Europa Das Geld zur Lösung der Schuldenkrise ist da
Private Geldvermögen müssen stärker zur Lösung der Schuldenkrise genutzt werden. Das wäre besser, als sich über Standard & Poor's aufzuregen. Ein Kommentar
Der Vorgang ist längst rituell. Wieder hat eine amerikanische Ratingagentur ihre Noten für die Kreditwürdigkeit von einigen Euro-Staaten gesenkt; dieses Mal waren es gleich neun. Erneut müssen nun die dortigen Verwalter der Staatskassen damit rechnen, dass die Nachfrage für ihre Anleihen nachlässt, und die Zinskosten für ihre Schulden steigen. Einmal mehr schäumen daher Politiker von Madrid bis Berlin, es handele sich um ein Fehlurteil, das der anti-europäischen Haltung der Angelsachsen entspringe. Und wieder sind sich alle darin einig, dass der Einfluss der Kreditprüfer beschränkt werden muss.
Doch die Empörung über die vermeintliche Sabotage gegen den Euro offenbart nur die beschränkte Perspektive jener, die sie vortragen. Denn die Analysten von Standard & Poor’s haben lediglich aufgeschrieben, was unter den meisten Ökonomen längst als ausgemacht gilt: Das von der Merkel-Regierung diktierte Konzept zur Stabilisierung der Staatsfinanzen in der Euro-Zone allein über radikale Sparprogramme funktioniert nicht und macht alles nur noch schlimmer.
- Oktober 2009
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© Vladimir Rys/Getty ImagesDie griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
- 16. Dezember 2009
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© Justin Lane/dpaAls erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.
- 11. Februar 2010
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© John Thys/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.
- 2. Mai 2010
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© Jean-Christophe Verhaegen/AFPDie EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).
- 8. Mai 2010
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© Bernd Weißbrod/dpaDas Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.
- 10. Mai 2010
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.
- 7. Juni 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.
- 29. September 2010
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© John Thys/Getty ImagesEU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.
- 30. September 2010
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© Bernd Thissen/dpaDie Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.
- 21. November 2010
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© David Cannon/Getty ImagesIrland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
- 28. November 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.
- 16. Dezember 2010 /25. Januar 2011
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.
- 11. März 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.
- April 2011
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© Wolfgang Kumm/dpaInnerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."
- 7. April 2011
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© Patrick Pleul/dpaAuch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.
- Juli 2011
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© Vincenzo Pinto/AFPDie Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."
- 21. Juli 2011
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© Ralph Orlowski/Getty ImagesDie Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.
- 8. August 2011
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© Daniel Roland/AFPDie Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.
- August 2011
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© David Ramos/Getty ImagesDie Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.
- 16. August 2011
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© Patrick Kovarik/AFPMerkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.
- 31. August 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDas Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.
- August/September 2011
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Banken Frankfurt
© Alex Grimm/Getty ImagesDie europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.
- 7. September 2011
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Bundesverfassungsgericht
© Ralph Orlowski/Getty ImagesErneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.
- Mitte September 2011
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© Sakis Mitrolidis/AFPDie Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.
- 29. September 2011
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© Sean Gallup/AFP/Getty ImagesDer Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.
- Oktober 2011
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© Odd Andersen/AFP/Getty ImagesAm 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.
- Anfang November 2011
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Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou
© Orestis Panagiotou/EPA/dpaAm 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
- Mitte November 2011
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Mario Monti
© Filippo Monteforte/AFP/Getty ImagesNach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.
- Dezember 2011
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David Cameron in Brüssel
© Eric Feferberg/AFP/Getty ImagesAm 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.
- 13. Januar 2012
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© Getty Images
Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.
- 31. Januar
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© Getty Images
Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.
- 21. Februar
Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.
- 8. März 2012
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© Oli Scarff/Getty Images

Der Parthenon auf der Akropolis
Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.
