UngarnUngarns Krise wird Europas Problem

Orbáns Wirtschaftspolitik hat Ungarn besonders krisenanfällig gemacht. Sollte das Land pleitegehen, bliebe das nicht ohne Folgen den Euro. von Paul Flückiger

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán  |  © dpa

Ungarn ist von einer Zahlungsunfähigkeit nicht mehr weit entfernt. Nach den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's stufte auch Fitch die Kreditwürdigkeit Ungarns Ende vergangener Woche auf einen Punkt unter dem sogenannten Ramschniveau herunter. Damit dürfte es für die Regierung des EU-Staates immer schwieriger werden, neue Geldmittel aufzutreiben. Doch diese sind allein schon zur Begleichung der alten Schuldenberge dringend nötig.

Gleichzeitig erreichte die Landeswährung Forint zum Euro und Schweizer Franken ein neues Rekordtief. Allein seit Sommer hat der lange als stabil geltende Forint rund 20 Prozent nachgegeben. Vor den Wechselstuben bildeten sich im ganzen Land lange Schlangen. Beunruhigte Bürger wollten zumindest einen Teil ihrer Ersparnisse in sicheren Devisen anlegen. Der rechtspopulistische Regierungschefs Viktor Orbán hatte schnell eine Erklärung für die Herabstufung der ungarischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen zur Hand: Er witterte eine Weltverschwörung. Schon früher sei Ungarn das Ziel von spekulativen Finanzangriffen gewesen, erklärte Orbán. Der Regierungschef wies flugs seinen Geheimdienst an, die Schuldigen zu suchen.

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Ungarn hatte schon 2008/2009 neben Lettland am stärksten unter der Finanz- und Wirtschaftskrise gelitten. Allein 2009 brach die Wirtschaft um sieben Prozent ein. Eine so tiefe Rezession konnte man sich in dem einstigen Hoffnungsträger Osteuropas lange nicht vorstellen. 2010 und 2011 erarbeitete sich die vor allem exportgetriebene Volkswirtschaft wieder ein bescheidenes Wachstum. Doch trotz des populistischen Getöses Orbáns wuchs die Wirtschaft im vergangenen Jahr nur um etwas mehr als ein Prozent.

Für Orbán sieht dagegen alles immer ganz rosig aus: 2011 sollte das Haushaltsdefizit erstmals auf unter drei Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinken. Die Gesamtstaatsverschuldung soll bis zum Ende von Orbáns erster Amtszeit in drei Jahren von 80 auf 60 Prozent reduziert werden. Alles nur heiße Luft, wie die neuesten Zahlen Ungarns belegen. Das Haushaltsdefizit liegt bei 3,8 Prozent, die Gesamtverschuldung hat sich nicht reduziert, sondern alleine im dritten Quartal 2011 von 75 auf 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht.

Die Anfang des Jahres in Kraft getretenen Steuererleichterungen – allen voran die Einführung einer Flat-Tax (Einheitssteuersatz) von 16 Prozent statt bisher 17 und 32 Prozent – haben zwar vor allem die besser verdienende Haushalte entlastet, Sondersteuern für Firmen jedoch verunsicherten die Investoren. Die ausländischen Direktinvestition (FDI) sanken deswegen unter das Niveau von 2008 ab und liegen weit unter dem vergleichbarer EU-Nachbarn wie der Slowakei, Tschechien oder Polen.

Die Arbeitslosigkeit verharrt bei hohen 10,8 Prozent und dürfte 2012 erneut ansteigen. Auch die Inflationsrate hat seit Sommer wieder kräftig angezogen und liegt nur noch knapp unter acht Prozent. Das ungarische Wirtschaftswachstum ist zudem hochgradig vom Exportweltmeister Deutschland abhängig. Vor allem Audi, Mercedes und Opel sowie eine Reihe von Automobilzulieferern sorgen für einen Großteil des Wachstums.

