US-Präsident Barack Obama hat einem umstrittenen Pipelineprojekt zwischen den USA und Kanada die Baugenehmigung verweigert. Die Ablehnung des Antrags der kanadischen Firma TransCanada sei allerdings kein Urteil über die Qualität des Projekts, sondern hänge mit der von den Republikanern vorgegebenen Frist für einen Entschluss zusammen, sagte Obama.

Der US-Präsident hatte über die 2.700 Kilometer lange Leitung Keystone XL zu entscheiden, die von den Ölvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta bis zu den Raffinerien im US-Bundesstaat Texas führen soll. Eigentlich hätte der Beschluss erst 2013 fallen sollen, nachdem die Regierung sie im vergangenen November um ein Jahr verschoben hatte . Die Republikaner im Kongress erzwangen aber als Teil eines Kompromisses zur Haushaltspolitik eine Entscheidung bis zum 21. Februar.

Während die Republikaner Obama vorwerfen, Umweltpolitik über Arbeitsplätze zu stellen, verursacht das Projekt bei Umweltschützern heftige Kritik. Auch die US-Behörden hatten Bedenken geäußert, weil die Leitung das sensible Ökosystem Sandhills im Mittleren Westen der USA durchqueren sollte.

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Der kanadische Regierungschef Stephen Harper zeigte sich "tief enttäuscht". Er habe Obama telefonisch seine Hoffnung auf eine Fortsetzung des Projekts übermittelt. TransCanada kündigte an, einen neuen Projektantrag zu stellen. Konzernchef Russ Girling will, dass die Pipeline Ende 2014 in Betrieb geht.

Der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney , nannte Obamas Entscheidung "so schockierend wie aufschlussreich". Hingegen lobte Umweltaktivist Bill McKibben – er führt den Protest gegen das Keystone-XL-Projekt an – Obama für den "mutigen" Entschluss. Der Präsident habe sich damit der "Lobby für fossilen Treibstoff" entgegengestellt.