Standard & Poor's EU spielt Downgrading herunter

Die Herabstufung von neun Euro-Ländern durch die Rating-Agentur Standard & Poor's löst weltweit Kritik und Verwunderung aus. Politiker sprechen von einem "Warnschuss".

International hat die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von neun EU-Ländern durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) Irritationen ausgelöst. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier äußerte sich "überrascht". Die Bewertung berücksichtige nicht "die aktuellen Fortschritte" der Währungsgemeinschaft im Kampf gegen die Schuldenkrise, sagte er.

Wichtiger als die neue Note der Agentur sei die "objektive ökonomische Bewertung der aktuellen Situation". In allen Ländern würden beispiellose Anstrengungen unternommen, um die Staatsdefizite zu reduzieren. Das Downgrading sei nur "eine Meinung unter anderen", sagte er.

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Auch Währungskommissar Olli Rehn kritisierte die Abstufung. "Das geschieht zu einer Zeit, in der die Euro-Zone entschlossen an allen Fronten auf die Krise antwortet", sagte der Finne. Er bedauere die "ungereimte Entscheidung".

S&P hatte unter anderem Frankreich, Österreich, Italien und Spanien herabgestuft, Frankreich und Österreich verloren ihre Bestnote. Portugal und Zypern wurde gleich um zwei Stufen gesenkt. Die Kreditwürdigkeit Maltas, der Slowakei und Sloweniens sank jeweils um eine Stufe. Nur Deutschland, die Niederlande, Luxemburg und Finnland bewertet S&P weiter mit der Spitzennote AAA.

In Frankreich machte der sozialistische Spitzenkandidat François Hollande den konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy für die Herabstufung verantwortlich. Er bedauere, dass Sarkozy die Schlacht um die Topnote AAA verloren haben, sagte Hollande. Die US-Rating-Agentur habe nicht Frankreich, sondern "eine Politik herabgestuft" und die von Sarkozy "seit 2007 praktizierte Politik in Frage gestellt". Er fürchte, dass die Franzosen den Preis dafür zahlen müssten.

Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Eva Joly, sprach von einer "Niederlage der Politik Sarkozys". Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen kommentierte, der Staatschef verliere endgültig seinen Mythos des Beschützers.

Aus Deutschland kam Kritik an Sarkozy von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Er sieht eine mangelnde Reformbereitschaft als Mitursache für den Verlust der Topbonität des Landes.
"Sarkozy und Merkel setzen beide auf Gipfeltreffen mit Blitzlichtern und Kameras, aber politische Taten bleiben aus", sagte er der Bild am Sonntag. Er befürchte, das gleiche werde man bei der Finanztransaktionssteuer erleben. Die Herabstufung lasse die Chancen für Sarkozy bei der Präsidentenwahl im April sinken.

Ewald Nowotny, Chef der österreichischen Nationalbank, sieht politische Gründe für die Herabstufung: "Das ist ja eine politische Aktion, wenn in einem Schlag ganz Europa heruntergeratet wird oder zumindest eine negative Perspektive erhält.

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda fürchtet, dass nun sein Land in den Fokus der Rating-Agenturen rückt. Europas Schuldenkrise sei nicht nur auf der anderen Seite eine Katastrophe, sagte Noda in einem Fernsehinterview. Wenn sich Japan auch in Zukunft bei der Haushaltsgestaltung nur auf das konzentriere, was gut für die Gegenwart sei, könne das Land in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Deswegen sei bei der Fiskalpolitik eine gewisse "Krisenstimmung" angebracht.

China warnte die Rating-Agenturen vor einer Verschärfung der Schuldenkrise. Zwar sei der Schritt von S&P berechtigt, jedoch werfe der Zeitpunkt der Herabstufung Fragen auf. "Die Rating-Agenturen sollten ihre Macht mit Vorsicht gebrauchen, um zu vermeiden, dass sie zu einem unheilvollen Verstärker der anhaltenden Staatschuldenkrise in Europa werden", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie habe das Downgrading "zur Kenntnis genommen". Das Ergebnis sei nicht überraschend gekommen, sagte sie wie auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der Minister hatte schon am Freitag eingeräumt, dass es "eine Verunsicherung gegenüber der Euro-Zone gibt". Genau deshalb werde an einer Stabilisierung der Euro-Zone durch ein neues Regelwerk gearbeitet. Auswirkungen auf Deutschland wollte der Minister nicht ausschließen. Für Merkel ergibt sich aus dem Rating die Konsequenz, den auf U-Ebene beschlossenen Fiskalpakt – der eine bessere Haushaltsdisziplin der Euro-Länder vorschreibt – schnell umzusetzen.