Um ein Missverständnis zu vermeiden: Das Oligopol der drei US-Ratingagenturen, die gemeinsam 90 Prozent des Marktes für Bonitätsprüfung beherrschen, ist eine verhängnisvolle Fehlkonstruktion. Immer wieder, von der Asienkrise über die Bewertung der Pleitekonzerne Lehman Brothers und AIG bis hin zur Überschuldung Griechenlands, haben die großen drei kläglich versagt. Stets vergaben sie ihre Bestnoten noch bis kurz vor dem Zusammenbruch, nur um anschließend umso drastischer herabzustufen und damit die Krisen noch zu verschärfen.
Im Fall der "toxischen"US-Hypothekenanleihen, deren Ausfall die Krise auslöste, beteiligten sich die Notengeber aus New York sogar aus reiner Geldgier an der absichtlichen Falschbewertung faktisch wertloser Papiere. De facto spiegelt das Urteil der Agenturen also stets nur die Stimmung innerhalb der Finanzindustrie. Ist diese euphorisch, übersehen die Prüfer die Risiken. Sind die Anlageprofis dagegen pessimistisch gestimmt, urteilen auch die Agenturen eher vorsichtig.
Insofern gibt es allen Grund, deren Macht zu beschneiden. Und völlig unverständlich ist, warum Europas Regierungen und ihre Brüsseler Kommissare dies nicht längst getan haben. Würden sie nur den Bezug auf die Noten der Agenturen aus allen staatlichen Regelwerken streichen, zum Beispiel aus den Vorschriften für Versicherungen und Banken, dann wäre der Einfluss der Herren über das Dreifach-A auf die Kapitalströme weitgehend dahin. Ihre Urteile würden zu dem, was sie eigentlich sind: unverbindliche und unzuverlässige private Gütesiegel.
All das entbindet die Regierenden jedoch nicht davon, sich mit der von S&P angeführten Begründung für die Herabstufung der Euro-Länder auseinanderzusetzen, anstatt nur die Boten der schlechten Nachricht zu prügeln. Schließlich ist unübersehbar, dass die einseitige Kürzung der Staatsausgaben und Erhöhung der Massensteuern zulasten des Einkommens der einfachen Leute die Wirtschaft der Krisenländer so schwächt, dass praktisch nicht mehr in Bildung, Infrastruktur und neue Produkte investiert wird.
So geraten sie aber in eine Abwärtsspirale, in der die Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung nicht schrumpfen, sondern sogar noch anwachsen – so wie es in Griechenland schon geschieht.
Darum gilt es, endlich jene heranzuziehen, die am meisten vom schuldenfinanzierten Boom profitiert und bisher fast nichts zur Bewältigung der Folgen beigetragen haben: die Besitzer der in allen Krisenländern reichlich vorhandenen Geldvermögen, deren Existenz ohnehin nur die andere Seite der hohen Verschuldung ist. So verfügen allein die drei Millionen Europäer, die jenseits ihrer Immobilien und sonstigen Werte eine Million Euro flüssig haben, über doppelt so viel Kapital wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien zusammen an Schulden haben. Gewiss, über diese Quelle zur Schuldentilgung haben die Bonitätsapostel von S&P nicht geschrieben. Aber das ist auch nicht ihr Job. Die Alternativen muss die Politik schon selbst entwickeln.
- Datum 17.01.2012 - 10:29 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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"Unter den Linden". Prof. Sinn vom IFO Institut und Ex EU Kommissar Verheugen.
Dort wurde von zwei kundigen Experten ganz klar bestimmt wer die Zeche zahlt. Wir, die deutschen Steuerzahler.
Bringen werden Rettungsschirme gar nichts.
Es ging auch nie um Staaten-Rettungspakete. Ausschliesslich die Rettung der Banken steht im Vordergrund.
Deutlicher konnte man es nicht sagen.
für jeden Sinn finden Sie mindestens einen Unsinn.
