Devisengeschäfte Schweizer Zentralbankchef Hildebrand lehnt Rücktritt ab

In der Affäre um Devisengeschäfte seiner Frau sieht der Schweizer Notenbankchef Hildebrand keinen Rücktrittsgrund. Auch die Staatsanwaltschaft will nicht ermitteln.

Der Schweizer Notenbankchef Philipp Hildebrand lehnt in der Affäre um umstrittene Devisentransaktionen seiner Familie einen Rücktritt ab. "Ich bin mir keiner rechtlichen Verfehlungen bewusst", sagte Hildebrand in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zu den Anschuldigungen. Er habe sich stets korrekt verhalten und seine Handlungen vor den zuständigen Gremien vollständig offengelegt. Er verstehe jedoch, "dass die Öffentlichkeit die moralische Frage stellt", sagte Hildebrand.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat inzwischen auch Ermittlungen abgelehnt. Es bestehe vorerst kein Verdacht auf ein strafbares Delikt, sagte ein Sprecher der Züricher Staatsanwaltschaft.

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Hildebrands Frau Kashya hatte im August rund 500.000 Dollar gekauft. Einige Wochen später legte die Notenbank als Maßnahme gegen die anhaltende Aufwertung des Schweizer Franken einen Mindestwechselkurs zum Euro fest, woraufhin nicht nur der Euro, sondern auch der Dollar gegenüber dem Franken stark anstieg. Mit der Transaktion erzielte seine Frau einen Gewinn von 75.000 Franken.

Hildebrand will Regel für Schweizer Notenbanker verschärfen

Hildebrand sagte, er habe erst am Tag nach dem Kauf davon erfahren. Seine Frau erläuterte am Mittwoch, sie sei selbst auf die Idee gekommen, den äußerst günstigen Dollar aufzukaufen. Den Gewinn aus der Transaktion habe er bereits vor Weihnachten an die Schweizer Berghilfe gespendet, sagte Hildebrand. Er will sich nun dafür einsetzen, dass die Regeln für eigene Transaktionen der drei Schweizer Notenbank-Direktoriumsmitglieder verschärft werden.

Er habe "Fehler gemacht" und "bedaure das", sagte Hildebrand. Im Nachhinein mache er sich Vorwürfe, nicht dafür gesorgt zu haben, dass seine Frau den Devisenkauf rückgängig machte. Eine juristische Verfolgung des Nationalbankpräsidenten ist offenbar schon deshalb nicht möglich, da der Insider-Tatbestand nicht auf derartige Devisengeschäfte bezogen ist.

Die Veröffentlichung des Geschäfts wurde politisch, weil sie durch den Vorsitzenden der populistischen SVP-Partei, Christoph Blocher, erfolgte, der ein Kritiker des Zentralbankpräsidenten ist.

Ein Strafverfahren hingegen wurde gegen einen ehemaligen Bankangestellten eingeleitet, der Daten im Zusammenhang mit dem Devisengeschäft von Hildebrands Ehefrau weitergab. Der 39-jährige ehemalige Mitarbeiter der Bank Sarasin werde verdächtigt, das Bankengesetz verletzt zu haben. Der Mann hatte die Bankdaten einem Anwalt der SVP weitergegeben. Die Bank Sarasin entließ den Mann daraufhin fristlos.

 
Leser-Kommentare
  1. ... medial aufbereitet hat, muss heute zugeben, dass sie keine klare Informationen hat.
    Mit solch fahrlässig unsorgfältigem "Journalismus" (der erh an Propaganda denken lässt) kann man Institutionen und Menschen grossen Schaden zufügen.

    Und es ist zu hoffen, dass nach diesem "journalistischen" Reinfall der der rechtsnationalen Partei SVP nahestehende Chefredakteur Köppel nicht immmer und immer wieder Gelgenheit bekommt, seine kruden Ansichten in der ARD zu verbreiten.

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    • k2
    • 06.01.2012 um 9:59 Uhr

    Dieses Privileg bleibt Herrn Alex Zatelli unbenommen, Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer mit der Pincette
    kosmetisch zum Epilieren und Grünspan chemisch entfernen
    freizustellen.

    • k2
    • 06.01.2012 um 9:59 Uhr

    Dieses Privileg bleibt Herrn Alex Zatelli unbenommen, Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer mit der Pincette
    kosmetisch zum Epilieren und Grünspan chemisch entfernen
    freizustellen.

    • k2
    • 06.01.2012 um 9:59 Uhr

    Dieses Privileg bleibt Herrn Alex Zatelli unbenommen, Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer mit der Pincette
    kosmetisch zum Epilieren und Grünspan chemisch entfernen
    freizustellen.

    • anjoge
    • 06.01.2012 um 12:08 Uhr

    Herr Hildebrand hat sich (und seiner Familie) nichts vorzuwerfen, der Bankmitarbeiter, der das ins Rollen brachte, wird entlassen und vom Staatsanwalt verfolgt.

    So ist das halt in einem Rechtsstaat.