Orbáns vor allem mit EU-Mitteln finanziertes Infrastrukturprogramm zur Ankurbelung der Bauwirtschaft hat nicht zu der erwarteten Mehrbeschäftigung geführt. Vielmehr drohen die EU-Transfergelder mit dem neuen Gemeinschaftsbudget 2013-20 abzunehmen. Wird jedoch die verfehlte ungarische Wirtschaftspolitik kritisiert, hat Orbán schnell eine Antwort parat: Kritik aus dem Ausland solle man tunlichst ignorieren, riet er kürzlich seinen Fidesz-Abgeordneten, denn dies behindere nur die "Entwicklung der gesunden Volksseele".

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013
Zustimmung zur EU Umfrage Pew

© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013
Proteste Griechenland

© John Kolesidis/Reuters

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013
Harvard Rofogg Reinhart Studie Sparen

© Jessica Rinaldi/Reuters

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013
AfD bernd Lucke

© Carsten Koall/Getty Images

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013
Zypern Präsident Nicos Anastasiades

© Andreas Manolis/Reuters

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013
David Cameron Grundsatzrede zur EU

© Oli Scarff/Getty Images

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012
Lagarde und Draghi Konferenz der Eurozone

© Yves Herman/Reuters

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012
Rettungsschirm ESM

© Nicolas Armer/dpa

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012
Mario Draghi EZB kauft Staatsanleihen

© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

© Thierry Charlier/AFP/Getty Images

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

© Getty Images

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

© Getty Images

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

© Getty Images

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

© Oli Scarff/Getty Images

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

© Yves Herman/Reuters

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

© Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

© Getty Images

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

© Orestis Panagiotou/EPA/dpa

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

© Sean Gallup/AFP/Getty Images

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

© Ralph Orlowski/Getty Images

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

© Alex Grimm/Getty Images

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

© David Ramos/Getty Images

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

© Daniel Roland/AFP

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

© Ralph Orlowski/Getty Images

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

© Vincenzo Pinto/AFP

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

© Patrick Pleul/dpa

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

© Wolfgang Kumm/dpa

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

© David Cannon/Getty Images

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

© Bernd Thissen/dpa

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

© Jean-Christophe Verhaegen/AFP

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

© John Thys/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

© Justin Lane/dpa

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

© Vladimir Rys/Getty Images

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Der ungarische Staatsbankrott sei nur noch eine Frage von Wochen, warnen Pessimisten. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch nur schwer vorhersehbar. Noch verfügt Ungarn über erhebliche Devisenreserven von rund 35 Milliarden Euro. Diese sollen laut einer Regierungserklärung zwar nicht zur Schuldentilgung eingesetzt werden, doch die neue Verfassung hebelt die Unabhängigkeit der Notenbank praktisch aus und gewährt der Regierung freien Zugang zu einer Reihe von "unorthodoxen Wirtschaftsmaßnahmen", wie Orbán selbst seine umstrittene Wirtschaftspolitik umschreibt. Einige Experten schätzen, ohne Geldspritze des IWF sei es bereits Ende Januar so weit, amerikanische Analysten sprechen eher vom Sommer 2012.  Am Sonntag erklärte sich Orbán bereit, nun doch über das von der EU und IWF kritisierte neue Notenbank-Gesetz zu verhandeln. "Für uns ist es keine Prestigefrage, ob wir an unserem früheren Standpunkt festhalten oder ihn ändern", sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur MTI. Ungarn bemüht sich seit November um einen neuen Kredit des IWF und der EU.

Muss das Land die Zahlungsunfähigkeit erklären, sind die Folgen für die EU kaum abschätzbar. Österreichische Banken gehören zu den größten Kreditgebern Ungarns. Die Kreditwürdigkeit des nordwestlichen Nachbarlandes würde sich verringern, eine Rating-Abwertung wäre für Wien wohl unausweichbar. In der Folge würde auch der Euro-Rettungsschirm in Mitleidenschaft gezogen. Ungarn selbst hat sein Zieldatum für den Beitritt zur Gemeinschaftswährung zwar erst kürzlich auf einen Zeitpunkt nach 2020 zurück geschoben, den Euro könnte eine ungarische Staatspleite allerdings schon heute gefährden.

