Bundesbank-Chef Weidmann: Weidmann fordert von Regierung härteren Sparkurs
Bundesbank-Chef Jens Weidmann kritisiert im Interview die Bundesregierung: Gerade weil Deutschland in Europa der Stabilitätsanker sei, müsse härter gespart werden.
Frage: Herr Weidmann, das neue Jahr beginnt. Liegt das Schlimmste der Krise vor uns oder hinter uns?
Jens Weidmann: 2010 und 2011 waren in Deutschland wachstumsstarke Jahre. Im Moment sehen wir eine Wachstumsdelle, rechnen aber damit, dass es im Verlauf des Jahres 2012 wieder bergauf geht. Allerdings ist diese Prognose mit hoher Unsicherheit behaftet, denn die Krise im Euro-Raum ist keinesfalls überwunden.
Frage: Andere ziehen den Vergleich zu den dreißiger Jahren. Ist das übertrieben?
Weidmann: Ich werde hier nicht in den populären Wettbewerb einsteigen, sich in Horrorszenarien und Schwarzmalerei zu überbieten. Um klar zu sehen, muss man unterscheiden: Die realwirtschaftliche Lage in Deutschland ist relativ günstig. Die Unternehmen sind wettbewerbsfähig, die Arbeitslosigkeit ist auf historisch niedrigem Niveau, die Löhne steigen und die Verbraucherstimmung ist gut. Aber die andere Seite ist: Die Finanzmärkte sind von erheblichen Unsicherheiten geprägt. In vielen Ländern des Euro-Raums dämpft dies spürbar die konjunkturelle Entwicklung. Die Lage ist dort wesentlich fragiler als in Deutschland. Entscheidend ist nun, dass die Politik die Ursachen der Staatsschuldenkrise mit glaubwürdigen Schritten angeht.
Frage: Aber es wird Jahre und Jahrzehnte dauern, bis Reformen greifen – und das Vertrauen fehlt heute.
ist seit Mai 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank. Als Nachfolger von Axel Weber, der im Februar 2011 überraschend seinen Rückzug erklärt hatte, trat der promovierte Volkswirt sein Amt als bisher jüngster Chef der Notenbank an. Weidmanns Doktorarbeit trägt den Titel: "Geldpolitik und europäische Währungsintegration". Zweitgutachter seiner 1998 veröffentlichten Dissertation war Axel Weber. Weidmann ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Weidmann: Das Vertrauen muss in der Tat Schritt für Schritt wieder erarbeitet werden. Zuallererst sind die Regierungen in den betroffenen Ländern gefordert. Die Haushaltsdefizite sinken ja zum Teil bereits deutlich. Wenn Italien im Sommer mit dem Haushalt für 2013 tatsächlich die verlässliche Perspektive eines annähernden Haushaltsausgleichs geschaffen hat, werden wir in absehbarer Zeit einiges erreicht haben. Das gleiche gilt für Spanien, wenn der Defizitabbau wie vereinbart vorangekommen ist. In den Ländern, die derzeit im Fokus stehen, müssen Strukturreformen eingeleitet und umgesetzt werden.
Frage: Wie sind Sie mit der Krisenlösung auf der europäischen Ebene zufrieden?
Weidmann: Die aktuelle Unsicherheit ist sicherlich auch dadurch entstanden, dass nicht klar war, wohin die Währungsunion steuert. Haushaltsrisiken einzelner Länder wurden vergemeinschaftet und damit auf andere Länder abgewälzt. Durch die Aussicht auf immer umfassendere Hilfen weitgehend ohne Zinsaufschläge wurden die Anreize zur Haushaltskonsolidierung geschwächt. Deshalb war es wichtig, dass die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen Anfang Dezember vereinbart haben, den Stabilitätsrahmen der Währungsunion wieder zu stärken.
Frage: Aber reicht das aus?