Hier nochmal der Link zum Stream
http://www.phoenix.de/con...
war erfrischend mal die pessimistische Wahrheit zu hören, da brauchen wir uns auch keine Gedanken machen woher wir das Geld zum Retten nehmen weil wir nix retten sondern den Euro vergessen und das System kräftig umkrempeln, leider haben die Banken da sicher keine Lust zu.
für jeden Sinn finden Sie mindestens einen Unsinn.
Hier nochmal der Link zum Stream
http://www.phoenix.de/con...
war erfrischend mal die pessimistische Wahrheit zu hören, da brauchen wir uns auch keine Gedanken machen woher wir das Geld zum Retten nehmen weil wir nix retten sondern den Euro vergessen und das System kräftig umkrempeln, leider haben die Banken da sicher keine Lust zu.
sicher, aber muß sich das im mittleren und unteren Bereich der Einkommensteuer abspielen? -
Wer sonst?
Ausserdem zahlen die obersten 10% bekanntlich sowieso schon das Meiste ... waren es nicht 67,456% ... der gesamten Staatseinnahmen?
Wer sonst?
Ausserdem zahlen die obersten 10% bekanntlich sowieso schon das Meiste ... waren es nicht 67,456% ... der gesamten Staatseinnahmen?
Stellt der Autor hier das Eigentumsrecht oder das System in Frage?
Beides öffentlich auch nur zu diskutieren würde dem EURO den Rest geben.
Sicher, sparen bringt nichts, aber diese "Quellen zur Schuldentilgung" haben einen ganzen Planeten um sich nicht daran beteiligen zu müssen zur Verfügung.
Nichts wäre der City of London lieber als das sich die EUROStaaten um eben diese Quellen "kümmern"...
"Stellt der Autor hier das Eigentumsrecht oder das System in Frage?"
Der Ursprung der Euro-Krise war die Finanz- und Bankenkrise.
Und im Zusammenhang der Behandlung der Finanzkrise ist die Frage nach dem "Eigentumsrecht" in der Tat sehr interessant.
Etliche Banken waren praktisch bankrott, weil sie sich verzockt hatten. Und mit ihnen natürlich auch diejenigen, welche mit Wertpapieren aller Art spekuliert hatten.
Diese Wertpapiere wären futsch gewesen.
Nun wurden aber diese bankrotten Banken und ihre wertlosen Papiere "gerettet", mit Steuergeldern.
Das entsprach einer Massenenteignung der Allgemeinheit zugunsten einer kleinen Minderheit von reichen Bankkunden.
Man hätte von Anbeginn der Finanzkrise die maroden Banken in den Konkurs gehen lassen sollen und den Kreditbedarf der mittelständischen Instustrie aus einer neu gegründeten Staatsbank finanzieren sollen.
Staatdessen hat man Milliardenbeträge den maroden Banken geschenkt.
Diese kommen nun mit "Eigentumsrechten" an, wenn sie sich an den Folgen ihrer Krise beteiligen sollen.
"Stellt der Autor hier das Eigentumsrecht oder das System in Frage?"
Der Ursprung der Euro-Krise war die Finanz- und Bankenkrise.
Und im Zusammenhang der Behandlung der Finanzkrise ist die Frage nach dem "Eigentumsrecht" in der Tat sehr interessant.
Etliche Banken waren praktisch bankrott, weil sie sich verzockt hatten. Und mit ihnen natürlich auch diejenigen, welche mit Wertpapieren aller Art spekuliert hatten.
Diese Wertpapiere wären futsch gewesen.
Nun wurden aber diese bankrotten Banken und ihre wertlosen Papiere "gerettet", mit Steuergeldern.
Das entsprach einer Massenenteignung der Allgemeinheit zugunsten einer kleinen Minderheit von reichen Bankkunden.
Man hätte von Anbeginn der Finanzkrise die maroden Banken in den Konkurs gehen lassen sollen und den Kreditbedarf der mittelständischen Instustrie aus einer neu gegründeten Staatsbank finanzieren sollen.
Staatdessen hat man Milliardenbeträge den maroden Banken geschenkt.
