Währungsfonds IWF fordert 500 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital

Wegen der Euro-Krise will der Internationale Währungsfonds seinen Kreditrahmen um 500 Milliarden Dollar vergrößern. Die USA lehnten zusätzliche Mittel umgehend ab.

IWF-Chefin Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert angesichts der Schuldenkrise in der Euro-Zone eine deutliche Vergrößerung seines Kreditrahmens. Der Währungsfonds meldete zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 500 Milliarden Dollar, also etwa 393 Milliarden Euro, an. Dabei war allerdings unklar, woher der Großteil der benötigten Gelder kommen sollte.

Der IWF erklärte, in dieser "vorbereitenden Phase" verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten. Bis die Beratungen mit den Mitgliedstaaten des Währungsfonds abgeschlossen seien, werde es keinen weiteren Kommentar dazu geben, hieß es. In der geplanten Aufstockung seien die Mitte Dezember von den Staaten der Euro-Zone zugesagten 150 Milliarden Euro bereits enthalten.

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Geld könnte von China, Indien und Brasilien kommen

Der Währungsfonds könnte sich die restlichen Gelder vor allem von den aufstrebenden Schwellenländern besorgen, insbesondere China, Russland, Brasilien und Indien. Die USA bekräftigten dagegen, dass sie sich an einer Ausweitung der IWF-Mittel nicht beteiligen würden. Der Währungsfonds könne nur eine "ergänzende Rolle" zum europäischen Krisenmanagement spielen, erklärte das US-Finanzministerium. "Europa hat die Fähigkeit, seine Probleme zu lösen."

Die britische Regierung erklärte sich grundsätzlich zu einem höheren Beitrag für den IWF bereit, nicht aber zu zusätzlichen Zahlungen zur Absicherung des Euro. Der IWF solle sein Geld "Staaten und nicht Währungen" zur Verfügung stellen, sagte Premierminister David Cameron. Für Hilfen für den Euro seien die Länder der Euro-Zone zuständig.

Insgesamt gab der IWF seinen Finanzbedarf für die kommenden Jahre mit rund einer Billion Dollar an. Derzeit verfügt der Währungsfonds über Rücklagen von etwa 385 Milliarden Dollar. Um für eine mögliche Ausweitung der Euro-Krise gewappnet zu sein, hatte das IWF-Direktorium einen Plan von IWF-Chefin Christine Lagarde beschlossen. Das Leitungsgremium habe entschieden, dem Fonds genug Mittel für die Überwindung der "aktuellen globalen Wirtschaftsschwäche" und von "regionalen Herausforderungen" zur Verfügung zu stellen, hatte Lagarde erklärt.

 
Leser-Kommentare
  1. [...]

    "Liebes Entwicklungsland, natürlich geben wir Ihnen diesen Kredit, wenn Sie im Gegenzug Ihre staatliche Wasserversorgung privatisieren.
    Wie, es gibt gar keine privaten inländischen Unternehmen, die das leisten können? Da können Sie sich auf unsere Koorperationspartner aus den westlichen Staaten verlassen. Diese handeln (fast) ausschließlich aus altruistischen Motiven, genau wie wir von den IWV. Da bekommen die Bürger Ihr Wasser weiterhin (fast) genauso günstig und (fast) genauso sauber wie bisher.

    Übrigens lieber autokratischer Herrscher des Landes, wir stellen keinerlei Kontrollen über die Verwendung des Kredites an... Unterzeichnen Sie hier (sonst tut es Ihr Nachfolger, der wartet im Nebenzimmer)."

    Fazit: Bestimmt eine gute Idee, dem IWF noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen...

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie ihm Rahmen der Netiquette. Danke. Die Redaktion/sh

    12 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ludna
    • 19.01.2012 um 9:43 Uhr

    der IWF zwang von einem Entwicklungsland, seine Nahrungsreserven zu verkaufen, welches dieses immer im Fall einer Missernte vorrätig hatte.
    Es kam, wie es kommen musste. Es gab eine Missernte (Importe sind für die Menschen zu teuer) und es fehlte die Reserve.

    Folge: eine Hungersnot mit Todesopfern.

    Da kann man dann durchaus von Verbrechern reden. Sogar von Mördern.

    (Quelle: http://www.independent.co..., von Johann Hari, dessen Kommentare sehr zu empfehlen sind)

    • qotsa
    • 19.01.2012 um 10:16 Uhr

    [...]
    Jedes Land, was einen Kredit aufnimmt vom IWF gibt mit sofortiger Wirkung seine Fiskalsouveränität ab.

    [...]
    Vergleicht man die wirtschaftlichen Kenndaten von Argentinien mit anderen Ländern, die die Auflagen des IWF erfüllt haben, dann erkennt man sehr schnell dass der IWF alles nur schlimmer macht. Argentinien hat die harte Tour gewählt und ist dafür belohnt wurden.

    IWF raus aus Europa. Sofort!

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sc

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo ich gegen die Netiquette verstoße haben soll ...

