Erneuerbare Energie Solarförderung soll monatlich gekürzt werden

Die Solarbranche muss sich auf weitere Einschnitte in kürzeren Abständen einstellen. Umweltminister Röttgen und die Industrie einigten sich auf eine monatliche Anpassung.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will durch eine monatliche Anpassung der Förderung den Neubau bei Solaranlagen in Deutschland stärker begrenzen. Das bisherige System mit halbjährlichen Kürzungen habe vor dem Stichtag zu "Schlussverkäufen" geführt, sagte Röttgen nach einem Spitzengespräch mit der Energiebranche in Berlin. Man sei sich einig, dass die Fördersätze künftig monatlich angepasst würden.

Demnach könnten maximal 24 Prozent Kürzung pro Jahr möglich sein. Die konkrete Ausgestaltung sei aber noch zu beraten. Die Neuregelung soll in einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geregelt werden. "Die Energiewende läuft erfolgreich und sie wird erfolgreich weiterlaufen, wenn man es verlässlich macht", sagte Röttgen. Man könne nicht jedes Jahr ein neues System einführen. Mit Blick auf Forderungen nach radikalen Einschnitten sagte er: "Die Energiewende braucht Verlässlichkeit."

Bisher sinkt die Solarstromförderung automatisch, wenn eine bestimmte Anzahl neuer Anlagen installiert worden ist. Von 47,75 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen und 35,49 Cent für Solarparks im Jahr 2008 fiel die Vergütung bis Januar dieses Jahres auf 24,43 Cent (Dachanlagen) beziehungsweise 17,94 Cent (Solarparks). Branchenvertreter weisen darauf hin, dass Solarstrom immer günstiger werde und vor dem Durchbruch zur Wirtschaftlichkeit stehe. Bis 2020 soll der Anteil am Stromverbrauch von derzeit 3,2 auf mehr als 10 Prozent gesteigert werden.

„Das EEG ist kein Dauersubventionsgesetz“

Röttgen sagte weiter, eine installierte Leistung von 7.500 Megawatt dürfe es in dieser Form nicht mehr geben. Durch kontinuierliche Kürzungsschritte sei der Ausbau weit besser zu steuern. "Das EEG ist kein Dauersubventions-, sondern ein Markteinführungsgesetz". Die Solarförderung sei ein Ausläufer, schon 2017 könnten erste Anlagen ohne Förderung auskommen. Nirgendwo habe es eine rasantere Kostensenkung gegeben als bei der Photovoltaik.

Die Debatte über die Solarförderung war nach einem unerwarteten Boom bei neu installierten Anlagen zum Jahresende 2011 neu aufgeflammt. Allein im Dezember wurden 3.000 Megawatt neu gebaut, soviel wie die Regierung als Ziel für ein Jahr ausgegeben hatte.

Ökostrom wird über staatlich garantierte Abnahmepreise gefördert, die Netzbetreiber den Produzenten zahlen. Da diese höher liegen als der Marktpreis, wird die Differenz von den Betreibern auf Kunden umgelegt. Derzeit liegt der Ökostromanteil am Energiemix bei knapp 20 Prozent. Die Solarförderung kostet derzeit pro Jahr etwa acht Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte der gesamten Förderung erneuerbarer Energien.

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Leser-Kommentare
  1. 17,9 Ct Förderung für PV u. 19 Ct/kwh für offshore-Windstrom sprechen eine eindeutige Sprache. Zu diesen Kosten kommen noch die Übertragungsverluste nach Süden u. die Netzkosten.

    Leider sind die die offshore-Windkraft aufbauen die Klientel von CxUFDP, nämlich die vier großen Energiekonzerne u. ausl. Finanzinvestoren.

    Rösler will viel wird aber wenig erreichen denn die Kosten der EEG-Umlage sind hauptsächlich alten, bestehenden PV-Anlagen geschuldet und diese können schon aus verfassungsrechtl. Gründen nicht nachträglich gekürzt werden.

    Jeder Zubau von PV mit 1 GW wird die EEG-Umlage dieses Jahr nur um 0,03 Cent/kwh erhöhen. Ab 2013 nur noch um 0,02 Cent/kwh.