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Leserkommentare
    • joG
    • 09. Januar 2012 13:04 Uhr

    ... das Ziel von spekulativen Finanzangriffen gewesen, erklärte Orbán."

    Hört sich an wie das Lied, das die Euroländer anstimmten vor Kurzem. Wie war das mit den Spekulanten und Rating Agenturen?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • talwer
    • 09. Januar 2012 14:07 Uhr

    sind mit Sicherheit schuld an der Pleite der Madjaren.
    Selbstverständlich ist es eine Weltverschwörung gegen den unschuldigen Herr Orban und gegen das heutige Ungarn!
    Besonders diese miese Ausländer haben immer etwas gegen Ungarn.
    Und da fällt mir gerade auch der Name eines besonders im negativen Sinne bekannten Spekulanten ein.
    George oder György Soros soll er heißen ...

  1. eine Spekulation. War es nicht ein Ungar, der uns das vor
    einigen Jahren in Suedostasien gezeigt hat?
    Ein grosses Argument fuer den Euro ist, dass wir uns da
    besser verteidigen koennen. Der IWF sollte auch staerker
    gegen solche Spekulationen einschreiten. Die Zahlen Ungarns
    sind um einiges besser als die der USA und GB!

    3 Leserempfehlungen
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    • u.t.
    • 09. Januar 2012 14:44 Uhr

    nicht gerade sehr ausgewogen agieren (am Besten erkennbar in der Schonung von USA und UK durch die Agenturen) - d'accord.

    Aber man muss schon die Frage stellen, warum dann Polen oder Tschechien nicht die gleichen Probleme haben.

    Im Gegenteil sogar steht Polen momentan sogar ziemlich gut da. Ja, warum schlagen da die Agenturen nicht zu, wenn sie doch nur und ausschließlich an der Sache schuld sind.

    Komisch, oder?

    die besten Zuwachsraten und wird bald Euroland.

  2. "Der rechtspopulistische Regierungschefs Viktor Orbán hatte schnell eine Erklärung für die Herabstufung der ungarischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen zur Hand: Er witterte eine Weltverschwörung."

    Man beachte die kleinen feinen Unterschiede: Wenn ein rechtspopulistischer Regierungschef über Ratingagenturen herzieht, um von seinen Fehlentscheidungen und denen seiner Kollegen abzulenken, bastelt er an einer Weltverschwörung. Wenn hingegen der Europopulist Wolfgang Schäuble sein Lamento über die Ratingagenturen anstimmt, um von seinen Fehlentscheidungen und denen seiner Kollegen abzulenken, dann ist das ein Beitrag zum öffentlichen Diskurs, den man grundsätzlich erst einmal ernst nehmen muss.

    Es ist ja schön, dass die politische Entwicklung in Ungarn von den Medien derart kritisch begleitet wird, nur wäre diese Kritik bei den politischen Problemkindern in Berlin weitaus angebrachter.

    9 Leserempfehlungen
    • Tourix
    • 09. Januar 2012 13:24 Uhr

    In der USA gibt es erheblich mehr "Masse", in Form von Kapital und KnowHow, als die Ungarn jemals haben werden.
    Insofern zieht das Argument der besseren Zahlen nur, wenn das mit einbezogen wird.
    Aber Kapital und Know How fließt nicht in die Statistiken ein.

    Orban erinnert an Lukaschenko. Stur und unbelehrbar.
    Ich hoffe nur, dass die Ungarn ihn noch rechtzeitig abservieren können.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber ich gebe Ihnen recht, dass die Wirtschaftsstruktur
    dort besser ist. Ausserdem haben sie die Rating Agenturen!

    Kürzlich wurde hier auf CNS gesagt, dass fast die Hälfte der Amerikaner arbeitslos sei oder nur einer gering bezahlten Job hätte.