  2. Warum sollte Hildebrand Ihrer Meinung nach entlassen werde bzw. der Bankmitarbeiter nicht ? Weil nach Ihrem Weltbild der Chef oder der Oberbänker immer schuld sein muss und die Angestellten oder Arbeiter sind immer unschuldig ?

    Gut, wenn es einen Rechtsstaat gibt und nicht jede Verleumdung einer extremen Partei zwangsläufig zu einem Rücktritt führt.

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  3. Der Bankmitarbeiterhat gesetzeswirdrig gehandelt, aber sein Handeln war möglicherweise ethisch in Ordnung (zur Beurteilung fehlen der Öffentlichkeitsehr viele Informationen).

    Der Prädident der SNB hat offenbar nicht gegen Gesetze verstoßen, aber sein Verhalten erscheint ethisch fragwürdig.

    Das uralte Problem der Diskrepanz von allgemein akzeptierten ethischen Standards und geltendem Recht wird hier wieder deutlich. Selbst die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die SNB prüft, hat eingeräumt dass die Gesetze und Regeln für die SNB äußerst lax sind.

    Zur rechtlichen Stellung möchte ich anmerken, dass die SNB eine Aktiengesellschaft ist und somit ein Unternehmen, wenn auch mit Sonderstatus und staatstragender Funktion.

  4. 6. Ethik

    Wenn ethische Gründe ausreichen um Kontoauszüge zu kopieren und einem Politiker oder einer Zeitung zu überreichen und anschliessend straffrei zu bleiben gäbe es tatsächlich viel zu tun. Gerade in der Schweiz gibt es sicher viele Kontoauszüge von internationalen Persönlichkeiten welche für die Öffentlichkeit von Interesse wären.

    Sie werden zugeben es ist schwierig die Grenze zu ziehen was der Öffentlichkeit dient und ethisch gerechtfertigt ist und was ausschliesslich dem Neid und persönlichen Rachegelüsten geschuldet ist.

    Aus diesem Grund gibt es Gesetze. Und an die hat sich auch ein Bankmitarbeiter zu halten.

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    Sie schreiben über "persönliche Rachegelüste",da kommt mir das ehemals kluge Blatt "Weltwoche" in den Sinn.

    Die Weltwoche war in der Zeit vor Köppel ein respektiertes,liberales Blatt,das sich durch gute Recherchen und scharfsinnige Artikel bemerkbar machte.Dann wurde aus der Wochenzeitung ein Revolverblatt für radikale,pseudointellektuelle Marktgläubige,eine Mischung aus "GQ","Financial times" und "Sun".Nicht selten diente die "Weltwoche" als Vehikel für irgendwelche Fertigmache gegen vermeintliche Sünder gegen das ultraliberale Credo.Schade,es war ein gutes Blatt.

    Sie schreiben über "persönliche Rachegelüste",da kommt mir das ehemals kluge Blatt "Weltwoche" in den Sinn.

    Die Weltwoche war in der Zeit vor Köppel ein respektiertes,liberales Blatt,das sich durch gute Recherchen und scharfsinnige Artikel bemerkbar machte.Dann wurde aus der Wochenzeitung ein Revolverblatt für radikale,pseudointellektuelle Marktgläubige,eine Mischung aus "GQ","Financial times" und "Sun".Nicht selten diente die "Weltwoche" als Vehikel für irgendwelche Fertigmache gegen vermeintliche Sünder gegen das ultraliberale Credo.Schade,es war ein gutes Blatt.

    • Unno
    • 06.01.2012 um 17:49 Uhr

    Soweit ich weiss, hat Frau Hildebrand 1/10 des Jahresgehaltes des Herrn Hildebrand mit dieser Transaktion gewonnen. Wer mag ihr diesen Erfolg missgönnen?
    Die Geschichte hat eine grosse Dynamik in der Schweiz angenommen. Der Tatbestand, das Bankgeheimnis, die Privatsphäre willfährig auszuhebeln für eine übliche Geldtransaktion, das ist eigentlich der Skandal. Als bereitwilliger Weitervermittler, also Hehler, dieser geklauten Daten funktionierte ausgerechnet Blocher, der König der grössten Partei der Schweiz, die Rechskonservative SVP.

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  5. Sie schreiben über "persönliche Rachegelüste",da kommt mir das ehemals kluge Blatt "Weltwoche" in den Sinn.

    Die Weltwoche war in der Zeit vor Köppel ein respektiertes,liberales Blatt,das sich durch gute Recherchen und scharfsinnige Artikel bemerkbar machte.Dann wurde aus der Wochenzeitung ein Revolverblatt für radikale,pseudointellektuelle Marktgläubige,eine Mischung aus "GQ","Financial times" und "Sun".Nicht selten diente die "Weltwoche" als Vehikel für irgendwelche Fertigmache gegen vermeintliche Sünder gegen das ultraliberale Credo.Schade,es war ein gutes Blatt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
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  • Schlagworte Notenbank | Kriminalität | Christoph Blocher | Franken
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