Diese kommen nun mit "Eigentumsrechten" an, wenn sie sich an den Folgen ihrer Krise beteiligen sollen.
Frau Merkel gibt ein paar von ihren Kostümchen zur Versteigerung in einem Auktionshaus frei und der eine oder andere ihrer männlichen Kollegen seine Krawattennadeln.
Von dem Erlös könnte dann der Rettungsschirm finanziert werden.
Wenn dann noch ein oder zwei Urlaube pro Jahr aus der Politikerkaste von Fernziel auf Nahziel und 3-Stern statt 5-Stern umgebucht würden und dieser Erlös wiederrum ...
Na ja - Ich wünsch allen noch ein schönes und gemütliches Kaffeetrinken ...
Die EU Staaten waren vor der Finanzmarktkrise schon hoffnungslos überschuldet, verursacht von der Politik,
von keinem anderen sonst. Immer mehr ausgeben als einnehmen funktioniert eben nicht. Für diese Erkenntnis bedarf es keines Harvard Studiums. Die Finanzmarktkrise hat dazu beigetragen, dass nun die Schuldenblase platzt.
....auf den Kopf. Lediglich hätten die Staaten die Verschuldung etwas länger ausbauen können, wären die Belastungen der Krise ausgeblieben. Im Schnitt haben die meisten Nationen mehr ausgegeben als sie produzierten und haben das Geld in großen Teilen umverteilt, es damit für Konsum ausgegeben und nicht investiert. So ist das Produkt weniger stark gestiegen, als notwendig gewesen wäre, die Schulden zu tragen.
....auf den Kopf. Lediglich hätten die Staaten die Verschuldung etwas länger ausbauen können, wären die Belastungen der Krise ausgeblieben. Im Schnitt haben die meisten Nationen mehr ausgegeben als sie produzierten und haben das Geld in großen Teilen umverteilt, es damit für Konsum ausgegeben und nicht investiert. So ist das Produkt weniger stark gestiegen, als notwendig gewesen wäre, die Schulden zu tragen.
von der Beteiligung Reicher die Rede ist, denkt der kleine Bürger gerechtigkeitsfreudig an Millionäre und Milliardäre, die etwas abgeben sollen. Die Wirklichkeit kommt dann in Form einer wie auch immer verkappten Abgabe für alle (Mehrwertsteuer, Solidaritätszuschlag) oder gar nur für die arbeitende Bevölkerung (versicherungsfremde Leistungen), durch die der "Faktor Arbeit" verteuert wird um den Preis deshalb leider notwendig geordener weiterer Lohnzurückhaltung.
"Die da oben" hingegen verdienen soviel, dass sie sich steuerbefreiende "Investitionen" leisten können, die einen Großteil der von ihnen verlangten Steuern (warum keine Sozialabgaben?) steuerechtlich zu neutralisieren vermögen.
Hinzu kommt die schleichende Enteignung des Sparers durch Inflation und kalte Progression. Sparzinsen unterhalb der Inflationsrate - und mit einigen zehntausend Euro Rücklage - was will man da groß gewinnträchtig "anlegen"?
Warum wird uns immer eine Beteiligung der Reichen versprochen, wenn am Ende wieder wir geschröpft werden? Warum seid ihr da oben nicht wenigstens ehrlich genug zu sagen, was ihr tut?
Es ist Zeit, dass wir einmal LAUT fragen, wo der von uns erarbeitete Produktivitätszuwachs der bundesdeutschen Wirtschaft in den letzten zwanzig Jahren gelandet ist. Wenn nicht bei denen, die ihn erarbeitet haben - WO DANN?
das auf diesem Wege keine Beteiligung Reicher möglich ist.
Aber sehr wohl die Erhöhung des verfügbaren Anteils am Sozialprodukt für politisches Wunschtheater und damit Machterhalt.
Mit dem Neid auf die Reichen lässt sich das volk halt am Besten schröpfen, weil es Politikern die Handhabe gibt, Abgaben zu erhöhen.
