Jahreswirtschaftsbericht Regierung rechnet mit Wachstumsdelle

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich nach Ansicht der Regierung zeitweise abschwächen, 2013 aber wieder zulegen. Der Arbeitsmarkt könnte davon profitieren.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

Die Bundesregierung rechnet trotz aller Unsicherheiten durch die europäische Schuldenkrise nur mit einer zwischenzeitlichen Wachstumsschwäche in Deutschland. Im neuen Jahreswirtschaftsbericht reduzierte die Regierung ihre Wachstumsschätzung für das laufende Jahr zwar auf 0,7 Prozent von zuvor 1,0 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet sie aber bereits wieder mit einem kräftigen Zuwachs von 1,6 Prozent.

"Aufgrund des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds rechnen wir zwar mit einer vorübergehenden Wachstumsdelle im Winterhalbjahr", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Die Regierung sei aber fest davon überzeugt, dass sich im Jahresverlauf bereits wieder ein höheres Wachstumstempo abzeichnen werde.

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Zudem werde die Arbeitslosenquote 2012 mit 6,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren sinken und im nächsten Jahr gar auf 6,7 Prozent abnehmen. Die Zahl der Erwerbstätigen werde im laufenden Jahr mit einem Zuwachs von 220.000 auf 41,3 Millionen Menschen steigen und damit einen Spitzenwert erreichen.

Deutschland von Partnerländern abhängig

"Deutschland ist und bleibt Anker für Stabilität und Wachstum in Europa", lautete das Fazit des FDP-Politikers. Die Verfassung der deutschen Wirtschaft sei nach wie vor robust.

Allerdings hängt die deutsche Wirtschaftsentwicklung nach Darstellung der Regierung entscheidend davon ab, dass in den europäischen Partnerländern wieder Stabilität und Wachstum einzieht. Rösler forderte daher "entschlossene und glaubwürdige" Schritte zur Überwindung der Schuldenkrise im Euro-Raum.

Der Weg zur Stabilitätsunion mit klaren und durchsetzbaren Regeln müsse mit Nachdruck verfolgt werden. Es gelte, die vereinbarte engere Abstimmung von Haushalt- und Steuerpolitik "auch strikt und konsequent auszugestalten", sagte der Minister. In Europa müssten "Solidarität und Solidität" Hand in Hand gehen.

Die Weltbank sieht den Ausblick weniger optimistisch. In einem in Peking vorgestellten Bericht ist von einer Rezession in Europa die Rede. Weltweit werde die Wirtschaftskraft deutlich langsamer wachsen als zuvor prognostiziert.

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 18.01.2012 um 14:53 Uhr

    "Erwartungen" - So wie gestern?

    http://www.zeit.de/wirtsc...

    Oder hat der Thesaaurus gewürgt?

    Ich darf auf Posting 5 von "schpumie" hinweisen
    17.01.2012 um 13:09 Uhr
    5.5. Der Finanzexperte an sich...
    ...ist irgendwie ständig überrascht.
    Mir ist keine andere Berufgattung bekannt, bei der die Menschen derart häufig überrascht werden - schon eine dolle Sache son Finanzexperte.
    Aber mal ehrlich, wenn ein Mitarbeiter seinem Chef quasi täglich gestehen muss, dass sich seine Prognosen überraschend nicht erfüllen, wird dieser Mitarbeiter dann nicht wegen Inkopetenz freigestellt? Naja, egal...
    Ich verstehe diesen Artikel und alle anderen dieser Art sowieso nicht. Wenn ich schon damit anfangen muss, dass ich mit meiner letzten Prognose (überraschend! und zum x-ten mal!) Unrecht hatte, wieso sollte dann einer weiteren Prognose von mir mehr Glauben geschenkt werden?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Man sollte mal die Prognose von Anfang 2011 mit dem Ergebnis vergleichen. Und dann will man jetzt schon für nächstes Jahr eine Prognose geben.... Genauso könnte man einen Meterologen befragen, wie der Sommer 2012 wird.