Der CDU-Finanzexperte Klaus-Peter Willsch forderte, nun das bisherige Euro-Krisenmanagement zu überdenken. "Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dem abwegigen Vorhaben, Länder ganz vom Finanzmarkt zu nehmen und vollständig über Hilfsmechanismen mit Schuldenvergemeinschaftung zu refinanzieren", sagte das Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestages Handelsblatt Online. "Sonst verlieren wir als Deutsche auch noch unser Top-Rating, und der Retter der Euro-Zone geht selbst unter durch die Lasten, die ihm durch die Gewährsträgerstellung für die gesamte Euro-Zone aufgebürdet werden." Insbesondere die Herabstufung Frankreichs zeige die "Endlichkeit" der Rettungsschirm-Politik.

Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, sprach von einen "nicht zu überhörenden Warnschuss für Deutschland". Die Koalition von Union und FDP sollte die Rating-Entscheidung daher zum Anlass nehmen, ihre Steuersenkungspläne zurückzunehmen. "Die steigende Neuverschuldung in 2012 ist ein schwerer Fehler", so Oppermann.

Der FDP-Finanzexperte Frank Schaeffler sagte, er erwarte nach den S&P-Herabstufungen für Deutschland ein deutlich höheres Haftungsrisiko beim Euro-Rettungsfonds EFSF. Der deutsche Garantierahmen von 211 Milliarden Euro werde daher nicht ausreichen. Das werde auf Dauer auch das deutsche Rating belasten.

Nach Einschätzung von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider sind die Herabstufungen angesichts der weitreichenden Reformen in vielen Krisenländern der Euro-Zone nicht nachvollziehbar. Der jüngste EU-Gipfel habe nach seiner Einschätzung mit dem dort entwickelten Fiskalpakt große Fortschritte gebracht. Standard & Poor's hätte hier zumindest die weitere Ausgestaltung auf dem nächsten Gipfeltreffen Ende Januar abwarten können, sagte er.

 
Leser-Kommentare
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    • joG
    • 14.01.2012 um 12:29 Uhr

    ....wie eine Persiflage. Leider ist das aber das Bild, das Deutschland seit Einführung des Euro abgibt, nicht nur in diesem Zusammenhang. Wenn ein vorsichtiger Bürokrat wie Monti schon darauf hinweist, dass das Bild Deutschlands in der Bevölkerung die ganze Rettung in Frage stellen könnte, weiß man, dass die Sache bereits überkocht.

    • joG
    • 14.01.2012 um 12:29 Uhr

    ....wie eine Persiflage. Leider ist das aber das Bild, das Deutschland seit Einführung des Euro abgibt, nicht nur in diesem Zusammenhang. Wenn ein vorsichtiger Bürokrat wie Monti schon darauf hinweist, dass das Bild Deutschlands in der Bevölkerung die ganze Rettung in Frage stellen könnte, weiß man, dass die Sache bereits überkocht.

    • joG
    • 14.01.2012 um 12:24 Uhr

    ... "überrascht"."

    Genau solches Verhalten ist es ja, das die Anleger so beunruhigt und S&P bewertet.

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    alles falsch. IGNORIEREN müsste die angemessene Reaktion sein.

    alles falsch. IGNORIEREN müsste die angemessene Reaktion sein.

    • joG
    • 14.01.2012 um 12:29 Uhr

    ....wie eine Persiflage. Leider ist das aber das Bild, das Deutschland seit Einführung des Euro abgibt, nicht nur in diesem Zusammenhang. Wenn ein vorsichtiger Bürokrat wie Monti schon darauf hinweist, dass das Bild Deutschlands in der Bevölkerung die ganze Rettung in Frage stellen könnte, weiß man, dass die Sache bereits überkocht.