Weidmann: Es ist sicherlich irreführend, bei dem in Aussicht gestellten Rahmen von einer Fiskalunion zu sprechen, denn die nationale Haushaltssouveränität bleibt im Kern erhalten. Aber es wurde ein härteres fiskalisches Regelwerk in Aussicht gestellt. Das kann einen hilfreichen Beitrag leisten, die aktuelle Krise zu überwinden.
Frage: Wenn der Vertrag im März vorliegt, ist also alles gut?
Weidmann: Die Verabredungen müssen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch umgesetzt werden, in jedem einzelnen Mitgliedsland. Wir hatten schon bisher Regeln, die aber regelmäßig gedehnt und gebrochen wurden. Das muss sich ändern. Es wird darauf ankommen, wie die neuen Verabredungen mit Leben erfüllt werden.
Frage: Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass die Regeln diesmal eingehalten werden?
Weidmann: Ich glaube, es ist allen Beteiligten klar, dass sich eine solche Krise, wie wir sie derzeit erleben, nicht wiederholen darf. Verabredet ist, dass die Regeln in den einzelnen Ländern Verfassungsrang erhalten und die Sanktionen früher als bisher und automatisch greifen. Wenn das so kommt, bleibt künftig weniger Raum für politische Willkür. Durch die Verhandlungsspielräume früherer Zeiten konnten die Regeln aufgeweicht werden. Wenn Sünder über Sünder urteilen, muss keiner wirklich Sanktionen fürchten.




tut die derzeitige Euro-Krise de dt. Exporte sogar ausgesprochen gut.
" ... den dt. Exporte sogar ausgesprochen gut. "
Hey, super.
Eine EU-Volkswirtschaft nach der anderen strauchelt ins rezzesive Elend und wird von Statthaltern des IWF, EU und Privatbanken zwangsregiert, aber die deutschen Exporte laufen bombig!
Vielleicht kommts in Griechenland auch mal wieder zu Aufständen, dann kann KMW noch ein paar von diesen schicken Straßenkampf- Leopard 2A7+ exportieren.
Dabei muss es nicht bleiben, bei Überwachungstechnologie und Unterdrückungsequipment sind deutsche Unternehmen weltspitze.
Und der deutsche Staat bürgt auch gerne für Griechenland, wenns mit der Bezahlung nicht klappen sollte...
" ... den dt. Exporte sogar ausgesprochen gut. "
Hey, super.
Eine EU-Volkswirtschaft nach der anderen strauchelt ins rezzesive Elend und wird von Statthaltern des IWF, EU und Privatbanken zwangsregiert, aber die deutschen Exporte laufen bombig!
Vielleicht kommts in Griechenland auch mal wieder zu Aufständen, dann kann KMW noch ein paar von diesen schicken Straßenkampf- Leopard 2A7+ exportieren.
Dabei muss es nicht bleiben, bei Überwachungstechnologie und Unterdrückungsequipment sind deutsche Unternehmen weltspitze.
Und der deutsche Staat bürgt auch gerne für Griechenland, wenns mit der Bezahlung nicht klappen sollte...
Weidmann: " Die Finanzierung von Staaten durch das Anwerfen der Notenpresse ist verboten. Es geht hier nicht um Prinzipienreiterei, sondern um die Legitimation unseres Handelns in einer demokratischen Grundordnung, die auf der Einhaltung der Gesetze und Verträge gründet. "
Wozu Legitimation?
Alles Deregulieren, Liberalisieren, Privatisieren der letzten Jahre war doch "alternativlos".
Von Parteien von Grün bis Schwarz brav gegen den Protest der Bürger durchgesetzt.
Was soll das Gerede von Demokratie?
Wo soll die sein?
Was hat es mit politischer Partizipation zu tun, anhand von Wahlen diejenigen "demokratisch" zu legitimieren, die fortan GEGEN meine Interessen handeln und doch nur die übliche "Realpolitik" betreiben, die vielleicht 20% der Bevölkerung irgendwie nutzt und dem Rest schadet?
Wie soll die demokratische Willensbildung funktionieren, wenn die Masse der dafür notwendigen Massenmedien in der Hand von ein paar Familien sind?