Das marktwirtschaftliche System erlaubt aber keine konfiskatorische Bedienung bei dne oberen 10%, wer mehr Gleichheit will, muss Regeln vereinfachen Kosten durch staatliche Auflagen verringern, so dass jeder "Depp" auf der Strasse einem Konzern Konkurrenz machen kann.
So aber, mit der staatlichen Regelungswut und der damit einhergehenden Privilegierung für hochbezahlte Komplexe Verwaltungen, die nur ein relativ kleiner Teil mittels immer größerer Organisationen bewältigen kann, wird die Konzentration direkt gefördert.
Die daraus folgende Macht, auch über die abhängigen Belegschaften erpressen dann den Staat zu einer quasi Existenzgarantie. Wie früher bei Stahlkonzernen und gerade bei den Banken geschehen, die noch für den Geldkreislauf unabdingabr sind.
H.
http://www.attac.de/aktue...
Sie haben so sehr recht mit Ihren Fragen und wünschen sich lautstarke Emanzipation der Bürger. Es waren am Sonntag gefühlte 500 Leute in Berlin. Wo war der Rest?
1.000 Schafe? Sehen Sie: so funktioniert Finanzpolitik unter Schäuble und Merkel.
Demokratien) die zahlenmäßig stärkste Gruppe, die Mittelschicht und hierbei v.a. wiederum die untere Mittelschicht traditionell bei Wahlen mit der Oberschicht stimmt und damit im Ergebnis gegen ihre eigenen Interessen. Hintergrund dieses selbstschädigenden Verhaltens ist wohl der Versuch der Orientierung an den wirklich Reichen und Wichtigen im Staate und die Angst vor dem Absturz in die Unterschicht. Man glaubt, wegen seinem kleinen Reihenhäuschen oder dem Festgeldkonto "zu den Besitzenden" zu gehören und stimmt folglich (scheinbar konsequent und richtig) mit den "Besitzenden" ab.
Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen wurde im vergangenen Frühjahr/Sommer hier auf ZEIT-Online diskutiert und besprochen. Am deutlichsten wurde dies bei der letzten Bundestagswahl, als Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger FDP gewählt (haben sollen). Im Versuch der Abgrenzung zu denjenigen, denen es noch schlechter geht, wendet man sich gegen sich selbst. Dies ist eigentlich der absolute Irsinn, aber der Oberschicht gelingt es bislang immer wieder, die entsprechenden Instinkte und Absinkensängste zu mobilisieren. Ich verstehe das zwar auch nicht, aber die Beobachtung ist ganz klar.
CHILLY
schweizer Banken nach, oder auch in Luxemburg. Vielleicht werden Sie ja fündig?
1. Der europ. Gesetzgeber muss das Meinungs-Monopol der Rating-Agenturen brechen. Wie, ist noch nicht klar, aber es kann nicht angehen, dass drei private Firmen aus den USA über Gedeih und Verderb des Euro entscheiden.
2. Finanztransaktionssteuer einführen. Wenn spekulative Geschäfte abwandern, sollen sich die neuen Geschäftsstandorte bitte um die fälligen Rettungsschirme kümmern.
3. Staatliche Rettung nur für Banken, die ausschließlich OHNE Investmentsparte arbeiten (also nur Einlagen- und Kreditgeschäft). Da das im Ernstfall politisch schwer durchzusetzen ist, am besten gleich völlige gesetzliche Trennung von Einlagen-/Kredit- und Investmentbanken.
Eigenhandel der Banken gehört NICHT vom Staat gerettet. Konservative Sparer verdienen aber Sicherheit.
Man darf nicht die Rating-Agenturen oder Banken unsere Demokratie aushöhlen lassen.
4. Keine generellen Erhöhungen der EINKOMMENSSTEUERN. Europa braucht Wachstum, zu hohe Besteuerung von Erwerbseinkommen ist in der Tat leistungsfeindlich.