    Den Arbeitsplätzen ist es egal woher die Module kommen denn der Großteil der Stellen entsteht im Handwerk. Die Subventionierung in China von Modulherstellern hilft dagegen den deutschen Herstellern von Maschinen u. Automaten auf denen die chinesischen Module gebaut werden.
    Chinesische Module kosten ca 750 Euro/KWp. Eine installierte Anlage dagegen 2000 Euro/KWp. Die Wertschöpfung erfolgt also immer in Dtl.!

    • garage
    • 19.01.2012 um 13:08 Uhr

    Geerbtes Häuschen + lebenslang kostenlosen Strom + ein Zubrot aus der Einspeisevergütung.
    So lässt es sich leben.
    Bezahlt von den weniger gut Gestellten in Mietwohnungen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • xpeten
    • 19.01.2012 um 13:11 Uhr

    bestimmt nicht lösen.

    Erbschafts- und Grundsteuer zahlen muss...

    "Geschenk an die Häuslebesitzer

    Geerbtes Häuschen + lebenslang kostenlosen Strom + ein Zubrot aus der Einspeisevergütung.
    So lässt es sich leben.
    Bezahlt von den weniger gut Gestellten in Mietwohnungen."

    Wo ist der Unterschied?
    Ist doch egal, ob ich das Geld den Energiekonzernaktionären in den Hals werfe oder dem Nachbarn.

    Obwohl...dann doch lieber dem Nachbarn, vieleicht gibt der mal ein Bierchen aus ;)

    • xpeten
    • 19.01.2012 um 13:11 Uhr

    bestimmt nicht lösen.

    Erbschafts- und Grundsteuer zahlen muss...

    "Geschenk an die Häuslebesitzer

    Geerbtes Häuschen + lebenslang kostenlosen Strom + ein Zubrot aus der Einspeisevergütung.
    So lässt es sich leben.
    Bezahlt von den weniger gut Gestellten in Mietwohnungen."

    Wo ist der Unterschied?
    Ist doch egal, ob ich das Geld den Energiekonzernaktionären in den Hals werfe oder dem Nachbarn.

    Obwohl...dann doch lieber dem Nachbarn, vieleicht gibt der mal ein Bierchen aus ;)

  2. "Angst vor Solarstrom haben in Wirklichkeit nur die Monopolisten, deren Marktanteile sinken."

    ... fühlt Röttgen sich aber genau denen verpflichtet.

    10 Leser-Empfehlungen
  3. Von der Schwebebahn, über die Transitortechnik bis hin zur Solarenergie. Wenn die Politiker, die im Sinne von Grosskonzerne agieren nicht wollen, dann wird die Technik halt verramscht.
    Das Bundesumweltminister Röttgen ein getarnter Atom-Lobbyist der schlimmsten Sorte ist, dürfte wohl kein Geheimnis sein.

    Meine Meinung ist, dass die Atomkonzerne in Deutschland, allen vorran RWE, immer noch einen Energieausfall provozieren möchten.

    Sie haben ja Ihre Leute in der Bundesregierung.

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    Wollen Sie schon vorbeugen für den Fall, dass bei uns die Lichter ausgehen, weil die Sonne nicht scheint, der Wind nicht bläst und die Flüsse Niedrigwasser führen?

    Das erste Solarunternehmen aus China kauft in Deutschland zu. LDK Solar, einer der weltgrößten Hersteller von Wafern für Solarzellen, steigt über eine Kapitalerhöhung bei dem Solarmodulbauer Sunways aus Konstanz ein und wird dann ein Drittel der Aktien halten. Die Nachricht vom Silvesterabend sorgte am Montag für einen Kurssprung der Sunways-Aktie. Sie kletterte um 27 Prozent auf 1,95 Euro - einer der größten Tagesgewinne in der Geschichte des Unternehmens.

    (Auszug Financel Times Deutschland )
    __

    Info : War bei der Inbetriebnahme der ersen Reinraumstrasse vor vielen Jahren ( extern beruflich ) selber dabei.

    Sunways war/ ist die Idee einiger Studenten der Uni Konstanz
    __

    Wollen Sie schon vorbeugen für den Fall, dass bei uns die Lichter ausgehen, weil die Sonne nicht scheint, der Wind nicht bläst und die Flüsse Niedrigwasser führen?