    Man sollte mal die Prognose von Anfang 2011 mit dem Ergebnis vergleichen. Und dann will man jetzt schon für nächstes Jahr eine Prognose geben.... Genauso könnte man einen Meterologen befragen, wie der Sommer 2012 wird.

    • PALVE
    • 18.01.2012 um 15:15 Uhr

    ...konsequent, überzeugt, vorübergehend, zwischenzeitlich und bla, bla, bla.....

    • Karst
    • 18.01.2012 um 15:16 Uhr

    Ich habe vor eine Kampagne zu starten:

    "Soviele FDP Mitglieder in Arbeit wie noch nie!
    Danke, Dirk und Philipp."

    Der Unterschied ist nur, meine Kampagne ist nicht ganz so herabwürdigend und nicht so weit von der Realität entfernt.

    Eine Leser-Empfehlung
  1. Jeder der das Geschäftsmodell der Großbanken namens Schuldentilgungskrise kennt weiß um was es geht - sobald der ESM in Kraft treten wird, wird Europa gegen die Wand gefahren und die aufgeblähten Bilanzen über den nach oben hin offenen ESM vergolded!

    Und daher wird es kein Wirtshcaftswachstum 2013 in Deutschland geben sondern Sparprogramme al la Griechenland von ESM, IWF, EZB und europäische Kommission die deutsch bevbölkerung in die Armut treiben und das Tafelsilber zu privatisieren!

    HIer eine Erklärung des ESM: http://www.youtube.com/wa...

    Solidarisiert euch, orgenisiert euch und bildet in jeder Stadt Deutschlands eine Bürgerinitiative gegen den Geheimvertrag des ESM!

    Occupy Everything!

  2. Hab einfach in die Tasten gehauen - sheers :)

  3. Einige Nachbarn mehr als sonst, haben dieses Jahr erst den trockenen November, dann den milden Dezember zum Gesprächsthema und dann zur Zukuftsspekulation missbraucht. Scheinbar hat die BILD mal geschrieben, daß ein strenger, eiskalter Januar kommen wird..., was manchen sogar dazu brachte, mehr Lebensmittel auf Lager zu legen. (Tatsache!)

    Es ist allgemein bekannt, dass sich nur für 4 bis 5 Tage eine zuverlässige Wetterprognose erstellen lässt - alles andere ist Spekulation und ohne Grundlage.

    Was unterscheidet Herrn Rössler von meinen Nachbarn? Nichts. Er weiß nichts, hat keine Ahnung davon was Griechenland mach toder Italien oder Irrland, aber er spekuliert.

    Und dann noch zu behaupten, daß die Arbeitsloenquote um 0,1 Prozent sinken werde .... Ich weiß auch nicht, was ich aus diesem Artikel an Erkenntnissen mitnehmen könnte - außer, wie beim Wetter und den Nachbarn. "Einfach mal darüber reden, wird schon irgendwas stimmen von dem was ich heute so rauslasse". Kommt es so, kann ich sagen: Ich habs gewußt, kommt es anders, kann ich erklären, warum es nicht so gekommen ist.
    Einfach reden und im Gespräch bleiben "Smal talk" halt.

  4. Man sollte mal die Prognose von Anfang 2011 mit dem Ergebnis vergleichen. Und dann will man jetzt schon für nächstes Jahr eine Prognose geben.... Genauso könnte man einen Meterologen befragen, wie der Sommer 2012 wird.

    • Harzer
    • 18.01.2012 um 17:38 Uhr

    "..."Aufgrund des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds rechnen wir zwar mit einer vorübergehenden Wachstumsdelle im Winterhalbjahr", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)..."

    Aha, mit so einer, wie seit einiger Zeit bei der FDP ... ??

    Eine Leser-Empfehlung

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