5. Generelle deutliche Erhöhung der KAPITALERTRAGSSTEUERN. Bloße Reichtumsmehrung allein durch Besitz ist ebenso leistungsfeindlich, da kein Wohlstand geschaffen wird. Wer diese Steuern umgehen will, soll sein liquides Kapital gerne woanders hinschaffen - mal sehen, ob es dort auch Rettungsschrime gibt...
6. Klare Erhöhung der Erbschafssteuer (mit Freibeträgen). Leistungsloser als durch Erbe kann man Wohlstand nicht erlangen. Selbst den Lottoschein muss man erst mal bezahlen.. .
das auf diesem Wege keine Beteiligung Reicher möglich ist.
Aber sehr wohl die Erhöhung des verfügbaren Anteils am Sozialprodukt für politisches Wunschtheater und damit Machterhalt.
Mit dem Neid auf die Reichen lässt sich das volk halt am Besten schröpfen, weil es Politikern die Handhabe gibt, Abgaben zu erhöhen.
Das marktwirtschaftliche System erlaubt aber keine konfiskatorische Bedienung bei dne oberen 10%, wer mehr Gleichheit will, muss Regeln vereinfachen Kosten durch staatliche Auflagen verringern, so dass jeder "Depp" auf der Strasse einem Konzern Konkurrenz machen kann.
So aber, mit der staatlichen Regelungswut und der damit einhergehenden Privilegierung für hochbezahlte Komplexe Verwaltungen, die nur ein relativ kleiner Teil mittels immer größerer Organisationen bewältigen kann, wird die Konzentration direkt gefördert.
Die daraus folgende Macht, auch über die abhängigen Belegschaften erpressen dann den Staat zu einer quasi Existenzgarantie. Wie früher bei Stahlkonzernen und gerade bei den Banken geschehen, die noch für den Geldkreislauf unabdingabr sind.
H.
http://www.attac.de/aktue...
Sie haben so sehr recht mit Ihren Fragen und wünschen sich lautstarke Emanzipation der Bürger. Es waren am Sonntag gefühlte 500 Leute in Berlin. Wo war der Rest?
1.000 Schafe? Sehen Sie: so funktioniert Finanzpolitik unter Schäuble und Merkel.
Demokratien) die zahlenmäßig stärkste Gruppe, die Mittelschicht und hierbei v.a. wiederum die untere Mittelschicht traditionell bei Wahlen mit der Oberschicht stimmt und damit im Ergebnis gegen ihre eigenen Interessen. Hintergrund dieses selbstschädigenden Verhaltens ist wohl der Versuch der Orientierung an den wirklich Reichen und Wichtigen im Staate und die Angst vor dem Absturz in die Unterschicht. Man glaubt, wegen seinem kleinen Reihenhäuschen oder dem Festgeldkonto "zu den Besitzenden" zu gehören und stimmt folglich (scheinbar konsequent und richtig) mit den "Besitzenden" ab.
Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen wurde im vergangenen Frühjahr/Sommer hier auf ZEIT-Online diskutiert und besprochen. Am deutlichsten wurde dies bei der letzten Bundestagswahl, als Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger FDP gewählt (haben sollen). Im Versuch der Abgrenzung zu denjenigen, denen es noch schlechter geht, wendet man sich gegen sich selbst. Dies ist eigentlich der absolute Irsinn, aber der Oberschicht gelingt es bislang immer wieder, die entsprechenden Instinkte und Absinkensängste zu mobilisieren. Ich verstehe das zwar auch nicht, aber die Beobachtung ist ganz klar.
CHILLY
schweizer Banken nach, oder auch in Luxemburg. Vielleicht werden Sie ja fündig?
1. Der europ. Gesetzgeber muss das Meinungs-Monopol der Rating-Agenturen brechen. Wie, ist noch nicht klar, aber es kann nicht angehen, dass drei private Firmen aus den USA über Gedeih und Verderb des Euro entscheiden.