    Die US-Bürger sind selbst hoffnungslos verschuldet:

    -im Mai 2011 beliefen sich die Kreditkartenschulden der US-Kunden auf $793.1 Milliarden US$
    http://www.creditcards.co...
    - Selbst nach der Subprimeblase sind die Amerikaner ca. $10,3 Billionen US$ in Hypotheken verschuldet
    http://www.usatoday.com/m...
    - Amerikaner müssen insgesamt $850 Milliarden US$ ihre College-Ausbildung abstottern. Aktuellere Zahlen deuten an, dass hier die Billionen-Grenze überschritten worden ist.
    http://www.usatoday.com/m...
    - Amerikaner kaufen ihre Autos (auch die deutschen Marken) auf Pump.
    Hier stehen sie mit $313,8 Milliarden US$ in der Kreide.
    http://www.cnbc.com/id/30...

    Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann diese Blase platzt.
    Erste Experten warnten schon 2009 davor:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Wie war das nochmal mit dem Ramsch?

  3. aber ich gebe Ihnen recht, dass die Wirtschaftsstruktur
    dort besser ist. Ausserdem haben sie die Rating Agenturen!

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    Offensichtlich habe alle vergessen,das Orban Viktor von Gyurcsany Ferenc und seine MSZP/SZDSZ Regierung Milliarden Schulden űbernommen hat, das sind die, die heute gegen ihn denonstrieren ! Wenn in Ungarn eine Diktatur wäre , wären diese Leute bereits hinter Gitter,wie viele der ehemaligen MSZP Bűrgermeister, wegen Milliarden Diebstahl und Betrug ! Warum fragt eigentlich niemand, wo die Milliarden EU-Gelder geblieben sind , während der MSZP/SZDSZ Regierungszeiten ? War es nicht Gyurcsany, der leider zugeben mußte,das in seiner Zeit nichts getan wurde und das Volk nur belogen wurde ? Realität ist:" Orban wollte mehr tun , realisierbar ist, da niemand mit lauter 000 in der Kasse keiner etwas machen kann !" Ich hoffe, das mich niemand Mißversteht, aber ich meine:" Bei der Grűndung der EU gab es einen guten Vorsatz, wirtschaftliche Zusammenarbeit , jedoch wird die EU immer mehr zu einer Diktatur! Es fehlt nur noch , das ein Gesetz herausgebracht wird , das den Verbrauchs des EU-Bűrgers regelt ! Es wird von dort aus bestimmt , wen ich mőgen "muß" und wen nicht ! Aber hat nicht alles seine Grenzen ? Es kann nicht sein , das in der EU Gesetze geschaffen werden , die einem Staat jede Freiheit nimmt !

  4. Vielen Dank an die Deutsche EU Politik

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    je mehr Mitglieder in der EU desto mehr Beamten-Poestchen aber
    auch desto mehr Probleme, garnicht schlecht so !

  5. ...sogar ein Staatsbankrott eines Staates, der (a) selbst nicht Euro als Landeswährung hat und (b) total exportorientiert ist. Der Euro gerät dann bestimmt furchtbar unter Druck weil ein paar international vollkommen marginale Banken in Österreich vielleicht pleite gehen könnten.

    Hauptsache mal wieder ein bisschen Unsicherheit und Angst verbreiten. Da kann man Steuerzahler dann zur Rettung irgendwelcher angeblich systemrelevanter Sparkassen aus dem Waldviertel heranziehen. Oder den Ungarn die angesichts der Inflation angesagten Gehaltserhöhungen verweigern. Klappt ja auch anderswo wunderbar. Weil der Euro so furchtbar niedrig ist und wir gerade alle Angst vor dem Iran haben, kostet der Liter Sprit ja auch gerade 1,60.

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    • Havara
    • 09. Januar 2012 17:47 Uhr

    Vielleicht wollen Sie sich einmal die Wikipediaartikel über zum Beispiel Raiffeisen International durchlesen, und wo die überall vertreten sind. In manchen außereuropäischen Staaten stellt sie sogar die größte Bank des Landes.