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    Jetzt kann man meinen Text ja nicht mehr lesen.
    Ich wiederhole es aber mal vorsichtig:
    Hätte die BRD-Wirtschaft nicht aus einem Gemisch aus Billiglohnpolitik, schlimmen Arbeitsbedingungen, katastrofaler Ausbeutung der Beschäftigten und einer geradezu unfassbaren Arroganz gegenüber den EU Partnern dafür gesorgt, dass es nun die lage gibt, die wir haben und wäre von den Deutschen und den anderen Europäern rechtzeitig ausgebremst worden, gäbe es die heutigen probleme nicht.

    Jetzt kann man meinen Text ja nicht mehr lesen.
    Ich wiederhole es aber mal vorsichtig:
    Hätte die BRD-Wirtschaft nicht aus einem Gemisch aus Billiglohnpolitik, schlimmen Arbeitsbedingungen, katastrofaler Ausbeutung der Beschäftigten und einer geradezu unfassbaren Arroganz gegenüber den EU Partnern dafür gesorgt, dass es nun die lage gibt, die wir haben und wäre von den Deutschen und den anderen Europäern rechtzeitig ausgebremst worden, gäbe es die heutigen probleme nicht.

  2. 4. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Unterstellungen. Die Redaktion/mak

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    Entfernt. Kritik und Fragen richten Sie bitte an community@zeit.de. Der Kommentarbereich soll der sachlichen Diskussion dienen. Die Redaktion/mak

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    • rhsch
    • 14.01.2012 um 12:34 Uhr

    Frage, gibt es für Deutschland kein AAAA, also Quadro? Nicht?
    Na dann...
    logisch müssen andere heruntergestuft werden, WEIL(!) Deutschland kein vier Mal A erhalten kann - eine Not
    der Ratingagenturen.

    Gruß aus Karlsruhe
    rhsch
    -

  3. Das dient ganz eindeutig einer antieuropäischen Agenda durch US-amerikanische Wirtschaftskreise, der FED und diversen politischen Zirkeln.

    Der Euro soll vernichtet werden, um die Vormachtstellung des Dollars zu behaupten.

    11 Leser-Empfehlungen
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    und nach rein objektiven Kriterien haette eine Herabstufung GBs schon laengst erfolgen muessen. Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet die Verfechter dieses ausser Kontrolle geratenen Geschacheres voellig unbehelligt bleiben obwohl ihre wirtschaftliche Situation eine ziemlich Katastrophe darstellt. Man sollte Rating-Agenturen verbieten (koennen) und Investoren ihre eigenen Analysen anstellen lassen ... das machen serioese Investoren ohnehin.

    Schließlich sind wir (Bundesrepublik Deutschland) nur ein weiterer Bundesstaat der USA.
    Was genau damit bezweckt wird kann ich ihnen aber auch nicht sagen,sonst heißt es gleich wieder VT !

    • joG
    • 14.01.2012 um 18:37 Uhr

    ....näher betrachtet etwas dubios ist . Sie erklärt sich durch hiesige Berichterstattung zum Teil. Wenn man berichtet, wie folgt, so ist schafft das ein falsches Bild durch Auslassung: ""Die Rating-Agenturen sollten ihre Macht mit Vorsicht gebrauchen, um zu vermeiden, dass sie zu einem unheilvollen Verstärker der anhaltenden Staatschuldenkrise in Europa werden", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua." Die große chinesische Rating Agentur hatte bereits Frankreich herabgestuft. Das sollte dazu gesagt werden.

    Auch liest man immer von "amerikanischen Agenturen", als wären die Großen Drei alle amerikanisch und als gäbe es keine anderen. Das ist einfach falsch, hält sich aber in den Köpfen und moduliert die darin angestellten Gedanken. Auch ist es so, dass im aktuellen Fall Frankreich bereits in der Einschätzung der Anleger weltweit die Herabstufung offensichtlich schon vor Wochen geschehen ist. Die Spreads über Bund haben sich ausgeweitet. S&P ist in sofern hinter der Kurve und korregiert eine zu optimistische Sicht, wenn man die Staatsleute in Brasilien, Indien oder China die letzte Zeit hörte. Russia Today ist viel negativer auch ganz Europa als S&P.

    und nach rein objektiven Kriterien haette eine Herabstufung GBs schon laengst erfolgen muessen. Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet die Verfechter dieses ausser Kontrolle geratenen Geschacheres voellig unbehelligt bleiben obwohl ihre wirtschaftliche Situation eine ziemlich Katastrophe darstellt. Man sollte Rating-Agenturen verbieten (koennen) und Investoren ihre eigenen Analysen anstellen lassen ... das machen serioese Investoren ohnehin.