2. Finanztransaktionssteuer einführen. Wenn spekulative Geschäfte abwandern, sollen sich die neuen Geschäftsstandorte bitte um die fälligen Rettungsschirme kümmern.
3. Staatliche Rettung nur für Banken, die ausschließlich OHNE Investmentsparte arbeiten (also nur Einlagen- und Kreditgeschäft). Da das im Ernstfall politisch schwer durchzusetzen ist, am besten gleich völlige gesetzliche Trennung von Einlagen-/Kredit- und Investmentbanken.
Eigenhandel der Banken gehört NICHT vom Staat gerettet. Konservative Sparer verdienen aber Sicherheit.
Man darf nicht die Rating-Agenturen oder Banken unsere Demokratie aushöhlen lassen.
4. Keine generellen Erhöhungen der EINKOMMENSSTEUERN. Europa braucht Wachstum, zu hohe Besteuerung von Erwerbseinkommen ist in der Tat leistungsfeindlich.
5. Generelle deutliche Erhöhung der KAPITALERTRAGSSTEUERN. Bloße Reichtumsmehrung allein durch Besitz ist ebenso leistungsfeindlich, da kein Wohlstand geschaffen wird. Wer diese Steuern umgehen will, soll sein liquides Kapital gerne woanders hinschaffen - mal sehen, ob es dort auch Rettungsschrime gibt...
6. Klare Erhöhung der Erbschafssteuer (mit Freibeträgen). Leistungsloser als durch Erbe kann man Wohlstand nicht erlangen. Selbst den Lottoschein muss man erst mal bezahlen.. .
einne Zusammenbruch des Systems zu vermeiden.
Zur Zeit fährt die Regierung eine doppelte Strategie, einerseits restriktiv über Entschuldung, auf der anderne Seite eine in Schüben expansive Geldpolitik der EZB.
Ich halte das für richtig, egal was die Experten sagen.
Das tue ich deshalb, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass verschuldete Staatshaushalte in gesunden Zeiten nicht sanierungsfähig sind. Das ist keine ökonomische, sondern eine politische Grenze, womit die Aussagen der Ökonomen diesbezüglich nur noch von begrenztem Wert sind.
Solange dieser Zusammenhang gilt, ist es ausgeschlossen über zusätzliche Verschuldung das Problem zu lösen!
Das ist eine feststehende Tatsache.
Wie lange die USA ihre expansive Geldpolitik weiter betreiben können ist die große Frage, letztlich aber ist die relative Schwächung des Euroraumes unabdingabe Voraussetzung für diese Politik, damit das Kapital weiter dorthin fließt. Gäbe die EZB nach, hin zu einer deutlicheren Verschuldung würden wir nur die amerikanischen Schulden bezahlen, ohne das die etwas an ihrem System nachhaltig ändern würden.
Letztlich sollte für Staaten ein Dauerverschuldungsverbot gelten, weil Staaten, anders als Firmen und Privatleute, für hemmungslosen Konsum nicht die Konsequenzen tragen müssen.
Verschuldung sollte nur Zweckgebunden für Investionen erlaubt sein und mit jeweils festen Lauf- und Tilgungszeiten versehen sein. Und Regierungen sollten persönlich haften für die Überschreitung einer Schuldengrenze
H.
das die beste Chance hat ueber laengere Zeit die Trendkurve in die Richtung zu biegen, die vielleicht das ermoeglicht, was Ihnen vorschwebt. Die Alternative waere ein System-Gau, der ohne Zweifel in unserer globalisierten Welt das Schlimmste waere.
Das Durchwursteln ist jedoch nicht schmerzfrei und es gilt deshalb der Versuchung "das Ende mit Schrecken" zu riskieren zu widerstehen. Bildlich, wir muessen durch das "Fegefeuer" um der "Hoelle" zu entgehen. Das lange genug durchzuhalten wird dadurch erschwert, dass an jeder Ecke falsche Propheten lauern um politische Vorteile zu erhaschen.