    Liebe Grüße aus Russland, aus der Wohnung über einer Raiffeisenbank und neben einer Erste Bank

  6. Das Problem ist auch, das die Ungarn nach dem Ende des Kommunismus zu naiv gewesen sind in der Umgang mit dem internationellen Kapitalismus.
    Ungarn hatte als einzige damalige Oststaat eine Industrie, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfáhig war (Ikarus, Tungsram usw.. Diese wurden vom sozialistischen 2000-2008 verkauft, und nbald danach von den neue ausländische Besitzer geschlossen oder umgesiedelt nach Ukraine, Rumänien und Kina.

    Dazu hat die -von der sozialistischen Regierung eingegangene- EU-anpassung die Ungarische Weinbau und Landwirtschaft kaputgemacht, weil die Produktion in einem so kleinen und innerlich verschiedenen Land niemals gross genug werden könnte für die EU minimumquoten-Gesetze.

    Die vorige Regierung hatte überdies viel Geld im Ausland geliehen, um ihre potenziele WählerInnen kurzstundige Vorteile zu verschaffen, in die Hoffnung damit die Wahlen zu gewinnen, und die Möglichkeiten um "billig" Kredite in der Schweiz auf zu nehmen ermöglicht, und die ernste Folgen dieser Anti-Politik sind jetzt peinlich spürbar (mit dem stark zugenommenen Währungsunterschiede zwischen Forint und Schweizer Frank).
    Überdies hat die vorige Regierung die Bevölkerung über all diesem vorgelogen (und das nachher auch offen gesagt).

    Es gibt also jetzt für die Ungern kein politisches Alternativ zu Orban.

    Am anderen Seite gibt es dem extremem Jobbik, und die sind lebensgefährlich. Denen sollte man sehr sicher vermeiden.

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    Ich hoffe, Sie sind kein ungarischer Wahlberechtigter, denn sonst steht es noch ärmer um das Land.

    Gyurcsány war für Ungarn das, was Gerhard Schröder oder Tony Blair für Deutschland und England waren. Ein sozialliberaler Politiker, der die Zeichen der Zeit erkannt hatte, und die richtigen Schlüsse daraus zog. Deutschlands Erfolg beruht heute - nicht nur, aber auch - auf Schröders Politik der Liberalisierung, die ihn im eigenen sozialdemokratischen Lager den Rückhalt gekostet hat. Gyurcsány's sogenannte "Lügenrede" war ehrlich, und in ihrer Wortwahl, bei allem Respekt für die Ungarische Umgangssprache, normale Wortwahl (auch wenn das ins Deutsch wortwörtlich übersetzt haltlos klingt).

    Orbán hingegen ist ein oppurtinistischer Populist, und hat erkannt, daß er mit rechten Parolen derzeit seine Macht steigern kann. Ist er mit der Fidesz seiner ersten Amtszeit noch vergleichbar? Nein, der Mann ist kaum wiederzuerkennen! Entweder hat er sich psychisch sehr gewandelt, oder aber er plaudert was auch immer ihm Macht bringt. So oder so, kein Mann den man an seiner Spitze will.

    Ungarns Probleme sind hausgemacht. Gehen sie einfach mal in Ungarn zum Arzt, und versuchen sie eine Rechnung zu bekommen. Geht nicht, sie bekommen keine. Statt dessen wird auch heute noch der Arzt unter der Hand bar bezahlt. Wie soll da jemals eine Krankenversicherung, Kostenkontrolle oder Steuer funktionieren. Und das ist in vielen Bereichen so.

    Ich fürchte um Ungarn! Die Zeichen stehen auf Zusammenbruch.

    Wenn Sie die Arbeiter-Verräter wie Gazprom Vorstand Gerhard Schröder, Serbien und Irak-Bomber Tony Blair und Lügner und Schwindler Gyurcsány gute Staatsleute finden, sagt das schon genug über Ihrem (Mangel an) politischen Bewusstsein.

    Da würde jede/r denkende Person jedoch eher Merkel, Cameron und Orban bevorzügen.
    Auch wenn diesen auch viele fehler aufweisen, sind es jedenfallls keine Heuchler!

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