Monti in BerlinMerkel lobt Italiens Sparanstrengungen

Lob und Respekt für Italiens neuen Premier Monti: Die Kanzlerin hebt bei dessen Besuch seine Reformbemühungen heraus. Das nächste Ziel sei mehr Beschäftigung in Europa.

Italiens Premierminister Mario Monti mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin

Italiens Premierminister Mario Monti mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Reform- und Sparbemühungen der neuen Regierung in Italien gewürdigt. Der neue Ministerpräsident Mario Monti und seine Regierung hätten innerhalb von wenigen Tagen "außerordentlich wichtige und bemerkenswerte Maßnahmen getroffen", sagte Merkel nach Montis Antrittsbesuch in Berlin. Die Kanzlerin ergänzte, Italien habe bei Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen Geschwindigkeit und Substanz gezeigt. "Das ist etwas, was Italien stärken wird."

Monti sagte, die zurückhaltenden Reaktionen der italienischen Öffentlichkeit auf die Sparmaßnahmen verdienen den Respekt Europas. Die EU könne sich darauf verlassen, dass Italien seiner Verantwortung bei der Wiederherstellung von Stabilität in Europa gerecht werde.

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Die Übergangsregierung in Rom hat ein Sparpaket im Volumen von 33 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, das vom Parlament bereits gebilligt wurde. Der frühere EU-Kommissar Monti hatte Mitte November das Amt des Regierungschefs übernommen, nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi unter der Last der Schuldenkrise und persönlicher Verfehlungen zurückgetreten war. Die italienischen Staatsschulden belaufen sich auf 1.900 Milliarden Euro, was ungefähr 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht.

Reformen in der Arbeitsgesetzgebung

Wie schon bei ihrem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hob Merkel hervor, dass neben dem Engagement zur Stabilisierung der Staatsfinanzen überlegt werden müsse, wie "Wachstum und Beschäftigung in Europa" vorangebracht werden könnten. Dabei solle es nicht allein um finanzielle Anreize zur Belebung der Konjunktur, sondern um "Maßnahmen im strukturellen Bereich gehen", erklärte die Kanzlerin.

Neben Deutschland hätten auch Länder ohne Euro wie Dänemark und Schweden sehr gute Erfahrungen mit Reformen in der Arbeitsgesetzgebung gemacht. Hierüber solle es einen innereuropäischen Austausch geben. Für kurzfristige Maßnahmen stünde dennoch "sehr viel Geld in den verschiedenen Fonds" zur Verfügung, etwa in den EU-Struktur- und Kohäsionfonds.

Monti sprach der Kanzlerin seine Zustimmung zu den Vorschlägen für mehr Wachstum in Europa aus. Es solle keine "kurzfristigen und zufälligen Maßnahmen" geben, die nur zur Folge hätten, dass die Defizite in den Ländern stiegen und eine hohe Inflation erzeugt würde. Deutschland sei in dieser Frage mit gutem Beispiel vorausgegangen, deshalb sei es "so glänzend wettbewerbsfähig", erklärte Monti.

 
Leserkommentare
  1. Das nächste Ziel sei demokratische Legitimierung. Aber ist wohl doch nicht so wichtig.

    2 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 11.01.2012 um 15:38 Uhr

    ....Papandreou sein Sparpaket legitimieren wollte, würde Ihre These zu stützen scheinen und stellt sich in eine lange Reihe solcher Abscheu, wenn man an das Prozedere der Legitimierung des Maastrichter oder Lissabonner Vertrags.

    • joG
    • 11.01.2012 um 15:38 Uhr

    ....Papandreou sein Sparpaket legitimieren wollte, würde Ihre These zu stützen scheinen und stellt sich in eine lange Reihe solcher Abscheu, wenn man an das Prozedere der Legitimierung des Maastrichter oder Lissabonner Vertrags.

    • Karst
    • 11.01.2012 um 15:29 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc

    • joG
    • 11.01.2012 um 15:34 Uhr

    ....nach einer starken Rezession und gefallener Einkommen das Land hier hinsichtlich wettbewerbsfähiger ist. So können sich die Italiener freuen, dass sie in 10 Jahren, zumindest gilt dies für jene, die dann leben und arbeiten können, in besserer Verfassung sein werden. In der Zwischenzeit mag das die Skepsis nähren, die EU und der Euro wären legitim und überhaupt eine gute Idee. Sicher werden Randgruppen mit etwas populistischeren Ideen gestärkt werden und das europäische Projekt in Gefahr bringen.

    Alternativ kann man ein substantielles Solidarpaket aus Deutschland, Dänemark und Holland finanzieren. Das wäre eindrucksvoll, bedenkt man die notwendige Größe.

    • joG
    • 11.01.2012 um 15:38 Uhr

    ....Papandreou sein Sparpaket legitimieren wollte, würde Ihre These zu stützen scheinen und stellt sich in eine lange Reihe solcher Abscheu, wenn man an das Prozedere der Legitimierung des Maastrichter oder Lissabonner Vertrags.

    Antwort auf "Und ich dachte"
    • k2
    • 11.01.2012 um 15:47 Uhr

    Fox meldet, dass der € heute steige. Weiter
    meldet Fox, dass Italien nicht beim Rating
    runtergestuft werde. Ende Januar wird Italien
    dennoch runtergestuft.

  2. Prof. Ulrich van Suntum: "Italien ist ein Sprengsatz"
    "Italien ist ein Riesenproblem", sagt Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Universität Münster....

    http://goo.gl/fV1bA

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    " Prof. Ulrich van Suntum: "Italien ist ein Sprengsatz"
    "Italien ist ein Riesenproblem", sagt Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Universität Münster.... "

    Van Suntum ist doch einer dieser neoliberalen Spin-Doktoren die von der INSM finanziert werden...was schlägt der Herr Professor denn vor, um diesen Sprengsatz zu entschärfen?
    Lohnsenkungen, Privatisierungen und Deregulieren...um die "Investitionsbedingungen zu verbessern"?
    Weil dass ja schon in Deutschland so gut geklappt hat?

    " Prof. Ulrich van Suntum: "Italien ist ein Sprengsatz"
    "Italien ist ein Riesenproblem", sagt Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Universität Münster.... "

    Van Suntum ist doch einer dieser neoliberalen Spin-Doktoren die von der INSM finanziert werden...was schlägt der Herr Professor denn vor, um diesen Sprengsatz zu entschärfen?
    Lohnsenkungen, Privatisierungen und Deregulieren...um die "Investitionsbedingungen zu verbessern"?
    Weil dass ja schon in Deutschland so gut geklappt hat?

  3. Sie Lobt solange wie Italien unsere Ware kauft aber da sehe ich Probleme auf uns zukommen.

  4. Kein Problem. Einige Umbauten in Ministerien, und schon ist Sie da, die Mehrbeschäftigung. Ob Deutschland, Italien oder sonstwo, Funktioniert in jedem Staat!

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