In privaten Firmen besteht das gleiche Problem - die Manager tragen (in einem gewissen Rahmen) keine persönliche Verantwortung für ihre Entscheidungen. Nur sind wir als die Eigentümer der Deutschland-AG bisher nicht sehr streng mit den von uns angestellten Managern, also den Politikern gewesen.
Ich hoffe, es findet ein Kurswechsel im Denken statt, wenn die Krise überstanden ist. Dass Staatsschulden so schnell so gravierende Probleme bereiten können, war wohl wenigen wirklich bewusst.
das die beste Chance hat ueber laengere Zeit die Trendkurve in die Richtung zu biegen, die vielleicht das ermoeglicht, was Ihnen vorschwebt. Die Alternative waere ein System-Gau, der ohne Zweifel in unserer globalisierten Welt das Schlimmste waere.
Das Durchwursteln ist jedoch nicht schmerzfrei und es gilt deshalb der Versuchung "das Ende mit Schrecken" zu riskieren zu widerstehen. Bildlich, wir muessen durch das "Fegefeuer" um der "Hoelle" zu entgehen. Das lange genug durchzuhalten wird dadurch erschwert, dass an jeder Ecke falsche Propheten lauern um politische Vorteile zu erhaschen.
In privaten Firmen besteht das gleiche Problem - die Manager tragen (in einem gewissen Rahmen) keine persönliche Verantwortung für ihre Entscheidungen. Nur sind wir als die Eigentümer der Deutschland-AG bisher nicht sehr streng mit den von uns angestellten Managern, also den Politikern gewesen.
Ich hoffe, es findet ein Kurswechsel im Denken statt, wenn die Krise überstanden ist. Dass Staatsschulden so schnell so gravierende Probleme bereiten können, war wohl wenigen wirklich bewusst.
... des Magazins "fluter" der Bundeszentrale für politische Bildung stand zuletzt folgendes:
"3 Millionen Europäer besitzen über 7 Billionen Euro. Das sind mehr als das Doppelte der Staatsschulden von Italien, Spanien, Irland, Portugal und Griechenland zusammen."
Ob Frau Merkel schon von diesem Magazin gehört hat?
Mehr: http://www.fluter.de/
...dieser "drei Millionen Europäer" wären die Folgen politischer Schuldenpolitik lange nicht abgedeckt. Mehr als
2.000.000.000.000 € braucht es schon allein für Deutschland.
Und dann ? Weitermachen wie bisher und die öffentliche raushauen wie der Karnevalsprinz die Kamellen aus der Bütt ?
3 Millionen Europäer besitzen über 7 Billionen Euro. Das sind mehr als das Doppelte der Staatsschulden von .... zusammen"
Immer mal wieder eine so abgrundtief dämliche Rechnung zur Volksverdummung: Wollen sie die darin enthaltenen Rentenanwartschaften kapitalisieren? Wer und zu welchem Preis soll die dann schon deflationierten Immobilien kaufen? haben Sie sich die Dynamik klar gemacht?
Das sind die Milchmädchenrechnungen eines Lenin im Jahre 1917. Das Ergebnis kennen wir.
...dieser "drei Millionen Europäer" wären die Folgen politischer Schuldenpolitik lange nicht abgedeckt. Mehr als
2.000.000.000.000 € braucht es schon allein für Deutschland.
Und dann ? Weitermachen wie bisher und die öffentliche raushauen wie der Karnevalsprinz die Kamellen aus der Bütt ?
3 Millionen Europäer besitzen über 7 Billionen Euro. Das sind mehr als das Doppelte der Staatsschulden von .... zusammen"
Immer mal wieder eine so abgrundtief dämliche Rechnung zur Volksverdummung: Wollen sie die darin enthaltenen Rentenanwartschaften kapitalisieren? Wer und zu welchem Preis soll die dann schon deflationierten Immobilien kaufen? haben Sie sich die Dynamik klar gemacht?
Das sind die Milchmädchenrechnungen eines Lenin im Jahre 1917. Das Ergebnis kennen wir.
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