    Schließlich sind wir (Bundesrepublik Deutschland) nur ein weiterer Bundesstaat der USA.
    Was genau damit bezweckt wird kann ich ihnen aber auch nicht sagen,sonst heißt es gleich wieder VT !

    • joG
    • 14.01.2012 um 18:37 Uhr

    ....näher betrachtet etwas dubios ist . Sie erklärt sich durch hiesige Berichterstattung zum Teil. Wenn man berichtet, wie folgt, so ist schafft das ein falsches Bild durch Auslassung: ""Die Rating-Agenturen sollten ihre Macht mit Vorsicht gebrauchen, um zu vermeiden, dass sie zu einem unheilvollen Verstärker der anhaltenden Staatschuldenkrise in Europa werden", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua." Die große chinesische Rating Agentur hatte bereits Frankreich herabgestuft. Das sollte dazu gesagt werden.

    Auch liest man immer von "amerikanischen Agenturen", als wären die Großen Drei alle amerikanisch und als gäbe es keine anderen. Das ist einfach falsch, hält sich aber in den Köpfen und moduliert die darin angestellten Gedanken. Auch ist es so, dass im aktuellen Fall Frankreich bereits in der Einschätzung der Anleger weltweit die Herabstufung offensichtlich schon vor Wochen geschehen ist. Die Spreads über Bund haben sich ausgeweitet. S&P ist in sofern hinter der Kurve und korregiert eine zu optimistische Sicht, wenn man die Staatsleute in Brasilien, Indien oder China die letzte Zeit hörte. Russia Today ist viel negativer auch ganz Europa als S&P.

  4. 7. [...]

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    Aber warum werden auch simple Feststellungen gelöscht?

    Aber warum werden auch simple Feststellungen gelöscht?

  5. Jetzt kann man meinen Text ja nicht mehr lesen.
    Ich wiederhole es aber mal vorsichtig:
    Hätte die BRD-Wirtschaft nicht aus einem Gemisch aus Billiglohnpolitik, schlimmen Arbeitsbedingungen, katastrofaler Ausbeutung der Beschäftigten und einer geradezu unfassbaren Arroganz gegenüber den EU Partnern dafür gesorgt, dass es nun die lage gibt, die wir haben und wäre von den Deutschen und den anderen Europäern rechtzeitig ausgebremst worden, gäbe es die heutigen probleme nicht.

    11 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 14.01.2012 um 13:04 Uhr

    ....schon entschieden anders sehe als Sie, ist es schade, dass Ihr Beitrag nicht länger zu lesen ist. Er verband mehrere Sichtweisen auf interessante Art und war als Denkanstoß und als Zusammenfassung der Meinung Vieler im Ausland eigentlich recht wichtig, so falsch er in entscheidenden Punkten mir schien.

    Vielleicht wäre es empfehlenswert, einmal die detaillierten Begründungen der S&P-Aktion zu diskutieren, statt sich auf Ziffern zu beschränken. Die EU-Politiker hätten sich lediglich auf Verschärfung der Sparpolitik in den kleinen Peripherieländern konzentriert, die nur zur Schwächung der größeren Staaten führen könne. Die Frage des bedrohlich zunehmenden Euro-internen Ungleichgewichts sei auch auf dem letzten Gipfel vom 9.Dezember wieder vertagt worden.

    Richtig ist, daß wesentliche Teile der Konjunktur durch den Niedriglohnsektor gehalten werden. Wäre es nicht so gekommen, hätten die Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagert oder die Produkte wären ins Ausland abgewandert. Das hat aber alles relativ Wenig mit dem Wert einer Währung zu tun, den der Wert wird durch die Geldmengenpolitik bestimmt und dann auch durch den Schuldenberg. Das ist ganz einfach, denn würden Sie jemandem Geld leihen, von dem Sie nicht wissen, ob er die Schulden jemals zurückzahlen kann.
    Nein, für diese Situation ist ganz allein unser politisches System und verantwortungslos handelnde Politiker schuldig.

    "Hätte die BRD-Wirtschaft nicht aus einem Gemisch aus Billiglohnpolitik, schlimmen Arbeitsbedingungen, katastrofaler Ausbeutung der Beschäftigten und..."