    Zum Verständnis für alle die es nicht vorher gelesen haben, ich legte satirisch nahe, dass der IWF eine Organisation mit höchst fragwürdigen Methoden und Zielen ist.

    • ludna
    • 19.01.2012 um 9:43 Uhr

    der IWF zwang von einem Entwicklungsland, seine Nahrungsreserven zu verkaufen, welches dieses immer im Fall einer Missernte vorrätig hatte.
    Es kam, wie es kommen musste. Es gab eine Missernte (Importe sind für die Menschen zu teuer) und es fehlte die Reserve.

    Folge: eine Hungersnot mit Todesopfern.

    Da kann man dann durchaus von Verbrechern reden. Sogar von Mördern.

    (Quelle: http://www.independent.co..., von Johann Hari, dessen Kommentare sehr zu empfehlen sind)

    • qotsa
    • 19.01.2012 um 10:16 Uhr

    [...]
    Jedes Land, was einen Kredit aufnimmt vom IWF gibt mit sofortiger Wirkung seine Fiskalsouveränität ab.

    [...]
    Vergleicht man die wirtschaftlichen Kenndaten von Argentinien mit anderen Ländern, die die Auflagen des IWF erfüllt haben, dann erkennt man sehr schnell dass der IWF alles nur schlimmer macht. Argentinien hat die harte Tour gewählt und ist dafür belohnt wurden.

    IWF raus aus Europa. Sofort!

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sc

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo ich gegen die Netiquette verstoße haben soll ...

    Zum Verständnis für alle die es nicht vorher gelesen haben, ich legte satirisch nahe, dass der IWF eine Organisation mit höchst fragwürdigen Methoden und Zielen ist.

  2. Nach der Erfahrung des bisherigen Umgangs mit der "Krise", haben wir gelernt, das mehr zu zahlen auch mehr hilft. Also auf die Taschen!

    • PALVE
    • 19.01.2012 um 7:44 Uhr

    Wieso, sind die Instandhalter der Notenpressen etwa auf die Straße gesetzt wurden?
    Keine Sorge, Leiharbeiter tun's auch - noch dazu billiger. Also nur zu, keine falsche Scheu....

  3. Entfernt. Bitte nutzen Sie Ihr Profil, um auf Ihre Website zu verweisen. Danke. Die Redaktion/sc

  4. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh

    • ludna
    • 19.01.2012 um 9:43 Uhr

    der IWF zwang von einem Entwicklungsland, seine Nahrungsreserven zu verkaufen, welches dieses immer im Fall einer Missernte vorrätig hatte.
    Es kam, wie es kommen musste. Es gab eine Missernte (Importe sind für die Menschen zu teuer) und es fehlte die Reserve.

    Folge: eine Hungersnot mit Todesopfern.

    Da kann man dann durchaus von Verbrechern reden. Sogar von Mördern.

    (Quelle: http://www.independent.co..., von Johann Hari, dessen Kommentare sehr zu empfehlen sind)

    Antwort auf "IWF oder IWV?"
  5. ...gegenüber jenen gewählten Volksvertretern die

    - alles abgenickt haben
    - weiterabnicken werden

    Konfrontieren Sie direkt in persönlicher Ansprache!
    Auf Wahlveranstaltungen etc.
    Denn die werden kommen.
    Mail, FAX etc. interessiert den Empfänger zum Großteil garnicht.
    Machen Sie sich die Arbeit und legen vor alle offiziellen Verlautbarungen wie
    - Ende der Krise
    - kein weiterer Bedarf
    - Eurozone ist sicher etc.

    Nur im Gespräch werden Sie Reaktionen erfahren!

    Das ist kein Aufruf den Politiker zu beschimpfen, zu missachten oder zu demütigen.

    Aber vielleicht erweitert er sein Wissen - durch uns Bürger!

  6. dafür brauche ich keinen IWF: Gebt mir 500 Milliarden und ich rette die Welt (solange sie noch was wert sind).

    UND: Auch Frau Lagarde gehört zu den PolitikerInnen, die ich nicht gewählt habe.

    GEBT UNS ENDLICH DEMOKRATIE!

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    Demokratie müssen Sie sich verdienen, sie wird nicht vergeben! Der passive Bürger ist immer in seinen Grundrechten bedroht. Politik ist ein Kampf der Interessen, kein Geschenkladen. Wenn Sie Ihr Anliegen (Demokratie) nicht durch geeignete und nachhaltige Teilhabe verwirklichen können, wird dies wahrscheinlich keiner kostenlos für Sie tun.

    Demokratie müssen Sie sich verdienen, sie wird nicht vergeben! Der passive Bürger ist immer in seinen Grundrechten bedroht. Politik ist ein Kampf der Interessen, kein Geschenkladen. Wenn Sie Ihr Anliegen (Demokratie) nicht durch geeignete und nachhaltige Teilhabe verwirklichen können, wird dies wahrscheinlich keiner kostenlos für Sie tun.

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