderen Euro-Staaten.

  6. Zu glauben, Griechenland könne jemals seine Schulden zurückzahlen, halte ich angesicht der griechischen Wirtschaftsleistung für illusorisch. Da wird noch mancher Schuldenschnitt bzw. mancher Haircut vonnöten sein. Und selbst dann ist fraglich, ob Griechenland nicht als daueralimentiertes EU-Mitglied in die Geschichte der Union eingeht.

  7. ehm ich meine Usus :-) ..Außer Schulden hat GR das Problem, dass sie nichts haben..Made in Greece? Uups, außer Oliven und Feta ist mir wirklich nichts bekannt..doch OUZO! Aber ich liebe die GR Inseln trotzdem und das meine ich im ernst.. sehr traurig was mit den Hellenen passiert.

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    denn diese griechische Tragödie überfordert mein Konsumenten-Gehirn - wird das Geld wieder in den aufgeblähten korrupten Beamten-Apparat gesteckt?oder wie ein Forist schrieb: Wo bitte bleibt das Geld? .... und mir sind die griechischen Inseln richtig schnurz in diesem Zusammenhang -

    denn diese griechische Tragödie überfordert mein Konsumenten-Gehirn - wird das Geld wieder in den aufgeblähten korrupten Beamten-Apparat gesteckt?oder wie ein Forist schrieb: Wo bitte bleibt das Geld? .... und mir sind die griechischen Inseln richtig schnurz in diesem Zusammenhang -

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