    Die für Lidl in Bangladesch Beschäftigten oder Apples Lieferanten-Angestellten in China würden Ihnen sicherlich gerne mal Ihre Unkenntnis und Ignoranz vor Augen führen.

    Davon, dass in China oder Bangladesh die Arbeitsbedingungen NOCH um einiges schlimmer sind wie hier, macht es aber die immer menschenfeindlciheen Arbeitsbedingungen HIER nicht besser.
    Es ist mir schon klar, das viele deutsche(und auch amerikanische) Unternehmer heimlich nach indischen Arbeitsbedingungen lechzen, auch wenn sie es noch nicht laut auszusprechen wagen.
    Das, wpmit ich ehreamtlich wöchentäglich betraut bin, das erinnert mich bei kleinem an Bangladesh light.
    Und wenn man dem nicht Einhalt gebietet, ist es dann hier innerhalb von 15 Jahren wirklich wie dort.

    Jetzt steht allerdings zuerst die Lösung der Euroschuldenkrise an. Ich hoffe, es gibt in Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich endlich mal Personal, das die deutsche Wirtschaft endlich so in die Schranken weist, dass wir Alle nicht fürchten müssen, ein innereuropäischer Krieg ist näher als die EINigung des Kontinents.

    • joG
    • 14.01.2012 um 13:04 Uhr

    ....schon entschieden anders sehe als Sie, ist es schade, dass Ihr Beitrag nicht länger zu lesen ist. Er verband mehrere Sichtweisen auf interessante Art und war als Denkanstoß und als Zusammenfassung der Meinung Vieler im Ausland eigentlich recht wichtig, so falsch er in entscheidenden Punkten mir schien.

    Vielleicht wäre es empfehlenswert, einmal die detaillierten Begründungen der S&P-Aktion zu diskutieren, statt sich auf Ziffern zu beschränken. Die EU-Politiker hätten sich lediglich auf Verschärfung der Sparpolitik in den kleinen Peripherieländern konzentriert, die nur zur Schwächung der größeren Staaten führen könne. Die Frage des bedrohlich zunehmenden Euro-internen Ungleichgewichts sei auch auf dem letzten Gipfel vom 9.Dezember wieder vertagt worden.

    Richtig ist, daß wesentliche Teile der Konjunktur durch den Niedriglohnsektor gehalten werden. Wäre es nicht so gekommen, hätten die Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagert oder die Produkte wären ins Ausland abgewandert. Das hat aber alles relativ Wenig mit dem Wert einer Währung zu tun, den der Wert wird durch die Geldmengenpolitik bestimmt und dann auch durch den Schuldenberg. Das ist ganz einfach, denn würden Sie jemandem Geld leihen, von dem Sie nicht wissen, ob er die Schulden jemals zurückzahlen kann.
    Nein, für diese Situation ist ganz allein unser politisches System und verantwortungslos handelnde Politiker schuldig.

    "Hätte die BRD-Wirtschaft nicht aus einem Gemisch aus Billiglohnpolitik, schlimmen Arbeitsbedingungen, katastrofaler Ausbeutung der Beschäftigten und..."

    Die für Lidl in Bangladesch Beschäftigten oder Apples Lieferanten-Angestellten in China würden Ihnen sicherlich gerne mal Ihre Unkenntnis und Ignoranz vor Augen führen.

    Davon, dass in China oder Bangladesh die Arbeitsbedingungen NOCH um einiges schlimmer sind wie hier, macht es aber die immer menschenfeindlciheen Arbeitsbedingungen HIER nicht besser.
    Es ist mir schon klar, das viele deutsche(und auch amerikanische) Unternehmer heimlich nach indischen Arbeitsbedingungen lechzen, auch wenn sie es noch nicht laut auszusprechen wagen.
    Das, wpmit ich ehreamtlich wöchentäglich betraut bin, das erinnert mich bei kleinem an Bangladesh light.
    Und wenn man dem nicht Einhalt gebietet, ist es dann hier innerhalb von 15 Jahren wirklich wie dort.

    Jetzt steht allerdings zuerst die Lösung der Euroschuldenkrise an. Ich hoffe, es gibt in Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich endlich mal Personal, das die deutsche Wirtschaft endlich so in die Schranken weist, dass wir Alle nicht fürchten müssen, ein innereuropäischer Krieg ist näher als die EINigung des Kontinents.

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