Wurden die ganzen knuffigen Gesetze und Verträge auf denen das jetzige System und v.a. die "Krise" beruht von der Bevölkerung gemacht?
Oder eher von Leuten - "Experten" - wie Weidmann, Asmussen und Rürup im politischen Hinterzimmer?
Immer wieder interessant, dass hohe Funktionäre die keine Scheu vor verfassungswidrigen Handeln haben, so sehr auf die Einhaltung von Recht und Ordnung pochen.
3 Seiten Interview und nichts gesagt, außer die üblichen, allgemeinen Worthülsen.
Zusammenfassung: "Alles soll so bleiben wie bisher und damit das so bleibt, soll mehr gespart werden"
Wer hier sparen soll und bei wem alles so bleibt wie bisher, sollte jedem klar sein.
" ... den dt. Exporte sogar ausgesprochen gut. "
Hey, super.
Eine EU-Volkswirtschaft nach der anderen strauchelt ins rezzesive Elend und wird von Statthaltern des IWF, EU und Privatbanken zwangsregiert, aber die deutschen Exporte laufen bombig!
Vielleicht kommts in Griechenland auch mal wieder zu Aufständen, dann kann KMW noch ein paar von diesen schicken Straßenkampf- Leopard 2A7+ exportieren.
Dabei muss es nicht bleiben, bei Überwachungstechnologie und Unterdrückungsequipment sind deutsche Unternehmen weltspitze.
Und der deutsche Staat bürgt auch gerne für Griechenland, wenns mit der Bezahlung nicht klappen sollte...
Weidmann:
" Entscheidend ist nun, dass die Politik die Ursachen der Staatsschuldenkrise mit glaubwürdigen Schritten angeht.
...
Wir dürfen als Notenbank keine Anreize geben, die Probleme nicht an der Wurzel anzugehen. "
Die Ursache der "Staatsschuldenkrise" ist der Umstand, dass der Staat nicht nur das Wirtschaftssystem und seine Nutznießer schützen muss, sondern der Staat der Reparaturbetrieb des Kapitalismus ist.
Es müssen Kriege finanziert werden, um Handelsrouten zu sichern oder um die Wirtschaft anzuheizen.
Es müssen all jene versorgt werden, die die Wirtschaft gerade nicht als Verwertungsmasse gebrauchen kann.
Die "der Markt" als nutzlos erachtet.
Die Privilegierten und ihr Vermögen müssen geschützt werden.
Die Nicht-Privilegierten müssen bei der Stange gehalten werden, um Aufstände zu verhindern.
Der Staat muss Schulden aufnehmen ("Konjunktur ankurbeln") um den zinseszins-getriebenen Kapitalismus-Kettenbrief am Laufen zu halten, wenn sich Private nicht mehr verschulden wollen oder können.
Der Staat übernimmt als die ökologischen, ökonomischen und sozialen Kosten, die von Privater Seite im Kapitalismus externalisiert werden.
Das hätte alles einigermaßen funktioniert, wenn...
Ja, wenn nicht der Staat die Systemprofiteure durch städnige Steuersenkungen weitgehend vom Systemunterhalt befreit hätte.
In der Annahme, dass die besitzenden Eliten die Reparaturkosten zum Unterhalt des System, selbst tragen würden...
Die "reine Lehre" von Weidmann & Co ist die Ursache!
Die Stabilitaetskultur hat eigentlich schon immer nur uns in Deutschland geholfen, nicht den anderen Laendern. Als die Bundesbank nach die Wiedervereinigung die Zinsen anzog, gab's auch in ganz Europa eine Rezession. Also, immer die deutschen kurzfristigen Interessen fest im Auge behalten, keinerlei verstaendnis/ahnung/ruecksicht auf andere volkswirtschaften nehmen (ist ja ein nullsummenspiel... da fragt man sich, was an der uni bonn eigentlich in vwl gelehrt wird) und die anderen bluten lassen ('kalter entzug'). so zerstoert man die exportmaerkte in europa und die reputation, die nach WWII muehsam aufgebaut wurde.
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