    Das erste Solarunternehmen aus China kauft in Deutschland zu. LDK Solar, einer der weltgrößten Hersteller von Wafern für Solarzellen, steigt über eine Kapitalerhöhung bei dem Solarmodulbauer Sunways aus Konstanz ein und wird dann ein Drittel der Aktien halten. Die Nachricht vom Silvesterabend sorgte am Montag für einen Kurssprung der Sunways-Aktie. Sie kletterte um 27 Prozent auf 1,95 Euro - einer der größten Tagesgewinne in der Geschichte des Unternehmens.

    (Auszug Financel Times Deutschland )
    __

    Info : War bei der Inbetriebnahme der ersen Reinraumstrasse vor vielen Jahren ( extern beruflich ) selber dabei.

    Sunways war/ ist die Idee einiger Studenten der Uni Konstanz
    __

    • xpeten
    • 19.01.2012 um 13:11 Uhr
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    • garage
    • 19.01.2012 um 16:13 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Die Redaktion/mak

    • garage
    • 19.01.2012 um 16:13 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Die Redaktion/mak

  4. Erbschafts- und Grundsteuer zahlen muss...

  5. Ach was subventionen braucht keiner, die solarstromanbieter kriegen das auch so hin, da bin ich mir ganz sicher. Schließlich sind alle deutschen umweltbewusst und zahlen gerne den vollen preis, für ihre sicherheit.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • bayert
    • 19.01.2012 um 13:20 Uhr

    müssen die AKW-Betreiber ihre Meiler versichern (ohne Haftungsbeschränkung) und Rücklagen bilden, mit denen die "End"lager mindestens 1000 Jahre lang gewartet werden.

    • bayert
    • 19.01.2012 um 13:20 Uhr

    müssen die AKW-Betreiber ihre Meiler versichern (ohne Haftungsbeschränkung) und Rücklagen bilden, mit denen die "End"lager mindestens 1000 Jahre lang gewartet werden.

    • gquell
    • 19.01.2012 um 13:19 Uhr

    Soso, Photovoltaikanlagen seien die unwirtschaftlichste Form erneuerbarer Energien, also unser Wirtschaftsminister. Beweisen kann er diese Behauptung natürlich nicht.
    Eine Photovoltaikanlage kann mehr als 30 Jahre lang Strom erzeugen und das ohne nennenswerte Kosten! Das kann keine andere Form der Energiezeugung!
    Aber wahrscheinlich rechnet Herr Rössler in Zeitabschnitten von 4 Jahren, wie es für einen modernen Politiker üblich ist. Dann ist die Stromerzeugung durch PV natürlich gegenüber den mit Steuermitteln subventionierten Großkraftwerken unwirtschaftlich. Bei den ganzen Streitereien über die Finanzierung des EEG sollten wir doch immer berücksichtigen, daß die großen Energiekonzerne in der Vergangenheit schon immer immens subventioniert wurden. Nur geschah das aber nicht über eine Umlage, sondern aus Steuermitteln.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Beweisen kann er diese Behauptung natürlich nicht."
    Beweisen kann man Behauptungen auch nicht.

    Photovoltaik und Windenergie im Vergleich:
    bit.ly/xziHF3 (S.38) -> onshore 1200 euro/kw, offshore 1200-2200 euro/kw.

    bit.ly/zuddFC -> 2000 bis 4500 euro/kw.

    "[...]und das ohne nennenswerte Kosten!"
    Die laufenden Kosten (Zählermiete und Versicherung) können über 20 Jahre sicher 1/10 der Investitionssumme ausmachen, ohne, dass Kosten für Wechselrichterreparaturen o.Ä. eingerechnet wurden. Wechselrichter können gerne mal abschmieren.

    Aber glauben Sie, was sie wollen!

    "Beweisen kann er diese Behauptung natürlich nicht."
    Beweisen kann man Behauptungen auch nicht.

    Photovoltaik und Windenergie im Vergleich:
    bit.ly/xziHF3 (S.38) -> onshore 1200 euro/kw, offshore 1200-2200 euro/kw.

    bit.ly/zuddFC -> 2000 bis 4500 euro/kw.

    "[...]und das ohne nennenswerte Kosten!"
    Die laufenden Kosten (Zählermiete und Versicherung) können über 20 Jahre sicher 1/10 der Investitionssumme ausmachen, ohne, dass Kosten für Wechselrichterreparaturen o.Ä. eingerechnet wurden. Wechselrichter können gerne mal abschmieren.

    Aber glauben Sie, was sie wollen!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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